Wenn es um Lace Front Perücken geht, tauchen immer wieder Fragen auf. Dieser Artikel soll so gut es geht, diese Fragen beantworten und einige Aspekte beleuchten, auch wenn sie im Cosplay-Alltag nicht immer genutzt werden.
Den meisten Cosplayern sind wohl die klassischen Cosplay-Perücken bekannt, die es in unterschiedlichen Längen, Farben und auch Formen gibt. Oft kann man diese schon ab 10€ käuflich erwerben. Für die meisten Anwendungszwecke sind diese Perücken perfekt geeignet. Aber manchmal lassen diese klassischen Cosplay-Perücken etwas zu wünschen übrig, besonders wenn man Charaktere aus Film und Serie darstellen möchte. Oder, wenn ein eher realistisch aussehender Haaransatz benötigt wird.
Ich persönlich greife besonders gerne auf Lace Front Wigs zurück, wenn der Charakter, den ich cosplayen möchte, keinen Pony hat. Tatsächlich können aber Lace Front Wigs auch ganz schön ins Geld gehen und nicht immer sind sie auch „notwendig“. Für mein Aschenbrödel Cosplay habe ich mich aus mehreren Gründen gegen eine Lace Front Perücke entschieden, obwohl ich anfangs davon überzeugt war, besonders für dieses Cosplay eine zu verwenden.
Jetzt hast du bereits ein paar Tragebeispiele gesehen und auch, dass Lace Front Perücken je nach Farbe und Form mal etwas mehr oder weniger realistisch wirken. Insgesamt wirken sie aber durch den Haaransatz immer realistischer als die klassische Cosplay-Perücke.
Der größte Unterschied zwischen den jeweiligen Wig-Arten ist wohl das Lace. Das Lace ist ein dünnen hautfarbenes Netz, an dem einzelne Härchen geknotet wurden, um so einen realistischeren Haaransatz zu simulieren. Je nach Haarfarbe, kann das Lace etwas dunkler oder auch etwas heller ausfallen. Viele der Lace Front Perücken sind auf der Innenseite der Wigcap zusätzlich mit kleinen Kämmchen ausgestattet, die dir beim Tragen besonderen Halt dienen sollen.
Im Regelfall ist das an der Perücke angebrachte Netz matt, weich und sehr flexibel. Ab und an kann es allerdings vorkommen, dass du eine Wig erhältst, die ein eher glänzendes und steifes Lace hat. Ich persönlich versuche diese, wenn möglich, zu vermeiden.
Neben diversen Lace Perücken, hast du auch die Möglichkeit eine klassische Cosplay Wig zu einer Lace Front umzugestalten. Hierzu gibt es beispielsweise die sogenannten Lace Sections von coscraft. Das ist einfach ein Stück Netz mit angeknüpften Perückenhaaren, welches du in deine bestehende Perücke einnähen oder ankleben kannst. Natürlich kannst du dir eine solche Lace Section auch selbst knüpfen.
Bevor du deine neue Lace Front Wig aufsetzen kannst, benötigt es ein klein wenig an Vorbereitung. Üblicherweise werden neue Lace Front Perücken stets mit einem zu langem Lace geliefert, sodass du es noch kürzen musst. Hierzu kannst ganz einfach eine Schere deiner Wahl verwenden. Am besten verwendest du aber eine Nagelschere!
Wie kurz oder lang das Lace geschnitten wird, hier scheiden sich die Geister. Häufig habe ich gelesen, dass man das Lace in etwa 1cm breit stehen lassen sollte. Überstehendes und sichtbares Netz solle man dann mit Make Up verblenden. Ich persönlich bin mit dieser Methode nie zurechtgekommen, weswegen ich das Lace meiner Perücken stets ganz knapp abschneide. Hierzu orientiere ich mich oft an den geknüpften Haaren des Lace. Manchmal schneide ich aber auch Bereiche des Lace ab, an dem sich geknüpfte Haare befinden.
Das Lace kannst du entweder komplett frei Hand entlang der geknüpften Haarlinie abschneiden oder du nimmst einen Perückenkopf zur Hilfe. Wenn du einen Perückenkopf nutzt, achte darauf die Perücke gut zu platzieren und festzustecken. Besonders das Lace solltest du mit mehreren Nadeln gleichmäßig befestigen, sodass nichts verrutschen kann und du das Lace nicht beschädigst.
