Wer seine Haare farblich verändern möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Ob blond, braun, schwarz oder bunt: Die Haarfarbe lässt sich leicht verändern. Doch fast alle Produkte enthalten Stoffe, die Allergien oder Hautreizungen auslösen können.
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher betrachten Haarfärbemittel mit gemischten Gefühlen. Insbesondere Allergiker:innen fragen nach der Verträglichkeit der synthetischen Produkte und nach natürlichen Alternativen, die als unbedenklichere Färbemittel beworben werden. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung des Haarfarben-Allergieverdachtstests und gibt Ihnen wichtige Informationen rund um das Thema Allergien bei Haarfärbemitteln.
Der Haarfarben-Patch-Test ist ein obligatorischer Schritt auf dem Weg zur gewünschten Farbveränderung. Der Allergieverdachtstest hilft dabei, eine potenzielle Allergie rechtzeitig anzuzeigen. Zudem geht er wirklich super schnell und ist auch ganz einfach durchzuführen.
Natürlich ist es schon verlockend, den Allergieverdachtstest einfach zu überspringen, wenn das Haar bereits zum x-ten Mal rot gefärbt wird. Aber wir bleiben dabei: Auch wenn die Haare schon seit Jahren coloriert werden, ist es dennoch immer noch möglich, eine allergische Reaktion auf die Haarfarbe auszubilden - sogar, wenn genau dasselbe Produkt in der Vergangenheit schon problemlos angewendet wurde. Allergische Reaktionen sind zwar selten, aber dafür umso unangenehmer.
48 Stunden. Denn solange dauert es, bis der Test vollständige Resultate liefert. Um eine potenzielle allergische Reaktion auf die Haarfarbe festzustellen, muss dem Immunsystem Zeit gelassen werden, damit es reagieren kann. Die meisten allergischen Reaktionen treten innerhalb von 48 Stunden nach Hautkontakt auf - und genau darum sollte dieser Zeitraum auch beim Haarfarbe-Allergieverdachtstest abgewartet werden. 24 Stunden reichen nicht aus, um eine Allergie vollends auszuschließen!
Sobald die 48 Stunden um sind, liegt das Ergebnis des Haarfarbe-Allergieverdachtstest vor. Wenn keine eigenartigen Hautreaktionen auffallen, dann kann es nun endlich losgehen.
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Ob jemand die Inhaltsstoffe von künstlichen Haarfarben verträgt, zeigt sich erst mit der Anwendung. Allerdings reagiert die Haut nicht immer sofort. „Es kann Stunden oder Tage dauern, bis sich eine Überempfindlichkeit bemerkbar macht“, sagt Friederike Kaiser, Beratungsärztin bei der R+V Krankenversicherung. Dabei können dann neben der Kopfhaut auch der Hals und der Nacken betroffen sein.
Zu den Symptomen gehören Rötungen, Brennen, Juckreiz, Schwellungen oder Hautausschlag - teilweise mit starken Schmerzen verbunden. Auch ein allergischer Schock während der Behandlung ist möglich. „Die Farbe sollte bei den ersten Anzeichen sofort wieder ausgewaschen werden“, rät Friederike Kaiser.
Vor allem Menschen mit einer empfindlichen Kopfhaut oder einer Neigung zu Allergien rät sie, 48 Stunden vor dem Färben oder Tönen einen Hauttest zu machen. Manche Friseursalons bieten einen solchen Test an. R+V-Expertin Kaiser rät jedoch, dafür besser eine hautärztliche Praxis aufzusuchen. Diese kann einen Allergiepass ausstellen. „So können Friseurinnen und Friseure die unverträglichen Stoffe mit ihren Produkten abgleichen.“ Auch wer seine Haare zu Hause behandelt, kann sich dadurch absichern und ein geeignetes Produkt wählen.
