Plötzlicher Haarausfall und juckende Kopfhaut: Ursachen und Behandlung

Juckende Kopfhaut in Kombination mit Haarausfall kann eine belastende Erfahrung sein. Es gibt verschiedene Erkrankungen, die zu Juckreiz und Haarausfall führen können. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen und Behandlungsansätze für dieses Problem.

Mögliche Ursachen für Juckreiz und Haarausfall

Haarausfall kann jedoch zu Juckreiz führen. Denn dem Haarausfall geht in den meisten Fällen eine Reaktion der Haarwurzel voraus, z.B. eine Entzündung. Dadurch wird die Umgebung der Haarwurzel gereizt: Gewebe, Gefäße, Nerven usw., was zu Juckreiz führen kann.

Der Juckreiz führt aber nicht per se zu Haarausfall. Haarausfall tritt meistens dann auf, wenn bestimmte Erkrankungen der Kopfhaut vorliegen, die die Haarfollikel schädigen.

Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Malassezia furfur: Dabei handelt es sich um einen Hefepilz, der zur normalen Hautflora gehört. Er ernährt sich von Fetten, die durch die Talgdrüsen der Haut produziert werden. Besonders bei starker Tätigkeit der Talgdrüsen, wie sie bei manchen Menschen vorliegt oder zum Beispiel in der Pubertät vorkommen kann, vermehrt sich der Hefepilz stark. Dadurch kann es zu ausgeprägten Schuppen und Juckreiz der Kopfhaut kommen.
  • Seborrhoisches Ekzem: Hier handelt es sich um eine Hauterkrankung, die auf der Kopfhaut oder im Gesicht vorkommen kann. Neben Juckreiz kommt es zur Bildung von großen, fettigen Schuppen.
  • Kopfpilz (Tinea capitis): Er gehört zur Gruppe der Hautpilze oder Dermatophytosen. Es ist eine Infektionskrankheit, die vor allem Kinder betrifft. Sie ist ansteckend und kann auch von Tieren auf den Menschen übertragen werden, zum Beispiel von Hunden oder Katzen.
  • Bakterielle Infektionen der Kopfhaut: Sie können vor allem dann entstehen, wenn die Haut durch andere Erkrankungen oder kleine Verletzungen bereits geschädigt ist. Es können sich kleine eitrige Pickelchen bilden, die schmerzhaft sind oder einen starken Juckreiz auslösen.
  • Lupus erythematodes: Ein systemischer Lupus ist eine Autoimmunerkrankung, die nahezu alle Organsysteme befallen kann. Auch eine Entzündung der Haut und der Haarfollikel ist möglich. Das beschränkt sich nicht nur auf die Kopfhaut, sondern kann auch Bart, Wimpern, Augenbrauen oder Körperhaar betreffen. Bei der einen Form bilden sich scheibenförmige Läsionen, die stark gerötet sind, jucken und schuppen. Häufig fällt das Haar an diesen Stellen komplett und dauerhaft aus. Bei der anderen Form kommt es eher zu einem diffusen Haarausfall, oft im Bereich des Haaransatzes.
  • Lichen ruber follicularis: Dies ist eine Sonderform des Lichen ruber planus. Bei der auch als Knötchenflechte bekannten Hauterkrankung kann ein Befall der Kopfhaut vorkommen, der sich speziell gegen die Haarfollikel richtet. Es kommt zu diffusen, stecknadelkopfgroßen, roten Erythemen um die einzelnen Haare herum.
  • Schuppenflechte (Psoriasis): Die Schuppenflechte ist eine Hauterkrankung, die sich durch typische rote Plaques mit silbrigen Schuppen auszeichnet. Oft ist ein ausgeprägter Juckreiz vorhanden. Wenn sich die Plaques auf der Kopfhaut um die Haarschäfte herum bilden, kann es zu einem Haarverlust kommen, der jedoch oft reversibel ist.
  • Neurodermitis: Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die stark juckt und die Haut anfällig macht für einen Keimbefall. Neurodermitis der Kopfhaut ist oft sehr unangenehm wegen eines ausgeprägten Juckreizes. Außerdem können die Haare ausfallen und es kann zu Schmerzen beim Kämmen kommen.
  • Folliculitis decalvans: Hier handelt es sich um eine seltene chronische Hauterkrankung, die Entzündungen der Haarbälge hervorruft.
  • Läuse, Milben und Flöhe: Die Parasiten sorgen für kleine Verletzungen der Kopfhaut, um an Blut zu kommen. Durch den dabei abgegebenen Speichel der Tiere entstehen kleine Rötungen und Schwellungen, die extrem jucken können. Nur sehr selten kann bei starkem Parasitenbefall Haarausfall entstehen.
  • Allergische Reaktionen: Eine Allergie kann grundsätzlich durch jeden Stoff ausgelöst werden, der mit der Kopfhaut in Kontakt kommt. Kennzeichnend ist ein sehr plötzlich auftretender starker Juckreiz, der kurz nach Kontakt mit dem Auslöser beginnt.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Eine Funktionsstörung der Schilddrüse bringt den Hormonhaushalt durcheinander und kann dadurch für trockene, juckende Kopfhaut und diffusen Haarausfall verantwortlich sein.