Grundsätzlich setzt man Lace Front Perücken genauso auf, wie man es mit klassischen Cosplay-Perücken macht. Zuallererst packst du all deine Haare unter ein Wig Cap. Lange Haare werden dabei häufig geflochten und bei kurzen Haaren muss man manchmal mit Gel arbeiten, sodass keine Haare unter der Wig Cap hervorschauen. Wichtig ist, dass die Haare gleichmäßig verteilt sind, eng anliegen und du keine Beule kreierst, welche man später unter der Perücke sehen könnte.
Da meine Haare besonders glatt und rutschig sind, arbeite ich auch immer mit Haarspray und sprühe meine Haare kräftig ein, sodass das Cap nicht von meinem Kopf rutschen kann. Am besten vermeide ich sogar frisch gewaschene Haare, da diese bei mir sonst kaum zu bändigen sind. Anschließend nutze ich flache Haarspangen und stecke das Netz zusätzlich über den Ohren und manchmal auch oben auf dem Kopf und am Hinterkopf fest.
Es gibt vor allem zwei Arten von Wig Caps - aus Netz oder aus Strumpf. Das helle hautfarbene Strumpf-Wig Cap ist besonders für Lace Front Wigs super geeignet, da durch das Lace der Perücke etwas von deinen Haaren, bzw. von deinem Wig Cap durchscheinen kann. Das Cap aus Netz gibt es zum Teil auch in verschiedenen Farben, welche du passend zu deiner Perücke wählen kannst. Natürlich kannst du auch mit beiden Wig Caps gleichzeitig arbeiten, indem du erst deine Haare unter ein Wig Cap aus Netz packst und dann das hautfarbene aus Strumpf darüber trägst.
Steht deine Basis aus Wig Cap, flachen Haarklammern und Haarspray, so kannst du deine Perücke schon aufsetzen! Befinden sich auf der Innenseite deiner Perücke Kämmchen, dann nutze diese, indem du sie beim Aufsetzen in deine Haare bzw. Wig Cap steckst. Nun kannst du deine Perücke noch zusätzlich mit Bobby Pins fixieren. Nicht nur klassische Perücke befestige ich so, sondern oft auch Lace Front Wigs, wenn das Ankleben des Lace nicht zwingend notwendig ist. Zum Beispiel, wenn die Haare der Perücke meine Ohren und somit Teile des Lace verdecken, dann verzichte ich oft auf Kleber. Hierzu ziehe ich die Lace Front Perücke straff an meinem Kopf fest, sodass das Lace gut anliegt. Dann befestige die Perücke knapp oberhalb der Ohren mit Bobby Pins. Wichtig ist, dass alles straff sitzt und nicht so leicht verrutschen kann. Hierbei helfen dir die Bobby Pins aka Haarnadeln. Außerdem musst du darauf achten, dass du das Lace nicht verdrehst und der sichtbare Bereich glatt anliegt.
Um das Lace deiner Lace Front Wig festzukleben, gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich persönlich greife am liebsten auf Mastix, auch Hautkleber oder Spirit Gum genannt, zurück. Da ich etwas schusselig bin und nicht möchte, dass der Mastix am Ende zu sehr in den Perückenhaaren landet, setze ich in der Regel zuerst die Perücke auf und nutze dann Mastix. Hierzu streiche ich etwas Kleber auf die Haut knapp vor meinem eigenen Haaransatz. Wie tief du die Perücke in deinem Gesicht platzierst, ist dir überlassen, denn das ist reine Geschmackssache! Ich persönlich trage meine Perücken immer tiefer, als mein tatsächlicher Haaransatz. Das gefällt mir einfach besser.
Hast du den Kleber auf deiner Haut aufgetragen, drückst du das Lace deiner Perücke vorsichtig und gezielt auf den Mastix. Ich fange dabei oben in der Mitte an und arbeite mich dann gleichmäßig zu beiden Seiten. Ziehe das Lace straff um zu vermeiden, dass es sich wellt.
Wenn du die Perücke wieder abnehmen möchtest, kannst du sie natürlich einfach herunterziehen. Das ist minimal schmerzhaft und kann auf Dauer auch das Lace beschädigen. Besser ist es also, wenn du vorher Mastix-Entferner nutzt, um das Lace und den Kleber von deiner Haut zu lösen.
Neben Mastix gibt es auch sogenannte Lace Tapes, um Lace Front Perücken zu befestigen. Vor einigen Jahren habe ich diese einmal probiert, aber bin nicht gut zurück gekommen. Aber vielleicht ist es ja für dich die passende Variante? Zuletzt habe ich auf YouTube eine Variante gesehen, bei der einfach von Got2be der Sprühkleber und der gelförmige Kleber genutzt wurde, um das Lace anzukleben.
