Nissen, blonde Haare, Mythos und Fakten über Kopfläuse

Kopfläuse sind winzige Tierchen, die sich in den Haaren einnisten und das Blut aus der Kopfhaut saugen, um sich davon zu ernähren. Insbesondere unter Kindern verbreiten sich Kopfläuse schnell. Auch wenn die Parasiten harmlos sind, sollten Sie ihnen schnell den Garaus machen.

Kopfläuse sind lästig, aber mit der richtigen Behandlung gut in den Griff zu bekommen.

Was sind die ersten Anzeichen von Läusen?

Wenn Ihr Kind sich auffällig häufig am Kopf kratzt oder es sogar einen Läusefall in der Kita oder Schule gab, sollten Sie den Kopf des Kindes auf Kopfläuse untersuchen. Am besten benutzen Sie hierfür einen speziellen Läusekamm aus der Apotheke oder Drogerie. Kämmen Sie gegen die Haarwuchsrichtung am Ansatz jede Strähne zweimal sorgfältig durch und streichen Sie den Kamm an einem Tuch ab, sodass Sie die kleinen Parasiten besser erkennen können.

Ein weiteres Anzeichen, an dem sich Läusebefall erkennen lässt, sind Eier, die sogenannten Nissen. Diese kleben in der Regel an den Haaren hinter dem Ohr oder am Nacken, höchstens einen Zentimeter über dem Haaransatz. Auf den ersten Blick kann es passieren, dass Schuppen mit Nissen verwechselt werden.

Behandlung von Kopfläusen

Alles, was Sie zur Bekämpfung von Läusen brauchen, bekommen Sie in der Apotheke. Für Kinder unter zwölf Jahren sind einige Mittel mit einem Rezept vom Kinderarzt oder von der Kinderärztin auch kostenfrei. Es gibt Shampoos und Tinkturen mit Insektengift, die die Läuse abtöten. Außerdem gibt es Mittel mit Silikonöl, die die Kopfläuse mit einer Ölschicht bedecken, sodass sie ersticken. Diese werden mittlerweile häufiger verwendet.

Im Anschluss an die Behandlung sollte das Haar gründlich und mehrmals pro Woche mit einem Läusekamm ausgekämmt werden, um Läuse und Nissen zu entfernen. Nach sieben bis zehn Tagen muss die Behandlung in der Regel noch einmal wiederholt werden. Lesen Sie dazu die Packungsbeilage des jeweiligen Mittels.

Wichtig ist, dass Eltern bei einem Läusebefall ihrer Kinder die Schule oder den Kindergarten informieren sowie auch die Personen, mit denen enger Kontakt in der letzten Zeit bestand.

Mythen rund um Kopfläuse

Fünf Tipps zur Behandlung von Kopfläusen

Um das Thema Kopfläuse ranken sich viele Mythen. So wird häufig behauptet: "Bei einem Kopflausbefall müssen alle Kuscheltiere eingefroren werden!" oder auch "Nur wer sich selten wäscht, bekommt Läuse!".

Mythos 1: Das ganze Haus muss geputzt werden

Es hält sich das Gerücht, dass das ganze Haus auf den Kopf gestellt werden muss, wenn eine Person im Haushalt Kopfläuse hat. Aber muss wirklich jede Ecke geputzt werden? Müssen Bettwäsche und Handtücher täglich gewaschen werden, bis der Spuk vorbei ist? Diesem Mythos liegt die Annahme zugrunde, dass Kopfläuse sich über Kissen oder andere Textilien verbreiten und auf diesem Wege übertragen werden - daran ist zum Glück nichts dran: Läuse können nur auf dem Kopf des Menschen überleben, ihrem sogenannten Wirt.

Mythos 2: Kuscheltiere müssen in den Müllsack

Oft werden immer noch Puppen und Kuscheltiere bei einem Kopflausbefall in einen Müllsack gesteckt oder ins Tiefkühlfach verfrachtet. Das Kuscheln mit den geliebten Spielkameraden muss dann erst mal warten. Aber was ist an dem Gerücht dran? Muss das Kind wirklich auf das Kuscheltier verzichten? Kurz gesagt - jein. Puppen und Kuscheltiere sind für Kopfläuse schlichtweg uninteressant, da sie ihnen keine Nahrung bieten. Kopfläuse brauchen einen menschlichen Wirt, wo sie Blut saugen können, um zu überleben.

Mythos 3: Mangelnde Hygiene ist die Ursache

Bei Kopflausalarm haben viele besorgte Eltern die Vermutung, dass mangelnde Hygiene die Ursache dafür sei, und haben entsprechend das Bedürfnis, alles sehr gründlich zu reinigen. Ist das wirklich notwendig und hilft es, wenn man spezielles Waschmittel für Kleider, Möbel und Teppiche kauft? Spezielle Hygienewaschmittel für Textilien sind nicht notwendig. Ohne menschlichen Kontakt, das heißt ohne Nahrung, verendet die Laus auf allen Gegenständen.

