Bauanleitung: So bauen Sie Ihren eigenen Brennholzschuppen

Ein Brennholzschuppen ist eine praktische und ästhetische Ergänzung für jeden Garten, die es ermöglicht, Brennholz trocken und gut belüftet zu lagern. Das Heizen mit Brennholz ist nicht nur gemütlich, sondern auch umweltfreundlich, da bei der Verbrennung nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie der Baum während des Wachstums aufgenommen hat. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihren eigenen Brennholzschuppen bauen können.

Im Laufe der Zeit haben viele Leser ihre eigenen, schönen Holzlager gebaut. Wer möchte, kann ein Bild seines Selbstbaus schicken und es hier auf dieser Seite veröffentlichen.

Vorbereitung und Planung

Bedarfsermittlung

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, sollten Sie Ihren Brennholzbedarf kennen. Die gängigste Maßeinheit ist der Raummeter, den Sie ermitteln, indem Sie Höhe, Länge und Breite Ihres Holzstapels multiplizieren. So können Sie die Größe des Schuppens entsprechend planen.

Standortwahl

Wählen Sie einen leicht erreichbaren Standort mit guter Sonneneinstrahlung und geeigneten Windbedingungen, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen. Richten Sie die offene Seite idealerweise nach Süden oder Süd-Osten aus, um das Holz vor Regen, Wind und Schnee zu schützen. Ein Abstand von etwa 10 cm zur Hauswand ist empfehlenswert, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten.

Materialauswahl

Die Wahl des Materials beeinflusst die Lebensdauer und Wartung Ihres Schuppens. Holz benötigt regelmäßige Wartung, während Stahl langlebiger ist. Vergleichen Sie die Kosten verschiedener Materialien und prüfen Sie, ob Sie Restmaterialien von früheren Projekten verwenden können.

Wichtige Aspekte beim Bau

Konstruktion

Der Schuppen sollte weder zu offen noch zu geschlossen sein, um Schutz vor Witterungseinflüssen zu bieten und gleichzeitig eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Vermeiden Sie direkten Bodenkontakt des Holzes, um Feuchtigkeitsaufnahme zu verhindern. Ein abgeschrägtes Dach mit Überstand schützt das Holz zusätzlich vor Regen.

Brennholz richtig lagern & schnell trocknen - Anleitung & Tipps zum schnellen Trocknen von Kaminholz

Fundament

Die Gründung erfolgt über Punktfundamente, welche ca. 60 - 80 cm tief sind (80 cm wäre optimal). Aufgrund meines Mergelbodens und Hügellage reichen aber teilweise auch 60 cm. Alternativ können Sie auch Fertigfundamente verwenden. Überprüfen Sie mit einer Holzlatte und einer Wasserwaage, ob die Pfostenschuhe alle auf der gleichen Höhe liegen. Anstelle der Fertigfundamente kann man die Fundamente selbst gießen und die Pfostenschuhe mit einbetonieren.

Für ein solides Fundament befreien Sie die Erde von Steinen und Unkraut und ebnen sie ein. Setzen Sie die Fundamentsteine entsprechend den Abmessungen des geplanten Holzunterstands. Bei einer Aufstellung direkt am Haus ist ein Abstand von 10 cm zur Wand einzuhalten.

Bodenbalken

Ich habe einen Bodenbalken gewählt, auf dem die Ständer aufgestellt werden. Der Bodenbalken trägt auch den Boden für das Holz. Der Bodenbalken lagert in Pfostenankern ca. 15 cm über dem Erdreich, welches in der obersten Schicht durch Kies ersetzt wurde (inkl. Unkrautsperrgaze). Unter dem Bodenbalken kann Luft zirkulieren.

H-Pfostenträger (Amazon) an den Bodenbalken schrauben (etwas Luft lassen wg. Der Bodenbalken kann mit Unterlagen oder Hilfspfosten fixiert werden. Dann die KG-Rohre mit dem Beton (Mischung aus Estrich und zus. Kies reicht auch = Magerbeton) trocken füllen und ab und zu mit dem Wasserschlauch anfeuchten. Man braucht dann keine Mischung anfertigen.

Ständer

Die Ständer sind auf 1 m gesetzt, weil ich nur 80 mm als Balkenbreite gewählt habe, da sie sich dann besser in die Umgebung integrieren. 100er Balken empfand ich als zu dick. Die Last habe ich nachgerechnet und für mich als ausreichend angesehen. Ich übernehme natürlich keine Gewähr für Nachbauten. Jeder muss sich da selbst schlau machen und das eigene Risiko tragen.

Dach

Es gibt seitlich keinen Dachüberstand, da das Lager noch auf beiden Seiten verlängert werden soll. Dachüberstand vorn ca. hinten 10 cm Dachüberstand und Dachrinne (wg.

Um das Regenwasser ungehindert abfließen zu lassen, sollte die Dachneigung mindestens 7 Grad betragen. Schneiden Sie die Stützpfosten entsprechend zu. Bei einer Tiefe von 90 cm ist eine Längendifferenz von circa 10 cm ideal.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die folgende Anleitung beschreibt den Bau eines Kaminholzregals, das außen an einer Hauswand aufgestellt wird. Mit einer Breite von circa 2,5 Metern, einer Gesamttiefe von circa 1,5 Metern und einer Höhe von 2 Metern fasst der Holzschuppen etwa 3 Raummeter Scheitholz.

