Kobolde mit roten Haaren in der Mythologie

In der Welt der Mythologie und des Aberglaubens spielen Kobolde eine vielfältige Rolle. Sie sind oft kleine, schelmische Wesen, die sowohl Glück als auch Unglück bringen können. Besonders interessant ist das Motiv der Kobolde mit roten Haaren, das in verschiedenen Kulturen und Sagen auftaucht. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser faszinierenden Figuren.

Der Klabautermann: Ein nordischer Schutzgeist

Ein bekanntes Beispiel für einen Kobold ist der Klabautermann. Er entstammt der nordischen Mythologie und dem Aberglauben der Seeleute. Im Aberglauben der Seeleute ist er ein Schutzgeist, der an schadhafte Stellen der Schiffswände klopft und den Schiffszimmermann damit zu Ausbesserungsarbeiten auffordert. Dann auch ein unglückverheißender Schiffskobold, der den Untergang anzeigt.

Der Name ist seit der 1. Hälfte des 19. Jhs. belegt (Klabotermann 1826, Klabautermann 1828) und wahrscheinlich aus der nd. Bezeichnung für den Schiffszimmermann Kalfater, Klafater (s. kalfatern) hervorgegangen. Sein berühmtester Vertreter ist der Pumuckel von Ellis Kaut.

Ein Klabautermann kann sich, ebenso wie Kobolde unsichtbar machen und hat auch einige Zaubertricks auf Lager. Allerdings gehört er im weitesten Sinne zur Familie der Hausgeister.

Die normalen Matrosen bekommen so gut wie nie einen Klabautermann zu sehen. Es sei denn, sie sind an einem 22. Februar geboren. Doch sein Wirken an Bord kann unmöglich von ihnen nicht bemerkt werden.

Um ihn bei Laune zu halten und ihn freundlich zu stimmen, stellt die Schiffsbesatzung ihm gerne ein Glas Milch in eine geschützte Ecke. Einzig der Kapitän hat eine große Chance den Klabautermann zu Gesicht zu bekommen.

Wenn er ein würdiger Vertreter seiner Zunft ist und die Regeln und Gesetze der See einhält, gesellt sich der Klabautermann gerne zu den Mahlzeiten mit in seine Kabine. Im normalen Schiffsbetrieb achtet ein Kobold darauf, dass die Mannschaft ordentlich arbeitet.

So mancher Faulpelz weiß von unsichtbaren Tritten oder Hieben zu berichten, die wahrscheinlich von der Anwesenheit eines Klabautermannes herrühren. Kennzeichnend für seine Anwesenheit an Bord ist das Klopfen an den Schiffswänden.

Es ist dem Klabautermann egal ob er dabei den Schlaf der Matrosen stört oder am Tag bei Windstille den Matrosen eine Gänsehaut beschert. Der Ursprung eines Klabautermanns ist seit Generationen überliefert.

Es heißt, dass er aus dem Geist eines totgeborenen oder ungetauft verstorbenen Kindes, das unter einem Baum vergraben wurde, entsteht. Die Seele des Kindes wird vom Baum aufgenommen und gelangt beim Bau eines Schiffes, mit dem Holz dieses Baumes, als Klabautermann unwiderruflich auf das Schiff.

Der Klabautermann würde auch niemals freiwillig das Schiff wieder verlassen. Nur bei einem vernichtendem Schiffsunglück oder einem unwürdigen Kapitän, sucht der Klabautermann das Weite.

Der Leprechaun: Ein irischer Kobold mit verstecktem Gold

Was wäre ein so magisches Land wie Irland ohne mythologische Gestalten wie Feen, Elfen oder Kobolde? In der irischen Landschaft findet man die unterschiedlichsten Arten dieser fantastischen Figuren; einige Fanatiker schwören, welche gesehen zu haben und man findet ihre Videos bei youtube...

Der Leprechaun ist ein grüngekleideter, 50 cm kleiner Kobold, der sich mit seinem mürrischen Blick unter dem großen Hut in Erd- oder Baumhöhlen versteckt oder hinter Büschen und Hecken lauert.