Mythos 4: Haustiere übertragen Läuse

Stellen Hunde und Katzen eine Gefahr dar, sodass Sie sich über sie mit Kopfläusen anstecken könnten? Es gibt Gerüchte, dass Kopfläuse beim Spielen oder Kuscheln vom Haustier auf den Menschen übertragen werden können. Kopfläuse ernähren sich ausschließlich von menschlichem Blut, denn sie können nur dieses verwerten. Das Blut von Tieren ist für die Kopflaus daher nicht interessant. Die Kopflaus erkennt also das Haustier nicht als potenzielles Ziel bzw. Nahrungsquelle.

Mythos 5: Läuse befallen nur ungewaschene Haare

Man muss nur das Wort Läuse hören und schon juckt es vielen von uns am Kopf. Den Befall von Parasiten auf dem eigenen Kopf verbindet man unweigerlich mit Ekel. Zudem hört man oft das Gerücht, dass die Läuse nur auf ungewaschenes Haar gehen und Kinder mit Kopflausbefall als „schmuddelig“ gelten. Doch stimmt das wirklich? Nach welchen Kriterien suchen sich Läuse Ihren Wirt aus? Wer glaubt, dass ein Kopflausbefall etwas mit mangelnder Hygiene zu tun hat, der liegt falsch.

Vorbeugende Maßnahmen

Um sicherzugehen, dass nach der Behandlung mit einem Läusemittel die Tiere nicht den Weg zurück auf den Kopf des Kindes oder eines anderen Familienmitgliedes finden, sollten Sie ein paar vorbeugende Maßnahmen ergreifen:

  • Eine Übertragung über Gegenstände und Textilien ist unwahrscheinlich, weil Kopfläuse hier nicht lange überleben.
  • Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie jedoch darauf achten, dass Bettwäsche, Schals, Mützen und Bürsten nicht von mehreren Familienmitgliedern benutzt werden.
  • Kämme, Bürsten und Haarspangen des betroffenen Kindes sollten Sie mit heißem Wasser und Seife waschen und ein paar Tage lang nicht benutzen.
  • Waschen Sie benutzte Bettwäsche, Kleidung, Kuscheltiere und Handtücher bei 60 Grad Celsius in der Waschmaschine.
  • Alle Textilien, die Sie nicht bei 60 Grad Celsius waschen können, geben Sie in einen Plastiksack und halten diesen für drei Tage verschlossen.
  • Haustiere müssen nicht mit behandelt werden: Kopfläuse verbreiten sich nur von Mensch zu Mensch.

Übrigens: Läusebefall hat überhaupt nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Tägliches Haarewaschen schützt nicht vor Kopfläusen. Denn Wasser und normales Shampoo können den Parasiten nichts anhaben.

Was tun bei Läusealarm im Friseursalon?

Wenn in Kita oder Schule der Läusealarm klingelt, hilft Panik nicht. Zugegeben, es gibt schönere Themen im Friseurbereich als Kopfläuse. Aber die kleinen Kopfparasiten halten sich nun mal gern auf Menschenhaar auf. Deshalb kann es auch in den besten Friseursalons vorkommen, dass man da plötzlich etwas auf dem Kopf des Kunden entdeckt... Aber wie verhält man sich in so einem Fall und wie kann man sich wirklich gegen Läuse schützen?

Professionelles und diskretes Kommunizieren ist gefragt, denn man hat als Friseur dem Kunden gegenüber tatsächlich eine Informationspflicht, wonach der Kunde sorgfältig auf die Problematik aufmerksam gemacht werden muss. Verständlicherweise ist es dem Kunden meist peinlich zu hören, dass er von Läusen befallen sein soll. Auch sind Fälle bekannt, bei denen Eltern verärgert auf den Hinweis reagieren, dass ihr Kind ein Läuseproblem hat.

Ein praktischer Tipp für den Friseursalon: Halten Sie immer ein bis zwei ausgedruckte Merkblätter für betroffene Kunden bereit. Sie können diese mit der gleichzeitigen Empfehlung zum direkten Apothekengang gleich mitgeben. So hat der Kunde alle Informationen im Überblick.

Meldepflicht bei Kopflausbefall

Laut Infektionsschutzgesetz stehen sowohl die Eltern als auch die Verantwortlichen des Kindergartens oder der Schule in der Meldepflicht bei Kopfläusen. Relevant hierfür ist der §34 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)ix: Tritt ein Kopflausbefall auf, so sind die Eltern verpflichtet, die Erkrankung unverzüglich der Leitung beziehungsweise den Erziehern oder Lehrern gegenüber anzuzeigen. Auch die Betreuer müssen den Befall unverzüglich unter Nennung der Namen der Patienten an das zuständige Gesundheitsamt melden.

Ergänzend zur Meldepflicht bei Befall mit Läusen muss die Leitung der Einrichtung alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, um die Infektion einzudämmen.

Checkliste: Was tun bei Kopfläusen?

Die folgende Checkliste bündelt die wichtigsten Maßnahmen bei Kopfläusen:

  • Wer muss informiert werden?
  • Wie funktionieren Behandlung und Reinigung?

Weitere Informationen

Kopfläuse sind lästig, aber mit der richtigen Behandlung gut in den Griff zu bekommen. Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und Mythen von Fakten zu unterscheiden.

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