Welche Haarfarben hatten die alten Römer? Eine Reise durch die antike Haarmode

Das Haarefärben war im alten Rom weit mehr als eine modische Laune. Es war Ausdruck von Kultur, Herkunft und sozialem Wandel.

Haartutorial: Flotter Römer

Lassen Sie uns eintauchen in die faszinierende Welt der römischen Haarmode!

Bildnis einer römischen Dame, um 200 n. Chr.

Die Bedeutung der Haarfarbe im alten Rom

Das Haare färben war für die Römerinnen mehr als nur eine kosmetische Maßnahme - es war ein Statement. Während im frühen Rom dunkle Haare als Zeichen tugendhafter Matronen galten, erfreuten sich später blonde und rote Haarfarben wachsender Beliebtheit.

Von natürlichen Farben zu Perücken

Farbige Haarcremes, Asche, Kräuter, tierische Fette und sogar Goldstaub kamen zum Einsatz. Auch das Tragen fremder Perücken war populär. Beliebt unter den Frauen waren aus blonden Haaren gefertigte Perücken, die aus der Haarpracht gefangener Germaninnen entstanden.

Schlechter Haarwuchs oder Haarausfall, zu viel Farbe und deshalb geschädigtes Haar oder ein zu rücksichtloser Gebrauch der Brennschere waren die Motive. Perücken-Teile gehörten zudem zu einigen Hochsteckfrisuren.

Die Rolle der Männer

Nicht nur Frauen, sondern auch Männer griffen zu Farbe und Tinktur, besonders im kaiserlichen Umfeld. Blonde Haare galten als modern, doch übertriebene Eitelkeit wurde belächelt.

Die Entwicklung der römischen Haarmode

Die Frisuren der Römerinnen änderten sich im Laufe der Zeit und hingen von Alter und sozialem Status ab. In der Anfangszeit Roms waren sie noch recht schlicht und künstliche Haarteile galten als Attribute von Prostituierten. Später wurden sie kunstvoll hochgesteckt, geglättet, mit einer Art Lockenstab (calamistrum) gelockt, aufwendig mit Nadeln, Haarnetzen und Bändern geschmückt, als Knoten gebunden, mit Haarteilen oder Perücken versehen, oder als Pferdeschwanz.

Nach den Kriegen gegen die Kimbern und Teutonen kamen blonde und rötliche Haare in Mode. Frauenhaar war einer der Hauptexportartikel Germaniens. Manchmal wurden die Haare in großmaschigen Haarnetzen (reticulum) zusammengebunden und mit Goldeinsätzen verschönert.

Im alten Rom dauerte der Friseurbesuch schon einmal länger. Rom bestimmte die antike Haarmode. Die Römer waren die Herrscher der bekannten Welt und zeigten sich auch modisch als Stilikonen.

Haarfarben und Kaiserliche Trends

Viele Römerinnen färbten sich ihre Haare in den angesagtesten Farbtönen und nach dem Untergang der Republik eiferten Männer den Frisuren ihrer exzentrischen Kaiser nach. Kaiser Augustus setzte bereits ein erstes Ausrufezeichen mit seinem vollen Lockenkopf. An eindrucksvollen Perücken probierte sich dagegen Domitian aus. Der wahre Exzentriker war aber Caligula, der sich einen falschen Bart aus Goldstaub zulegte.

Caesar und der Haarausfall

Für einen Römer glich der Haarausfall einem kleinen Weltuntergang. Ausgerechnet Caesar litt aber unter Haarausfall. Mühsam soll er sich daher die Haarsträhnen seines Hinterkopfs Richtung Stirn gelegt haben. Umso mehr freute sich der Diktator, als ihm der Senat gestattete, sein Haupt mit einem Lorbeerkranz zu bedecken.