Weitere Faktoren

Unsere Umwelt stellt die Kopfhaut Tag für Tag vor Herausforderungen. UV-Strahlung, Hitze, Kälte, Wind, trockene Luft oder auch Luftverschmutzung schwächen die natürliche Hautschutzbarriere.

Sind wir häufig gestresst und seelischen Belastungen ausgesetzt, kann sich das auf die Befindlichkeit der Kopfhaut auswirken. Mögliche Ursachen hierfür sind erhöhte Level der Stresshormone Cortisol und Adrenalin. Sie beeinflussen die Talgregulierung der Kopfhaut und können entzündungsfördernde Botenstoffe aussenden. Letzteres schwächt wiederum die Schutzbarriere der Kopfhaut.

Fehlt es dem Körper an bestimmten Nährstoffen, kann das unter anderem die Kopfhaut beeinflussen und zu Juckreiz führen. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang Vitamin C, B-Vitamine, Eisen und Zink. Auch Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für eine ausgeglichene, widerstandsfähige Kopfhaut.

Häufig sind alltägliche Fehler der Auslöser für juckende Kopfhaut mit Haarverlust, ohne dass eine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt. Oft ist falsche Haarpflege ein Problem. Viele Menschen waschen ihre Haare zu häufig und mit zu aggressiven Mitteln. Dadurch wird der Säureschutzmantel der Haut zerstört und die Haut wird trocken und verliert an Spannkraft. Wichtig ist auch, Shampoo und Spülung nach dem Haarewaschen wieder gründlich auszuwaschen. Wer regelmäßig zum Friseur geht für Dauerwelle und Haarefärben tut seiner Kopfhaut ebenfalls nichts Gutes.

Trichodynie

Bei manchen Menschen schmerzt die Kopfhaut sogar schon bei normalen Berührungen oder beim Kämmen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Trichodynie (auch "Haarschmerzsyndrom" oder "Haarwurzelschmerz" genannt). Dabei handelt es sich um eine medizinische Erkrankung, die durch schmerzhafte Empfindungen oder Unwohlsein im Bereich der Kopfhaut und der Haarfollikel gekennzeichnet ist.

Was Sie selbst tun können

Um Abhilfe zu schaffen, können Sie zunächst selbst hinterfragen, welche Veränderungen die juckende Kopfhaut ausgelöst haben könnten. Vor allem kommen neue Pflegeprodukte infrage oder sonstige Veränderungen in der täglichen Haarroutine. Nicht immer muss es das Shampoo einer neuen Marke sein, was Probleme macht. Manchmal kommt es sogar vor, dass man ein Shampoo oder eine Spülung, die man bereits seit Jahren benutzt, plötzlich nicht mehr verträgt, auch wenn die Inhaltsstoffe die gleichen sind.

Auch wenn es schwerfällt, sollte man an den juckenden Stellen nicht kratzen. Das Kratzen schadet der Kopfhaut oft mehr als das eigentliche Problem. Ebenfalls hilfreich sein kann es, die Kopfhaut mit einem pflegenden Öl zu massieren und sie dadurch feucht und geschmeidig zu halten. Am besten eignen sich Kokosöl oder Olivenöl. Dem Kokosöl werden sogar antibakterielle und antivirale Eigenschaften nachgesagt.