Vorsicht bei färbenden Haarsprays oder Ansatzsprays: Sie müssen mit einigen Zentimetern Abstand auf die Haare gesprüht werden. Naturfärbemittel sind in der Regel verträglich. Allerdings können vor allem Hennafarben gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe haben.
Werden Friseurinnen oder Friseure auf Allergien hingewiesen, müssen sie über das verwendete Produkt aufklären.
Die Farbveränderung ist ohne Risiken kaum machbar. Bedenkliche Inhaltsstoffe in den Haarfärbemitteln können die Farbstoffe sein, aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak, die zwar nicht sensibilisierend sind, aber zum Teil stark reizende Wirkung zeigen.
Das aromatische Amin PPD ist bekannt durch seine hohe Sensibilisierungspotenz, es gehört zu den 10 häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie. Der Einsatz dieser Haarfarben-Vorstufe ist in Oxidationsfarben durch die Kosmetikverordnung geregelt und ihre Höchstkonzentration auf 2 % im Anwendungsprodukt begrenzt.
Bei entsprechender Disposition können Oxidationsfarben zu schweren allergischen Reaktionen führen. Nach einer Haarfärbung treten die Symptome im Gesicht und an den Augen auf, die anschwellen und sich schmerzhaft entzünden. Ursache hierfür ist meistens das PPD. Beschrieben sind auch schwere allergische Schocks auf PPD, die zwar sehr selten, aber lebensbedrohlich sein können.
Eine PPD-Kontaktallergie ist vergleichsweise häufig, der Auslöser muss nicht zwangsläufig die Anwendung von oxidativen Haarfarben sein, auch andere Produkte, die diese Chemikalie enthalten, können eine Sensibilisierung hervorrufen. Para-Phenylendiamin kann beispielsweise in Textilfarben eingesetzt werden, in dunklen Henna-Tattoos oder Henna-Haarfarben.
Da eine Kreuzreaktion auf andere Substanzen mit ähnlicher chemischen Struktur möglich ist, wie z. B. auf das para-Toluylendiamin (PTD), p-Aminophenol oder Azofarbstoffe, können auch diese Stoffe beim Hautkontakt eine allergische Reaktion auslösen.
Seit 2011 gibt es eine Einschränkung der oxidativen Haarfarben für Jugendliche und Kinder, um für diese Personengruppe das Allergierisiko zu minimieren.
Das Blondieren mit Wasserstoffperoxid gilt als weniger problematisch, da hier keine sensibilisierenden Substanzen eingesetzt werden. Die Haare werden mit einer Wasserstoffperoxid-Ammoniak-Lösung behandelt. Die aufhellende Wirkung beruht darauf, dass die Wasserstoffmoleküle in die Haare eindringen und dort die Farbpigmente zerstören. Beide Wirkstoffe haben reizende, irritierende Eigenschaften, die eine empfindliche Kopfhaut belasten und reizen. Vorsichtshalber sollte bei geröteter, entzündeter Kopfhaut auf eine Blondierung verzichtet bzw. eine Besserung des Hautzustandes abgewartet werden.
Pflanzenfarben gelten als relativ schonende und besser verträgliche Alternative zu den synthetischen Färbemitteln. Für die Farbveränderung kommen hier folgende Naturstoffe zum Einsatz: Henna, Auszüge aus Kamille, Rhabarber sowie Indigo- und Kaffeepulver, wobei Henna die weit größte Bedeutung hat.
Die Farbvielfalt, die mit den Naturstoffen erreicht werden kann, ist etwas eingeschränkt, doch auch hier ist eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen. Reine Henna beispielsweise zeigt geringe sensibilisierende Potenz und löst sehr selten eine allergische Reaktion aus. Um mit dem Henna-Farbstoff eine intensivere und dunklere Färbung zu erreichen, wird der Henna para-Phenylendiamin zugesetzt. Experten weisen darauf hin, dass der Einsatz eines potenten Allergieauslösers wie PPD eine Sensibilisierung gegenüber dem schwachen Allergen in Hennafarben fördern kann.
