Mythen und Fakten rund um die Haarentfernung

Scharfe Messer sind in jedem Haushalt kindersicher aufbewahrt. In der Industrie schneiden Laser täglich schwere Stahlplatten. Aber wir verwenden Dinge wie diese regelmäßig, um unsere lästigen Haare loszuwerden! Kein Wunder, dass sich jede Menge Mythen und Legenden rund um die Haarentfernung hartnäckig halten.

Hier sind einige der gängigsten Mythen und die Fakten, die dahinterstecken:

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Mythos Nummer 1: Haarlose Körper sind ein Trend der Neuzeit

Falsch! Haarentfernung war schon im 6. Jahrhundert vor Christus üblich. Aus dieser Zeit stammen nämlich Funde von ersten Rasierschabern, die damals aus Steinen oder Muscheln gefertigt wurden. Im alten Ägypten war eine andere Methode verbreitet, die wir heute als „Sugaring“ kennen: Die historische Enthaarungspaste „Halawa“ hat eine nahezu identische Zusammensetzung wie die Zuckerpaste aus modernen Kosmetikstudios.

Mythos Nummer 2: Rasieren regt das Haarwachstum an

Falsch! Das hört man immer wieder, ist aber erwiesenermaßen falsch. Die Haare wachsen an der Haarwurzel, also im Körper, unterhalb der Hautoberfläche. Und was ich mit meinem Haar außerhalb des Körpers mache, interessiert die Haarwurzel nicht; sie bekommt davon auch nichts mit. Haare sind tote Materie. Daher fließt auch keine Information von der Haarspitze zurück in die Haarwurzel.

Unsere Haare wachsen weder schneller noch dicker noch dunkler nach, wenn wir sie rasieren. Warum sich dieser Mythos so hartnäckig hält, hängt an der Art der Haarentfernung beim Rasieren. Normalerweise verjüngt sich ein Haar von der Wurzel aus zu seiner Spitze hin. Wenn wir es rasieren, schneiden wir es in der Mitte ab - also dort, wo es am dicksten ist. Wächst das Haar nun nach, fehlt die dünne Haarspitze. Die bekannten Stoppeln entstehen. Dem entgegenwirken kann man nur, wenn man das Haar mitsamt seiner Wurzel entfernt.

Anders ist das etwa bei einem Grashalm: Ein Grashalm ist lebendes Material. Wenn ich ihn abschneide, wächst er zwar nicht unbedingt schneller, bildet aber unterirdisch mehr Seitentriebe; ein gemähter Rasen wächst dadurch dichter. Bei den Haaren ist das nicht so.

Warum sich das Gerücht von den nach der Rasur schneller wachsenden Haaren trotzdem so hartnäckig hält, hat vielleicht folgenden Hintergrund: Wenn Haare nach dem Rasieren nachwachsen, fühlen es sich oft rau an und die nachwachsenden Haare sind oft dicker und sehen dunkler aus als vorher, vor allem nach einer Erstrasur. Das hat aber folgenden Hintergrund: Wenn sich ein junger Mann zum ersten Mal rasiert, sind die jungen Barthaare an der Spitze noch relativ dünn und weich. Wenn er dieses Haar aber an einer relativ dicken Stelle abschneidet, sieht das nachwachsende Haar kräftiger aus als vorher.

Der Mythos, dass Haare stärker und dichter nachwachsen, wenn sie regelmäßig geschnitten oder rasiert werden, hält sich hartnäckig. Doch es stimmt nicht. Der Mensch besitzt rund 5 Millionen Haarfolikel, die auf dem ganzen Körper verteilt und schon bei der Geburt angelegt sind. Sie durchlaufen einen Zyklus aus Haarwachstum- und Haarausfall. Diese Phasen sind genetisch festgelegt und werden durch Faktoren wie Hormone, Immunreaktionen und Stoffe, die auf den lebendigen Teil des Haares einwirken, beeinflusst. Das Haar an sich besteht aus abgestorbenen Zellen, ist also tote Materie. Wird es geschnitten, erfolgt darüber kein Informationsfluss hin zur Haarwurzel. Eine regelmäßige Rasur hat also keinen Einfluss auf das Haarwachstum. Die Gene und der Hormonhaushalt dagegen schon.

