Haare färben während der Periode: Was Sie wissen sollten

Beim Friseur können wir uns zwar so richtig verwöhnen lassen - und doch gibt es bestimmte Tage, für die wir besser keinen Termin ausmachen sollten. Wir verraten, wann ein Friseurbesuch keine gute Idee ist.

Ganz egal, ob blond oder braun, Glossing oder Balayage - der Besuch beim Friseur bedeutet auch immer einen Tapetenwechsel. Und ja, der kann uns mitunter ganz schön guttun. Mit einer Ausnahme: Denn es gibt einen Zeitpunkt im Monat, an dem wir uns besser nicht die Haare färben lassen sollten. Und das ist während der Periode!

Stimmungsschwankungen, Krämpfe, Kopfschmerzen - während der Periode ist mit uns Frauen oft nicht so gut Kirschen essen. Zwar spricht nichts gegen eine wohltuende Kopfmassage oder einen neuen Haarschnitt, aber das Haare färben sollten wir während der Periode besser vermeiden.

Warum Sie während der Periode auf das Haarefärben verzichten sollten

Es ist kein Geheimnis, dass die hormonellen Veränderungen und Schwankungen während des Menstruationszyklus Einfluss auf unsere Haut haben - auch auf die Kopfhaut. Selbst die Haare sind also vor den Folgen der monatlichen Regelblutung nicht gefeit.

Eine Studie des European Journal of Pain hat nämlich tatsächlich eine Verbindung zwischen der Periode und einem erhöhten Schmerzempfinden festgestellt. Also, Männer: Frauen sind in der Zeit der Periode keine wehleidigen Weicheier, sondern haben nachweislich ein höheres Schmerzempfinden. Ursache dafür ist die reduzierte Menge an Östrogen, die die Sensitivität der Haut und die Wahrnehmung des Körpers verstärkt.

Das belegen auch andere Studien wie die der University of Michigan aus dem Jahr 2003, die eine Verbindung zwischen Schmerzempfinden und der Schwankungen des Östrogenspiegels - wie etwa bei der Monatsblutung - festgestellt hat. Doch was hat das mit dem Haare färben zu tun?

Grund dafür ist der niedrige Östrogenspiegel, der die Sensitivität der Haut und die Wahrnehmung des Körpers verstärkt. Und das gilt natürlich auch für die Kopfhaut. Wird die Kopfhaut also um die Zeit der Periode mit Chemikalien behandelt, kann das ganz schön unangenehm werden. Kommt diese während der Periode mit Chemikalien in Kontakt, kann das ganz schön unangenehm sein.

Die sowieso schon empfindliche Kopfhaut wird beim Färben besonders strapaziert, vor allem aggressive Bleichmittel machen ihr zu schaffen. Ebenso reizen weitere Chemikalien, die auch bei der Coloration beim Friseur in den Produkten steckt, die Kopfhaut - und während der Periode eben umso stärker. Hautirritationen sind keine Seltenheit.

Wenn du jemals während deiner Periode beim Waxing oder beim Augenbrauenzupfen warst, hast du bestimmt schon mal das Gefühl gehabt, diese Sitzungen waren schmerzhafter als sonst. Und ich kann dir sagen: Du hast dir die Schmerzen nicht eingebildet. Es ist nämlich sogar wissenschaftlich bewiesen, dass die Haarentfernung während der Regelblutung als schmerzhafter empfunden wird.

Bei einer im European Journal of Pain veröffentlichten Studie wurde herausgefunden, dass das kognitive Schmerzempfinden und “körperliche Bewusstseinssysteme“ auf einige Phasen deines Menstruationszyklus wesentlich sensibler reagieren. Expert*innen führen die erhöhte Empfindlichkeit auf einen Abfall des Östrogenspiegels zurück.

Interessanterweise sagen viele Friseur*innen, dass diese Empfindlichkeit nicht nur bei der Haarentfernung zu beobachten ist, sondern sogar beim Haarefärben. In einem Interview mit dem britischen Radiosender Metro erklärt Haarcoloristin Sophia Hilton, dass Bleichmittel vor allem während der Periode mehr Kopfhautreizungen verursachen können als zu anderen Phasen deines Zyklus.

Hilton sagt, sie habe schon oft beobachtet, wie ihre Kund*innen im Stuhl anfingen zu zucken, wenn sie sich während ihrer Periode die Haare färben ließen.

Das kann Francesca Dixon, leitende Creative Colourist bei Hari's Hairdressers, nur bestätigen. „Wenn du deine Tage hast, verändert sich nicht nur dein Hormonhaushalt, sondern auch die Reaktion des Körpers auf bestimmte Chemikalien. Deine Haut, besonders die Kopfhaut, wird zum Beispiel oft viel empfindlicher.“

Nicht nur, dass das Haarefärben während der Periode etwas unangenehmer ist, auch das Ergebnis kann mitunter beeinträchtigt werden. Einige Expert*innen behaupten nämlich, dass die Mähne die Farbpigmente zu diesem Zeitpunkt weniger gut annehmen kann.

