New Wave Frisuren für Frauen: Merkmale und Entwicklung

Die 80er Jahre waren eine Zeit des Wandels und der Rebellion, die sich stark in der Mode und den Frisuren widerspiegelte. Besonders die New Wave Bewegung brachte extravagante und ausgefallene Stile hervor, die bis heute faszinieren.

Die Wurzeln des schwarzen Stils

Der schwarze Stil wurde in Großbritannien geboren. Mitte der 70er entpuppte sich die Punk-Bewegung als Motor der Andersartigkeit.

Der „Müll-Look“ war Ausdruck ihres Lebensgefühls: „Es hat sowieso alles keinen Zweck“ (No Future). Mit ihrer Kleidung symbolisierten sie ihre Haltung zu Überflussgesellschaft und schockierten die Öffentlichkeit.

Zentrales Element ihrer Bekleidung war die schwarze Lederjacke, die bereits mit erstmaligen Tragen schon Gebrauchsspuren aufweisen musste. Schriftzüge, Aufnäher und eine ganze Armada aus Nieten in allen Formen und Ausführungen waren ein Muss.

Die Jugendlichen begannen damit, den Schockeffekt zu konzentrieren, indem sie sich Sicherheitsnadel in die Ohren, Mundwinkel oder Wangen steckten und diese mit Ketten verbanden.

Vorbilder wie Johnny Rotten und Siouxsie Sioux machten aus dem Hakenkreuz Aufreger und modisches Accessoire zugleich und legten den Grundstein für diese Art der symbolischen Provokation.

Die Bedeutung der Haare in der Punk-Bewegung

Mit den Punks erlangten die Haare eine ganz besondere Wichtigkeit. Rot, grün, gelb oder pechschwarz gefärbte, durch Zuckerwasser standfest gemachte Frisuren, die man an den Seiten oder dem Nacken ausrasierte, wurden zum nicht mehr auszuziehenden Merkmal dieser Jugendkultur.

Die New Waver: Ironie und Imitation

Ende der 70er tauchte diese Spezies vornehmlich in den europäischen Hauptstädten auf. Sie trugen Anzüge der 50er Jahre, die mit breiten Schulterpartien und schmalen Revers unverwechselbar waren.

Als Accessoire verwendete man gerne Brillen, während im Schminkstil harte Konturen und Linien vorherrschten. Mit der ironischen Nachahmung des „Normalen“, mit dem peniblen Einhalten spießbürgerlicher Kleidernormen der 50er hielten die New Waver zum einen der Gesellschaft einen kritischen Spiegel vor die Nase und zum anderen verwirrten sie durch diese vollendete Imitation.

Weibliche New Waver: Figurbetonung und Extravaganz

Weibliche New Waver bestachen durch figurbetonte Schnitte und unterbrachen stilistische Genauigkeit durch hochtoupierte und ausrasierte Frisuren. Großflächiger Schmuck betonte das Dekolletee und breite Gürtel verhalfen zu einer schmalen Taille.

Die Entwicklung zum modernen Gothic

Der New Waver ist eine Randerscheinung auf dem Weg zum modernen Gothic und entwickelte sich auch in anderen Lebensbereichen in eine ganz andere Richtung.

Vielen waren die Punks hässlich und die New Waver zu trist, sie entwickelten sich in eine ganz andere Richtung. Die New Romantics orientierten sich am Kleidungsstil längst vergangener Epochen.

Rüschenhemden, weite wallenden Hosen und Röcke, die aus Stoffen mit phantasiereiche Ornamentik gefertigt wurden, bestachen in ihrem Stil. Die New Romantics zauberten lebender Bilder des Weichen, sie zeugten von Eleganz und Glanz.

Sie gaben sich dem Glamourösen hin und entwickelten sich zu „Edel-Punks“, ihre Frisuren ähneln denen der Punks, ihre spitzen Schuhe den New Wavern.

Nachdem auch Punk mittlerweile von Vivienne Westwood und Malcom McLaren erfolgreich vermarktet wurde, griffen auch andere Modeschöpfer den Stil auf und machten aus der Szene-Mode Einflüsse für die breite Masse.