Mythos Nummer 3: Lasern schadet der Haut

Falsch - zumindest bei seriösen Anbietern. Für dauerhafte Haarentfernung werden spezielle Lasergeräte verwendet, die nur für diesen Einsatzzweck hergestellt und penibel kontrolliert wurden. Die Laserstrahlen treffen dabei sehr gezielt auf die Haarfollikel und dringen nicht tiefer in die Haut vor. Alle unnötigen und potenziell gefährlichen Wellenlängen des Lichts (beispielsweise UV-Licht) werden dabei herausgefiltert.

Mythos Nummer 4: Haare wachsen immer gleich schnell

Falsch! Tatsächlich wachsen Haare in der warmen Jahreszeit schneller als im Winter. Das liegt an der vermehrten Sonneneinstrahlung und dem Vitamin D: Es regt unser Zellwachstum an und beschleunigt das Haarwachstum (und übrigens auch das unserer Finger- und Zehennägel!). Aber nicht nur die Jahreszeiten sorgen für unterschiedliches Haarwachstum: Auch unsere Körperstellen haben Einfluss darauf. So wächst ein Barthaar z.B.

Mythos Nummer 5: Lasern bei dunkler Haut ist unmöglich

Falsch! Vor 20 Jahren war es noch riskant, dunkle Hauttypen zu lasern. Denn die damaligen Laser konnten nicht zwischen den Farbpigmenten der Haare und denen der Haut unterscheiden. Moderne Lasergenerationen aber sind darauf abgestimmt. Mit ihnen lassen sich nahezu alle Haar- und Hauttypen behandeln. Der Nd:YAG-Laser zum Beispiel steuert zielgerichtet das Melanin im Haarfollikel an, ohne umliegendes Gewebe oder Pigmente zu schädigen.

Mythos Nummer 6: Jeder Mensch hat gleich viele Haare

Falsch! Unsere Körperbehaarung ist so individuell wie wir selbst. Und Haare wachsen bei uns Menschen tatsächlich überall - mit Ausnahme der Handflächen und Fußsohlen. Ansonsten fällt der Haarwuchs je nach genetischer Veranlagung mal stärker, mal schwächer aus. Im Durchschnitt hat aber jeder Mensch rund fünf Millionen Haare an seinem Körper - davon etwa 100.000 auf dem Kopf.

Mythos Nummer 7: Mit stumpfen Klingen schneidet man sich seltener

Falsch! Leider ist eher das Gegenteil der Fall. Weil man mit einer stumpfen Klinge die Haare eher einzwickt, als sie abzuschneiden, steigt auch die Gefahr einer Verletzung oder Hautirritation. Je stumpfer die Klinge, desto mehr ist man versucht, mit Druck zu rasieren. Dabei rutscht man schnell mal ab.

Mythos Nummer 8: Laser-Haarentfernung ist teuer

Falsch! Zugegeben: Vergleicht man die Preise einer Laser-Behandlung mit der einer einzelnen Rasur, dann ist man versucht, beim Rasieren zu bleiben. Aber betrachten wir das Ganze realistisch, dann ist schnell klar: Dieser Denkansatz ist falsch. Während nach einer dauerhaften Haarentfernung mit dem Laser das Thema ein für alle Mal erledigt ist, brauchen wir einen Rasierer (oder auch andere Haarentfernungsmethoden) regelmäßig: unser ganzes Leben lang. Da kommt eine ordentliche Summe zusammen.

Hier ist eine Tabelle, die die Kosten verschiedener Haarentfernungsmethoden vergleicht:

Methode Kosten pro Behandlung Häufigkeit Langfristige Kosten
Rasieren 2-5 € (Klingen) Mehrmals pro Woche Hoch (laufende Kosten)
Wachsen 20-50 € Alle 3-6 Wochen Mittel
Laser-Haarentfernung 50-300 € 6-8 Sitzungen Mittel bis Hoch (einmalige Investition)

Quellen: Amy McMichal, Wake Forest Baptist Medical Center: National Geographic; Dr.

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