Man kann ihn nur schwer entdecken, dafür aber die Geräusche des Hammers hören, wenn er einen Schuh repariert. Leprechauns rauchen beständig übelriechende Pfeifen, trinken selbstgebrannten Whisky und sind einsame Gestalten. Weibliche Leprechauns scheint es nicht zu geben...

Den Leprechauns wird nachgesagt, dass sie unheimlich reich sind. Angeblich sammeln sie ihr Gold in großen Töpfen, die sie am Ende des Regenbogens verstecken.

An nebligen und regnerischen Tagen (was in Irland nicht sehr ungewöhnlich ist) kommen sie angeblich aus ihrem Versteck hervor und da könnte man sie ertappen. Und keine Sorge: Sie gelten als grimmig, mürrisch und verdrießlich, doch wenn man ihnen aus einer misslichen Lage hilft, zeigen sie sich sehr dankbar und großzügig.

Der stets grün und rot gewandete Kobold gilt als Symbol für Glück. Er sammelt nämlich Gold, welches er dann in einem Topf am Ende des Regenbogens versteckt. Wer einen der kleinen Kerle zu sehen bekommt, hat drei Wünsche frei.

Weitere irische Fabelwesen

Neben dem Leprechaun gibt es noch eine Vielzahl weiterer faszinierender Fabelwesen in der irischen Mythologie:

  • Far Darrig: Der Name dieses Wesens bedeutet Roter Mann, denn er trägt stets einen roten Umhang und Hut. Auch er ist ein Kobold und sozusagen der böse Zwilling des Leprechaun. Bekannt ist der Far Darrig vor allem für seine grausamen Scherze mit den Menschen. Dabei locken die Kobolde ihr Opfer alleine in einen Raum und nutzen ihre bauchrednerischen Fähigkeiten, um einen unmenschlichen Lärm zu veranstalten. Das angsteinflößendste dieser Geräusche, so heißt es, sei das Lachen eines toten Menschen.
  • Kelpies: Als böse Wassergeister suchen Kelpies angeblich Flüsse und Seen heim. Oft erscheinen sie in Gestalt eines wunderschönen Pferdes mit tropfnasser Mähne. Ihr angenehmes Äußeres verführt die Menschen dazu, auf ihrem Rücken zu reiten. Doch kaum sitzt der Reiter, haftet er fest an der Haut des Pferdes, wird von ihm ins Wasser getragen, ertränkt und schließlich verzehrt. Laut einigen Überlieferungen können Kelpies auch als attraktive Männer erscheinen oder sind in der Haut eines solchen gefangen. Stiehlt man nämlich dem Kelpie seinen silbernen Zaum stiehlt und versteckt ihn, hält man ihn in menschlicher Gestalt an Land „gefangen“.
  • Merrow: Der Begriff stammt aus dem Gälischen und bezeichnet einfach ein Wesen aus dem Meer. Im Unterschied zu den bekannteren Meerjungfrauen aus anderen Kulturen besitzen sie einen komplett menschlichen Körper, nur mit riesigen, platten Füßen und Schwimmhäuten an den Händen. Seine Fähigkeiten zur Fortbewegung im Wasser verdankt der Merrow seiner Kleidung, die von Region zu Region unterschiedlich sein kann. Manche sprechen dabei von einer roten Mütze, andere dagegen von einem Seehund-Umhang. Ähnlich wie beim Kelpie erzählt man sich auch hier von Menschen, die sich auf diese Weise ein solches Wesen „einfingen“ und heirateten, insbesondere wegen seiner besonderen Schönheit.
  • Selkie: In eine ganz ähnliche Rubrik fällt das Wesen namens Selkie - ebenfalls ein bekanntes irisches Fabelwesen. Im Gegensatz zum Merrow sind sie im Wasser komplett von tierischer Gestalt, also Robben, können jedoch des Nachts ihr Fell ablegen und als Menschen an Land kommen. Die Kinder aus einer solchen Verbindung, so der Mythos, erkennt man an Schwimmhäuten zwischen ihren Fingern. Oft fürchten sie das Wasser, als wüssten sie, dass sie, einmal ins Meer getaucht, nicht mehr dieselben wären. Insgesamt ist das Geheimnis um die Selkies ein Stoff, der in zahlreiche Bücher und Filme Einzug fand.
  • Wechselbalg: Auch diese beiden sind als irische Fabelwesen bekannt, und insbesondere der kopflose Reiter ist darüber hinaus in anderen Kulturen weit verbreitet. Hierbei handelt es sich um ein Kind des Feenvolkes, das dieses gegen ein menschliches Baby ausgetauscht hat. Laut Legende wäre ein Grund dafür beispielsweise, dass ein Feenkind auf irgendeine Weise beeinträchtigt geboren wurde oder den erwachsenen Feen schlicht nicht schön genug erscheint. Und - so will es die Überlieferung - diese Feenkinder beziehungsweise Changelings machen ihrer Familie alles andere als Freude. Im Heranwachsen dann zeigen sich ihre musikalischen Fähigkeiten.
  • Banshee: Sie gilt als Omen des bevorstehenden Todes: wer sie sieht oder ihren Schrei hört, ist dem Tod geweiht. Dabei erscheint sie einmal als junge Frau, ein anderes Mal als stattliche Matrone, die aber stets ein weißes Gewand trägt. Der Ursprung dieser Fabelgestalt lässt sich jedenfalls bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals gab es Klageweiber, die an den Gräbern traurige Lieder vortrugen. Die stimmbegabtesten Klageweiber waren auf den Beerdigungen der Reichen und Mächtigen zu finden und wurden großzügig entlohnt. So nannten viele Einflussreichen ihre Klageweiber ihre fairy women oder auch bean side (Feen wurden als die begabteren Sänger betrachtet).

