Haarausfall im Alter: Ursachen und was Sie dagegen tun können

Haarausfall, medizinisch als Alopezie bekannt, ist ein häufiges Problem, das sowohl Männer als auch Frauen im Alter betrifft. Während Haarausfall in jungen Jahren oft mit genetischen Faktoren oder Gesundheitsproblemen zusammenhängt, ist er im Alter häufig ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses. Das Thema Haare spielt eine große Rolle beim Älterwerden und ist mit viel Unsicherheit begleitet. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich in seriösen Quellen informieren, was der Haarverlust bedeutet und wieso er auftritt.

Haarausfall tritt im Alter ganz natürlich auf. Er hat viele Ursachen und ist daher auch nur bedingt behandel- oder verhinderbar.

Alle netDoktor.de-Inhalte werden von medizinischen Fachjournalisten überprüft. Bei Frauen in und nach den Wechseljahren sind dünne Haare eher die Regel als die Ausnahme. Je nach Studie ist etwas über die Hälfte der Frauen ab 50 Jahren von Haarausfall betroffen, ab dem 60. Lebensjahr sind es sogar bis zu 80 Prozent.

Haarausfall im Alter ist ein zeitloses Thema - ob humorvolle Sketche über Toupets, Werbung für diverse zweifelhafte Wundermittel des Haarwuchses oder das schamhafte Verstecken glatzköpfiger Stellen.

Ursachen von Haarausfall im Alter

Einer der Hauptgründe für Haarausfall im Alter ist die genetische Veranlagung. Androgenetische Alopezie, häufig als erblicher Haarausfall bezeichnet, tritt auf, wenn eine Person Gene erbt, die zu Haarausfall führen. Dieser Typ ist besonders bei Männern verbreitet, kann aber auch Frauen betreffen. Die androgenetische Alopezie prägt sich unterschiedlich bei Frauen und Männern aus. Bei beiden lichtet sich das Haupthaar, während der Haarwuchs an anderen Körperstellen zunimmt. Bei Männern ist das deutlicher zu sehen, weswegen sie meist zu einer Glatze neigen und gleichzeitig einen stärkeren Bartwuchs aufweisen. Der Grund dafür liegt in dem „Normalspiegel“ des androgenetischen Hormonhaushaltes, der bei Männern sehr viel höher liegt als bei Frauen.

Die androgenetische Alopezie besteht aus Episoden von Haarausfall, die letztlich allmählich zu einer Miniaturisierung des Haares bis hin zur Glatze (Männer) und einem Rückgang der Haardichte (Frauen) führen. Denn die ausgefallenen Haare wachsen nicht mehr nach.

Noch unbekannt ist die Ursache von kreisrundem Haarausfall, der theoretisch in jedem Alter auftreten kann. Dabei verlieren Betroffene plötzlich und teilweise büschelweise Haare, die nur glatte Kopfhaut hinterlassen. Vermutet wird psychischer Stress als Verursacher, aber auch ein Zusammenhang mit einem übersäuerten Organismus wird erforscht.

Frauen sind hingegen häufig von hormonell bedingtem Haarverlust betroffen, vor allem nach der Menopause. Die Reduktion von Östrogen und Progesteron kann dazu führen, dass das Haar dünner wird und in größerem Umfang ausfällt.

In den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt. Das kann sich in mehr oder weniger ausgeprägten Symptomen bemerkbar machen. So leiden Frauen in den Wechseljahren häufig an Haarausfall.

Eine Ursache für den Haarausfall liegt oft darin, dass die Geschlechtshormone während der Wechseljahre in ein Ungleichgewicht geraten. Deshalb heißt diese Art des Haarverlustes auch hormonell bedingter Haarausfall oder hormonelle Alopezie.

In den Wechseljahren ist diese Art des Haarausfalls recht verbreitet. Die Eierstöcke produzieren in diesem Lebensabschnitt immer weniger Östrogen. Dadurch kommt es zu einem Überschuss an männlichen Sexualhormonen (Androgenen), etwa Testosteron. Der Haarzyklus gerät durcheinander, die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich. Die Folge: Die Haare fallen vermehrt aus.

Vor allem die Scheitelpartie wird jetzt lichter. Dass die Haare komplett ausgehen und eine Glatze entsteht, passiert dagegen sehr selten.

Hat der Körper die hormonellen Veränderung durchlaufen, wachsen in manchen Fällen die Haare nach den Wechseljahren wieder. Wie lange der Haarausfall in den Wechseljahren dauert, variiert von Frau zu Frau. Er kann einige Wochen, mehrere Monate oder sogar Jahre anhalten.