Die meisten Kleber kannst du übrigens ganz problemlos auf Amazon bestellen!
Eine weitere Frage, die aufgetaucht ist, war: Was muss ich tun, damit meine Lace Front Perücken noch realistischer aussehen?
Ich bin ehrlich, ich nutze so gut wie nie eine der folgenden Methoden. Einfach, weil ich meist schon so mit dem Gesamtlook zufrieden bin. Ob du dein Make Up zuerst aufträgst und dann die Perücke aufsetzt oder genau anders herum, könnte einen Unterschied machen. Wenn du die Lace Front Perücke zuerst befestigst, hast du beim Auftragen deines Make Ups die Möglichkeit das Lace ebenfalls zu schminken.
Dieser sichtbare Bereich besteht ebenfalls aus Lace und könnte die Wig Caps darunter oder sogar deine echten Haare sichtbar machen. Um das zu vermeiden, kannst du diesen Scheitelbereich einfach mit Concealer und Make Up bearbeiten.
Eine weitere coole Variante, welche nur selten möglich ist, ist es die eigenen Haare mit ins Spiel zu bringen. Hast du die gleiche Haarfarbe wie deine Lace Front?
Babyhaare sind diese kurzen kleinen Härchen, die vorne im Gesicht rum schwirren und uns nerven. Aber genau diese Babyhaare machen einen Haaransatz so realistisch!
Bevor du das Lace deiner Perücke schneidest, solltest du dir ein paar Haare aus dem Lace-Bereich abklemmen und kürzen.
Manchmal kommt es vor, dass sehr viele Haare in einer Reihe an das Lace geknüpft wurden. Anstatt einen schönen fließenden Übergang von Haut zu Lace zu Haaransatz zu Haarpracht zu haben, haben diese Perücken eher einen Balken als Haaransatz. In diesem Fall solltest du dir eine Pinzette schnappen und ein paar Härchen aus dem Lace entfernen. Hierzu sollte die Lace am besten noch nicht geschnitten und gut an einem Perückenkopf festgesteckt sein.
Setze die Perücke nah am Lace an, aber achte darauf nur das geknüpfte Haar und nicht auch das Lace zu greifen. Anschließend ziehst du mit einem Ruck das geknüpfte Haar raus.
Du solltest aber sehr vorsichtig sein, damit du das Lace nicht beschädigst und es am Ende aussieht wie Schweizer Käse.
Hast du also eine passende Knüpfnadel zu Hand, solltest du dir lieber die Mühe machen und vorsichtig den Knoten der geknüpften Härchen lösen. Natürlich kannst du auch weitere Haare zum Lace hinzufügen, indem du mit Hilfe einer speziellen Knüpfnadel Haare in das Lace knotest.
Zu guter Letzt kannst du noch das Volumen deiner Perücke reduzieren. Denn die meisten Menschen haben kaum so dichtes und voluminöses Haar, wie es bei vielen Perücken der Fall ist.
Du kannst zum einen zur Schere greifen und so die Haare ausdünnen. Anstatt die Haare klassisch zu kürzen, ziehst du die Schere mit der Klinge wie einen Rasierkamm über die entsprechenden Haarpartien nach unten. So erhältst du einen fließenden Übergang und dünnst Schritt für Schritt die Haare etwas aus.
Oder du greifst zum Dampfer, auch Steamer genannt. Bei dieser Methode muss deine Perücke aber hitzeresistent sein, um nicht beschädigt zu werden. Bisher ist mir noch keine Lace Front Perücke untergekommen, bei der das nicht der Fall war.
Du teilst die Haare deiner Wig in Partien auf und nutzt heißen Wasserdampf, um das Volumen zu reduzieren. Du arbeitest dich so Schicht für Schicht durch die komplette Perücke.
Die meisten Perücken Shops führen auch Lace Front Perücken. Neben Lace Front Perücken gibt es übrigens auch Full Lace und andere Part Lace Wigs. Besonders Echthaar-Perücken sind häufig Full Lace Perücken, die in jede beliebige Richtung gestylt werden können.
Im Gegensatz zu klassischen Cosplay-Perücken hatte ich nur selten starke Qualitätsunterschiede. Die meisten Lace Front Wigs sind sehr dicht und haben ein weiches Lace. Schwarze oder generell dunkle Perücken könnten eher ein dunkleres Lace haben, welches für helle Hauttypen nicht optimal verblendet.
Wenn ich mir eine neue Lace Front Perücke zulegen möchte, sind tatsächlich häufig Amazon, Wig is Fashion und Arda Wigs meine erste Anlaufstelle. Aber auch auf ebay oder Aliexpress findet man gute Perücken zu einem günstigen Preis!