Japanische Kobolde und Fabelwesen

Auch in der japanischen Mythologie gibt es eine Vielzahl von Kobolden und Fabelwesen. Japan ist reich an Fabelwesen der verschiedensten Arten. So gibt es hier Japan Geister, Kobolde und Monster. Viele davon stammen aus den alten japanischen Traditionen, einige wurden aber auch aus China oder dem Buddhismus übernommen.

Ebenso ist Japan voll von Märchen, Sagen und Legenden, die sich um diese geheimnisvollen Wesen ranken. Viele dieser Legenden sind bis heute noch hoch aktuell.

Einige Beispiele sind:

  • Kappa: Das Fabelwesen Kappa, welches auch unter den Namen Kawataro oder Gataro bekannt ist. Es ist in ganz Japan bekannt und gehört zu den asiatischen Goblins. Diese kleinen Monster leben im Wasser, am liebsten in ruhigen. Sie tragen eine Schale mit Wasser auf dem Kopf, welches ihre übernatürliche Macht zeigt. Vertrocknet es oder schwappt es über an Land würde, diese erheblich geschwächt. Außerdem würden sie ihre Stärke verlieren und währen so schwach, dass sie sich nicht einmal mehr bewegen könnten oder sogar sterben müssten. Es gehört zur Kategorie der Yokai, der Dämonen. Im japanischen Volksglauben spielt Kappa eine große Rolle. Seine Spuren gehen bis in das Jahr 720 zurück. Er hat die Form eines kleinen Kindes gemischt mit den Formen von Affe, Otter und Schildkröte. Sein Gang ist aufrecht und er kann sprechen wie ein Mensch. Der Legende nach leben sie im Wasser, aber am Nachmittag schleichen sie auf die Felder um von dort Erntegut zu stehlen. Ebenso heißt es, dass er Menschen zum Ringen überredet und durch das Wasser auf seinem Kopf viel mehr Stärke besitzt als dieser. Über ihn kursieren aber auch gruselige Geschichten, wie zum Beispiel, dass er trinkende Pferde oder Rinder ins Wasser zieht und ihnen das Blut aussaugt. Er riecht außerdem fischig und seine Farben variieren zwischen blau, gelb und schwarz. An Land ist er ungefährlich. Wegen seiner Abneigung gegen Spucke, Eisen, Sesam, Ingwer und Flaschenkürbissen kann er leicht von den Menschen überlistet werden.
  • Tengu: Der Tengu fällt ebenfalls in die Kategorie der Yokai. Übersetzt bedeutet sein Name Himmelshund. In sehr frühen Darstellungen wurde der Tengu als eine Art Krähe gezeigt. Heute ist er eine Mischung aus Mensch und Vogel. Der Tengu stammt höchstwahrscheinlich vom japanischen Buddhismus ab. Mit der Zeit vermischten sich diese Einflüsse mit dem hinduistischen Konzept des Vogelmenschen. Dieser spiegelt sich im indischen Gott Garuda wieder. Häufig werden sie mit dem Tokin auf der Stirn und der Kleidung von Yamabushi-Bergasketen dargestellt. Ihre Heimat sind vorwiegend Berge und Gebirge, woher auch der Name Bergkobold kommt. Wie Vögel schlüpfen sie aus Eiern und haben auch eine lange Nase, die wie ein Schnabel aussieht. Trotzdem haben sie den Körper der Menschen. Ihre Haut ist rot und der Körper ist mit Federn bewachsen. An Händen und Füßen haben sie Adlerklauen. Sie leben in kleinen Gruppen, welche von einem König angeführt werden. Dem Menschen gegenüber sind sie scheu und zeigen sich selten. Noch heute spielen sie in der Shinto-Religion Japans eine tragende Rolle. Man bietet ihnen Nahrungsopfer dar um sie zu besänftigen oder ihr Wohlwollen zu erregen.
