Die Alopecia areata (AA), auch bekannt als kreisrunder Haarausfall, ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch plötzlich auftretenden Haarausfall gekennzeichnet ist. Nach dem anlagebedingten Haarausfall ist die Alopecia areata die zweithäufigste Ursache für Haarausfall. Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz). Der häufigste Typ ist die umschriebene Alopecia areata.
Seltener auftretende Typen sind Ophiasis-Typ, Alopecia totalis und Alopecia universalis, mit Prävalenzen von 0,02 %, 0,08 % und 0,03 %. Die AA betrifft die Geschlechter gleichermaßen und tritt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen auf. Bei 40 % der Patienten tritt die AA das erste Mal vor dem 20. Lebensjahr auf - bei ca. 85 % zeigt sich die AA bis zum 40. Lebensjahr.
Die genaue Ursache der AA ist noch nicht vollständig geklärt, doch es ist allgemein anerkannt, dass der Kollaps des Immunprivilegs des Haarfollikels eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Krankheit spielt. Der Entzündungsprozess der Erkrankung wird über das Einwandern von Immunzellen in und um den Haarfollikel vermittelt. Dadurch kommt es zu einem Bienenschwarm-ähnlichen Infiltrat. Daran sind Lymphozyten wie T-Zellen und NK-Zellen sowie Mastzellen und dendritische Zellen beteiligt. Die Entzündungsreaktion wird auch über Botenstoffe (Zytokine) vermittelt. Entscheidende Zytokine bei AA sind Interferon-γ, Interleukin-2 und Interleukin-15. Das Aufflammen einer AA führt zu einer deutlich verkürzten Anagen (Wachstums)-Phase des Haarwachstumszyklus. Es wird vermutet, dass auch genetische Faktoren einen Einfluss haben.
Die Alopecia areata zeigt ein sehr breites klinisches Bild. Der Haarverlust kann alle behaarten Bereiche des Kopfes und Körpers betreffen. Bei einer Alopecia areata zeigen sich in meisten Fällen die typischen kreisrunden haarlosen Areale an der Kopfhaut. Sie kann sich aber auch durch teilweisen oder kompletten Verlust der Augenbrauen, Wimpern oder Barthaare zeigen. Die Hautoberfläche ist unauffällig. Zur Diagnose gehören:
Ein sehr hilfreicher Test zur Einschätzung der Aktivität der Alopecia areata, aber auch zum Ausschluss anderer Haarerkrankungen, so wie der Trichotillomanie, ist der Zupftest. Der Test wird am Randbereich der haarlosen Areale sowie an klinisch unauffälligen Haaren durchgeführt.
Hierbei wird ein dickes Haarbüschel (ca. 20-50 Haare) zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger am Haaransatz nahe der Kopfhaut fest gefasst, und dann fest, aber nicht gewaltsam von der Kopfhaut weggezogen. Wenn mehr als 10 % der erfassten Haare zwischen den Fingern am Ende verbleiben, gilt dies als positiver Zupftest und deutet auf aktiven Haarausfall hin. Für einen gültigen Test sollten die Haare mindestens einen Tag lang nicht gewaschen werden.
Das „Severity of Alopecia Tool’’ oder der sog. SALT Score ist ein sehr hilfreiches, visuelles Mittel zur Bestimmung des prozentualen Kopfhaarausfalls bei Alopecia areata.
Die Alopecia areata ist eine Erkrankung mit einem stark variablen Verlauf. Einmaliges Auftreten, lange freie Intervalle und immer wieder neues Auftreten einzelner oder mehrerer Herde können sich abwechseln. Jahrelange keine neuen Herde und Remissionen über mehrere Jahre können ebenso auftreten. Faktoren, die mit einer schlechten Prognose assoziiert sind, sind:
Aufgrund der hohen Sichtbarkeit, des unvorhersehbaren klinischen Verlaufs der Erkrankung und des derzeitigen Mangels anhaltend erfolgreicher Therapien ist die AA für viele Betroffene eine große emotionale Belastung. Auch wenn die Krankheit in jedem Alter eine Herausforderung sein kann, sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für ein hohes Maß psychischer Belastung ebenso wie für Mobbing und soziale Isolation.
Das therapeutische Vorgehen ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig von individuellen Faktoren wie der Ausprägung der Erkrankung und Nebenerkrankungen. Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit.
Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:
Es ist wichtig zu beachten, dass die Informationen auf dieser Seite keine Beratung bei einem Arzt ersetzen. Um die passende Therapie für Sie zu finden, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Ärztin.
