Es ist wieder soweit: Die Schnurrbärte sprießen rund um den Erdball! Wie jedes Jahr im November lassen sich in diesen Tagen weltweit Männer einen Schnurrbart als Symbol für eine bessere Männergesundheit wachsen. Anlass ist die internationale Gesundheitsinitiative „Movember“, die alljährlich Aufmerksamkeit für wichtige Themen der Männergesundheit wie Prostata- und Hodenkrebs, psychische Gesundheit und Suizidprävention schafft und Spenden für die Forschung sammelt.
„Movember“ ist ein sogenanntes Kofferwort aus Moustache, dem französischen und englischen Wort für Schnurrbart, und November. Die Bewegung startete 2003 in Melbourne, Australien, und ist heute eine weltweite Initiative, die über 1.300 Projekte zur Männergesundheit auf der ganzen Welt finanziert hat.
Weltweit lassen Männer sich im November Schnurrbärte wachsen, um Aufmerksamkeit auf die Gesundheit von Männern zu lenken, ein Zeichen gegen Krebs zu setzen und Spenden für die Erforschung von Prostatakrebs zu sammeln. Jeder kann mitmachen und sich engagieren!
Es besteht zum einen die Möglichkeit, dass Sie sich direkt bei einer Charity-Aktion beteiligen, um mit Ihrem Oberlippenbart Spenden zu sammeln. Ihr Umfeld wird die Veränderung garantiert bemerken und Sie darauf ansprechen. Das Gespräch über Männergesundheit und Prostatakrebs, das darauf folgt, trägt zur Aufklärung rund um die Erkrankung bei und lässt das Thema Vorsorgeuntersuchung in den Vordergrund rücken.
Die Ursachen für die geringere Lebenserwartung des Mannes sind vielfältig und reichen von genetischen Vorteilen der Frau bis zu verhaltensbedingten Faktoren. So gehen Männer häufiger Risiken ein, sprechen seltener über gesundheitliche Probleme und nehmen Vorsorgeangebote seltener wahr als Frauen, weshalb viele Erkrankungen erst spät erkannt werden.
Die Movember-Initiative setzt, ebenso wie der Weltmännertag am 3. November, genau hier an und will auch bei Männern das Gesundheitsbewusstsein schärfen. Dazu gehört, Kompetenzen für eine gesunde Lebensführung mit ausgewogener Ernährung, mehr Bewegung und guter Stressbewältigung zu stärken.
Es gilt, Tabus insbesondere bei der seelischen Gesundheit abzubauen und Prävention sowie Früherkennung von Krankheiten zu fördern.
Mit Prostata- und Hodenkrebs rückt Movember zwei urologische Erkrankungen in den Fokus. Prostatakrebs ist in Deutschland mit rund 70.000 Neuerkrankungen und etwa 15.000 Todesfällen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Früh erkannt ist dieser Tumor in 80 bis 90 Prozent der Fälle heilbar. Eine Früherkennungsuntersuchung wird ab 45 Jahren empfohlen.
Hodenkrebs betrifft vor allem jüngere Männer. Er stellt bei Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren den häufigsten bösartigen Tumor dar und hat ebenfalls eine hohe Heilungsrate, insbesondere wenn er früh erkannt wird.
Die Krebsvorsorge und -früherkennung spielen eine große Rolle: Prostatakrebs verursacht im Frühstadium keine Symptome und wird vom Betroffenen meist nicht bemerkt. Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Das Stadium nicht-metastasierter kastrationsresistenter Prostatakrebs (nmCRPC) macht 2 bis 8 % aller Prostatakarzinome aus. Etwa 1/3 der Männer mit nmCRPC entwickeln innerhalb von 2 Jahren Metastasen
Jeder vierte Mann erkrankt im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs, der häufigsten Krebsart bei Männern. Das Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter. Ein weiterer Risikofaktor ist das gehäufte Vorkommen von Prostatakrebs in der Verwandtschaft, es gibt also auch eine genetische Disposition.
Rauchen und Alkoholkonsum erhöhen generell das Krebsrisiko. Darüber hinaus spielen die Ernährung und weitere Aspekte der Lebensführung bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle. Je früher Prostatakrebs erkannt wird, desto eher ist er heilbar. Das gilt auch für weitere Krebserkrankungen bei Männern, wie Haut-, Darm- oder Hodenkrebs. Letzterer ist mit etwa 4.060 Neuerkrankungen im Jahr zwar eine vergleichsweise seltene Krebserkrankung, betrifft aber vor allem junge Männer: Das durchschnittliche Alter, in dem Männer erkranken, liegt bei 37 Jahren. Bei Männern zwischen 25 und 45 Jahren ist Hodenkrebs der am häufigsten diagnostizierte, bösartige Tumor.
Zu den Früherkennungsuntersuchungen, die die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, gehört das Abtasten der Prostata durch einen Facharzt bzw. eine Fachärztin. Männer ab 45 Jahren können die Untersuchung einmal im Jahr in Anspruch nehmen. Bei Auffälligkeiten werden weitere Untersuchungen durchgeführt, ggf. wird auch der „prostata-spezifische Antigentest“ (kurz: PSA-Test) veranlasst, dieser ist jedoch nicht Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms.
Zur Früherkennung von Darmkrebs haben Männer ab 50 Jahren Anspruch auf einen Stuhltest oder eine Darmspiegelung (Koloskopie). Um Hautkrebs früh zu erkennen, wird ein Hautkrebsscreening ab 35 Jahren angeboten. Einige Krankenkassen bieten dies auch schon für jüngere Versicherte an.
Zur Früherkennung von Hodenkrebs gibt es keine Vorsorgeuntersuchung der gesetzlichen Krankenkassen. Deshalb raten wir Jugendlichen und Männern zu regelmäßiger Selbstuntersuchung.
Mit der Kampagne GIB HODENKREBS KEINE CHANCE (checkdichselbst.de) möchten wir noch mehr junge Männer erreichen und von der Selbstuntersuchung überzeugen. Etliche Landeskrebsgesellschaften werben deshalb gemeinsam mit lokalen Sportvereinen und betroffenen Leistungssportlern für das regelmäßige Abtasten der eigenen Hoden. Eine Anleitung zur Selbstuntersuchung bietet unser Flyer.
| Krebsart | Empfohlene Früherkennung | Alter |
|---|---|---|
| Prostatakrebs | Abtasten der Prostata | Ab 45 Jahren |
| Darmkrebs | Stuhltest oder Darmspiegelung | Ab 50 Jahren |
| Hautkrebs | Hautkrebsscreening | Ab 35 Jahren |
| Hodenkrebs | Selbstuntersuchung | Regelmäßig für Jugendliche und Männer |
WILLKOMMEN BEIM ORDER OF THE MOUSTACHE. Der Order of the Moustache (Orden des Schnurrbarts) ist der am wenigsten geheime Verein der Welt. Denn wir möchten, dass jeder weiß, dass wir für gesündere Männer und eine gesündere Welt stehen. Der Movember ist unsere Zeit, um zusammenzustehen. Wir nehmen es mit psychischer Gesundheit, Suizid, Prostatakrebs und Hodenkrebs auf. Und dass du mitmachst, macht uns nur noch stärker. Der Schnurrbart ruft. Wirst du ihm antworten?
tags: #schnurrbart #krebs #forschung
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.