Antike Rezepturen und moderne Nanotechnologie

Graue Haare sind ein Graus. Nicht nur für Gerhard Schröder, sondern auch für die Griechen und Römer der Antike. Während man heutzutage beim Friseur und in Drogeriegeschäften zwischen unzähligen Haarfarben mit allerlei Pflege- und Glanzextras wählen kann, hatten die in der Antike Ergrauten nur ein Geheimrezept: eine einfache Paste aus Bleioxid und Löschkalk. Die sollte die silbrigen Fäden wieder in dunkle Haare verwandeln.

Mithilfe der Bleioxid-Löschkalk-Paste erzeugten die Menschen in der Antike in ihren Haaren winzige Kristalle aus dunklem Bleisulfid - Nanokristalle, wie sie heute für optoelektronische Bauteile benötigt werden. Da diese nur mit aufwändigen Verfahren hergestellt werden können, sind die haarigen Ergebnisse vielleicht auch für Nanotechnologen interessant.

Für ihre Studie probierten Forscher um Philippe Walter von der nationalen Forschungsorganisation CNRS in Paris das einstige Geheimrezept aus griechisch-römischer Zeit aus: Sie legten einige blonde Haare in Wasser ein und gaben zu gleichen Teilen Bleioxid und Kalziumhydroxid hinzu. Bereits nach kurzer Zeit begannen die hellen Haare, sich dunkler zu färben. Je länger sie der Mischung ausgesetzt waren, desto intensiver wurde die Farbe.

Wie dieser Haare färbende Effekt zustande kam, konnten die Chemiker und Haarexperten unter dem Mikroskop erkennen: In die Faserschicht der Haare hatten sich aus dem Schwefel, den Eiweißanteilen im Haar und dem zugesetzten Blei Bleisulfid-Kristalle gebildet - und die waren lediglich zwischen vier und 15 Millionstel Millimeter, also wenige Nanometer groß. Demnach bildet das antike Haarfärbemittel eine Art Ersatzfarbstoff für das natürliche Pigment Melanin im Inneren des Haares, schreiben die Forscher.

Der antike Färbeprozess - seinerzeit angeblich ein erfolgreiches Rezept gegen graue Fäden - zeige nach Ansicht der Wissenschaftler, dass die winzigen Kristalle bereits vor mehr als 2000 Jahren mit ganz einfachen chemischen Mitteln erzeugt werden konnten. Das eröffne auch neue Möglichkeiten für die moderne Nanotechnologie.

Natürliche Färbemittel und ihre Anwendung

In Workshops mit Schülern habe ich häufig erlebt, wie begeistert Jugendliche mit natürlichen Färbemitteln experimentieren - sei es mit Henna, Walnussschalen oder Ruß.

Die Geschichte des Haarefärbens: Ein Überblick

Die Sehnsucht nach einer schönen Haarfarbe ist alt wie die Menschheit selbst. Die heutige Zeit bietet eine unerschöpfliche Anzahl von Weisen, wie man das Haar färben kann. Früher gab es bei weitem nicht so viele Möglichkeiten.

Die ersten Beweise vom Haarefärben sind mehr als 5000 Jahre alt und stammen aus dem altertümlichen Ägypten. In Ägypten haben Frauen zum Haarefärben die Henna-Haarfarbe verwendet, die das Haar nicht nur gefärbt aber es auch vor der Sonne geschützt und Kupfer-Nuancen gebildet hat. Das mit der Henna-Farbe gefärbte Haar war gewöhnlich braun bis schwarz.

Im altertümlichen Griechenland hat eine Reihe von Frauen Perücken getragen, die aus hellem Haar der Sklavinnen hergestellt wurden. Auch arme Frauen wollten hellere Nuancen erzielen und haben aus diesem Grunde das Haar mit der Lösung aus Kamille und Zitronensaft gefärbt und auch spezielle Lösungen aus Ziegen Öl und Buchenblättern genutzt.

