Trichotillomanie: Zwanghaftes Ausreißen der Augenbrauen und Behandlungsmöglichkeiten

Trichotillomanie, oft vereinfacht als das zwanghafte Ausreißen der eigenen Haare beschrieben, ist eine faszinierende, wenn auch herausfordernde Krankheit. Trich = Haar, tillo = rupfen, Manie = Trieb, Sucht. Ins Deutsche Übersetzt bedeutet Trichotillomanie: zwanghaftes Haare ausreißen. In den folgenden Abschnitten erfährst du alles über diese fesselnde, auch unter der Bezeichnung “Trichomanie” bekannte Störung: von den tief verwurzelten Ursachen, die oft in Stress und Angstzuständen liegen, über die vielschichtigen Symptome bis hin zu den modernsten Behandlungsmethoden. Die Betroffenen reißen sich ihre eigenen Haare aus, und zwar nicht nur am Kopf, sondern an allen behaarten Stellen des Körpers. Die am häufigsten bevorzugten Stellen sind die Kopfhaare, gefolgt von Augenbrauen und Wimpern.

Was ist Trichotillomanie?

Trichotillomanie, das zwanghafte Ausreißen der eigenen Haare, gleicht einer Achterbahn der Emotionen und Herausforderungen. Dieser psychische Zustand reicht von milden, kaum bemerkbaren Formen bis hin zu schweren Fällen, die zu deutlichem Haarausfall führen können. Sie tritt häufig in der Pubertät auf und bedeutet das zwanghafte Ausreißen der eigenen Haare. Betroffene verspüren einen unwiderstehlichen Drang, sich die Körperhaare, zu denen Kopfhaar, Augenbrauen und Wimpern gehören, auszureißen.

Im aktuellen Klassifikationssystem für psychische Störungen, dem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-5; APA, 2013), ist die Trichotillomanie als eigenständige Diagnose geführt. Im Kapitel „Zwangsstörungen und verwandte Störungen“ wird es in der Rubrik „körperfokussierte, sich wiederholende Verhaltensweisen“ („body-focused repetitive behaviors“, BFRBs) beschrieben.

Manche Personen verschlucken ihre Haare nach dem Herausreißen; dann spricht man von Trichophagie (siehe auch den Abschnitt „Andere Impulskontrollstörungen“). Das Ausreißen der Haare kann in kurzen, über den Tag verteilten Episoden oder in weniger häufigen, aber länger andauernden Perioden auftreten. Vor dem Haare ausreißen spüren Betroffene oft eine zunehmende Anspannung, die mit negativen Emotionen einhergeht. Mit dem Ausreißen der Haare nimmt diese Anspannung für kurze Zeit ab. Das Haare ausreißen wird von vielen als lustvoll erlebt. Die Betroffenen fühlen für kurze Zeit Erleichterung.

Trichotillomanie: Häufigkeit und Betroffene

Etwa 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens von der Trichotillomanie betroffen. Das häufigste Erkrankungsalter für Trichotillomanie liegt in der späten Kindheit/frühen Pubertät, in einer Spanne zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr (Christensen et al., 2023; Flessner et al., 2010; Grant et al., 2020; Moritz et al., 2024). Die meisten Störungen treten zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr auf.

Bisher wurde angenommen, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Im Erwachsenenalter betreffen etwa 80 bis 90 Prozent der klinischen Fälle Frauen (Bezerra et al., 2020; King et al., 2014; Hautmann et al., 2002). Diese Geschlechterunterschiede werden jedoch von aktuellen Studien in Frage gestellt (Christensen et al., 2023; Grant et al., 2020; Moritz et al., 2024).

Trichotillomanie betrifft mehr Menschen, als man denkt. Und nicht immer sieht man es auf den ersten Blick. Manche verstecken die kahlen Stellen, andere entwickeln ausgeklügelte Gewohnheiten, um das Verhalten zu tarnen.

Ursachen und Auslöser

Warum beginnt jemand, sich die Haare auszureißen? Bei Trichomanie spielen sowohl psychologische als auch biologische Faktoren eine entscheidende Rolle. Die Ursachen sind noch weitgehend ungeklärt. Ein genetischer Einfluss wird vermutet. Neurobiologische Untersuchungen ergaben bisher uneinheitliche Befunde. Was wirklich hilft? Warum Menschen sich bei Trichotillomanie die Haare ausreißen, lässt sich nicht auf einen einzigen Auslöser zurückführen.