  • Oni: Das Oni Fabelwesen gehört zu der Kategorie der Yokai. Sie werden als dumme ogerähnliche Bösewichte oder als wirklich böse und gemeine Dämonen dargestellt. Im japanischen Volksglauben ist ihr Aussehen hässlich. Sie haben scharfe Klauen, struppiges Haar und Hörner auf dem Kopf. Ein wenig ähneln sie dadurch unserer Anschauung vom Teufel. Im Grunde haben sie eine große Ähnlichkeit mit dem Menschen, aber einige haben auch mehrere Augen und viele Finger und Zehen. Ihre Haut wird oft rot, blau, pink, grün oder schwarz dargestellt. Sie sehen sehr grimmig aus. Dies wird noch zusätzlich von den Tierhäuten und Eisenkeulen, die sie bei sich tragen, unterstützt. Auch gelten sie als unbesiegbar. Ursprünglich waren sie gutmütige Wesen, die Übeltäter bestraften und alles Böse abwehrten. Diese Vorstellung wurde vom Buddhismus noch bis ins 13. Jahr­hundert hinein übernommen. Man glaubte, dass sie die Wächter der Hölle seien und sie wurden als Shinto-Geister anerkannt. Im Laufe der Geschichte übertrug sich das Böse immer mehr auf sie und man glaubte schließlich sie brächten es mit sich. Man sollte sie besser meiden. Oni werden seit dem 10. Jahr­hundert mit der Himmelsrichtung Nordosten in Verbindung gebracht. Manche Tempel haben sogar im Nordosten Einbuchtungen um Oni zu vertreiben. So spielen sie auch in der Yin-Yang-Tradition eine Rolle. Es werden heute noch in einigen Dörfern im Frühjahr Rituale abgehalten um Oni zu verscheuchen. Des Weiteren sollen auch Statuen von Affen Schutz vor Onis bieten. Trotz allem sind aber einige ihrer gutmütigen Eigenschaften bis heute geblieben.
  • Noppera Bo: Noppera Bo sind gesichtslose Gespenster der japanischen Legende. Diese Fabelwesen werden meist auch als Menschen dargestellt. Allerdings können sie auch die Form von anderen Wesen annehmen. Sie lieben es Menschen zu erschrecken. Ihr Aussehen ist menschenähnlich, nur fehlt ihnen das Gesicht. Aber nicht nur zu früheren Zeiten, sondern bis zur heutigen Zeit gibt es immer wieder Berichte, die von der Sichtung der Noppera Bo erzählen. Solche Sichtungen gibt es nicht bloß in Japan, sondern überall wo Japaner leben. Also auch die Auswanderer in anderen Regionen, wie beispielsweise auf Hawaii. Damit ist der Glaube an Noppera Bo bis heute sehr aktuell. Der Protagonist der Geschichte spricht einen Menschen an, der den Rücken zu ihm gewandt hat. Sobald er näher kommt, dreht die andere Person sich um und offenbart ihr Gesicht ohne Augen, Nase und Mund. Verstört flieht der Protagonist, auf der Suche nach einem normalen Menschen. Meist trifft er auf einen bekannten, dem er von seiner merkwürdigen Begegnung erzählt. Nachdem sich der Bekannte die Geschichte angehört hat, fragt er ob die Person so aussah. Trotzdem sind die Noppera Bo nicht besonders gefährlich. Sie treiben einfach nur Schabernack mit den Menschen. Noppera Bo waren eine der ersten japanischen Yokai, die der westlichen Welt vorgestellt wurden. Oftmals werden sie auch als Mujina bezeichnet, was aber auf eine falsche Benutzung des Autors Lafcadio Hearn zurückzuführen ist, der für den Titel seiner Geschichte über Noppera Bo „Mujina“ auswählte.