Verschiedene medizinische Bedingungen können Haarausfall im Alter begünstigen. Dazu gehören Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangelanämie, Autoimmunerkrankungen wie Alopecia areata und bestimmte Hauterkrankungen. Diese Bedingungen können entweder den Haarausfall direkt verursachen oder den Zustand der Kopfhaut und der Haarfollikel beeinträchtigen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion, die sogenannte Hypothyreose, tritt nicht selten im höheren Alter deutlicher in Erscheinung. Auch an eine Autoimmunerkrankung, deren Symptome sich erst jetzt zeigen, ist zu denken. Dabei hält das geschwächte Immunsystem die eigenen Zellen für krankhaft und greift diese an. Dies kann auch die Haarfollikel betreffen und somit zu plötzlichem Haarausfall führen, der nur durch die richtige Behandlung wieder abklingt.

Ekzeme oder Pilzerkrankungen der Kopfhaut sind ebenfalls für Haarausfall verantwortlich. Dabei können sie einerseits auf die Haarfollikel selbst wirken und einen Ausfall bewirken oder das Nachwachsen verhindern, aber auch das Aufkratzen der juckenden Kopfhaut reißt oft Haare aus.

Zudem nehmen viele ältere Menschen Medikamente für verschiedene chronische Erkrankungen ein.

Zu den oft unterschätzten Ursachen gehört die Durchblutung der Kopfhaut, die im Alter abnimmt. Allgemein ist der Kreislauf im Alter geschwächt und durchblutet daher die peripheren Gefäße nicht mehr so gut wie zuvor. Das betrifft die Kopfhaut natürlich wie jeden anderen Bereich.

Ein häufiges Problem stellt bei älteren Menschen im Zusammenhang mit der Haargesundheit auch eine unausgewogene Ernährung dar. Ernährungsweisen, die nicht genügend Proteine, Vitamine und Mineralien enthalten, können zu Haarausfall führen.

Tatsächlich kann die Ernährung eine solche Auswirkung auf den Körper haben, dass Ihnen die Haare ausfallen. Eine unausgewogene Ernährung, die dem Körper nicht ausreichend Nährstoffe liefert, führt oft zu Haarverlust. Besonders Zink, Eisen und die Vitamine A und C sind wichtig für gesunde Haare und eine gesunde Kopfhaut. Aber sie sollten nicht als Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zugeführt werden, sofern keine ärztliche Indikation dafür vorliegt. Denn solche Ergänzungsmittel werden vom Körper, wenn kein Mangel besteht, meist unverändert wieder ausgeschieden.

Omega-3-Fettsäuren sind in vielerlei Hinsicht sehr gesund für den Körper und wirken als Entzündungshemmer auch gegen einige Ursachen von Haarausfall.

Problematisch sind Diäten ohne ärztliche Anweisung und sehr einseitiges oder extremes Essverhalten, denn diese resultieren oft in einer Nährstoffunterversorgung.

Die Kombination dieser Faktoren bestimmt das Ausmaß und die Art des Haarausfalls im Alter. Es ist wichtig zu beachten, dass Haarausfall ein komplexes Phänomen ist und individuell unterschiedlich auftritt.

Ein normaler, gesunder Haarwuchs setzt voraus, dass die Haarwurzeln mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Ist diese Zufuhr gestört, können sie ausfallen. Deshalb kann auch eine ganze Reihe anderer Erkrankungen oder Störungen im Körper der Auslöser für den Verlust von Haaren sein. Diese indirekten Zusammenhänge sind mitunter nur schwer zu erkennen und erfordern Erfahrung.

Ein Endokrinologe wird in der Lage sein, dem Haarausfall auf den Grund zu gehen und die Ursachen dafür herauszufinden. Relevant sind zum Beispiel Beginn, Dauer, Menge und Ort des Haarausfalls.

Haarausfall bei Frauen | Was tun | Ursachen | Vorbeugung | Erklärungen | Therapie

Was tun gegen Haarausfall in den Wechseljahren?

Haarausfall in den Wechseljahren hört oft wieder auf, wenn die Hormonumstellung vollzogen ist. So lange zu warten, fällt vielen Frauen schwer, besonders bei ausgeprägtem Haarverlust: Wenn die Haare ausgehen, belastet das Betroffene häufig auch psychisch. Insbesondere Frauen fühlen sich mit lichter werdendem Haar unwohl und schämen sich womöglich. Schlimmstenfalls entsteht eine Depression.

Haarausfall bei Frauen in den Wechseljahren lässt sich aber behandeln. Wenden Sie sich zuerst an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt. Die Fachleute können Sie bei Wechseljahrbeschwerden wie Haarausfall am besten beraten, die Ursachen herausfinden und Ihnen optimale Therapien vorschlagen.