Bei akutem Juckreiz gilt: Nicht kratzen! Wenn Sie es nicht aushalten, klopfen Sie leicht mit den Fingern auf die Kopfhaut. Außerdem trägt Kälte dazu bei, den Juckreiz auf der Kopfhaut zu lindern. Legen Sie sich ein feuchtes Handtuch oder ein in ein Geschirrtuch gewickeltes Kühlpad auf den Kopf.

Ein weiterer Tipp: Spezielle medizinische Shampoos können helfen, die Beschwerden zu lindern. Sie enthalten Inhaltsstoffe, die antimykotisch, juckreizlindernd oder entzündungshemmend wirken. Idealerweise lassen Sie sich vor dem Einsatz eines solchen Shampoos ärztlich beraten.

Haarschuppen & juckende Kopfhaut endlich los werden! - Hautärztin klärt auf I DoktorJulie

Hausmittel gegen den Juckreiz

Einige Hausmittel können helfen, den Juckreiz zu lindern:

  • Apfelessig: Apfelessig gilt als antioxidativ und antimikrobiell (wirksam gegen Bakterien, Schimmel und Pilze) und wird als Hausmittel gegen Juckreiz und Ausschläge eingesetzt. Laut Empfehlung der National Psoriasis Foundation in Amerika, die sich für Menschen mit Schuppenflechte einsetzt, kann eine Lösung aus Wasser und Bioapfelessig im Verhältnis 1:1 auch gegen eine juckende Kopfhaut helfen. Wenden Sie die Mischung mehrmals pro Woche an und spülen Sie die Kopfhaut nach Auftragen der Lösung gründlich ab.
  • Kokosnussöl: Kokosnussöl werden antimykotische (wirksam gegen Pilzinfektionen) und antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben. Das Kokosnussfett besteht fast zur Hälfte aus Laurinsäure, einer gesättigten Fettsäure. Daher nimmt die Haut Kokosnussöl gut auf. Bei trockener, juckender Kopfhaut kann das wohltuend wirken. Verwenden Sie Öl in Bioqualität.
  • Pfefferminzöl: Pfefferminzöl kann bei Juckreiz helfen, wie eine Studie ergeben hat. Die Teilnehmenden haben dafür das Öl zweimal täglich für zwei Wochen aufgetragen. Am besten ist es, das Pfefferminzöl mit einem anderen Öl wie Olivenöl zu mischen und vor der Haarwäsche in die Kopfhaut einzumassieren.
  • Teebaumöl: Teebaumöl wirkt ebenfalls antimikrobiell und entzündungshemmend. Verwenden Sie es nur sparsam und mit Wasser verdünnt und testen Sie die Mischung erst vorsichtig. Sie können entweder 10 bis 20 Tropfen Teebaumöl für die Haarwäsche mit dem Shampoo mischen oder Sie massieren es direkt in Ihre Kopfhaut ein. Dann sollten Sie es mit Olivenöl verdünnen.

Wichtig zu wissen: Sowohl Teebaumöl als auch Apfelessig und Pfefferminzöl können die Haut allerdings auch reizen. Seien Sie also vorsichtig bei der Anwendung.

Tipps für eine gesunde Kopfhaut

Diese Tipps tragen zu einer gesunden Kopfhaut bei und helfen langfristig gegen Juckreiz:

