Auf dem roten Teppich bei den Oscars 2025 überraschte Miley Cyrus mit einem kontroversen Beauty-Trend - den sie nicht zum ersten Mal ausprobiert hat. Old Hollywood Glam ist der Look der Stunde, auf den auch bei der 97. Oscar-Verleihung die meisten Stars setzen.
So erschien auch Miley Cyrus im glamourösen schwarzen McQueen-Kleid und transparenten Glitzer-Handschuhen auf dem Red Carpet und setzte diesem klassischen Outfit ein echtes Beauty-Statement entgegen.
Denn nachdem sie bei den Grammys vor wenigen Wochen noch mit dem außergewöhnlichen Soft Jellyfish Haircut Aufmerksamkeit erregt hatte, waren es dieses Mal ihre Augenbrauen, die einen lässigen Kontrast zum Glam-Look schafften. Denn mit den aufgehellten, fast unsichtbaren California Brows machte Miley Cyrus ihren Look zu einem echten Highlight!
Bleached Brows á la Miley Cyrus sind jedoch kein neues Phänomen: Schon in den 90ern und 2000er-Jahren erlebten sie ihren ersten Hype und kommen nun seit einigen Jahren immer wieder zurück. Da sie dem Gesicht einen völlig neuen, futuristischen Ausdruck geben, sieht man sie jedoch meist auf dem Runway und bei lässigen Streetstyle-Looks. Miley Cyrus macht nun den nächsten Schritt und beweist: Ihre California Brows funktionieren auch perfekt auf dem Red Carpet!
Denn in Kombination mit dem glamourösen Kleid und dem klassischen Make-up erzeugen sie einen spannenden Kontrast und verleihen dem Look eine ganz besondere Note! Auf dem roten Teppich der Oscars 2025 kombiniert sie dazu nun Smokey Eyes in einem soften Burgunder-Ton, pfirsichfarbenen Lippenstift und konturierte Wangenknochen. Ihr gestuftes Haar fällt ihr in voluminösen Wellen mit einem tiefen Seitenscheitel über eine Schulter, was den Fokus auf ihr glitzerndes Abendkleid in Schwarz legt.
Wer den California Brows Trend nachmachen möchte, kann sich zunächst mit Concealer herantasten. Einfach mit einem Bürstchen oder einem Pinsel auf die Brauen auftragen und so lange schichten, bis die gewünschte Helligkeit erreicht ist. Darf der Look dauerhaft bleiben, kann man natürlich Profis heranlassen. Wer es lieber selbst in die Hand nimmt, sollte behutsam vorgehen, um Hautirritationen oder ein fleckiges Ergebnis zu vermeiden.
Monochrom mag mutig sein, aber manchmal ist Kontrast eben doch cooler - vor allem bei Brauen und Haar. Zusammen ergeben sie einen texturierten Look und sorgen für klare Rahmung des Gesichts. Wer hat denn überhaupt behauptet, dass alles immer gleich und passend sein soll?
Der kontrastierende Look von dunklen Augenbrauen und hellem Haar ist „immer mehr im Trend, weil Augenbrauen so ein aussagekräftiges Accessoire geworden sind“, sagt Kristie Streicher, Stylistin und Augenbrauenexpertin bei Striiike LA. „Augenbrauen sind ein Riesenthema, und es geht vor allem darum, sie so hervorstechend und stark wie möglich zu betonen.“
„Gleichfarbige Augenbrauen und Haare machen das Gesicht weicher und natürlicher“, so Streicher, die für Michelle Williams Look zuständig ist. Der Kontrast von hell und dunkel erregt Aufmerksamkeit und sorgt oft für einen Boost im Selbstbewusstsein, ganz egal ob nur leicht oder krass. „Tiefdunkle Augenbrauen und platinblondes Haar, zum Beispiel, ergeben einen Look, der bewusst anders und aufsehenerregend ist - nicht natürlich.“
Bumble and Bumble Coloristin Mai findet, „die Kombination kreiert einen wunderbar klaren Look, der die Augen hervorstechen lässt. Augenbrauen rahmen ja unsere Augen, das unterstreicht die Position der Augen als Fixpunkt für viele Menschen.
Für Miley Cyrus ist es tatsächlich nicht das erste Mal, dass sie ihre Augenbrauen bleicht, bereits 2013 sorgte die Sängerin damit für Aufsehen. Den kontroversen Bleached-Brows-Trend haben bereits Kendall Jenner, Gigi Hadid und Kim Kardashian getragen, allerdings sind sie dem Look nie besonders lang treu geblieben.
Miley Cyrus ist bekannt dafür, mit Frisuren zu experimentieren - vom ultra-kurzen Pixie-Cut über einen Mullet bis hin zum XXL-Hair im Stil von Dolly Parton hat sie schon die verschiedensten Looks getragen.