Als weniger problematisch als die Oxidationsfarben gelten die Tönungen. Hier kommen größere Farbmoleküle zum Einsatz, die schlechter in die Haut eindringen können. Im Unterschied zu dauerhaften Farben dringen die Farbstoffe nicht ins Haarinnere, sondern verbleiben weitgehend auf der Haaroberfläche, von wo sie mit der Haarwäsche nach und nach entfernt werden können. Allerdings auch hier berichten Allergologen über Reaktionen der Kopf- und Gesichtshaut auf die Inhaltsstoffe der Tönung, die mit jeder Wäsche von der Haaroberfläche mobilisiert werden und auf die Haut gelangen.
Auch hier gilt, wer tönen möchte, sollte die Hände mit Handschuhen schützen und die Einwirkzeit unbedingt einhalten.
Dass sich die Anwendung von chemischen Haarfärbemitteln negativ auf die Haargesundheit auswirkt, ist den meisten Menschen bekannt. Die Inhaltsstoffe solcher Mittel schädigen nicht nur die Haarstruktur, sondern können auch die Kopfhaut reizen und Allergien verursachen. Es gibt pflanzliche und natürliche Stoffe wie Henna oder Indigo. Zwar können auch bei diesen Produkten allergische Reaktionen auftreten, das Risiko ist jedoch wesentlich geringer.
Auch zahlreiche Hausmittel können zu einer Veränderung der natürlichen Haarfarbe beitragen. Eine leichte Aufhellung ist mit Kamillentee, Zitronensaft oder Backpulver möglich. Eine etwas dunklere Farbe erzielen Sie mit reinem Schwarzem Tee, zermahlenen Walnuss-Schalen oder Kaffeesatz. Das enthaltene Koffein soll zudem den Haarwuchs ankurbeln. Mit Hilfe von Roter Bete lassen sich sogar rote Akzente setzen.
Im Fokus sollte nicht die Haarfarbe stehen, sondern die Gesundheit der Haare, die mit einer reichhaltigen Pflege und einem sorgsamen Umgang einhergeht. Durch einfache Maßnahmen wie eine gesunde Ernährung können Sie Ihre Haare stärken. Sie werden es Ihnen mit natürlicher Strahlkraft danken.
60 Prozent der Frauen und fünf bis zehn Prozent der Männer in Europa tun es: sich die Haare färben. Auch die 19-jährige Estelle aus Paris wollte bloß blond statt brünett sein. Doch obwohl Estelle die Farbe vorher testete, kam es zu einer lebensgefährlichen allergischen Reaktion: Ihr Kopf schwoll im Umfang um sieben Zentimenter an. Von Hutgröße S auf XXL. Sie bekam keine Luft und wurde in die Notaufnahme gebracht.
Estelle reagierte Le Parisien zufolge allergisch auf p-Phenylendiamin (PPD). Die Chemikalie ist in vielen konventionellen Haarfärbeprodukten enthalten, aufgrund der deckenden Eigenschaft ist sie meist in dunklen Nuancen zu finden. Ob PPD in einem Haarfärbemittel allergische Reaktionen auslöst oder nicht, hängt von der Konzentratation des Stoffs sowie den anderen Inhaltsstoffen ab.
Wenn die Kopfhaut nach dem Färben juckt, brennt, schuppt oder rot wird, ist es wahrscheinlich eine PPD-Allergie. Sogar die Kopfschwarte kann - wie bei Estelle - stark anschwellen.
Wir haben den Dermatologen Christoph Liebich vom Dermazent in München nach dem aktuellen Stand der Forschung gefragt:
Was sind die gesundheitlichen Risiken beim Haarefärben?
"Es können natürlich Kontaktallergien auf der Haut auftreten, das ist allerdings bei allen Kosmetik- oder Pflegeprodukten ein Risiko. Man bemerkt solche allergischen Reaktionen meist kurz nach dem Färben - es kommt zu Juckreiz oder Ausschlag.