Auf der Bühne standen Adam & The Ants, Steve Strange, Boy George und viele andere den Jugendlichen als modisches Vorbild zur Verfügung, denen sie Dank der beginnenden Herstellung von Szeneklamotten auch spielend folgen konnten.

Frauen mit DÜNNEN FEINEN Haaren LIEBEN diese Frisur (ich verstehe warum!)

Der Aufstieg der Gothics

Anfang der 80er Jahre erhoben sich die Gothics aus ihren Grüften. Niemand wusste die blass geschminkten und ganz in schwarz gekleideten Gestalten einzusortieren und so ordnete man sie dem musikalischen Umfeld zu, dem sie sich zugehörig schienen.

Der führende Szeneclub war das Batcave in der britischen Hauptstadt London, der allein schon durch das Logo seiner Mitgliederkarte (die Kontur eine Fledermaus) Rückschlüsse auf Ausrichtung seines Ambientes zuließ.

Die Einrichtung war überwiegend in den Farben Schwarz, Blutrot und Lila gehalten, während bei der Dekoration Samt, Pailletten, Spinnweben und metallische Elemente dominierten. Ein ideales Bühnenbild für jeden Horrorfilm.

Ganz so wie die Inneneinrichtung erschienen auch die Besucher, die zu Hochzeiten in meterlangen Schlangen vor dem Club auf Einlass warteten.

Sie unterschieden sich von allen ihnen vorangegangenen Szenen durch wichtige äußerliche Merkmale. Die Punks erschienen als Ästhetisierung des Hässlichen, die New Waver ironisierten das Normale und die New Romantics zeigten sich als Revival-Kultur des Glamourösen vergangener Zeiten.

Die Gothics waren anders, sie inszenierten den Horror. Der Gothic-Gothic ist der klassische Gothic, der damals ebenso selten war, wie heute.

Erst Mitte der 80er Jahre spannte der Begriff „Gothic“ einen modischen Schirm über alle weiteren Bekleidungsstile der Subkultur.

Merkmale des klassischen Gothic Stils

Weite wallenden, den Körper verhüllende Kleidung war stilprägend für den klassischen Gothic. Man trug Kutten, Talare, Umhänge und weite Mäntel mit breitem Ärmelabschluss.

  • Der Talar: ein langärmliges und knöchellanges Amtskleid, das man bereits von Juristen, Akademikern und Geistlichen her kannte.
  • Die Umhänge (Capes): mantelartige Kleidungsstücke ohne Ärmel, die ursprünglich mit Kapuze getragen wurden.
  • Die Kutte: ein meist gerade geschnittenes oder der Tunika ähnelndes Hemdgewand.

Umhänge findet man auch heute noch in einschlägigen Szene-Katalogen wieder, wenngleich sie in ihren heutigen Ausführungen deutlich an Qualität gewonnen haben und oftmals aus hochwertigem Samt, dass mit rotem Innenfutter ausgekleidet ist, hergestellt sind.

Der in Szenekreisen weit verbreitete Stereotyp trug sehr weite Hosen, Oberteile mit Fledermausärmeln, weite Mäntel und Jacken.

Sie ist eine lange, an den Knöcheln enger werdende, weite, sackförmig geschnittene Hose ohne Taschen. Sie geht wohl auf die Heerpauke zurück, die im Spanien des 16. Jahrhunderts getragen wurde und an der Hüfte oftmals mit Rosshaar gefüllt war, um die gewünschte Form zu verschärfen.

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte die Frauenrechtlerin Amelia Bloomer eine ähnliche Hose, die „Türkische Hose“ oder „Bloomers“ genannt wurden.

Die Schnabelschuhe, die von Kreuzfahrern aus dem Orient nach Europa gebracht wurden, sind ein immer wiederkehrendes Element der 80er. Zu Zeiten des Rokoko und Barock schuf man die Schnallen und Verzierungen für Schuhe, die an den Pikes ihre Reinkarnation finden.

Sie überführten die New Romantics in die schwarze Modewelt der Gothics. Die Romantiker zeigten sich meisterlich im Umgang mit historischen Elementen der Bekleidung und sampelten sich durch alle Jahrhunderte um sie zu einem neuen Stil zusammenzuführen.