  • Verwenden Sie ein mildes, pH-neutrales Shampoo, möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Je nach Hauttyp sind spezielle Anti-Schuppen-Shampoos oder rückfettende Produkte eine gute Wahl. Fragen Sie gegebenenfalls einen Dermatologen oder eine Dermatologin oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten, welches Produkt sich für Ihre Kopfhaut eignet.
  • Waschen Sie Ihr Haar nicht täglich - bei akuten Problemen idealerweise maximal zweimal pro Woche. Denn: Jede Wäsche verringert die natürliche Schutzbarriere der Haut und macht die Kopfhaut empfindlicher.
  • Waschen Sie Ihre Haare nicht mit heißem, sondern mit lauwarmem Wasser.
  • Lassen Sie das Haar nach Möglichkeit an der Luft trocknen oder föhnen Sie es nur kurz und nicht zu heiß.
  • Verzichten Sie weitestgehend auf Haarfärbeprodukte.
  • Vermeiden Sie sehr enge Kopfbedeckungen und tragen Sie vorzugsweise Mützen aus Baumwolle.
  • Schützen Sie Ihren Kopf gegen starke Sonneneinstrahlung, zum Beispiel durch einen locker sitzenden Sonnenhut.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Körper alle Nährstoffe erhält, die er braucht, sowie genug Feuchtigkeit. Davon profitiert auch die Gesundheit der Kopfhaut. Essen Sie viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, wenig mageres Fleisch und Fisch. Außerdem sollten Sie täglich mindestens anderthalb Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken.
  • Stress und Anspannung können die Kopfhaut negativ beeinflussen. Versuchen Sie, Stress abzubauen. Dabei können Meditation, Yoga oder Progressive Muskelentspannung helfen.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Wenn der Juckreiz und der Haarausfall nicht zügig besser werden, sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen. Als erste Anlaufstelle bietet sich der Hautarzt an. Die meisten Erkrankungen können besser behandelt werden, je früher man sie entdeckt. Außerdem schaut sich der Experte die Haare und die Kopfhaut genau an.

Ärztliche Hilfe bei juckender Kopfhaut ist notwendig, wenn der Juckreiz Ihr tägliches Leben beeinträchtigt, länger anhält (über mehrere Tage bis Wochen) oder immer wieder auftritt und Sie die Beschwerden nicht selbständig beherrschen können. Abhängig von der jeweiligen Ursache wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie beraten oder eine Behandlung mit Ihnen besprechen.

Außerdem gut zu wissen: Auch Parasiten und viele andere Krankheiten können hinter den Symptomen stecken, zum Beispiel:

  • Schuppenflechte: Bei etwa der Hälfte der Menschen mit Plaque-Psoriasis greift die Schuppenflechte irgendwann auf die Kopfhaut über.
  • Neurodermitis: Das Ekzem, auch als atopische Dermatitis (AD) bezeichnet, kann an sämtlichen Körperstellen auftreten. Es äußert sich durch Rötungen und Schuppen, die Haut juckt und brennt.
  • Kopfläuse: Die winzigen Insekten graben sich in die oberste Kopfhautschicht ein und legen ihre Eier an den Haaren ab. Kopfläuse werden Sie nur durch eine Behandlung mit speziellen Anti-Läuse-Mitteln los, die Insektizide oder Silikonöl enthalten.

Behandlung

Die Behandlung von juckender Kopfhaut mit Haarausfall hängt ganz von der Ursache ab. Manchmal kann schon eine Umstellung der Styling- und Pflegeprodukte helfen.

Sind schädliche Gewohnheiten für die Haarproblematik ursächlich, sollte man diese ändern - zum Beispiel weniger Druck beim Haarekämmen, keine straffen Frisuren oder seltener eine Kopfbedeckung tragen.

Wenn die Kopfhaut sehr trocken ist und deshalb zu Schuppen und Juckreiz neigt, können Öle oder Salben helfen, die Haut geschmeidig zu halten und mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen.

Sind Pilzinfektionen oder bakterielle Infektionen die Ursache, können Medikamente helfen - in diesem Fall Antipilzmittel oder Antibiotika.

Bei Hautkrankheiten gibt es oft spezielle Cremes oder Salben, die die Symptome lindern können.

Ist der Haarausfall und die juckende Kopfhaut nur Symptom einer systemischen Erkrankung, hilft es am besten, die Grunderkrankung zu behandeln.

Juckreiz kann ein Hinweis auf behandlungsbedürftige Ursachen sein.

Ursache Behandlung
Trockene Kopfhaut Feuchtigkeitsspendende Shampoos und Öle
Pilzinfektion Antipilzmittel
Bakterielle Infektion Antibiotika
Schuppenflechte Spezielle Cremes und Salben
Allergische Reaktion Vermeidung des Auslösers, Antihistaminika

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