Des Weiteren kann die Zyklusveränderung auch dazu führen, dass unsere Haare die Farbpigmente schlechter aufnehmen und das Ergebnis nicht so wird wie gewünscht. Offensichtlich ist die Zeit der Monatsblutung kein guter Zeitpunkt, um Colorationen anzuwenden.

Also, wenn es möglich ist, versuche deinen nächsten Friseurtermin nicht zeitgleich zu deiner Periode zulegen. Das gilt auch dann, wenn du deine Haare selbst färbst.

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Der beste Zeitpunkt für einen Friseurbesuch

Besser ist es, den nächsten Friseurtermin direkt mit unserem Zyklus abzustimmen. Den nächsten Friseurtermin solltet ihr daher also unbedingt mit eurem Zyklus abstimmen. Wann dann? Am besten eine Woche vor dem Beginn der Periode.

Wollen wir unsere Haare färben lassen, ist die Woche VOR der Periode wie gemacht dafür. Denn zu diesem Zeitraum ist die Talgproduktion erhöht - und das nicht nur im Gesicht (Stichwort: Pickelalarm), sondern auch im Bereich der Kopfhaut.

Vor der Regelblutung erhöht sich der Testosteronspiegel. Dadurch steigt die Aktivität der Talgdrüsen, was sich nicht nur an der Haut, sondern auch an den Haaren bemerkbar macht. Das Ergebnis: Sie werden etwas fettiger. Das zusätzliche Fett schützt die Kopfhaut besser vor den aggressiven, chemischen Prozessen, die sich beim Haarefärben abspielen.

Der ölige Film sorgt dafür, dass die Kopfhaut beim Bleichen oder Färben geschützt wird und das macht die Behandlung um einiges angenehmer! Der ölige Film schützt die Haut beim Kolorieren oder Bleichen und macht die Behandlung angenehmer.

In dieser Zeit geht der Östrogenspiegel zurück, während der Testosteronspiegel - und damit auch die Ölproduktion der Hautdrüsen - steigt. Das ist auch der Grund, warum gerade in dieser Zeit unreine Haut an der Tagesordnung zu sein scheint. Und auch auf der Kopfhaut wird es ölig.

Damit nicht genug: In der Woche vor der Menstruation haften auch die Farbpigmente der Haarfarbe am besten.

Pflegetipps für die Zeit vor der Periode

Außerdem sollten vor der Menstruation die Haarpflegeprodukte den veränderten Bedürfnissen angepasst werden. Tabu sind alle fettenden Produkte, eventuell müssen die Haare häufiger gewaschen werden. Trockenshampoo eignet sich gut zum Auffrischen, da es dem Haar Fettigkeit entzieht. Während die Kopfhaut gut gepflegt ist, neigen die Spitzen bei dieser Pflegeroutine möglicherweise zu Trockenheit.

Zeitpunkt Hormonspiegel Talgproduktion Empfehlung
Während der Periode Niedriger Östrogenspiegel Normal Haarefärben vermeiden
Woche vor der Periode Steigender Testosteronspiegel Erhöht Optimal zum Haarefärben

Zusätzliche Tipps für empfindliche Kopfhaut

Wenn du generell Angst hast, deine Kopfhaut könnte empfindlich auf die Färbemittel reagieren, dann rät dir Color-Experte Paco Latorre dringend dazu, vor dem Färben einen Patch-Test zu machen. „Das ist wichtig, um sicherzustellen, dass du nicht allergisch auf die verwendeten Chemikalien in den Mitteln reagierst. Tupfe einfach etwas von der Farbe hinter dein Ohr oder an eine andere weniger sichtbare Stelle an deinem Kopf und warte dann 48 Stunden ab. Wenn dann deine Haut danach normal aussieht, kannst du deine Haare ohne Bedenken färben.“

Bei Bleichmitteln empfiehlt Paco, die Haare 24 bis 48 Stunden vor der Behandlung nicht zu waschen, damit die natürlichen Schutzöle der Haare bestehen bleiben - denn die schützen zusätzlich vor den aggressiven Chemikalien.

Und noch ein Pro-Tipp des Experten: Bitte deine*n Colorist*in die Farbe mit Arganöl anzureichern, denn das nährt das Haar und schützt es vor dem Austrocknen. Manche Friseure*innen benutzen auch Petroleum oder Kokosnussöl, um die Kopfhaut vor dem direkten Kontakt mit den aggressiven Chemikalien, die zu Irritationen führen könnten, zu bewahren.

Wenn du vor allem auf Ammoniak sensibel reagierst, dann nutze einfach ein ammoniakfreies Mittel - ja, die gibt es mittlerweile auch im Handel zu kaufen.

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