Shampoos gibt es heutzutage unzählige, von fest über flüssig und Haarseifen ist alles auf dem Markt vertreten. Da kann man sich mit der Wahl des richtigen Shampoos schon mal schwertun. Stiftung Warentest hat 18 Produkte getestet. Der Shampoo-Vergleich der Stiftung Warentest legt das Hauptaugenmerk auf Pflegeeigenschaften und Anwendung: Kommen die festen Shampoos und die Haarseifen hier an die Flüssigen heran?
Im Shampoo-Test der Stiftung Warentest wurden neben acht herkömmlichen flüssigen Shampoos auch sechs feste Shampoos und vier Haarseifen untersucht. Die Experten bewerteten verschiedene Kategorien wie Pflegeeigenschaften, Anwendung, Deklaration und Werbeaussagen sowie Verpackung. Zusätzlich wurden die Produkte im Labor auf den Duftstoff Lilial getestet, der als bedenklich für die Fortpflanzungsfähigkeit gilt. Erfreulicherweise wurde in nur einem der 18 getesteten Shampoos dieser kritische Stoff gefunden. Das betroffene Produkt war das feste Shampoo „Honey I washed my Hair“ von Lush. Jedoch hat Lush bestätigt, dass sie seit 2021 kein Lilial mehr in der Produktion dieses Shampoo-Bars verwenden und seit März 2022 alle ihre Produkte lilialfrei sind.
Von 18 Shampoos und Haarseifen im Test, darunter 7 Naturkosmetika, schneiden 14 gut ab, 3 sind befriedigend und eins gerade noch ausreichend. Große Unterschiede gibt es bei den Preisen: Pro Haarwäsche kosten die Produkte zwischen 1 und 38 Cent.
Keine Sorgen muss man sich hingegen um die Gewinner machen. Überraschenderweise hat ein günstiges Discounter-Produkt den ersten Platz unter den flüssigen Shampoos belegt. Bei den festen Shampoos hat die Eigenmarke von dm den Spitzenplatz erreicht, obwohl sie vergleichsweise günstig ist. Der Gewinner unter den Haarseifen befindet sich im mittleren Preissegment. Alle drei Produkte erhielten insgesamt eine „gute“ Bewertung. Kein einziges Produkt konnte jedoch die Bewertung „sehr gut“ erzielen. Den vollständigen Testbericht können Sie kostenpflichtig in der Ausgabe 6/2020 der Stiftung Warentest lesen.
Bei den flüssigen Shampoos sichert sich das Cien Tag für Tag Frucht/Vitamin Shampoo Power & Volumen Normales Haar von Lidl den ersten Platz. Das Shampoo kann in allen Kategorien überzeugen und ist frei von kritischen Duftstoffen. Es verleiht den Haaren im Praxistest Volumen, macht sie geschmeidig und griffig und verleiht ihnen Glanz. Außerdem lassen sich die Haare anschließend gut kämmen. Einzige Kritikpunkte: Das Labor findet im Lidl-Shampoo Polyquaternium, ein Stoff, der sich biologisch nur schlecht abbaut. Zusätzlich stecken laut Herstellerangaben gleich drei Konservierungsstoffe im Shampoo: Sodium Benzoate, Potassium Sorbate und Formic Acid. Laut Hersteller wurde die Rezeptur aber inzwischen geändert. In der Wertung schneidet das Shampoo insgesamt „gut“ (Note 1,9) ab. Der Testsieger kostet im Laden rund 1 Euro. Bei Amazon ist das Lidl-Shampoo ebenfalls erhältlich, aktuell aber ausverkauft.
Bei den festen Shampoos landet das Alverde Festes Shampoo mit Mandarine-Basilikum-Duft für normales Haar von dm auf Platz 1. Bei den Pflegeeigenschaften ist es nicht ganz so gut wie das beste Flüssig-Shampoo. Die Haare lassen sich nach dem Waschen nicht optimal entwirren und das Shampoo begünstigt einzelne „fliegende“ Haare. Geschmeidig und glanzvoll werden die Haare aber trotzdem. Außerdem schneidet das Naturkosmetik-Produkt in Sachen Verpackung „sehr gut“ ab. Und das feste Shampoo ist frei von Konservierungsstoffen und solchen, die sich biologisch schlecht abbauen lassen. Insgesamt schneidet das dm-Shampoo „gut“ (Note 2,1) ab. Das 60-Gramm-Stück kostet im Shop rund 4 Euro.