Ob Miley Cyrus ihren Bleached Brows dieses Mal länger treu bleiben wird? Glaubt man dem Internet, ist am 25. August die Welt untergegangen. Seither erbeben Blogs und soziale Netzwerke unter den Schockwellen. Künftige Generationen werden wohl in Jahren vor und nach dem Auftritt von Miley Cyrus bei den MTV Video Music Awards rechnen.
Das denkwürdige Geschehen, das sich in einer Mehrzweckhalle in Brooklyn abspielte, ist nicht leicht in Worte zu fassen. Vielleicht bekommt man anhand einiger der 161 Anzeigen, die bei der Rundfunkbehörde FCC eingingen, eine Vorstellung.
Da heißt es: „Miley Syres (sic) hat eine Performance mit Teddybären gemacht, ihren Hintern einem Mann ins Gesicht gesteckt, obszöne, anspielungsreiche Bewegungen gemacht, die an eine Pornoshow erinnern.“ Ein anderer beschwert sich über den Gebrauch eines „Schaumstofffingers als Dildo“ und das „Lecken am Hintern eines Plüschbären“, außerdem habe Cyrus praktisch nichts angehabt. Ein Dritter drückt seine Missbilligung so aus: „Obszöne sexuelle Akte auf der Bühne, dargestellt von einem Kind.“
Wer sich jetzt die Augen reibt und fragt, wer um alles in der Welt diese Miley Cyrus ist und wo er etwas davon kriegen kann, der hat tatsächlich eine Menge verpasst. Nicht unbedingt das musikalische Talent der bald 21-Jährigen, obwohl sie mehrere Alben herausgebracht und davon auch zwölf Millionen verkauft hat. Auch nicht ihre Schauspielkunst, obwohl schon 2008 das Business-Magazin „Condé Nast Portfolio“ ihren Marktwert dank der Titelrolle in der Disney-Serie „Hannah Montana“ auf sage und schreibe eine Milliarde Dollar taxierte. Gar nicht übel, aber auch kein Muss sind ihre Memoiren, die sie kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag geschrieben hat. Wirklich verpasst hat jeder, der sie nicht kennt, nur zwei Dinge: das Komplett-Phänomen Miley Cyrus und ihre Augenbrauen.
Fangen wir mit den Augenbrauen an, denn die sind leichter in den Blick zu bekommen. Es handelt sich um sehr schöne Augenbrauen. Sie sind sehr dunkel, sehr akzentuiert, und sie bilden eine erstaunlich gerade Linie. Man sieht sie erst richtig, seit sich Miley - nennen wir sie Miley, denn so nennen sie alle, ein Nebeneffekt ihres frühen Ruhms als süßes Fernsehmädchen, eine Art weiblicher Timm Thaler in Tennessee - die Haare abgeschnitten hat.
Mit den Haaren sind wir schon auf halbem Weg zum Komplett-Phänomen. Und da fangen die Geschmacksurteile an, die seit Wochen gefühlt die Hälfte des Internetverkehrs ausmachen. Die Augenbrauen sind ja wie angedeutet über jedes Geschmacksurteil erhaben; bei den Haaren aber muss man sich entscheiden. Früher waren sie lang und dunkel, jetzt sind sie kurz und blond (an den Seiten abrasiert). Früher hatte Miley auch lange Kleider an, höchstens mal Jeans mit sorgfältig platzierten Löchern. Jetzt trägt sie am liebsten gar nichts.
Zum Beispiel auf dem Cover des kommenden „Rolling Stone“-Magazins. Da räkelt sie sich bikinilos am Beckenrand eines Swimmingpools, die Mascara verläuft unter den hypnotisch blauen Augen, das linke Ohr ist gleich mehrfach beringt, nicht nur am Läppchen, sondern auch weiter oben, ein großes farbiges Tattoo, das einer Qualle ähnlich sieht, ziert ihre rechte Seite, sie hat Armreife um und allerlei Ketten, sämtlich aus Gold. Mit anderen Worten, sie trägt so viel Schmuck, dass sie schon beinahe wieder angezogen ist. Was man von ihrer Zunge, die weit heraushängt und die Schulter leckt, nicht behaupten kann; die ist nur anzüglich.
Nebst Nacktheit ist die Zunge Mileys neues Markenzeichen. Auch bei ihrem Sündenfall, den Video Music Awards oder kurz VMAs, machte sie von ihr reichlich Gebrauch. Das fiel aber kaum auf, weil sie die Bühne in hautfarbener Unterwäsche betrat, die so knapp saß, dass die Pobacken herausquollen. Dabei hat Miley, die mit den Jahren immer dünner geworden ist, eher kleine Popbacken. Mit denen wackelte sie aber ehrgeizig in der Art meist afroamerikanischer junger Frauen in Hip-Hop-Videos oder auf Youtube. Die Technik heißt Twerking und soll sich von Stammesriten afrikanischer Völker vor allem aus der Elfenbeinküste ableiten. Dort dürfen diese mit ihrem Tanz, der Mapouka, seit Jahren schon nicht mehr im lokalen Fernsehen auftreten. Womöglich gibt es in der Elfenbeinküste auch eine Art FCC.