  • Yamata no Orochi: Yamata no Orochi sind Drachen der japanischen Shinto-Mythologie. Sein Name bedeutet übersetzt Achtgabelige Riesenschlange. Der Beschreibung nach hat die Yamata no Orochi rote Augen, acht Köpfe und acht Schwänze. Auf ihrem Körper sollen Moos und Zypressen wachsen und er soll die Länge von acht Tälern und Hügeln haben. Der Bauch dieses Drachen soll immer blutig entzündet sein. Es gibt auch eine Sage, die über den Sieg Yamata no Orochis berichtet. So wurde sie durch eine List vom Shinto Sturmgott Susanoo erschlagen. Der Erzählung nach traf Susanoo ein weinendes Ehepaar mit einem Kind. Der Mann erzählte ihm, dass er einmal acht Töchter gehabt hätte. Aber jedes Jahr sei eine achtköpfige Schlange gekommen und habe eine seiner Töchter verschlungen. Nun sei die Zeit wieder da, in der die Schlange käme. Darauf befahl Susanoo dem Ehepaar achtfach starken Sake zu brauen und einen Zaun mit acht Türen zu bauen. Hinter jede Tür sollten sie ein Fass mit Sake stellen. Als darauf Yamata no Orochi kam und von dem Sake trank fiel er in einen tiefen Schlaf. Susanoo tötete die Schlange und der Fluss Hi wurde von ihrem Blut rot gefärbt. Dieser Geschichte zu Ehren wird in vielen Shinto-Schreinen ein Fest begangen. Hier spielt die Zahl acht eine besonders große Rolle. Ihre genaue Bedeutung ist zwar unklar, doch steht sie häufig als Symbol für Unendlichkeit und Heiligkeit.
  • Kirin: Kirin Fabelwesen haben ihren Ursprung in China. Es gehört zu den vier Wundertieren und wird außerdem noch als chinesisches Einhorn bezeichnet. Es gibt verschiedene Darstellungsmöglichkeiten. So wurde Kirin in der Ming-Dynastie mit Drachenkopf und Flammenornamenten und mit Ochsenhufen gezeigt. Sein Körper ist mit Drachen- oder Fischschuppen besetzt. Während er in der Qing-Dynastie noch zusätzlich mit einem Karpfenbart, einem Hirschgeweih und einem Löwenschwanz dargestellt wurde. Es ist ein friedliches Wesen, welches Liebe, Güte und Frieden verkörpert. Des Weiteren ernährt es sich ausschließlich vegetarisch und würde auch nie die Käfer der Wiesen zertreten über die es läuft. Außerdem kann es bis zu 1000 Jahre alt werden. Man glaubte in früheren Zeiten, dass das Erscheinen des Kirin als Ankunft eines neuen Herrschers zu deuten sei. Daher wird er auch nur einmal im Jahrtausend gesehen. Angeblich soll die Mutter von Konfuzius vor der Geburt ihres Kindes ein Kirin gesehen haben. Noch heute gilt es als Symbol für Glück, Frieden, Kindersegen und Gerechtigkeit. Allerdings wurde es so nicht direkt aus dem chinesischen übernommen. Im japanischen hat es etwas mehr das Aussehen eines Hirsches. Sein Körper ist oftmals von Flammen umgeben und natürlich kann das Kirin auch Feuer speien. Manchmal hat es ein, manchmal aber auch zwei Hörner auf dem Kopf. Die Silben -ki- und -rin- stehen für das Männliche und das Weibliche in diesem Tier. Dies tritt auch im chinesischen Yin und Yang hervor. Es hat ein sanftes Wesen, trotz seines schlimmen Aussehens.
