Haarausfall kann für Betroffene eine belastende Nebenwirkung verschiedener Medikamente sein. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen von Haarausfall im Zusammenhang mit Infliximab, einem Medikament, das häufig zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und rheumatoider Arthritis eingesetzt wird.
Infliximab ist ein antiinflammatorischer und selektiv immunsupprimierender Wirkstoff, der die funktionelle Aktivität von TNFα hemmt. Es gehört zur Gruppe der TNF-α-Inhibitoren, die in einigen Fällen mit Alopezie areata (kreisrundem Haarausfall) in Verbindung gebracht werden können. Laut einer Auswertung von mehr als 50 Studien sind verschiedene Biologika wie monoklonale Antikörper sowie Immunmodulatoren und Zytostatika mit Alopecia areata assoziiert.
Zu den häufigsten Problemen, die im Zusammenhang mit Infliximab auftreten, gehören Hautprobleme (schuppende, trockene Stellen bis hin zu Schuppenflechte) oder Haare (Haarausfall). Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkmechanismen, die zu Haarausfall führen, noch nicht vollständig geklärt sind. Da die Erkrankung auf Autoimmuneffekten basiert, ist der Einfluss auf Immunregulation und Entzündung als Mechanismus naheliegend.
Unter den auslösenden Substanzen fanden die Autoren des systematischen Reviews am häufigsten TNF-α-Inhibitoren wie Adalimumab, Infliximab, Etanercept und Golimumab sowie Dupilumab.
Es gibt noch weitere Medikamente, die im Zusammenhang mit Haarausfall stehen:
Dieser setzte im Mittel nach ein- bis 1,5-jähriger Therapie ein.
Wenn Sie während der Behandlung mit Infliximab Haarausfall bemerken, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Ursachen des Haarverlusts zu ermitteln:
Die Behandlung von Haarausfall unter Infliximab-Therapie hängt von der Ursache und dem Ausmaß des Haarverlusts ab. Folgende Optionen können in Betracht gezogen werden:
Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass der Verlauf des Haarausfalls individuell sehr unterschiedlich und unberechenbar ist. Eine einzelne Kahlstelle bei einem Erwachsenen wächst oft nach wenigen Monaten wieder zu. Die neuen Haare sind anfangs oft dünn und farblos, werden mit der Zeit jedoch wieder normalfarben. Andererseits können jederzeit neue Stellen am Kopf - und am übrigen Körper - auftreten.
Wichtig: Sämtliche Behandlungsmaßnahmen müssen jeweils über Wochen bis Monate konsequent durchgehalten werden, bevor sich die Wirksamkeit (oder Unwirksamkeit) beurteilen lässt.
Neben Infliximab gibt es noch weitere Medikamente, die bei CED eingesetzt werden und potenziell Nebenwirkungen verursachen können:
Azathioprin wird von manchen Menschen nicht vertragen und kann die Bildung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) behindern oder zu Leber- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Ob man das Medikament verträgt oder nicht wird in den ersten Monaten deutlich. Aus diesem Grund muss am Anfang der Therapie ein bestimmter Gentest (TPMT Aktivität) durchgeführt werden und in den ersten Monaten häufiger Blut abgenommen werden.
Gehört ihr Kind zu den mehr als 90%, die das Medikament vertragen wird man höchstwahrscheinlich keine Nebenwirkungen bemerken. Der Nachteil von Azathioprin liegt vor allem in der Langzeitwirkung. Nach Jahrzehnten der Einnahme steigt das Risiko für Hauttumore deutlich an. Allein deshalb ist ein effektiver Sonnenschutz (regelmäßig Sonnencreme, direkte Sonne in den Sommermonaten nur in Maßen) sehr wichtig.
Cyclosporin (z.B. Sandimmun) und Tacrolimus (z.B. Prograf) können problematisch sein aufgrund der Langzeitwirkung einer Nierenschädigung. Dieses sind sehr langsame Vorgänge, die oft erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten zu Tage treten. Beide Medikamente werden in der Regel bei CED Patienten nur überbrückend eingesetzt. Eine störende wenngleich ungefährliche Nebenwirkung ist, dass Haare verstärkt wachsen (Hirsutismus). Dies betrifft besonders Menschen aus Mittelmeerländern. Durch Dosisreduktion kann unerwünschtes Haarwachstum reduziert werden.
Kortison hat von allen Medikamenten die stärksten und häufigsten Nebenwirkungen. Es wird daher immer nur kurzzeitig, z.B. 2-3 Monate als Schubtherapie, eingesetzt. Es bewirkt bei vielen Menschen gesteigerten Appetit. Hierdurch kommt es oft zu Gewichtszunahme. Psychisch kann es zu Gereiztheit und emotionaler Instabilität führen. Nicht wenige Patienten berichten auch von Schlafstörungen. Ebenso bekannt ist als Nebenwirkung, dass es gehäuft zu Infektionen kommen kann. Tritt also Fieber oder Abgeschlagenheit auf, müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Die langfristigen Folgen einer zu langen oder zu häufigen Kortisontherapie sind bedeutsam: Knochenbrüchigkeit (Osteoporose), Erhöhung des Augeninnendrucks oder des Blutdrucks, die Entwicklung von Diabetes und vieles mehr. Im Kindesalter resultiert immer eine Wachstumshemmung, zumindest für die Zeit der Einnahme. Die Therapie wird daher im Kindes- und Jugendalter sehr zurückhaltend und wenn nur kurze Zeit eingesetzt.
MTX wird, ähnlich wie Azathioprin, von einigen Menschen nicht vertragen. Anfangs müssen daher häufiger Blutkontrollen durchgeführt werden. Langfristig gesehen hat MTX jedoch nur wenige Nebenwirkungen, weniger als Azathioprin. Es ist ein gutes Medikament gegen Morbus Crohn. Der limitierende Faktor dieses Medikamentes ist bei Kindern mit Darmentzündungen, dass leider viele nach der Einnahme für 1-2 Tage Übelkeit entwickeln.
Haarausfall kann eine mögliche Nebenwirkung von Infliximab und anderen Medikamenten sein, die zur Behandlung von CED und rheumatoider Arthritis eingesetzt werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um den Haarverlust zu stoppen und das Haarwachstum anzuregen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um die Ursachen Ihres Haarausfalls zu ermitteln und die geeignete Therapie zu finden.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer Gesundheit haben.
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