Die Vorbeugung von Haarausfall im Alter ist ein wichtiges Anliegen, da Haarausfall nicht nur die physische Erscheinung beeinflusst, sondern auch das Selbstbewusstsein und das psychische Wohlbefinden. Es gibt mehrere Ansätze, um das Risiko von Haarausfall zu minimieren und die Haargesundheit zu fördern.

Was macht der Arzt?

Arzt oder Ärztin haben verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall in den Wechseljahren zu behandeln. Was wirklich hilft, ist individuell verschieden.

  • Hormonersatztherapie: Bei manchen Frauen hilft eine Hormonersatztherapie (HRT oder Hormontherapie) generell bei Wechseljahrbeschwerden und lindert auch den Haarausfall.
  • Supplemente: Eine hormonelle Therapie lässt sich mitunter durch die Einnahme von Spurenelementen wie Selen und Zink sowie Eisen und Vitamin B12 unterstützen.
  • Minoxidil: Ebenfalls möglich ist bei anhaltendem Haarausfall eine Behandlung mit dem Wirkstoff Minoxidil. Experten vermuten, dass dessen Wirkung zum Teil darauf beruht, dass er die Durchblutung der Kopfhaut verbessert. Als unerwünschte Nebenwirkung kann es jedoch an anderen Körperstellen ebenfalls zu vermehrtem Haarwuchs kommen.

Was können Sie selbst tun?

Es gibt einige Hausmittel, pflanzliche Alternativen oder Möglichkeiten der komplementären und Alternativmedizin, um Haarausfall in den Wechseljahren zu lindern. Die meisten dieser Methoden sind wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Wenden Sie sie daher nur in Absprache mit Arzt oder Ärztin und/oder lediglich ergänzend zu einer klassischen Therapie an.

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie jede Maßnahme immer mit Ihrer Hausärztin besprechen. In der Hausarztpraxis werden Sie auch auf die Ursachen getestet, um die Therapie entsprechend anzupassen.

Ernährung anpassen

Die Nährstoffe, die wir über Lebensmittel aufnehmen, haben Einfluss auf etliche Abläufe im Körper - auch auf Haarwuchs und -gesundheit. Um Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren, ist eine Ernährung reich an den Vitaminen C, B und A sowie den Mineralstoffen Zink, Eisen, Kupfer, Magnesium oder Calcium sinnvoll.

Auch ein gesundes Körpergewicht mag gegen Haarausfall in den Wechseljahren helfen. Übergewichtige Frauen mit einem Body-Mass-Index von mehr als 25 leiden statistisch gesehen öfter an Haarausfall in der Postmenopause als normalgewichtige Frauen.

Rosmarinöl auftragen

In einer Studie aus dem Jahr 2015 zeigte sich Rosmarinöl als ähnlich wirksam wie Minoxidil. Auf die Kopfhaut aufgetragen, soll es die Durchblutung und die Gesundheit der Kopfhaut fördern.

Pflanzliche Hausmittel

Gegen Haarausfall in den Wechseljahren gibt es einige pflanzliche Mittel, die betroffene Frauen ausprobieren können, zum Beispiel:

  • Antioxidantien, etwa Flavonoide in Äpfeln, Zimt, Kakao oder Trauben, können mitunter das Haarwachstum fördern.
  • Koffein soll Zellvermehrung und Haarwachstum ankurbeln.
  • Zwiebelsaft kann die Haarfollikel stimulieren und so helfen, Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren.

Vorbeugende Maßnahmen im Überblick:

  • Ausgewogene Ernährung
  • Sanfte Haarpflege
  • Stressmanagement
  • Schädliche Gewohnheiten vermeiden
  • Regelmäßige Kopfhautmassagen
  • Medizinische Vorsorge
Vorbeugende Maßnahme Beschreibung
Ausgewogene Ernährung Nährstoffreiche Ernährung mit Proteinen, Eisen, Zink, Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen.
Sanfte Haarpflege Verwendung natürlicher Haarprodukte und Vermeidung von häufigem Färben, Glätten oder Dauerwellen.
Stressmanagement Stressbewältigungstechniken wie Yoga, Meditation, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf.
Schädliche Gewohnheiten vermeiden Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
Regelmäßige Kopfhautmassagen Verbesserung der Durchblutung und Unterstützung der Gesundheit der Haarfollikel.
Medizinische Vorsorge Regelmäßige medizinische Untersuchungen zur Früherkennung von gesundheitlichen Problemen.

Durch die Kombination dieser Maßnahmen kann das Risiko von Haarausfall im Alter verringert werden. Es ist wichtig zu betonen, dass individuelle Faktoren wie genetische Prädisposition ebenfalls eine Rolle spielen können.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Behandlungen für jeden gleich wirksam sind. Die Auswahl der Behandlung sollte auf individueller Basis und in Absprache mit einem Facharzt erfolgen. Früherkennung und Behandlung können die Effektivität der Therapie verbessern.

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