Bei den Haarseifen gewinnt die Finigrana Haarseife Rosmarin. Es handelt sich dabei ebenfalls um zertifizierte Naturkosmetik die frei von Konservierungs- und Schadstoffen ist. Die Haare lassen sich nach dem Waschen zwar gut kämmen und es gibt wenig fliegende Haare, dafür kann es in den weiteren Teilkategorien der Pflegeeigenschaften weniger überzeugen. In Sachen Entwirrbarkeit, Geschmeidigkeit, Griff/Glanz und Volumen schneidet die Haarseife nur „befriedigend“ ab. Auch die Dosierung der richtigen Menge gestaltet sich bei der Haarseife von Finigrana etwas komplizierter als bei den anderen beiden Siegern. Insgesamt holt sich die beste Haarseife im Test aber noch die Wertung „gut“ (Note 2,4). Die Finigrana Rosmarin-Haarseife bekommen Sie ab circa 6 Euro.
Die Testsieger im Überblick:
| Produktkategorie | Testsieger | Bewertung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Flüssiges Shampoo | Cien Tag für Tag Frucht/Vitamin Shampoo (Lidl) | Gut (1,9) | Günstig, verleiht Volumen und Glanz |
| Festes Shampoo | Alverde Festes Shampoo Mandarine-Basilikum (dm) | Gut (2,1) | Naturkosmetik, sehr gute Verpackung |
| Haarseife | Finigrana Haarseife Rosmarin | Gut (2,4) | Zertifizierte Naturkosmetik |
Bei der Wahl des Haarpflegeprodukts spielen individuelle Kriterien eine Rolle: Welche haarigen Problemfälle stehen an, welcher Haartyp bin ich, möchte ich gesundheitlich bedenkliche Stoffe vermeiden, soll die Verpackung eine möglichst geringe Umweltbelastung verursachen und wie wichtig ist mir die Beschaffenheit des Shampoos? Mit einem Shampoo für normales Haar liegen Sie eigentlich nie falsch. Es kann aber sein, dass Sie dennoch nach speziellen Pflegeeigenschaften suchen. So gibt es spezielle Wirkstoffe, die ein Nachfetten der Haare verzögern können, trockenes Haar pflegen und juckende Kopfhaut beruhigen.
Wer sich hingegen bei der Shampoo-Auswahl mehr Zeit nimmt und ein auf die eigene Haarstruktur angepasstes Shampoo kauft, tut seinem Haar etwas Gutes. Mittlerweile gibt es neben dem flüssigen Shampoo auch festes Shampoo und Haarseifen. Festes Shampoo zeichnet sich dadurch aus, dass ihm Wasser entzogen und es anschließend in Form gepresst wird. Wenn es mit Wasser in Berührung kommt, funktioniert es demnach wie flüssiges Shampoo. Die Konsistenz erweist sich jedoch als etwas bröckelig. Festes Shampoo schäumt man in den Händen auf oder reibt es direkt auf die Haare. Haarseife funktioniert ähnlich wie festes Shampoo. Hier schneiden Nutzerinnen und Nutzer im Vorhinein ein kleines Stück der Seife ab, um nicht die ganze Seife auf einmal zu verwenden. Den Rest der Seife bewahrt man in einem Seifensäckchen oder einem Kunststoffgefäß auf. Haarseife zeichnet sich vor allem durch ihre schonende Reinigung aus.
Manchmal werden Funktionen wie eine Glanzgarantie, leichte Kämmbarkeit oder das Vermeiden von elektrisiert-fliegendem Haar bei feinen Haaren mit zusätzlicher Chemie erkauft - beispielsweise dem Zumischen von Silikonen. Diese werden nicht in allen Belangen positiv beurteilt: Sie bilden eine schützende glatte Schicht ums Haar, was der Struktur zunächst gut tut.
Der Duft eines Haarpflegeprodukts wirkt manchmal einfach euphorisierend - kein Wunder, dass Hersteller ihn möglichst überzeugend kreieren möchten. Doch längst nicht alle Duftstoffe sind unkritisch: Beispiel Lilial (Butylphenyl Methylpropional). Er steht unter Verdacht, Allergien auszulösen und Erbgut zu schädigen. Auch der Aromastoff Limonen, der häufig auch Naturkosmetik zitrusfrischen Duft verleiht, reizt bei manchem die Haut oder ruft allergische Reaktionen hervor. Neben den Duftstoffen spielen bei Shampoos eine Reihe weiterer Inhaltsstoffe eine Rolle, beispielsweise Konservierungsstoffe. Wer bestimmte Inhalte vermeiden möchte, ist gut beraten, immer die Zutatenliste kritisch zu prüfen.