Fundament vorbereiten

  • Entfernen Sie Steine und Unkraut vom vorgesehenen Standort.
  • Ebenen Sie die Fläche ein.
  • Setzen Sie die Fundamentsteine entsprechend den Abmessungen des Holzunterstands.
  • Halten Sie einen Abstand von 10 cm zur Hauswand ein, falls Sie den Unterstand direkt am Haus aufstellen.

Unterkonstruktion errichten

  • Richten Sie die Paletten auf dem Fundament aus.
  • Verschrauben Sie die Paletten mithilfe von Flachverbindern.
  • Schlagen Sie die Bodenhülsen in gleichmäßigen Abständen rund um die Unterkonstruktion in den Boden.
  • Bohren Sie bei sehr festem Untergrund mit einer Metallstange vor.
  • Richten Sie die Bodenhülsen mit der Wasserwaage aus.

Stützpfosten montieren

  • Schneiden Sie die Stützpfosten entsprechend der gewünschten Dachneigung zu.
  • Stecken Sie die Stützpfosten in die Bodenhülsen.
  • Richten Sie die Pfosten mit der Wasserwaage aus.
  • Achten Sie darauf, dass das Gefälle zur von der Hauswand abgewandten Seite weist.

Rahmen und Dachsparren anbringen

  • Befestigen Sie die waagerechten Rahmenhölzer als oberen Abschluss des Brennholzregals.
  • Schneiden Sie die Dachsparren aus den Vierkanthölzern zu.
  • Bringen Sie die Kanthölzer in gleichmäßigem Abstand mit Winkelverbindern oben auf der Rahmenkonstruktion an.

Dach eindecken

  • Schrauben Sie die Schalbretter in Querrichtung auf die Sparren.
  • Verschalen Sie die Rückseite und die Seitenwände mit Brettern, um Stabilität zu gewährleisten und das Holz besser zu schützen.
  • Lassen Sie ausreichend große Lüftungsschlitze zwischen den Brettern.
  • Decken Sie das Dach mit Onduline Wellplatten ein.
  • Beginnen Sie mit dem Verlegen auf der windabgewandten Seite.
  • Achten Sie darauf, dass sich die Platten mindestens 20 cm überlappen.
  • Verwenden Sie zur Befestigung die passenden Nägel und Schrauben aus dem Onduline-Sortiment.

Zusätzliche Tipps

  • Holz richtig stapeln: Legen Sie die unterste Reihe quer, um ein Wegrollen zu verhindern, und stapeln Sie das Holz locker übereinander, um die Luftzirkulation zu gewährleisten.
  • Holzsorten: Verwenden Sie Harthölzer wie Buche, Esche oder Eiche für hohe Brennwerte oder Birkenholz für offene Feuerstellen.
  • Holzfeuchte messen: Überprüfen Sie die Holzfeuchte mit einem Feuchtemessgerät, um sicherzustellen, dass sie unter 25 Prozent liegt.

Genehmigungspflicht

Informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Bauamt, ob der Bau eines Holzunterstandes genehmigungspflichtig ist, da sich die Regelungen von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden können.

Checkliste Werkzeug

  • Akku-Bohrer
  • Erdbohrer
  • Fuchsschwanz
  • Kappsäge
  • Schaufel
  • Stichsäge
  • Wasserwaage
  • Winkelschleifer
  • Zwingen

Kosten und Zeitaufwand

Die Kosten für den Bau eines Brennholzschuppens liegen zwischen 500 und 1000 €, der Zeitaufwand beträgt ca. 2-3 Tage.

Baugenehmigung

Ob Sie eine Baugenehmigung für Ihren Geräteschuppen benötigen, hängt von der Größe und dem Standort ab. Von Bundesland zu Bundesland unterscheiden sich die Vorgaben allerdings. Informieren Sie sich vor der Planung und dem Bau Ihres Geräteschuppens oder Gartenhauses über die Gesetze in Ihrem Bundesland.

Übersicht der gesetzlichen Vorgaben in den einzelnen Bundesländern:

Bundesland Baugenehmigung notwendig?
Baden-Württemberg Baugebiet: bei über 40 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 20 m³ Rauminhalt
Bayern Baugebiet: bei über 75 m³ Rauminhalt
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Berlin Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Brandenburg Baugebiet: bei über 75 m³ Rauminhalt
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Bremen Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 6 m³ Rauminhalt
Hamburg Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Hessen Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Mecklenburg-Vorpommern Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Niedersachsen Baugebiet: bei über 40 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 20 m³ Rauminhalt
Nordrhein-Westfalen Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: nur für Land- und Forstwirtschaft erlaubt
Rheinland-Pfalz Baugebiet: bei über 50 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 10 m³ Rauminhalt
Saarland Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Sachsen Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Sachsen-Anhalt Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung
Schleswig-Holstein Baugebiet: bei über 30 m³ Rauminhalt
Außenbereich: bei über 10 m³ Rauminhalt
Thüringen Baugebiet: bei über 10 m² Grundfläche
Außenbereich: grundsätzlich nur mit Baugenehmigung

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