Wie lang waren Sissis Haare wirklich? Die Wahrheit über die Kaiserin Elisabeth

Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi, fasziniert bis heute. Nicht nur ihre Schönheit, sondern auch die vielen Mythen und Legenden, die sich um sie ranken, ziehen die Menschen in ihren Bann. Doch wer war die echte Sissi wirklich? Dieser Artikel beleuchtet einige Aspekte ihres Lebens, von ihrer berühmten Haarpracht bis hin zu ihren Schönheitsgeheimnissen und persönlichen Eigenheiten.

Die Haarpracht von Kaiserin Sissi: Schönheit und Pflegegeheimnisse

Besonders stolz war Sisi auf ihre Haare, die ihr bis zu den Knöcheln reichten. "Ich bin die Sklavin meiner Haare", soll sie einmal gesagt haben. Täglich soll sie drei Stunden nur für die Pflege ihrer Haare verwandt haben. Neben der täglichen Prozedur des Kämmens verwandte sie viel Zeit auf das Waschen der Haare und die Kreation ihrer geflochtenen Frisuren. Alle 14 Tage pflegte sie ihre Haare mit einer Mixtur aus Cognac und Eigelb. Der Alkohol verlieh ihrem Haar einen leichten Goldschimmer, die Hühnereier sorgten für eine glänzende Mähne.

Um ihre Wallemähne zu trocknen, musste diese auf einem Billardtisch ausgelegt werden. Sisi selbst hasste das ewige Kämen und Haarewaschen zutiefst. Gekämmt wurde täglich in einer langen Prozedur. Dabei wurden die ausgefallenen Haare gesammelt und gezählt, was bei entsprechend großer Menge an Haarverlust zu regelmäßigem Streit mit der Zofe führte. Sie benutzte ein Pflanzenöl, um ihre Haare dunkler zu tönen.

Fanny Feifalik war die Friseurin und auch enge Vertraute der Kaiserin. Zwischen den beiden gab es viel Streit. Sisi lernte in dieser Zeit nebenbei Fremdsprachen. Tatsache ist: Sisi ließ sich ihre Haare nur alle drei Wochen waschen. Sie war gesegnet mit dicken Haaren und aus diesem Grund war es nicht notwendig diese öfter zu waschen. Dieser Waschvorgang dauerte einen ganzen Tag lang.

Sissis Schönheitsgeheimnisse

Neben ihrer Haarpracht legte Sisi großen Wert auf ihr Aussehen. Kaiserin Elisabeth widmete einen großen Teil des Tages ihrem Aussehen. Sie lässt sich sogar in ihre Kleidungsstücke einnähen, damit diese wie angegossen sitzen. Eine besondere Abneigung hat sie gegen Übergewicht. Daher betreibt sie diszipliniert, unermüdlich und völlig übertrieben Sport und trainiert sich gleichzeitig Genuss und Essen ab.

Eines der wichtigsten Schönheitsmittel, die die österreichische Kaiserin nutzte, war die so genannte "Coldcream", die schon bei den Griechen bekannt war. Wesentliche Bestandteile der Coldcream waren Wasser, Bienenwachs und Olivenöl. Bei Sisi wurde die Coldcream noch verfeinert. Sie bestand aus weißem Wachs, Walrat, Mandel- und Sesamöl sowie aus Rosenwasser.

In Sachen Kosmetik beschritt Sisi Neuland und das hieß: keine Schönheit ohne Gesichtsmasken. Da sie sehr experimentierfreudig war, legte sie sich rohes Kalbsfleisch, das sie unter einer Ledergesichtsmaske trug, über Nacht aufs Gesicht. Da rohes Kalbfleisch Collagen enthält, hatte die Maske straffende Effekte für die Haut. Neben Gurkenmasken, die das Gesicht kühlen, verwendete Sisi vor allem eine Gesichtsmaske, die aus frischen Erdbeeren bestand.

Sissi und ihre Zähne: Wahrheit oder Mythos?

Immer wieder kursieren Gerüchte, dass Kaiserin Sissi schlechte Zähne gehabt haben soll. Ein Makel, der den Schönheitskult der österreichischen Kaiserin, die sich zeitlebens im Kampf um ihre eigene Unabhängigkeit befand, in den Mittelpunkt rückt. Angeblich hat Sissi von Natur aus oder durch mangelnde Pflege in jungen Jahren schon schlechte Zähne. Einwandfrei belegt werden konnten diese Gerüchte aber nie.

Für die Richtigkeit spricht, dass Sissi den Mund beim Sprechen kaum geöffnet haben soll und selten gelächelt hat. Der Obduktionsbericht von 1898 beschreibt ihre „bonne dentition“, also den akzeptablen Zustand ihrer Zähne. Das Gebiss der Kaiserin enthielt Zahnfüllungen und Kronen, wie sie für wohlhabende Personen des 19. Jahrhunderts üblich waren.