  • Yuki Onna: Das Yuki Onna Fabelwesen ist ein Wesen der japanischen Mythologie und gehört zur Gruppe der Yokai. Übersetzt bedeutet der Name Schneefrau. In der Folklore Japans ist sie eine zierliche, große Frau oder manchmal auch noch ein Mädchen. Normalerweise hat sie knielanges weißes Haar, allerdings wird sie manchmal auch mit pechschwarzem dargestellt. Gekleidet ist sie mit einem ebenso weißen und eleganten Kimono. Ihr Charakter ist zwiespältig. Auf der einen Seite warnt sie die Menschen vor Schneestürmen, aber auf der anderen soll sie Wanderer manchmal auch ins Schneegestöber locken, wo diese dann jämmerlich erfrieren müssen. Eine andere Legende besagt, sie warne kleine Kinder davor nachts im Freien zu spielen. Hören diese aber nicht und machen es doch, so werden sie von der Schneefrau entführt. So taucht die Schneefrau schon in einer Legende aus dem Jahr 1690 auf. Der Autor beschreibt darin die Begegnung mit einer fast transparenten, circa 20 jährigen und fast 3,30 Meter großen Frau. Eine andere Geschichte aus der Präfektur Yamagata besagt, dass sie eigentlich eine Mondprinzessin sei, die sich auf die Erde verirrt habe und nun nicht wieder zurück finde. In manchen Regionen Japans erscheint sie regelmäßig. So zum Beispiel in der Präfektur Iwate, wo sie immer am 15. Januar erscheint. In der Präfektur Aomori zeigt sie sich immer um Neujahr und am ersten Tag des Februars. Meist erscheint sie in mondhellen, schneetiefen Nächten.
  • Tanuki: Tanuki sind Marderhunde. Manchmal wird er auch als Waschbär bezeichnet. Er gehört zur Familie der Hunde und ähnelt stark dem Marderhund. Sie sind rundlich und klein, mit einer bärenartigen Figur. Meist stützt er sich ungeniert auf seinen riesengroßen Hodensack. Auf dem Kopf hat er einen Strohhut und in der Hand eine Flasche Sake. Sein Fell ist von einem schwarzen Muster durchzogen. In der japanischen Folklore ist dieses Fabelwesen eher wie der komische Bruder des Fuchses. Er liebt es mit den Menschen Unfug und Schabernack zu treiben oder diese zu täuschen. Auch soll er für allerlei gespenstische Begebenheiten verantwortlich sein. Er hat einen hedonistischen Charakter. Immer ist er auf der Suche nach Essen, Sake und Frauen. Und um dies zu bekommen verschleiert er wertlose Blätter als Geld. Auch hält er sich gern in unbelebten Objekten, wie zum Beispiel einem Teekessel auf. Davon erzählt die berühmte Bunbukuchagama-Geschichte. Wichtig ist auch der Hoden. Diesen kann er auf die Größe von acht Tatami-Matten aufblasen. Allerdings sind die Hoden des Tanuki kein Symbol der Fruchtbarkeit oder Sexualität, sondern sie stehen einfach für Glück und bodenständigen Humor. Er liebt es auch in der Dämmerung oder nachts auf seinem Bauch zu trommeln. Dadurch entsteht ein tiefer, hohler Klang. Viele Menschen glauben der Tanuki sei eine komische Figur, aber in Wirklichkeit hat er auch andere Seiten. Die Tanuki aus Shikoku haben beispielsweise ein Faible für Kriege. Eine andere Kriegsgeschichte handelt in der Präfektur Tokushima. Auch hier zieht ein Tanuki in die Schlacht. Das Tanuki „Inugami Gyobu“ versuchte mit seinen 808 Anhängern die Burg Matsuyama zu erobern, wurden jedoch vom einem Helden mit einem magischen Hammer besiegt. In einer anderen Geschichte in Tokushima führt der Tanuki-Held Kincho eine Fehde gegen seinen Mentor Rokuemon, bei dem Rokuemon zwar besiegt wird, Kincho jedoch an seinen Verletzungen stirbt.