Stress und Angstzustände sind häufige Auslöser für das Haare Ziehen. Sie können einen fast unwiderstehlichen Drang erzeugen, der als eine Form der Selbstberuhigung dient. Aber Trichotillomanie bei Kindern und Teenagern kann auch andere Ursachen haben, einschließlich genetischer Prädispositionen oder neurologischer Unregelmäßigkeiten, die das Impulsverhalten beeinflussen.

Ausgelöst wird das krankhafte Verhalten nicht durch bestimmte Ereignisse, sondern durch eine generell erhöhte innere Anspannung. Unmittelbar vor dem Reißen bauen sich starke Spannungsgefühle und Erregung auf. Wenn dem Drang nachgegeben wird, stellen sich Entspannung und Befriedigung ein, die jedoch oft nur kurze Zeit anhalten. Mit zunehmender Krankheitsdauer automatisiert sich das Verhalten und wird zur Gewohnheit. Unter Wahn oder Halluzinationen leiden die Betroffenen jedoch nicht.

Wenn Menschen sich wiederholt die Haare ausreißen, steckt dahinter nicht bloß ein Tick - oft ist es eine Reaktion auf seelische Überforderung. Trichotillomanie ist dabei nicht selten ein Ventil, um mit innerem Druck umzugehen. Auch genetische Veranlagung spielt eine Rolle: Wer Familienmitglieder mit ähnlichem Verhalten hat, scheint häufiger betroffen zu sein.

Es ist wichtig, nicht nur Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sondern auch die Auslöser zu berücksichtigen. Geraten Menschen in Stress und verfügen über keine passenden Stressbewältigungsmaßnahmen - weil sie die Probleme beispielsweise nicht kommunzieren, können sie das Haareausreißen für sich als emotionales Ventil entdecken.

Symptome und Diagnose

Trichottillomanie ist eine faszinierende und zugleich komplexe Störung, deren Symptome und Diagnosen oft ebenso vielschichtig sind wie die Erkrankung selbst. Die Erkennungsmerkmale reichen von sichtbarem Haarausfall bis hin zu wiederholtem Zupfen an Haaren, das oft unbewusst geschieht. Dies kann Kopfhaar, Wimpern, Augenbrauen oder andere Körperhaare betreffen.

Personen mit Trichotillomanie reißen sich wiederkehrend ihre Haare aus und können damit nicht aufhören, obwohl sie unter diesem Verhalten und dessen Folgen leiden. Wie viele Haare zu welchem Zeitpunkt herausgezogen werden und wie viele Stellen am Körper betroffen sind, ist von Person zu Person unterschiedlich. Am häufigsten werden Haare an der Kopfhaut, Augenbrauen und Wimpern ausgerissen. Viele Betroffene haben infolge der Trichotillomanie auffälligen Haarverlust oder sogar komplett kahle Stellen.

Im Falle einer psychischen Erkrankung übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Behandlung. Am besten beanspruchen Menschen, die sich zwanghaft die Haare ausreißen, möglichst früh Unterstützung , damit sie sich keine irreversiblen (nicht umkehrbaren) Schäden zufügen. Es kommt beispielsweise vor, dass Haare nicht mehr nachwachsen. Zwangserkrankungen, zu denen auch die Trichotillomanie zählt, gelten auch als „heimliche Erkrankungen“ - Betroffene sprechen nicht gerne über die Symptome und ihr Verhalten.

Die deutlichste negative Auswirkung des Haare ausreißens ist der sichtbare Haarverlust oder das Fehlen der Augenbrauen und Wimpern. Auch wenn Betroffene um diese Auswirkungen wissen, können sie das Ausreißen nicht einfach sein lassen. Mit Perücken, Haarteilen, Spangen, Kajalstiften oder Haarwuchsmitteln versuchen viele die sichtbaren kahlen Stellen zu kaschieren bzw. das Haarwachstum anzuregen. Betroffene trauen sich oft nicht mehr unter Menschen.

Die körperlichen Folgen reichen von gereizter, geröteter Haut bis hin zu Narben, die dauerhaft bleiben können. Das Ausreißen wird für viele zur Gewohnheit, besonders in Stressmomenten. Das Selbstvertrauen schwindet, der Blick in den Spiegel wird schwer. Viele Betroffene ziehen sich zurück, meiden soziale Kontakte oder öffentliche Orte.

Behandlungsmethoden

Die Behandlung von Trichotilomanie kann eine Kombination aus medikamentösen Therapien und verhaltenstherapeutischen Techniken umfassen, die jeweils darauf abzielen, die Symptome zu lindern und den Betroffenen zu helfen, den Drang zum Haareausreißen zu kontrollieren. Psychologische Hilfe ist immer dann sinnvoll, wenn Betroffene einen hohen Leidensdruck haben.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die Psychotherapie oder die medikamentöse Therapie. Die kognitive Verhaltenstherapie ist besonders erfolgsversprechend. Sie setzt bei der Trichotillomanie beispielsweise auf das Habit-Reversal-Training, zu Deutsch Gewöhnungsumkehr-Training.

