Behandlung von eingewachsenen Haaren im Bauchnabelbereich und verwandte Hautprobleme

Eingewachsene Haare sind ein häufiges Problem, das zu Juckreiz, Schmerzen und Entzündungen führen kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von eingewachsenen Haaren, insbesondere im Bauchnabelbereich, und geht auch auf verwandte Hautprobleme wie Furunkel, Hirsutismus und Steißbeinfisteln ein.

So wirst Du endlich eingewachsene Haare los - Profi Tipps von der Hautärztin

Eingewachsene Haare: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein eingewachsenes Haar entsteht, wenn ein Haar sich krümmt und in die Haut hineinwächst, anstatt heraus. Dies kann zu pickelartigen Entzündungen führen, die jucken und schmerzen können. Menschen mit dickem, lockigem und widerspenstigem Haar sind besonders anfällig für dieses Problem.

Ursachen

  • Haarentfernung: Rasieren oder Epilieren kann dazu führen, dass das nachwachsende Haar eine schärfere Kante hat, die leichter in die Haut eindringen kann.
  • Abgestorbene Hautschüppchen: Sie können die Haarwurzel verstopfen und das Haar zwingen, seitlich unter der Haut weiterzuwachsen.

Symptome

  • Juckreiz
  • Schmerzen
  • Rötungen
  • Pickelartige Entzündungen

Behandlung

Die beste Möglichkeit, eingewachsene Haare zu verhindern, ist, sie einfach wachsen zu lassen. Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte folgende Tipps beachten:

  • Peelings: Vor der Haarentfernung die Haut mit Peelings behandeln, um einer Verstopfung der Poren vorzubeugen.
  • Haarentfernung in Wuchsrichtung: Die Haare in Wuchsrichtung entfernen.
  • Feuchtigkeitslotion: Nach Peeling und Rasur die Haut mit einer Feuchtigkeitslotion eincremen, damit die Haare gut aus den Poren herauswachsen können.
  • Dauerhafte Haarentfernung per Laser: Eine langfristige Lösung kann die dauerhafte Haarentfernung per Laser sein.

Bei Entzündungen oder Abszessen sollte ein Arzt aufgesucht werden, der das eingewachsene Haar entfernen und entzündungshemmende oder antibiotische Cremes verschreiben kann.

Furunkel: Tiefe, eitrige Hautentzündungen

Ein Furunkel ist eine tiefe, eitrige Hautentzündung, die sich in einem Haarfollikel bildet. Verursacht werden Furunkel durch eine Infektion mit Bakterien, zumeist Staphylokokken.

Ein Furunkel auf dem Arm

Ursachen und Risikofaktoren

  • Bakterien: Meist Staphylococcus aureus.
  • Geschwächtes Immunsystem: Infolge einer Grunderkrankung oder durch Medikamente.
  • Mangelnde Körperhygiene
  • Enge, scheuernde Kleidung

Symptome

  • Schmerz
  • Rötung
  • Überwärmung
  • Schwellung
  • Eitriger Knoten

Behandlung

In den meisten Fällen heilen Furunkel von allein wieder ab. Bei störenden und stark entzündeten Furunkeln empfiehlt sich jedoch ein Besuch beim Arzt. Die beste Möglichkeit, die Heilung zu unterstützen, ist, die Finger vom Furunkel zu lassen. Sinnvoll ist es dagegen, die betroffene Körperregion ruhig zu halten. Bei einem Furunkel im Gesicht bewegt man die betreffende Partie meist automatisch weniger.

  • Zugsalbe: Der Arzt kann eine Zugsalbe auftragen, um die Entzündung zu behandeln.
  • Antibiotika: In schwerwiegenden Fällen kann der Arzt Antibiotika verschreiben.
  • Öffnung des Knotens: Der Arzt kann den Knoten öffnen, um den Eiter abfließen zu lassen.

Hirsutismus: Ungewöhnlich starke Körperbehaarung bei Frauen

Hirsutismus bezeichnet eine ungewöhnlich starke, androgenabhängige Körperbehaarung bei Frauen. Typisches Symptom: Bei der Frau sind Körperstellen stark behaart, an denen in der Regel nur bei Männern kräftige Haare zu sehen sind.

Hirsutismus im Gesicht

Ursachen

  • Idiopathischer Hirsutismus: In neun von zehn Fällen hat Hirsutismus keine erkennbaren krankhaften Ursachen.
  • Hormonelle Störungen: Bestimmte Hormone sind dann im Übermaß vorhanden.
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Dabei befinden sich an den Eierstöcken viele kleine Zysten.
  • Androgenitales Syndrom: Die Nebennieren bilden durch einen Enzymdefekt zu wenig Kortisol und oft auch zu wenig Aldosteron.
  • Cushing-Syndrom: Bei dieser Erkrankung ist das Hormon Kortisol im Körper aus unterschiedlichen Gründen im Übermaß vorhanden.

Behandlung

Bei Hirsutismus, der durch eine bestimmte Erkrankung oder Medikamente ausgelöst wurde, richtet sich die Therapie vor allem nach der jeweiligen Ursache.

  • Gewichtsabnahme: Bei übergewichtigen Frauen kann eine Gewichtsabnahme den Hormonhaushalt positiv beeinflussen.
  • Medikamente: Behandlung mit dem Antidiabetikum Metformin, Antiandrogenen oder der „Antibabypille“.
  • Enthaarung: Rasieren, Enthaarungscreme/-schaum, Bleichen, Laserhaarentfernung.

Steißbeinfistel: Krankhafte Veränderung des Gewebes in der Gesäßfalte

Die Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis) ist eine krankhafte Veränderung des Gewebes in oder nahe der Gesäßfalte. Meist wird sie durch eingewachsene Körper- und Kopfhaare verursacht.

Steißbeinfistel

Ursachen

Die häufigste Ursache für das Entstehen einer Steißbeinfistel sind abgebrochene oder kurze Haare, die sich durch Reibebewegungen in die Haut einbohren.

Symptome

  • Austritt klarer oder blutig-eitriger Flüssigkeit
  • Juckreiz
  • Eventuell Schmerzen

Behandlung

Steißbeinfisteln heilen nicht von selbst, sondern müssen medizinisch behandelt werden. Die Diagnose erfolgt meist durch eine körperliche Untersuchung. Um das Ausmaß eines Sinus pilonidalis genau zu bestimmen, ziehen wir ggf.

Haarbalgentzündung (Follikulitis): Entzündung des Haarbalgs

Eine Haarbalgentzündung (Follikulitis) ist eine oberflächliche, meist bakteriell bedingte Entzündung des Haarbalgs. Sie kann sowohl Ursache als auch Folge eines eingewachsenen Haares sein.

Ursachen

  • Bakterien: Am häufigsten Staphylococcus aureus.
  • Pilze: Malassezien.
  • Parasiten: Z. B. Demodex.
  • Mangelnde Hygiene
  • Geschädigte Haut
  • Mechanische Reizung

Behandlung

In leichten Fällen ist oft keine Behandlung erforderlich. Bei ausgeprägten Formen desinfiziert der Arzt den betroffenen Bereich und öffnet eventuell die Pusteln. Danach verordnet er feuchte antiseptische Umschläge bzw. desinfizierende Cremes oder Lotionen, manchmal auch antibiotische Cremes.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen.

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