Kreisrunder Haarausfall im Bart, auch als Alopecia barbae bekannt, ist eine spezifische Form des Haarausfalls, die ausschließlich das Gesichtshaar betrifft. Die betroffenen Stellen können in ihrer Größe variieren und sich im Laufe der Zeit ausbreiten oder spontan zurückbilden. Oft bleibt die Haut an den kahlen Stellen glatt und ohne sichtbare Entzündungen, was die Diagnose erschweren kann.
Eine der zentralen Ursachen für kreisrunden Haarausfall im Bart sind autoimmune Prozesse. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen die eigenen Haarfollikel. Es wird vermutet, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Auslösern, wie beispielsweise Infektionen oder Umweltfaktoren, eine Rolle spielt. Auch Stress kann den Bartwuchs erheblich beeinflussen.
Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:
Alopecia barbae unterscheidet sich von anderen Formen des Haarausfalls durch den betroffenen Bereich (nur Bart), das Erscheinungsbild (klar abgegrenzte kahle Stellen) und die Ursache (primär Autoimmunerkrankung).
Die Symptome von kreisrundem Haarausfall im Bart sind oft deutlich sichtbar, können jedoch je nach Ursache und Fortschritt der Erkrankung variieren. Ein weiteres Merkmal, das oft übersehen wird, ist die mögliche Veränderung der umliegenden Haare.
Zur Diagnose gehören:
Die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten für den kreisrunden Haarausfall am Bart sind sehr beschränkt. Bei einigen Betroffenen hat Cortison gute Ergebnisse erzielt. Um das Immunsystem daran zu hindern, die eigenen Haare anzugreifen, könnten Immunsuppressiva eingesetzt werden. Dennoch gibt es einen manchmal einen Lichtblick für Betroffene: In gewissen Fällen, bei denen die Alopecia barbae nur in einer schwachen Form auftritt, verschwinden die Symptome nach einiger Zeit von selbst und die Haare beginnen wieder zu wachsen.
Weitere Optionen zur Kaschierung der haarlosen Stellen sind Haartransplantation und Haarpigmentierung.
Kreisrunder Haarausfall kann die Psyche trotz verschiedener Behandlungsmöglichkeiten belasten. Aus diesem Grund sollten sich betroffene Personen psychologische Unterstützung holen. Auch kann sich der Austausch mit Gleichgesinnten in einer Selbsthilfegruppe lohnen.
Kreisrunder Haarausfall tritt plötzlich auf, wobei die Haare dabei in Flecken ausfallen. Innerhalb kurzer Zeit kommt es auf dem Kopf also zu einer Glatzenbildung. Ein ungesunder Lebensstil und Stress verstärken die Symptomatik. Kommt es zu einem plötzlichen Ausfall des Kopfhaars, sollten Betroffene zeitnah einen Arzt aufsuchen. Mittlerweile lässt sich kreisrunder Haarausfall auf mehrere Arten behandeln. Ob eine Therapie auch anschlägt, lässt sich jedoch nicht vorhersagen. Vorsicht ist bei der Haartransplantation geboten. Diese Methode sollten Sie lediglich in einer stabilen gesundheitlichen Phase ohne Autoimmunerkrankung in Erwägung ziehen.
Bei Männern weist ein gesunder, voller Bartwuchs auf Männlichkeit und Dominanz hin. Wie die Haare aussehen und wie stark sie wachsen, ist allerdings sehr individuell. Oft wächst der Bart nicht gleichmäßig oder ist an einigen Stellen voller als an anderen. Dies lässt sich durch eine Rasur oder eine andere Bartform in der Regel gut kaschieren. Anders sieht es jedoch aus, wenn es zu sichtbaren Lücken im Bart kommt, denn diese sind fast immer präsent.
| Therapieoption | Evidenz | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Topische Kortikosteroide | Begrenzt | Wirksamkeit nicht etabliert |
| Intraläsionale Injektion von Triamcinolon | Versuchsweise | Bei wenigen stabilen Herden |
| Systemische Kortikosteroide | Einzelfall | Kann hilfreich sein, aber Nebenwirkungen |
| Topische Immuntherapie | Evidenzlevel 2 | Wirksamstes Therapieverfahren |
| Zink-Supplementierung | Gering | Vor allem bei Kindern erwogen |
tags: #kreisrunder #haarausfall #bart #ursachen #und #behandlung
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.