In Amerika müssen die Beschwerden erst einmal durch die Gremien. Bis dahin bleibt Twerking erlaubt. Dank Mileys Auftritt hat es sogar Eingang ins ehrwürdige Oxford Dictionary gefunden, kein Scherz. Derweil streiten sich Tausende Fashionblogger, Amateurpsychologen und Kulturanthropologen, ob das halb nackte Pogewackel und das Zungeherausstrecken auf Mileys rapide Britney-Spears-Werdung oder Lindsay-Lohanisierung hindeuten, also als Symptome des Verfalls eines allerliebsten Fernsehgeschöpfes zu lesen sind, oder ob sie sich auf abgefeimteste Weise rassistischer Stereotype bedienen.
Immerhin macht Miley nicht nur mit Teddys rum, sondern auch mit ihren meist farbigen Backgroundtänzern. Sogar ihren weißen australischen Boyfriend, den Schauspieler Liam Hemsworth („Hunger Games“), ließ sie kürzlich für den schwarzen Hip-Hop-Produzenten Mike Will sitzen. Der ist zufälligerweise auch für ihre neue Platte „Bangerz“ verantwortlich, die am Freitag erscheint. „Bangerz“ markiert eine Hinwendung zu hip-hopigeren Klängen, weg vom öden Dance-Pop des letzten Albums. Gleichzeitig hat man tatsächlich irgendwo Britney Spears ausgegraben, damit sie auf dem eher lustlos stampfenden Titelsong mitsingt. Was denn nun: Absturz oder Abgefeimtheit?
In einem Video der „Huffington Post“ unterhalten sich zwei Kritiker über den Auftritt bei den VMAs. Sie sind sich nicht ganz einig, ob Miley das alles so geplant hat oder nicht. Die Frau findet es harmlos und fühlt sich an die eigene College-Zeit erinnert. Klar sei es peinlich gewesen, aber dafür spontan. „Glaubst du nicht“, fragt sie ihren Kollegen, „dass wir als Kultur da viel zu viel hineininterpretieren?“ Der Kollege lächelt maliziös und sagt: „Klar, aber sie wusste, dass wir das würden.“
Kann man die Interpretationsspirale nicht noch eine Windung weiter drehen? Was, wenn die neue Miley nicht nur Abgefucktheit oder Karrieregeilheit ausstellt, sondern endlich ihr Potenzial als All-American-Girl ausspielt? Immerhin hat sie selbst auf die vielen Reaktionen mit der paradoxen Doppelvolte reagiert, sie habe sich mit ihrem Auftritt bei den VMAs einerseits „gar nichts gedacht“ und andererseits „Geschichte schreiben“ wollen.
Die Tochter des berühmten Country-Sängers Billy Ray Cyrus („Achy Breaky Heart“), aufgewachsen in einem der reichsten Orte Amerikas, Toluca Lake, hat als gläubige Christin und Disney-Zuckerschnute lange das traditionelle Amerika repräsentiert. Über den Umweg des Eurotrash, des verspätet in den Staaten gelandeten Neunziger-Pops, näherte sie sich der Gegenwart an. Durch konsequentes Abspecken und Verzicht auf die Langhaarfrisur geht sie neuerdings auch als New-York-tauglicher Hipster durch. Da erscheint ihre Anbiederung an den afroamerikanischen Pop, sozusagen das Twerking des Hillbillys, nur als logischer nächster Schritt.
Da können fantasielose Fanatiker des politisch Korrekten lange über angebliche Nähe zu Minstrel-Shows schäumen. Kanye West weiß es besser. Bei den VMAs teilte der Rapper und Hip-Hop-Produzent Miley mit, er halte sie für die spannendste Künstlerin der Gegenwart, kaufte ihr prompt fünf Paar Schuhe und lud sie ins Studio ein. Kanye - für seine megalomanischen Produktionen zwischen Avantgarde und Narzissmus, zuletzt gern unter Mitwirkung des Folksängers Bon Iver, selbst so gefeiert wie umstritten - sieht in Miley wohl sein weiblich-weißes Pendant.
Beide zielen auf die Verschmelzung aller amerikanischer Pop-Traditionen in einer Person. Das wohlbehütet Gutbürgerliche und das proletarisch Ausschweifende, Country und Rap, Weiß und Schwarz sind sich noch nie so nahegekommen wie in diesen beiden.
tags: #miley #cyrus #blonde #augenbrauen
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