Da Haareausreißen eine prinzipiell steuerbare Verhaltensweise ist, kann den Betroffenen mit kognitiv-behavioraler Therapie geholfen werden. Dies wurde schon mehrfach empirisch nachgewiesen. Die Vorgehensweise ist vorwiegend symptomorientiert. Als wirksam haben sich Aufmerksamkeitstraining, kognitive Techniken der Selbstkontrolle, Erlernen einer alternativen Reaktion, positive Verstärkung, Stimuluskontrolle, Exposition und Entspannungsübungen erwiesen. Für einige Patienten ist es zudem hilfreich, ihre Hände in Spannungssituationen zu beschäftigen.

Eine weitere Steigerung ist es dann, in Gegenwart von Familienmitgliedern oder dem besten Freund, der besten Freundin, die Perücke, das Haarteil wegzulassen. Später kommen die Betroffenen dann ohne Perücke etc. zur Therapiesitzung. Eine weitere schwere Expo ist es, sich über die Haare, Wimpern, Augenbrauen, Bart zu streichen, ohne an den Haaren zu reißen.

Ist der Fall komplex, ist eine Psychotherapie in jedem Fall ratsam, um nicht nur das Symptom, sondern auch die zugrunde liegende Ursache zu behandeln.

Kognitive Verhaltenstherapie

Dabei geht es darum, Betroffene zunächst so anzuleiten, dass sie sich selbst beobachten können. So finden sie heraus, in welchen Situationen sich der Drang ergibt. Mit einem Protokoll halten sie fest, welche Gedanken und Gefühle in dem Moment bestehen. Im nächsten Schritt trainieren sie eine motorische Gegenreaktion - immer wenn sie den Drang verspüren, können sie beispielsweise die Fäuste ballen oder kleine Objekte wie Kastanien in der Hand hin und her bewegen. Führen Betroffene diese Gegenreaktion beim Drang für mindestens zwei Minuten durch, kann es zu einer Entkopplung kommen - das Gefühl, sich die Haare ausreißen zu müssen, kann dann nachlassen.

Dabei machen sie das Gewöhnungsumkehr-Training praktisch in Eigenregie. Neben dem Fäusteballen oder anderen Ablenkungen ist es sinnvoll, ein Impulstagebuch zu führen. Darin können Betroffene notieren, wann sie den Drang verspüren - so schärfen sie ihre Wahrnehmung für das Problem und für die auslösenden Faktoren. Außerdem sind Entspannungstrainings wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training oft hilfreich. Dadurch können Betroffene Stress und Anspannung reduzieren - mögliche Auslöser werden so im Vorhinein beseitigt.

Arbeite gemeinsam mit Therapeut:innen an den Gedankenmustern, die den Haarzieh-Impuls verstärken. Sie ist besonders effektiv. Wenn der Drang aufkommt, üben Betroffene eine Gegenbewegung - zum Beispiel das Festhalten eines Steins oder bewusstes Atmen.

Medikamentöse Behandlung

Medikamente wie Antidepressiva können eingesetzt werden, um die oft zugrunde liegenden emotionalen Störungen wie Angst und Depression zu behandeln. Andere aktuelle Studien legen nahe, dass es in bestimmten Fällen sinnvoll sein kann, eine Verhaltenstherapie über einen bestimmten Zeitraum durch Psychopharmaka, insbesondere durch SSRI, zu unterstützen. Die empirische Befundlage zur Effektivität von SSRI ist noch nicht eindeutig.

Manchmal kann ein Antidepressivum helfen, besonders wenn Ängste oder depressive Phasen das Verhalten verstärken. Diese Methoden helfen, in sich hineinzuhorchen und besser mit innerem Druck umzugehen.

Spezielle Medikamente gegen Trichotillomanie gibt es nicht. Nach wie vor gibt es kein zugelassenes Medikament gegen körperbezogene Impulskontrollstörungen.

Selbsthilfestrategien

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Manche Betroffene entdecken mit der Zeit Wege, sich selbst zu helfen - ganz ohne professionelle Anleitung. Ein Tagebuch über die eigenen Impulse kann Wunder wirken. Wer regelmäßig aufschreibt, wann und warum der Drang auftritt, lernt viel über sich selbst.