Auch die Frauen im altertümlichen Rom wollten einen hellen Farbton der Haare erzielen. Gleich wie die Griechinnen haben sie helle aus dem Haar der germanischen Sklavinnen hergestellte Perücken getragen. Die Römer haben die Versuche das Haar auf einen natürlichen Weg zu entfärben mit weiteren Inhaltsstoffen zum Beispiel in Form von Kalt- oder Meereswasser bereichert.

Henna-Haarfarbe ist erst Ende des 19. Jahrhunderts in europäische Länder gelangt. Die Frauen haben jedoch das Haar mit anderen Methoden gefärbt, die übrigens bis heute sehr beliebt sind. Wollte man einen kräftigen braunen Farbton erzielen, hat man Absud aus Zwiebelschalen oder Kastantienblättern benutzt. Ein sehr beliebtes Haarfärbemittel waren die Nussschalen, die das Haar schwarz gefärbt haben. Mit Spülungen mit starkem schwarzem Tee haben Frauen dunklere Farbtöne des Haars erzielt.

Im Jahr 1818 wurde die Wirkung von Wasserstoffperoxid entdeckt, das unter anderem das Haar aufhellen kann. Das erste Haarefärben mit Wasserstoffperoxid haben ein Chemiker aus London und ein Friseur aus Paris durchgeführt und sie haben es als „goldene verjüngende Quelle“ bezeichnet.

Im Jahr 1861 haben die Möglichkeiten der Farbtöne Anilinfarben erweitert, die jedoch im Jahr 1906 verboten wurden. Das Stichjahr, das die Weise des Haarefärbens grundsätzlich geändert hat, ist das Jahr 1907, wo Eugene Paul Louis Schueller die erste Haarfarbe aus gesundheitsunschädlichen chemischen Stoffen entwickelt hat.

Haarfarben-Trends im 20. und 21. Jahrhundert

Von der Gründerzeit bis zum Ersten Weltkrieg wurden natürliche Haarfarben schwer en vogue und aus diesem Grund wurde das Haar kaum gefärbt. Die Einführung der Oxidationsfärbemittel in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts hat für Furore gesorgt.

In den 1920er sollte das Haar laut dem Modediktat sündig schwarz sein - das glänzende Schwarz der Haare hat allerdings zum frechen und kecken Flapper-Mädchen-Stil sehr gut gepasst. Kaum sind die 20er-Jahre in die 1930er übergeschwappt, hat die Ära der ,,Wasserstoffblondinen‘‘ angebrochen.

Wie in der Mode so ist auch bei Haarfarbentrends im Wandel der Zeit ein ständiges Kommen und Gehen. Genauso wie heute hat es auch in den 1950er berühmte Hollywood Stars gegeben, die in Sachen Haarfarben als Stil-Vorbilder galten: die kurvenreiche Sexbombe Marilyn Monroe war die Verkörperung des platinblonden Girls, während Rita Hayworth die verführerische Rothaarige war.

Noch nie waren die Haarfarben-Looks so farbenfroh wie heute. Dank der heutigen Haarfärbemittel in Form von Haarfarben, -sprays, -kreiden und Tönungen der namhaften Marken sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und der Wunsch nach beliebiger Haarfarbe ist leicht und schnell erfüllbar und hauptsächlich ist er mit keinen schmerzlichen oder gesundheitsgefährdenden Prozeduren mehr verbunden.

Entwicklung der Haarmode im alten Rom
Periode Haarfarben Frisuren Besondere Merkmale
Frühes Rom Dunkel Schlicht Dunkle Haare als Zeichen der Tugend
Späteres Rom Blond, Rot Kunstvoll hochgesteckt, gelockt, geflochten Verwendung von Perücken, Haarteilen, Goldstaub
Kaiserzeit Variierend nach Kaiser (z.B. Lockenkopf bei Augustus) Individuell, oft extravagant Kaiser als modische Stilikonen

tags: #welche #Haarfarben #hatten #die #alten #Römer

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen