Viele schwangere Frauen stellen sich die Frage, ob eine Intimrasur vor der Geburt notwendig ist. Früher war dies Standard, doch die Empfehlungen haben sich geändert. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen und Tipps rund um dieses Thema.
Nein, medizinisch notwendig ist eine Intimrasur für eine vaginale Geburt nicht. Tatsächlich raten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und viele Experten inzwischen eher davon ab. Der Grund dafür sind mögliche oberflächliche Verletzungen (Mikroläsionen) der Haut, die beim Rasieren entstehen können. Im Alltag sind diese kleinen Kratzer unproblematisch, aber im Krankenhaus, wo es viele Keime gibt, können sie das Infektionsrisiko erhöhen.
Es muss aber am Ende jeder selber entscheiden, womit man sich wohlfühlt, vielleicht kann dir ja doch jemand dabei helfen.
Auch wenn ein Dammschnitt oder Dammriss während der Geburt erforderlich sein sollte, gibt es keine klinische Notwendigkeit für eine Rasur. Studien zeigen, dass die Intimbehaarung beim Nähen von Wunden keine Probleme verursacht.
Lange Zeit wurde eine Intimrasur vor der Geburt aus hygienischen Gründen empfohlen. Diese Empfehlung ist nicht mehr aktuell.
Die Hebamme Maja Böhler, die regelmäßig Kolumnen für die Süddeutsche schreibt, hat sich ebenfalls zu dem Thema „Schamhaar-Trends“ geäußert. Die Hebamme schreibt: „Let it grow.“ weil die „Haare haben eine wichtige Funktion für den Körper. Sie schützen vor Reibung und vor Keimen.
Wenn du auf eine vollständige Haarentfernung verzichten möchtest, gibt es verschiedene Alternativen:
Enthaarungscremes sind somit keine gute Alternative. Gegen das Wachsen und Epilieren spricht aus medizinischer Sicht zwar nichts. Da deine Haut im Intimbereich in der Schwangerschaft besonders gut durchblutet ist, haben jedoch auch diese Methoden ihre Tücken. Die Schmerzen stressen deinen Körper nur.
Achtung: Enthaarungscremes können potenziell kritische Inhaltsstoffe enthalten, die die Haut im Intimbereich reizen und Allergien auslösen. Wer möchte schon einen juckenden Ausschlag bei der Geburt riskieren.
Wenn du dich trotz der Empfehlungen für eine Rasur entscheidest, beachte folgende Tipps:
Wie man sich während der Schwangerschaft rasiert: Die Rasur während der Schwangerschaft kann eine Herausforderung sein, vor allem, wenn dein Bauch wächst und die Beweglichkeit und Sicht beeinträchtigt. Eine Schwangerschaft kann auch die Empfindlichkeit deiner Haut verstärken. Entscheide dich daher für eine hautschonende Methode der Haarentfernung, um Irritationen zu vermeiden.
Die Pflege nach der Rasur während der Schwangerschaft ist wichtig, um deine Haut zu beruhigen und gesund zu halten, besonders wenn deine Haut empfindlicher ist. Befolge diese einfachen Schritte, damit sich deine Haut nach der Rasur angenehm anfühlt und nicht gereizt wird:
Bei einem geplanten Kaiserschnitt ist eine Intimrasur vorab ebenfalls nicht notwendig. Die Rasur führt das medizinische Personal meist direkt vor der Schnittentbindung durch. Dabei wird in der Regel lediglich der obere Teil des Venushügels (auch: Schamhügel) von Haaren befreit. Einige Krankenhäuser verzichten sogar komplett auf eine Rasur des Operationsbereichs. Denn: Die Intimbehaarung stellt weder bei der Entbindung noch beim Nähen der Kaiserschnittwunde ein Problem dar.
Wenn du dich selbst rasieren möchtest, solltest du das ein paar Tage vor dem Kaiserschnitt tun, damit sich die Haut bis zur Geburt wieder erholen kann.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Muss ich mich vor der Geburt rasieren? | Nein, es gibt keine medizinische Notwendigkeit. |
| Ist die Rasur hygienischer? | Nein, das Infektionsrisiko ist nicht geringer, eher höher durch mögliche Mikroläsionen. |
| Was ist, wenn ein Dammschnitt nötig ist? | Auch dann ist eine Rasur nicht zwingend erforderlich. |
| Sollte ich mich vor einem Kaiserschnitt rasieren? | Nein, das medizinische Personal übernimmt dies bei Bedarf. |
Es gibt keine medizinische Vorschrift, die besagt, dass sich Schwangere vor der Geburt rasieren müssen - aber auch keine, die konkret dagegen spricht. Es handelt sich lediglich um eine Empfehlung, auf die Haarentfernung zu verzichten. Ob du dich rasierst oder nicht, ist letztlich deine persönliche Entscheidung.
Den Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen ist es egal, ob du im Intimbereich rasiert bist oder nicht. Das wichtigste ist und bleibt, dass du und dein Baby die Geburt gut übersteht und euch bald kennenlernen könnt.
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