Im 19. Jahrhundert gab es in Europa noch kein einschlägiges Studium der Zahnmedizin. Angesichts dessen vertrauten die, die es sich leisten konnten, auf das Geschick US-amerikanischer Zahnärzte. Einer von ihnen war Levi Spear Burridge, der auch Kaiserin Elisabeth versorgte. Sie war aber keineswegs seine einzige prominente Patientin. Denn auch Papst Pius IX.

Sissis Tattoo: Ein Anker als Symbol ihrer Freiheit?

Durch ihre zahlreichen Reisen und Kuraufenthalte entbrennt in Kaiserin Sissi eine innige Liebe zum Meer. Sie hält sich gern in südlichen Gefilden, vor allem auf der griechischen Insel Korfu, auf. Je stürmischer das Meer ist, desto besser gefällt es Elisabeth. Auf Überfahrten hält sie sich bei Wind und Wetter an Deck auf. Sie lässt sich an Schiffsmasten fesseln, um die Naturgewalten zu genießen.

Auf ihren Reisen nach Griechenland lässt sie sich als Ausdruck ihrer Liebe zum Meer und ihrer fortschrittlichen Lebensweise einen Anker auf die Schulter tätowieren. Das Ganze soll im Jahr 1888 in einem griechischen Restaurant stattgefunden haben. Kaiser Franz Joseph ist empört.

Sissi als Tourismusmagnet: Ihre Spuren weltweit

Noch heute sind die Spuren von Kaiserin Elisabeth wichtig. Und zwar unter anderem für den Tourismus. Auch, wenn der Schönheitskult und die Exzentrik der österreichischen Kaiserin immer noch viele Menschen in ihren Bann ziehen, bemühen sich moderne Darstellungen zunehmend darum, die Frau hinter dem "Mythos Sissi" sichtbar zu machen.

Der Mythos Sisi ist ungebrochen. Es gibt bereits unzählige Filme, Serien, Dokus, Musicals und Theaterstücke, die das Leben der Kaiserin “beleuchten” und einen vermeintlichen Einblick in ihr Leben geben wollen. Wobei das Wollen sehr lose zu betrachten ist, denn viele der Produktionen bedienen sich lediglich am berühmten Namen Sisis und haben inhaltlich kaum Überschneidungen mit der Realität.

Elisabeth und Franz Joseph verreisten nicht nur hochoffiziell als Kaiserpaar, sondern unternahmen auch (semi)private Reisen inkognito. Das hieß, dass sie ohne großes Gefolge des Hofes unterwegs waren. Um nicht sofort überall aufzufallen, nutzen sie die Titel Graf und Gräfin von Hohenems. Unter diesem Namen reiste Sisi auch bei ihrer letzten Reise in die Schweiz.

Die wahre Sissi: Mehr als nur eine Märchenprinzessin

Die Sissi-Filme verraten allerdings mehr über die Gemütslage im Deutschland der 1950er-Jahre als über die tatsächliche Kaiserin Elisabeth von Österreich. Zur Ehrenrettung der „Sissi“-Macher sei gesagt: Sie hatten darauf immer verwiesen, dass sie Unterhaltungsfilme produziert hatten. Das zeigt sich schon darin, dass - im Gegensatz zum Filmtitel - die „echte“ Sisi nur mit zwei „S“ und nicht wie auf der Leinwand damals mit drei „S“ geschrieben wurde.

Die war erstaunlich modern. Man könnte sie auch als Erfinderin der „Ich-AG“ bezeichnen. Und als Pionierin darin, das eigene Bild in der Öffentlichkeit weitgehend so zu steuern, wie sie das wünschte. Sisi gab viel Geld aus, das der bei eigenen Bedürfnissen höchst sparsame Kaiser gerne bezahlte. Sie bereiste die Welt, erwarb Immobilien, schrieb Gedichte und sympathisierte offen mit der Demokratie. Aber weder in Sisis noch anderen Aufzeichnungen finden sich nur geringste Anhaltspunkte - im Gegenteil, sie vermerkte schon frühzeitig, dass sie der körperlichen Liebe nicht übermäßig zugetan war.

So blieb Sisi eine Vorreiterin der Emanzipation, die ihren eigenen Weg ging - aus heutiger Sicht historisch faszinierend, aber viel zu modern für das Kinopublikum der 1950er Jahre. Bemerkenswert, denn ihr eigener Tod (durch die Attacke eines Anarchisten in Genf) lag zu diesem Zeitpunkt schon sechs Jahrzehnte zurück.

Die Schönheitsgeheimnisse der Kaiserin Elisabeth "Sisi" von Österreich

Tabelle: Sissis Schönheitsrituale

Ritual Beschreibung
Haarpflege Tägliches Kämmen (3 Stunden), Waschen alle 3 Wochen mit Cognac und Eigelb
Gesichtsmasken Rohes Kalbsfleisch, Gurken, Erdbeeren
Coldcream Weißes Wachs, Walrat, Mandel- und Sesamöl, Rosenwasser
Figurpflege Disziplinierter Sport, spezielle Diäten (z.B. Rindfleischsaft)

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