Achte bewusst auf Situationen, in denen du zum Haareziehen neigst. Schreibe auf, was du gerade tust, denkst oder fühlst.

Zum Schutz vor dem Ausreißen haben sich weitere Strategien bewährt. Betroffene können ihre Zwangshandlung auch unterbrechen, wenn sie ihre Sitzposition verändern, den Raum verlassen oder sich einer nahestehenden Person zuwenden. Diese Strategien sollten täglich mindestens für eine Stunde immer wieder eingeübt werden. Sportliche Betätigungen wie z.B.

Neben den Bewältigungsstrategien kann es für die Betroffenen hilfreich sein, die Auslöser für das Haare ausreißen näher zu betrachten. Ist z.B.

Für einige Patienten ist es zudem hilfreich, ihre Hände in Spannungssituationen zu beschäftigen.

Unterstützung und Ressourcen

Wenn allerdings noch andere psychische Belastungen wie Ängste, Zwänge oder Depressionen dazukommen, ist es ratsam, sich Hilfe zu holen. Mit der richtigen Therapie ist eine Reduzierung der Symptome bis hin zu einer Symptomfreiheit möglich.

Wenn man sich an einen Therapeuten wendet, sollte es ein Verhaltenstherapeut sein, der sich mit der Behandlung von Zwangsstörungen auskennt. Der Therapeut sollte bereit sein, sich auf den Betroffenen mit seinen Fragen, Wünschen und Problemen einzulassen und Trichotillomanie nicht als schlechte Angewohnheit, Tic oder Macke abtun. Viele Betroffene und ihre Angehörigen fühlen sich mit Trichotillomanie oft allein gelassen.

Ein Besuch einer Selbsthilfegruppe, auch online, in der man auf Gleichgesinnte und Verständnis trifft, kann eine gute Unterstützung und Ergänzung zur Therapie sein. Für Therapeuten gibt es einen Arbeitskreis via Zoom zu körperbezogenen Zwängen.

Fördern Sie die Stärken und gesunden Fähigkeiten des betroffenen Familienmitgliedes oder Freundes. Unternehmen Sie schöne Dinge miteinander. Unterlassen Sie eigene „Therapieversuche“ wie Ermahnungen, Bestrafungen oder Abrasieren der Kopfhaare, z.B. bei kleinen Kindern. Bieten Sie Ihre Hilfe bei der Suche nach Therapeuten und Kliniken an. Informieren Sie sich über Trichotillomanie auf Webseiten, bei der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.

Fallen dem Hausarzt oder der Hausärztin, der Familie oder dem Freundeskreis klar umrissene kahle Stellen auf der Kopfhaut auf, können sie dem Betroffenen einen Besuch in einer Psychotherapiepraxis ans Herz legen, wo eine Diagnose gestellt und eine Behandlung begonnen werden kann.

Trichotillomanie bei Kindern

Kinder mit Trichotillomanie benötigen Verständnis und gezielte Unterstützung. Das Verhalten ist meist Ausdruck innerer Anspannung und kann durch einen strukturierten Behandlungsansatz gut beeinflusst werden.

  1. Verhaltenstherapie: Ziel ist es, das Kind für Auslöser zu sensibilisieren.
  2. Hypnotherapie: In entspannter Atmosphäre können Kinder lernen, mit Bildern und positiven Suggestionen ihre innere Balance zu stärken.
  3. Homöopathie & Medikamente: Stark verdünnte Mittel können bei leichter Ausprägung unterstützend wirken.

Weitere Aspekte

Formen der Trichotillomanie

Nicht jeder Mensch, der sich Haare ausreißt, tut dies aus denselben Gründen oder auf die gleiche Weise. Bei Trichotillomanie unterscheiden Fachleute zwei Hauptformen: die automatische und die fokussierte Variante.

  1. Bei dieser Form reißen sich die Betroffenen die Haare meist unbewusst aus. Es passiert oft ganz nebenbei - etwa beim Fernsehen, Nachdenken oder Lernen. Viele merken erst später, dass sie es getan haben.
  2. Im Gegensatz dazu erfolgt das Haarreißen bei der fokussierten Variante bewusst.

Haarwachstum und Pflege

Ja, in vielen Fällen wächst das Haar nach einer Phase der Trichotillomanie wieder nach. Wie schnell und in welchem Umfang das passiert, ist individuell verschieden. Ob das Haar dauerhaft geschädigt ist, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Wer über längere Zeit intensiv Haare ausreißt, riskiert, dass sich kahle Stellen bilden, die sich nicht mehr regenerieren. Kritisch wird es vor allem dann, wenn keine rechtzeitige Hilfe gesucht wird.