Besonders bei Standard-Farben oder Styles lohnt sich ein Vergleich über die verschiedenen Shops hinweg. Suchst du kurzhaarige Lace Front Perücken oder sogar welche mit Zopf?
In einem vorherigen Blogeintrag haben wir uns mit dem Thema Ansätze kleben beschäftigt. In diesem Blogeintrag geht es nun um die zeitaufwendigere und teurere Methode: Ansätze selbst zu knüpfen.
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich keinerlei Ausbildung in diesem Bereich habe . Ich spreche hier vor allem aus Erfahrung, eigenen Recherchen und Tipps von Freunden vom Fach.
Für Bärte, Koteletten oder wenn ihr sogar eure eigene Lacefront Wig selbst machen wollt, braucht ihr eigentlich nichts weiter als das Lace, welches eine Lacefront Wig bereits integriert hat. Benutzt bitte nicht einfach gewöhnlichen Lace-Stoff, da dieser zu wenig stabil ist, um das Gewicht von Kunsthaaren zu tragen. Perückenmacher und Maskenbildner benutzen sogenanntes Swisslace oder auch Frenchlace für den Front-Bereich ihrer Perücken. Es ist etwas fester als normaler Stoff und manchmal mit einer ganz feinen Wachsschicht bedeckt. Swisslace ist der menschlichen Kopfhaut sehr ähnlich und sehr angenehm zu tragen.
Fürs Knüpfen ist es wichtig, dass ihr eine passende Unterlage für eure Arbeit habt. Sprich: einen Perückenkopf. Selbstverständlich funktioniert es mit jeglichen Arten von Köpfen, allerdings sind Perückenköpfe aus Kork mit Segeltuchstoff überzogen für diese Art Arbeit am besten geeignet, da ihr so die einzelnen Härchen auf dem dunklen oder dem hellen Untergrund besser sehen könnt.
Wenn ihr mit einer Lacefront Wig arbeitet und ihr euch eure Vorlage bereits aufgezeichnet habt, wisst ihr ja jetzt genau, an welcher Stelle ihr Haare entfernen solltet und wo vor allem hinzugefügt werden müssen.
Steckt eure Vorlage also am Perückenkopf gut fest, platziert eure Perücke genauso wie ihr sie entweder angezeichnet habt, oder wie es am Ende aussehen soll. Die Perücke wird nämlich nicht mehr bewegt, weshalb ihr sie gut feststecken solltet.
Achtet darauf, dass das Lace schön flach anliegt und keine Falten dabei entstehen!
Ich persönlich fange erst damit an, die Härchen aus dem Lace zu entfernen, die ich nicht brauche. So habt ihr vor dem Knüpfen schon etwas den Weg geebnet und ihr müsst weniger Haare aus eurem Sichtfeld wegstecken.
Einen bereits geknüpften Knoten zu öffnen ohne dabei das Lace zu beschädigen, ist gar nicht so schwierig und relativ schnell gemacht. Mit einer Lichtlupe könnt ihr durch gute Sicht den Vorgang noch einmal beschleunigen. Das Einzige, was ihr tun müsst, ist mit der Nadel in die Schlaufe des Knotens zu treffen und diesen zu lockern. Wenn ihr das geschafft habt, könnt ihr an dieser Schlaufe ziehen und die Härchen folgen eurer Bewegung. So lassen sie sich einfach und vor allem ohne Schaden entfernen.
Bitte nicht einfach an den Härchen zerren, um sie zu entfernen. So zurrt ihr den Knoten nur fester und sie lassen sich schwieriger entfernen. Zudem beschädigt ihr womöglich das Lace, sowie die Härchen - wenn sie denn noch ganz bleiben und nicht bereits gerissen sind.
Sobald ihr die Haare entfernt habt, die nicht in eure Form passen, folgen nun lange Stunden des Knüpfens. Es ist eine Arbeit, die eure Geduld auf die Probe stellen wird, aber es lohnt sich!
Als Erstes gilt es, den Knoten zu lernen. Ich habe dazu z.B. an den Lace-Stellen geübt, die ich nicht brauche. Betrachten wir doch einmal die einzelnen Maschen des Lace selbst. Sie haben 6 Seiten - sind also Wabenförmig. Es ist euch überlassen, wie viele dieser Seiten ihr mit Härchen bestücken wollt. Je mehr Seiten ihr knüpft, desto dichter wird eure Perücke. Das Gleiche gilt für die Anzahl Härchen. Je mehr Härchen ihr für einen Knoten verwendet, umso dicker wird dann die einzelne Strähne. Aber Vorsicht! Das bedeutet auch, desto sichtbarer wird dann euer Knoten.