Feste Shampoos und Haarseife ähneln sich zwar auf den ersten Blick, Letztere werden aber mit Lauge verseift. Deren hoher pH-Wert verändert das Waschergebnis: Die Haare können aufquellen oder Schaden nehmen, lassen sich schlecht kämmen, oder es bilden sich weißliche Rückstände. Gegen den letzten Punkt hilft nach dem Waschen eine extra Spülung, die Warentester raten hier zu Essigwasser. Essig hat eine saure Wirkung, die das Haar glättet und ihm Glanz verleiht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Essig zur Haarpflege zu verwenden. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Essig als Spülung nach dem Haarewaschen. Dazu kann man einen Esslöffel Essig mit einem Liter Wasser mischen und die Haare nach dem Shampoonieren damit ausspülen. Dies hilft, die Haare zu glätten und ihnen Glanz zu verleihen.
Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Essig als Haaröl. Dazu kann man ein paar Tropfen Essig mit einem Trägeröl wie Olivenöl oder Kokosöl mischen und es in das Haar einmassieren. Dies hilft, das Haar zu pflegen und es weich und geschmeidig zu machen. Es gibt auch andere natürliche Mittel, die helfen können, sprödes Haar zu bekämpfen. Dazu gehören zum Beispiel Avocado, Banane oder Honig. Diese Zutaten können zu einer Haarmaske verarbeitet und auf das Haar aufgetragen werden. Nach einer Einwirkzeit von etwa 30 Minuten kann die Maske ausgespült und das Haar wie gewohnt gewaschen werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht jedes Haar auf die gleiche Weise reagiert. Daher empfiehlt es sich, verschiedene Methoden auszuprobieren und herauszufinden, welche am besten für das individuelle Haar geeignet ist.
Eine möglichst umweltfreundliche Verpackung, die wenig Müll erzeugt und in der Herstellung wenige Ressourcen verbraucht, liegt im Trend. Das versuchen zunehmend auch die Anbieter von Shampoos umzusetzen. Bei flüssigen Pflegeprodukten wird es - sofern kein Selbstabfüllen in Unverpackt-Läden möglich ist - ohne Plastik-Umverpackung oder Glas kaum gehen. Wer ökologisch handeln möchte, kann tatsächlich auf die festen Shampoos oder Haarseifen umsteigen, die sind häufig lediglich in Karton oder Papier verpackt. Für flüssige Produkte gilt: Wählen Sie möglichst große Produktportionierungen, denn das spart Plastik. Wenn recyceltes Material verwendet wird, ist das meist auf der Verpackung angegeben.
Um zu ergründen, wer in Sachen nachhaltige Produktion, Verpackung, Transport und Entsorgung die Nase vorn hat, haben wir Ökobilanzen erstellt. So verbrauchen feste Haarpflegeprodukte zwar bei Herstellung und Transport weniger Energie. Die größte Umweltbelastung entsteht jedoch bei der Haarwäsche selbst - unter anderem durch den Wasserverbrauch und die Erwärmung des Wassers. Bezieht man diese Faktoren in den Vergleich mit ein, dann schrumpft der Unterschied zwischen festen und flüssigen Shampoos zusammen. Oder anders ausgedrückt: Wer weniger Wasser verbraucht, hilft der Umwelt.
Ob flüssig, fest oder Haarseife - auf welche Variante die Wahl fällt, kann viele Gründe haben. Während die flüssigen Produkte zunächst leichter in der Anwendung erscheinen, kann es bei ihnen schnell zur Überdosierung kommen. Flüssiges Shampoo war über Jahre hinweg die gängige Haarpflege. Für die zähflüssige Konsistenz der Shampoos sorgen etwa 70 bis 90 Prozent Wasser. Diese verdünnen ein Gemisch aus Tensiden, die für die reinigende Wirkung sorgen, Schaumstabilisatoren sowie Pflege- Duft- und Farbstoffen. Aufgrund ihres hohen Wassergehalts benötigen die Flüssigen meist auch eine Konservierung gegen mikrobiellen Befall. Diese liefern bei konventionellen Produkten Zusätze wie Benzoate, Sorbate oder Salicylsäure.
Auch beim Haarewaschen heißt es: sparsam sein. Verwenden Sie einen Spar-Duschkopf, drehen Sie den Wasserhahn ab, während Sie sich einseifen. Manche mögen's heiß, jedoch sollten Sie der Umwelt zuliebe beim Haarwaschen lieber auf mittlere Wassertemperaturen setzen.
Intelligent getrennt. Es gehört mittlerweile fast schon zum guten Ton, bei Plastik genau hinzusehen und wiederverwertbare Verpackungen zu wählen. Beim Entsorgen sollten Sie allerdings genau hinsehen, ob Sie für eine bessere Verwertbarkeit nicht noch zusätzlich trennen müssen. Häufig erfordern Deckel der Plastikflaschen für eine bessere Handhabe andere Materialien.
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