Innovative Stammzellenbehandlung gegen Haarausfall: Ein umfassender Überblick

Seit 2013 wird im Zentrum für moderne Haartransplantation Haarausfall zusätzlich mit Stammzellen behandelt. Die Stammzelltherapie wird in der Regel mit anderen Therapien kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhöhen.

Wie funktioniert die Stammzelltherapie?

Mehrere Stammzell-Populationen in den Haaren sind multipotent und besitzen somit die Fähigkeit, sich zu verschiedenen Zelltypen innerhalb des Gewebes zu differenzieren. In die Kopfhaut eingebracht, stärken sie die Haarfollikel und helfen ihnen bei der Zellregeneration. Die Injektion von isolierten Stammzellen kann das Zellwachstum und die Zellvermehrung in degenerierten Haarfollikeln, die von Haarausfall betroffen sind, stimulieren.

Wachstumsfaktoren aus Stammzellen sind Moleküle, die eine Schlüsselrolle bei der Regeneration und Reparatur von Gewebe spielen. Stammzellen können sich in verschiedene Zelltypen umwandeln und beschädigte Bereiche reparieren. Diese Faktoren sind besonders interessant, da sie die Zellteilung und das Zellwachstum fördern. Bei den Wachstumsfaktoren handelt es sich um spezifische Aminosäuren, die durch Signaltransduktion das regenerative Zellwachstum und die Zellproliferation an den Haarwurzeln anregen. Dem Verlust von Haaren und der androgenetischen Miniaturisierung der Haare kann somit entgegengewirkt und eine Reaktivierung der Haarfollikel erzielt werden.

Die Wachstumsfaktoren basic und acidic Fibroblast Growth Factors (bFGF und aFGF) stimulieren die Angiogenese an den Haarfollikeln. Der Prozess der Angiogenese beinhaltet eine verstärkte Gefäßbildung mit verbesserter Blutversorgung der Haarwurzeln. Durch die erhöhte Durchblutung erhalten die Haare mehr Sauerstoff und Nährstoffe, was wiederum die Grundlage für die Haargesundheit und das Haarwachstum ist.

Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig und können u.a. genetisch, hormonell, ernährungsbedingt oder krankheitsbedingt sein.

  • Erblich bedingter Haarausfall: Diese Form des Haarausfalls ist bei Männern durch eine allmähliche Ausdünnung der Haare gekennzeichnet, die häufig am Haaransatz, an den seitlichen Stirnseiten und im Bereich der Tonsur beginnt. Bei Frauen beginnt es meist mit einer Ausdünnung des Mittelscheitels.
  • Kreisrunder Haarausfall: Bei der Alopecia areata treten plötzlich kreisrunde, kahle Stellen auf der Kopfhaut oder an anderen Körperstellen auf. Diese Autoimmunerkrankung entsteht, wenn das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel angreift.
  • Vernarbende Alopezie: Bei der vernarbenden Alopezie handelt es sich um einen irreversiblen Haarausfall, bei dem der Haarfollikel durch Narbengewebe ersetzt wird.

Wie werden Stammzellen gewonnen?

Grundsätzlich müssen Stammzellen zunächst gewonnen und aufbereitet werden. Dies kann auf zwei Arten geschehen: Aus Fettgewebe oder aus Haarfollikeln.

  1. Das erste Reservoir ist das Fettgewebe, aus dem Fett-Stammzellen gewonnen werden. Mittels einer Spritze wird ein geringes Volumen an Unterhautfettgewebe des Patienten entnommen.
  2. Das zweite Reservoir sind die Haarfollikel. Die Gewinnung autologer Stammzellen aus Haaren erfolgt nach der etablierten Methode der Follicular Unit Extraction (FUE). Hierbei werden unter lokaler Anästhesie, mittels kleiner ca. 1mm großer Hohlnadel, einige wenige Haarwurzeln aus der Kopfhaut oder auch aus anderen Körperregionen wie z.B.

In den allermeisten Fällen greifen wir jedoch auf Stammzellen aus dem Fettgewebe zurück, da diese undifferenzierter sind und die Haarfollikel geschont werden. Bei den gewonnenen Stammzellen aus autologem Fettgewebe handelt es sich um sogenannte mesenchymale Stammzellen, welche aus verschiedenen Zelltypen bestehen.

Für die Stammzelltherapie werden in der Regel Stammzellen aus dem Fettgewebe verwendet: Zum einen bleiben die Haarfollikel unversehrt, zum anderen sind die Stammzellen aus dem Fettgewebe undifferenzierter und damit anpassungsfähiger als Haarstammzellen.