  • Kitsune: Kitsune ist der Name des Rot- und Eisfuchses in Japan. Vom Rotfuchs gibt es zwei Arten. Die eine lebt auf Honshu, die andere auf Hokkaido. Allerdings spielen beide in der japanischen Mythologie eine wichtige Rolle. Vor allem aber die weißen Füchse gelten als heilige Tiere des Gottes Inari. Sie sind die Vertrauten dieser Gottheit, die selbst manchmal als Fuchs dargestellt wird. Eigentlich bringen die Kitsune Glück, aber in Legenden haben sie manchmal auch andere Seiten. Zunächst haben sie zu den Menschen oft eine gute Beziehung. Vor allem für die Menschen ist sie oftmals von Vorteil. Allerdings kann die kleinste Störung dieser Beziehung ins Gegenteil umschlagen und es können wahre Katastrophen entstehen. Seit dem fünften Jahr­hundert vor Christus sind sie in Japan bekannt. Allerdings können auch Einflüsse von außen dazu beigetragen haben. So sind Füchse in Mythen auch in Indien, Korea oder China bekannt. Jedoch werden in die Kitsune weitaus positiver beurteilt als anderswo. Manche Sagen stellen die Kitsune mit der Eigenschaft dar, die menschliche Gestalt annehmen zu können. Diese Sagen handeln davon, wie eine Kitsune als wunderschöne junge Frau auftritt und aus ehrlicher Liebe heraus einen jungen Mann heiratet. Merkt dieser dann aber, dass er eine Füchsin geheiratet hat, verlässt sie ihn und die Kinder und kehrt niemals zurück. Generell haben Kitsune viele magische Eigenschaften. So können sie Fruchtbarkeit, aber auch großes Unheil bringen. Mit der Schnauze oder der Schwanzspitze können sie ein Feuer entfachen und eigentlich jede menschliche Figur annehmen. Jedoch ist die Frauengestalt die beliebteste. Man sagt, sie könnten sogar fliegen und vom Menschen Besitz nehmen. Wichtig ist auch, dass die Macht der Kitsune mit dem Alter und der Anzahl der Schwänze zunimmt. Maximal neun Schwänze kann ein Kitsune haben.
  • Rokuro Kubi: Ein Rokuro Kubi ist übersetzt ein Dreh- oder Wendehals. Dieses fiktive japanische Fabelwesen gehört zur Gruppe der höheren Yokai. Rokuro Kubi sehen bei Tage wie ganz normale Menschen aus, vorzugsweise wie Frauen. Jedoch beginnt des Nachts ihr Hals sich zu strecken und der Kopf beginnt damit ein Eigenleben zu führen. Meist passiert das während des Schlafes. Man glaubt, dass sich der Kopf durch das Haus schlängelt und das Öl aus den Lampen und die Lebensenergie aus den Menschen oder Tieren saugt. Auch macht es einigen Rokuro Kubi Spaß ihre Köpfe auf Fensterbrettern abzulegen und somit Vorbeikommende zu erschrecken. Ihre Entstehung verdanken sie der Legende nach einer unglücklichen und verschmä...

Diese Kobolde und Fabelwesen sind nur einige Beispiele für die reiche und vielfältige Welt der Mythologie. Sie spiegeln die Ängste, Hoffnungen und Träume der Menschen wider und sind bis heute ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur.

Kobolde: Die geheimen Wächter der Erde – Entdecke die Wahrheit!

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