Viele Menschen greifen zu Haarfarben, um graue Haare abzudecken oder ihren Look zu verändern. Dabei ist es wichtig, sich der potenziellen Gesundheitsrisiken bewusst zu sein, die mit chemischen Haarfarben verbunden sind. Eine Untersuchung von Öko-Test hat gezeigt, dass viele Haarfarben bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten, die Allergien auslösen und möglicherweise Krebs verursachen können.
Öko-Test untersuchte 36 Rot- und Brauntöne verschiedener Hersteller und fand heraus, dass alle untersuchten Haarfarben aromatische Amine als Farbstoffbausteine enthielten. Viele dieser Stoffe stehen im Verdacht, Krebs auslösen zu können. Ein häufig gefundener Stoff war 2,5-Toluylendiamin, ein enger Verwandter des bereits in Haarfarben verbotenen, krebserregenden 2,4-Toluylendiamins.
Darüber hinaus können aromatische Amine schwere Allergien auslösen. 23 der getesteten Produkte enthielten das Färbemittel Resorcin, das ebenfalls allergische Reaktionen hervorrufen kann. Aufgrund dieser Ergebnisse bewerteten die Tester sämtliche untersuchten Haarfarben mit „ungenügend“.
Wichtiger Hinweis: Wer trotzdem seine Haare selbst färbt, sollte unbedingt Handschuhe tragen und die Farbe von Augen und Schleimhäuten fernhalten.
Eine US-Studie aus dem Jahr 2001 zeigte bereits, dass dauerhaftes Haarefärben das Risiko für Blasenkrebs erhöhen kann. Diese Untersuchung veranlasste die EU-Kommission, Haarfarben gründlich zu prüfen. Während die Kosmetikordnung genau vorschreibt, welche Inhaltsstoffe enthalten sein dürfen, ist in Haarfarben derzeit noch alles erlaubt, was nicht verboten ist. Ein Beratungskomitee der EU prüft daher sämtliche von der Industrie eingereichten Dossiers mit toxikologischen Daten aller Inhaltsstoffe.
Wie riskant Haarefärben tatsächlich ist, bleibt jedoch weiterhin unklar. Haarfarben bestehen aus mehreren Komponenten, die miteinander vermischt zu neuen Stoffen reagieren. Daher müssen nicht nur die Inhaltsstoffe selbst, sondern auch die Reaktionsprodukte auf mögliche Gesundheitsrisiken geprüft werden.
Auch wer zu natürlichen Haarfarben wie Henna oder Indigo greift, ist nicht hundertprozentig auf der sicheren Seite. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beurteilt den in Henna enthaltenen Farbstoff Lawson zwar als unbedenklich, der EU-Ausschuss stuft ihn jedoch als erbgutschädigend ein. Eine endgültige Beurteilung von Naturhaarfarben steht noch aus.
In Haarfärbemitteln können Allergieauslöser lauern, die bei Hautkontakt zu Reizungen, Ausschlag und Irritationen führen können. Schuld daran sind die zahlreichen chemischen Inhaltsstoffe. Farbstoffe wie Para-Phenylendiamin (PPD) oder Para-Toluenyldiamin (PTD) gelten als stark reizend. Aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak können allergische Reaktionen verursachen.
Das aromatische Amin Para-Phenylendiamin (PPD) zählt dabei zu den häufigsten Allergieauslösern in Haarfarbe. Der Einsatz von Para-Phenylendiamin (PPD) in Oxidationsfarben ist durch die Kosmetikverordnung auf eine Konzentration von zwei Prozent im Anwendungsprodukt begrenzt. Zudem müssen Hersteller Haarfarbe, die Para-Phenylendiamin (PPD) enthalten, mit einer speziellen Kupplersubstanz wie Resorcin ergänzen.
Nicht nur Kunden können von einer Allergie gegen Haarfarbe betroffen sein, nicht selten entwickeln auch Friseure eine Sensibilisierung gegen Farbstoffe.
Rund 24 bis 36 Stunden nach der Färbung fängt die Haut an zu jucken, schwillt an oder rötet sich. Die Beschwerden machen sich zunächst auf dem Kopf und im Gesicht, aber auch rund um die Augen bemerkbar. In der Regel treten die allergischen Beschwerden jedoch nur an den Stellen auf, die direkt mit dem Allergieauslöser in Kontakt kommen.
Tritt die Allergie zum ersten Mal auf, hilft auch mehrmaliges Haarewaschen nicht. So hält die Wirkung temporärer Haarfärbemittel rund sechs bis acht Wochen an. Die beste - aber auch radikalste Lösung - ist daher, die gefärbten Haare abzuschneiden. Bei starken Schwellungen können auch Cortison-Präparate helfen.
Wer zu sehr an seinen Haaren hängt, sollte den Kontakt zwischen Haut und Haaren möglichst verhindern. So kann es meist schon helfen, einen Rollkragenpullover aus Baumwolle zu tragen oder die Haare in einem Zopf zusammen zu binden. Heilen lässt sich eine Allergie gegen Haarfarbe jedoch nicht.
Wer bereits von einer Kontaktallergie gegen Inhaltsstoffe in Kosmetika betroffen ist, muss neue Produkte immer auf mögliche Allergieauslöser überprüfen. Auch wer akut unter einer gereizten Kopfhaut leidet, sollte die Haarfärbung besser verschieben. Denn Haarfarbe reizt die Haut zusätzlich.
Wie bei allen kosmetischen Produkten sollten Menschen mit empfindlicher Haut oder einer bekannten Kontaktallergie Haarfarbe zudem vor dem ersten Gebrauch auf ihre Verträglichkeit testen. Dazu geben Verbraucher die Farbsubstanzen zunächst nur auf eine kleine Stelle. Ist die Haut auch nach einer längeren Einwirkzeit frei von Irritationen, kann das Haarfärbemittel meist problemlos verwendet werden.
Wichtig: Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist jedoch darauf hin, dass Farbmischungen nur für eine kurze Zeit Kontakt mit der Haut und den Haaren haben sollten.
Der Haarfarben-Patch-Test ist ein obligatorischer Schritt auf dem Weg zur gewünschten Farbveränderung. Auch wenn die Haare schon seit Jahren coloriert werden, ist es dennoch immer noch möglich, eine allergische Reaktion auf die Haarfarbe auszubilden - sogar, wenn genau dasselbe Produkt in der Vergangenheit schon problemlos angewendet wurde. Allergische Reaktionen sind zwar selten, aber dafür umso unangenehmer. Der Allergieverdachtstest hilft dabei, eine potenzielle Allergie rechtzeitig anzuzeigen.
Wichtig: Der Haarfarbe-Allergieverdachtstest muss 48 Stunden auf der Haut bleiben, um eine potenzielle allergische Reaktion auf die Haarfarbe festzustellen. Die meisten allergischen Reaktionen treten innerhalb von 48 Stunden nach Hautkontakt auf.
Sobald die 48 Stunden um sind, liegt das Ergebnis des Haarfarbe-Allergieverdachtstest vor. Wenn keine eigenartigen Hautreaktionen auffallen, dann kann es nun endlich losgehen.
Experten-Tipp: Eine ölbasierte Farbe wie Olia sorgt für besonders intensive, leuchtende Farben.
tags: #Olia #Haarfarbe #Allergie #Inhaltsstoffe
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.