Weibliche und männliche Romantiker

Weibliche Romantiker kennzeichneten sich durch weite Rock- und Kleiderformen, die zusätzliche noch mit Umhängen und Kopfbedeckungen geschmückt wurden. Auch enge und tief ausgeschnittene Oberteile und Mieder waren schon in den 80ern zu finden. Sie spielen mit Elementen der Burgundischen Mode des 15. Jahrhunderts und vor allem mit den Barock- und Rokokoelementen des 17. und 18.

Männliche Romantiker bevorzugten weite Hemdformen und enge, körperbetonte Hosen. Häufig verwendete Stoffe sind Samt, Spitzen und Rüschen, die für Luxus und Eleganz stehen und eine romantische Vergangenheit erinnern sollen. Rüschen haben ihre Wurzeln im Rokoko, Spitze gehört zu den Errungenschaften der italienischen Hochrenaissance.

Die Entwicklung in den späten 80ern

In den späten 80ern tauchte das Korsett und Mieder in der Oberbekleidung der Gothics auf. Kleidungsstücke aus Lack und Leder werden zunächst in Elementen, später ganz in die Mode übernommen. Offenbar reizen eine verschnürte und zwanghaft geschmälerte Taille Betrachter und Träger gleichermaßen. Elemente aus Lack schließen an den weiblichen Stil der New Waver an.

Die Rückkehr auf körperbetonte Merkmale des eigenen Körpers ist ein Phänomen der späten 80er. Während man noch zu Beginn der Mode versuchte, den eigenen Körper zu verhüllen und in Geschlecht und Ausprägung unkenntlich zu machen, so ging man zum Ende der Dekade wieder in eine deutlich Geschlechterorientierte Wege des Kleidungsstils.

Während Latex, Lack und Leder in der SM-Szene als Materialfetische fungieren, geht es den meisten Gothics bei Verwendung dieser Elemente eher um den äußerlichen Reiz und um das Spiel mit dem Verbotenen und Verruchten.

„Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Kleider; Schwarz, schwarz, schwarz ist alles , was ich hab.

Anpassung an die Gesellschaft

Trotz der äußerlichen Rebellion, gegen die bunten und neongrellen 80er fügten sich viele Gothics ins Leben der Gesellschaft. Auch wenn man der Farbe treu bleibt, versuchte man die optische Rebellion auf ein gesellschaftlich akzeptierteres Maß zu reduzieren. Kleiderformen in Normalweite kennzeichneten viele Szene-Gänger im Alltag.

Die heutige Alltagskleidung der Gothics ist extremer geworden. Erst mit zunehmender gesellschaftlicher Akzeptanz im Laufe der Jahrzehnte wird mehr und mehr vom Stil der Szene in das Alltagsleben getragen. Dadurch werden auch zwangsläufig die für „Szene-Abende“ vorgehaltenen Outfits immer extremer, um sich innerhalb der Szene vom Alltagsleben ausgrenzen zu können.

Die Bedeutung der Frisur

Eine Untersuchung unter Jugendliche zeigte, dass 68% aller Befragten der Meinung waren, dass die Frisur das wichtigsten am gesamten Outfit war. Die Haare waren ähnlich den Punks hochtoupiert und teilweise aufwendig in Szene gesetzt. In stundenlangen Sitzungen vor dem Spiegel unter der Verwendung von reichlich Haarspray entstanden die aufwendigsten Kreationen.

Das Deckhaar zu einem Turm aufzustellen, während die Seiten und der Nacken ausrasiert waren, zählt zu den ursprünglichsten Szenefrisuren. Während diese Frisuren eher von Männern getragen wurden, folgten die Frauen anderen Stilen.

Die „Hexenhaar“ oder „Wuschelkopf“ genannte Frisur war eine explosionsförmig und möglichst in alle Richtungen abstehende Frisur. Im Alltag folgte man der Praxistauglichkeit und brachte die Haargebilde zum Einsturz, um sie als Pferdeschwanz nach hinten zu binden, ausrasierte Nacken und Seiten blieben natürlich erhalten.