Haarausfall durch Trichotillomanie stellt eine besondere Herausforderung dar, nicht nur emotional, sondern auch in Bezug auf die Haarpflege. Für Betroffene, einschließlich Männer, die mit dieser Störung kämpfen, gibt es effektive Strategien zur Pflege und Vorbeugung weiteren Haarausfalls. Intensive Conditioner und spezielle Haaröle können helfen, das Haar zu stärken und die Kopfhaut zu nähren. Darüber hinaus gibt es unterstützende Behandlungsmöglichkeiten und Produkte, die speziell für Haarausfall bei Männern entwickelt wurden. Diese können das Haarwachstum fördern und gleichzeitig beruhigend auf die Kopfhaut wirken. Überlege auch den Einsatz von Kopfhautmassagen, die die Durchblutung fördern und das Wachstum stimulieren können.

Pflege deine Haare mit feuchtigkeitsspendenden Kuren oder Ölen.

Ob eine Haartransplantation nach Trichotillomanie infrage kommt, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Für ein stabiles Ergebnis ist es wichtig, dass die zugrunde liegende Störung nicht mehr aktiv ist.

Eisenmangel

Könnte ein einfacher Eisenmangel tatsächlich eine Rolle bei Trichotillomanie spielen? Forschungen deuten darauf hin, dass zwischen Nährstoffmangel und psychischen Störungen, einschließlich des zwanghaften Haarausreißens, tatsächlich ein Zusammenhang besteht. Insbesondere, wenn Frauen von Haarausfall betroffen sind, kann ein Eisenmangel die Symptome von Trichotillomanie verschärfen. Die Behandlung von Eisenmangel kann daher einen doppelten Nutzen haben: Sie verbessert nicht nur die Haarqualität, sondern kann auch dazu beitragen, die Drangsymptome der Trichotillomanie zu mildern. Die Einführung einer eisenreichen Ernährung oder die Anwendung von Eisenpräparaten sollte jedoch immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um eine optimale und sichere Therapie zu gewährleisten.

Trichotillomanie & Depression: Mit 22 in der Psychiatrie | TRU DOKU

Tipps für den Alltag

Auch wenn Trichotillomanie eine belastende und langwierige Störung ist, gibt es Möglichkeiten, das Verhalten zu durchbrechen und das Haarwachstum zu unterstützen. Neben professioneller Hilfe können auch gezielte Alltagsstrategien dabei helfen, den Drang zu kontrollieren und der Kopfhaut etwas Gutes zu tun.

  • Trigger finden Achte bewusst auf Situationen, in denen du zum Haareziehen neigst. Schreibe auf, was du gerade tust, denkst oder fühlst.
  • Haarpflege Pflege deine Haare mit feuchtigkeitsspendenden Kuren oder Ölen.
  • Kognitive Therapie Arbeite gemeinsam mit Therapeut:innen an den Gedankenmustern, die den Haarzieh-Impuls verstärken.

Häufig gestellte Fragen

  1. Kann Trichotillomanie wirklich vererbt werden? Ja, das ist möglich. Viele Menschen berichten, dass auch ihre Eltern oder Geschwister betroffen sind.
  2. Welche Haare sollte man besonders schützen? Eigentlich alle - vor allem aber die, die man unbewusst oder zwanghaft zupft. Meistens sind das die Kopfhaare, Wimpern oder Brauen.
  3. Wie kann ich helfen, wenn jemand in meiner Familie betroffen ist? Verständnis zeigen, Gespräche anbieten, zusammen Lösungen suchen. Manchmal genügt schon Ihre Geduld und Präsenz, um einen Unterschied zu machen.
  4. Was kann passieren, wenn nichts unternommen wird? Mit der Zeit können kahle Stellen dauerhaft bleiben. Auch die Seele leidet - Gefühle wie Scham oder Selbstzweifel schleichen sich ein.
  5. Ist das wirklich eine „ernsthafte“ Krankheit? Ja, absolut. Trichotillomanie ist mehr als eine schlechte Angewohnheit. Es ist eine psychische Störung, die Menschen belastet - körperlich und emotional.

Trichotillomanie ist eine rätselhafte psychische Erkrankung.

Aspekt Beschreibung
Definition Zwanghaftes Ausreißen der eigenen Haare
Häufigkeit 1-3% der Bevölkerung
Hauptformen Automatisch und fokussiert
Behandlung Verhaltenstherapie, Medikamente, Selbsthilfestrategien
Auslöser Stress, Angst, innere Anspannung

tags: #Trichotillomanie #Augenbrauen #Behandlung

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