Werden Allergien oft durch Haarfarben ausgelöst?
"Nein, allergische Reaktionen kommen beim Haarefärben nicht überproportional häufig vor. Es ist normal, dass Menschen auf bestimmte Stoffe reagieren. Meist stellt man dies aber leider erst beim Gebrauch fest."
Sie würden also nicht davon abraten, sich die Haare zu färben?
"Aus gesundheitlicher Perspektive rate ich nicht davon ab. Es ist keinesfalls gefährlich, Haarfärbemittel zu verwenden. Allerdings sollte man das Produkt zuvor in kleinen Mengen auf der Haut testen: Am besten über eine Woche hinweg bis zu zwei Mal täglich am Hinterkopf auftragen.
Und ist PPD der einzige gefährliche Stoff in den Färbemitteln?
"PPD ist seit einigen Jahren ganz oben auf der Hitliste der Kontaktallergene. Der Stoff ist bedenklich und soll deshalb in Zukunft aus allen Haarfärbeprodukten verschwinden. Wie lang das allerdings noch dauern wird, kann ich nicht sagen. PPD ist aber nicht der einzige Auslöser für Allergien, sie können gegen nahezu alle Stoffe auftreten.
Oft wird bei Haarfarben aus der Drogerie ein Allergietest für zu Hause empfohlen: Vor jedem Färben etwas Färbecreme hinter dem Ohr auftragen und 48 Stunden warten, ob eine Reaktion auftritt. Davon raten Hautärzte inzwischen ab. Denn solch ein wiederholter Test könne das Auftreten einer Allergie beschleunigen, eventuell sogar erst hervorrufen. Nur in bestimmten Fällen ist ein einmaliger Selbsttest sinnvoll: Für diejenigen, die sich - vor allem im Mittelmeerraum - temporäre Tattoos mit Henna haben machen lassen. Denen sind möglicherweise stark allergisierende Stoffe beigemischt.
Tipp: Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Hautarzt, vor allem wenn nach früheren Färbungen im Gesicht und am Hals Rötungen aufgetreten sind. Nur der Hautarzt kann eine vorbestehende Allergie diagnostizieren.
Unsere Haarfarben bestehen zu 100 % aus Pflanzenteilen und enthalten keinerlei chemische Zusätze, was sie grundsätzlich gut verträglich macht. Um sicherzugehen, kannst Du einen Patch-Test machen: Rühre eine kleine Menge Farbe an, die Du dann in die Arminnenbeuge und hinter dem Ohr am Hals gibst und mit einem Pflaster abdeckst. Denn eine allergische Reaktion zeigt sich meist nach der zweiten Anwendung. Wenn keine roten Pusteln auftreten, bist Du allergiefrei.
Ein leichter Juckreiz kann von hochpotenten Kräutern ausgelöst werden, da sie die Durchblutungs- und Stoffwechselprozesse in der Haut anregen.
Hier ist eine Tabelle mit den wichtigsten Informationen zu den Inhaltsstoffen von Haarfärbemitteln und ihren potenziellen Risiken:
| Inhaltsstoff | Risiken | Alternativen |
|---|---|---|
| PPD (Para-Phenylendiamin) | Hohe Sensibilisierungspotenz, Kontaktallergien, schwere allergische Reaktionen | Pflanzenfarben, Tönungen |
| Resorcin, Wasserstoffperoxid, Ammoniak | Reizende Wirkung auf die Kopfhaut | Produkte ohne diese Inhaltsstoffe |
| Henna (mit PPD-Zusatz) | Sensibilisierung gegenüber PPD | Reine Hennafarben ohne PPD |
| Synthetische Farb-, Konservierungs- und Duftstoffe | Allergische Reaktionen | Pflanzliche Haarfarben mit natürlichen Inhaltsstoffen |
tags: #haarfarbe #allergietest
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