Ablauf der Stammzellgewinnung

  1. Mittels einer Spritze wird ein geringes Volumen an Unterhautfettgewebe des Patienten entnommen.
  2. Nun müssen die Stammzellen aus dem Unterhautfettgewebe separiert werden. Die Stammzellen werden durch ein spezielles Präparationsverfahren isoliert. Dies geschieht unter dem Mikroskop und unter sterilen Bedingungen.

Wie werden die Stammzellen in die Kopfhaut eingebracht?

Zur Einbringung der Stammzellen in das Kopfhautgewebe wird ein Trägermedium benötigt. Die Injektion der Stammzellen in die Kopfhaut erfolgt mit einer Mesopistole. Dabei dringen Mikronadeln wenige Millimeter in die Kopfhaut ein und die Lösung wird in das Gewebe eingebracht - dieser Vorgang ist schmerzarm, aber nicht völlig schmerzfrei.

Kombinationstherapien für optimale Ergebnisse

Die Stammzelltherapie wird jedoch selten als alleinige Behandlungsmethode eingesetzt, da sie in Kombination mit anderen Therapien und Behandlungsansätzen die Wirkung gegen Haarausfall verstärkt. Deshalb bieten wir seit 2013 Kombinationsbehandlungen an. Je nach individueller Ausgangssituation kommen verschiedene Kombinationen in Frage. Für eine forcierte Reaktivierung der Haarfollikel empfehlen wir die Stammzellenbehandlung mit 4 PRP- und 12 Softlaser-/ LLLT-Behandlungen nach „Triple Therapie Plus“.

Die Stammzellbehandlung sollte als eine Art "Booster" verstanden werden, der andere Therapien unterstützen und deren Wirkungsgrad erhöhen kann. Andere regenerative Therapien entfalten ihre Wirkung noch besser in Kombination mit einer Stammzellenbehandlung der Haare.

Mögliche Kombinationstherapien

  • PRP-Therapie: Durch Abtrennung der wertvollsten Blutbestandteile gewinnen wir Plasma, das reich an Wachstumsfaktoren und Nährstoffen ist.
  • LLLT: Die Behandlung der Kopfhaut mit sanftem Laserlicht wirkt entzündungshemmend und fördert die Durchblutung, die für ein gesundes Haarwachstum wichtig ist.
  • Infusionstherapie: Bei dieser Therapie werden Mangelzustände im Körper erkannt und durch Zufuhr genau dieser Stoffe neutralisiert.
  • Meso-Therapie: Bei dieser Therapie werden Vitamine, Mineralien und Aminosäuren direkt in die mittlere Hautschicht injiziert.

Sehr gute Ergebnisse konnten wir bisher mit einer Kombination aus Stammzell- und PRP-Therapie erzielen. Unsere klinischen Ergebnisse zeigen, dass der therapeutische Effekt gegen Haarausfall über Jahre anhalten kann.

Wie funktioniert eine Stammzellentherapie gegen Haarausfall?

Was ist vor und nach der Behandlung zu beachten?

Da es sich um eine minimal invasive Behandlung handelt, kann der Patient vor dem Eingriff normal essen und trinken. Wichtig: 3 Tage vor der Behandlung dürfen keine nichtsteroidalen Antirheumatika und kein Marcumar eingenommen werden. Nach der Behandlung können Sie die Klinik direkt wieder verlassen - es ist keine Ausfallzeit erforderlich. Die Kopfhaut bleibt in der Regel unversehrt.

Wann sind erste Ergebnisse sichtbar?

Meist dauert es mehrere Monate, bis sich erste sichtbare Erfolge einstellen. In vielen Fällen berichten Patienten von einer Verbesserung nach etwa 3 bis 6 Monaten. Der Grund dafür ist, dass Haare in einem natürlichen Wachstumszyklus wachsen und Zeit brauchen, um auf die Behandlung anzusprechen.

Stammzelltherapie vs. Haartransplantation

Bei einer Haartransplantation werden Haare „umverteilt“, perfekt, um Lücken im Haarbild zu schließen oder die Haarlinie zu korrigieren - aber nicht, um den Haarausfall zu stoppen. Grundsätzlich sollte der Haarausfall gestoppt oder zumindest klar prognostizierbar sein, bevor eine Haartransplantation durchgeführt wird. Das Ziel der Haartransplantation ist die Umverteilung des Resthaares. Eine Haartransplantation ist in der Regel weder als erste noch als einzige Maßnahme zur Behandlung von Haarausfall geeignet.