Ich persönlich habe gewöhnlich zwei Seiten mit einem Knötchen aus zwei bis drei Härchen versehen. Es kommt aber immer auf die Stelle an. Oftmals seht ihr später, welche Stelle für euch noch etwas zu licht aussieht. Schaut am besten bei einer bereits bestehenden Lacefront Wig nach oder wenn ihr eine verbessert, dann schaut bei den bereits geknüpften Stellen nach, wie diese gemacht wurden.
Am einfachsten ist es, wenn ihr euch von den bestehenden Härchen aus, zum Beginn eures Haaransatzes arbeitet. Zumal die Haare meist weniger dicht werden, je weiter man sich der Stirn nähert. Ich habe z.B. die letzten drei Reihen, nur noch mit zwei Härchen versehen. Aber das ist Geschmackssache.
Piekt mit eurer Nadel von der Mitte einer Masche unter der Seite, die ihr mit Härchen versehen wollt, hindurch. So, dass die Seite über eurer Nadel liegt.
In eurer anderen Hand habt ihr mit einer kleinen Strähne bereits eine Schlaufe gelegt, wo ihr eure Anzahl Härchen entnehmen könnt - sprich, eine Strähne in der Hälfte umgelegt. Zu Beginn kann es hilfreich sein, erst einmal nur die Anzahl Härchen in der Hand zu halten, die ihr pro Knoten einknüpfen wollt. Es dauert natürlich länger, aber das hat mir am Anfang sehr geholfen, da ich immer zu viele Härchen auf einmal aufgenommen hatte.
Hakt eure Nadel also in die Schlaufe ein und zieht die Härchen unter der ersten Seite in die Mitte der Masche durch. Eigentlich ist egal, wie viel der Strähne ihr in der Mitte durchzieht, solange ihr genug Platz für den Knoten habt. Wichtig ist, dass eure Härchen während des Vorgangs immer gespannt bleiben müssen. Haltet also das Ende eurer Härchen immer gut fest.
Nun, lasst die Schlaufe über eure Nadel gleiten, so dass ihr den Haken eurer Nadel wieder frei habt. Wickelt euren freien Haken zwei Mal um den Rest der Strähne und zieht diese dann durch eure Schlaufe, die ihr noch immer über eurer Nadel liegen habt. Zieht die Härchen solange durch die Schlaufe, bis alle durch sind - natürlich müsst ihr dabei die Enden loslassen. Dann müsst ihr das Knötchen nur noch festziehen und ihr habt es geschafft!
Übt ruhig ein paar Knoten an den freien Stellen eures Lace, um sicherer zu werden. Mehr müsst ihr aber nicht über Knoten wissen.
Richtet euch gemütlich ein, hört ein Hörbuch oder Musik dazu, denn das wird nun eine Weile dauern.
Fertig geknüpft, lassen sich die Haare wie alle anderen an der Perücke ohne Probleme stylen. Ein großer Vorteil der geknüpften Ansatz-Variante ist, dass ihr keine Vorsicht walten lassen müsst, wie bei einem geklebten Ansatz.
Ja, aber was ist denn nun besser? Es gibt einige Vor- und Nachteile auf beiden Seiten. Knüpfen ist extrem zeitaufwendig und je nach Hilfsmittel teuer. Natürlich sind das einmalige Anschaffungen, allerdings nicht «nur mal zum Ausprobieren» gedacht.
Geknüpfte Ansätze sind zwar viel aufwendiger, sehen aber sehr viel natürlicher aus. Ich für meinen Teil wäge immer nach dem Aussehen des Charakters ab.
Bei Charakteren/Schauspielern aus Filmen und Serien könnte man durchaus darüber nachdenken den Ansatz zu knüpfen. Wiederum bei Anime- oder Gamecharakteren darf der Ansatz ruhig «edgy» also comic-like aussehen.
Ein anderer Aspekt ist allerdings auch die Zeit! Man hat nicht immer die Zeit, mehrere Stunden Arbeit in einen geknüpften Ansatz zu stecken. Schon gar nicht während eines Con Crunchs.
Für meinen Ansatz habe ich zum Beispiel 23 Std. gebraucht. Es ist also ein Abwägen des Für und Widers. Ihr kennt nun beide Methoden, die Entscheidung liegt bei euch.
Probiert doch mal beide Varianten aus!
tags: #lace #front #perücke #cosplay #anleitung
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