Make-up und Schmuck

Fast schon typisch für das Make-up der Gothics, war das bleich geschminkte Gesicht, dass im 18. Jahrhundert als Statussymbol angesehen wurde. Die Gothics brachten es aber eher in Verbindung mit Tod und Vergänglichkeit oder auch einfach nur als deutlicher Kontrast zum schwarzen Outfit.

An den Augen fand sich das Schwarze wieder. Sie wurden mit einem Kajalstift schwarz umrandet und oftmals über die Augenpartie hinaus bis zu den Schläfen gezogen. Eyeliner zauberte fraktal-mystische Gebilde um die Augen, die an die Schminkkunst des alten Ägypten erinnerte. Roter Lippenstift sorgte für den letztendlichen Schliff und spielt damit auf ältere filmischen Horror-Inszenierungen an.

Mit silbernem Schmuck in allen Variationen vollendete der Gothic sein Outfit, die Pikes waren oft durch weitere Ketten, Ringe und Schnallen verziert.

Unzählige schmale Armreife aus Silber und Schmuck mit bevorzugt mystischen Symbolen bildeten den Kontrast zum sonst einheitlich schwarzen Outfit. Dabei griff man gerne zu provokativen Stilmittel, wie sie schon von den Punks etabliert wurden. Im späteren Verlauf der Entwicklung übernahm man auch Nietenhalshänder und reichhaltig bestückte Armbänder, die ebenfalls auf die Punks zurückzuführen sind.

Accessoires und ihre Bedeutung

Mit dem Schmuck begann auch die Diskussion um die Beweggründe und Absichten der Gothics, schließlich musste das Ganze ja etwas über die Gesinnung des Trägers aussagen. Doch in vielen Fällen folgten die Jugendlichen nur ihren Vorbildern, Madonna etablierte beispielsweise Ketten mit christlichen Kreuzen als Modeschmuck. Gothics berufen sich dabei auf Siouxsie Sioux oder auch Billy Idol.

Die Vielfalt an Accessoires war erschlagend und eine Goldgrube für jeden Szene-Händler. Handschuhe, Sonnenbrillen, Gürtel, Strumpfhosen, Taschen, Kopfbedeckungen und Tücher. Alles wurde vereinnahmt und für die Szene relevant. Mit jedem Teil wurde der Einzelne zum Kunstwerk.

Symbolgeladener Schmuck und auffällige, vom Mainstream abweichende Accessoires nahmen eine herausragend Rolle ein.

Mit den 80ern endet auch die Überschaubarkeit der Kleidungsstile. Immer neue Einflüsse treffen auf eine expandierende Subkultur. Im Prinzip sind heute auch noch alle Stile der 80er zu finden, seltener in Reinform, häufiger als Element einer Remix-Kultur. Fakt ist, dass das persönliche Identifizierungspotential jedes einzelnen mit zunehmender Vielfalt sinkt.

Zusammenfassung der Stilelemente

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Stilelemente der verschiedenen Jugendkulturen der 80er Jahre zusammen:

Stilrichtung Kleidung Frisuren Make-up Accessoires
Punks Schwarze Lederjacken, zerrissene Kleidung, Sicherheitsnadeln Bunt gefärbte, steife Frisuren, ausrasierte Seiten Provokativ, auffällig Nieten, Ketten
New Waver Anzüge der 50er, figurbetonte Schnitte Hochtoupierte Frisuren, ausrasierte Stellen Harte Konturen, Linien Brillen, großflächiger Schmuck
New Romantics Rüschenhemden, wallende Hosen, Röcke mit Ornamenten Ähnlich Punks, Glamourös Elegant, auffällig Historische Elemente, Samt, Spitze
Gothics Kutten, Talare, Umhänge, weite Mäntel Hochtoupiert, „Hexenhaar“ Bleich, schwarze Augen, rote Lippen Silberner Schmuck, mystische Symbole

Diese Tabelle bietet einen umfassenden Überblick über die charakteristischen Merkmale der verschiedenen Subkulturen und hilft, die Vielfalt und den Einfluss der 80er Jahre Mode besser zu verstehen.

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