Um den Erfolg einer Haartransplantation zu erhöhen und das Gewebe mit Nährstoffen und Wachstumsfaktoren anzureichern, können regenerative Therapien hilfreich sein. Eine Haartransplantation kann zu einem späteren Zeitpunkt oder zur Korrektur von kahlen Stellen (bspw. nicht-transplantierbaren Bereichen (z.B.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien

Es gibt zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit von Stammzellen bei der Behandlung von Haarausfall untersuchen:

  • Salk Institute: Diese Forschung findet einen überraschenden Zusammenhang zwischen dem Immunsystem und Haarwachstum, wobei Stammzellen eine wichtige Rolle spielen.
  • Universität zu Köln: Diese Studie beschäftigt sich mit einem neuen Mechanismus, der die Langlebigkeit von Stammzellen steuert und somit möglicherweise Haarausfall verhindern kann.
  • Universität von Kalifornien: Diese Studie befasst sich mit der Rolle des Hedgehog-Signalwegs in der Regulation von Haarfollikel-Stammzellen. Dieser Signalweg ist wichtig für die Kommunikation zwischen Zellen und spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung und Regeneration von Geweben, einschließlich Haarfollikeln.

Weitere Tipps für gesundes Haarwachstum

Auch der Lebensstil hat einen Einfluss und Sie können etwas gutes für Ihre Haare tun. Die Haarpflege sollte schonend und frei von unnötigen Chemikalien sein. Darüber hinaus erhalten Sie im Gespräch und während der Behandlung viele weitere Empfehlungen und wirksame Tipps, z. B. wie sich Entzündungen auf den Haarausfall auswirken und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, an bestimmten Arten von Haarausfall zu erkranken (je nach Familienanamnese).

  • Ausgewogene Ernährung, ggf. in Absprache mit dem Arzt speziell angepasst (z.B.
  • Die Haarpflege sollte schonend und frei von unnötigen Chemikalien sein.

Zusammenfassung der Vorteile der Stammzelltherapie

Grundsätzlich ist die Stammzelltherapie minimalinvasiv, narbenfrei und wird mit körpereigenen Stammzellen durchgeführt. Sie ist risikoarm, gut verträglich und wirkungsvoll - insbesondere wenn sie mit anderen Therapien kombiniert wird.

Besonders geeignet ist sie bei beginnendem, diffusem oder erblich bedingtem Haarausfall. Da ausschließlich körpereigene Zellen verwendet werden, ist die Therapie gut verträglich.

Kosten und Dauer der Behandlung

Der Preis für eine vollständige Behandlung liegt bei 1.250 € (inkl. Beratung, Entnahme, Zellaufbereitung und Injektion in die Kopfhaut)*. In vielen Fällen reicht eine einzige Sitzung. Wichtig: Die Wirkung hält typischerweise mehrere Jahre an. Bei vielen Patient:innen zwischen 2-5 Jahren. In der Regel ab dem 3.

Ablauf der Stammzelltherapie in fünf Schritten

  1. Persönliche Beratung & Haaranalyse: In einem ausführlichen Vorgespräch prüfen unsere Spezialist:innen, ob sich die Stammzellentherapie für Ihre individuelle Haarsituation eignet. Wir analysieren u. a.
  2. Entnahme körpereigener Stammzellen: In einem kleinen, lokalen Eingriff werden wenige Milliliter Gewebe - meist aus dem Hinterkopfbereich - entnommen.
  3. Injektion in die Kopfhaut: Die aufbereiteten Stammzellpartikel werden direkt in die betroffenen Areale der Kopfhaut injiziert. Dieser Schritt ist nahezu schmerzfrei und dauert wenige Minuten.
  4. Abschluss & Nachsorge: Nach der Behandlung können Sie die Klinik direkt wieder verlassen - es ist keine Ausfallzeit erforderlich.

Die HST-Methode (Haarstammzellen-Transplantation)

Die auch HST genannte Haarstammzellen-Transplantation ist eine einzigartige Haartransplantationstechnik, deren hohe Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist. Die transplantierten Haarfollikel werden das ganze Leben lang Haar produzieren. Bei diesem Verfahren handelt es sich um die wirksamste Methode, um das Haar zu verdichten und ihm mehr Volumen zu verschaffen. Die entnommenen Transplantate sind nur winzig klein. Keine andere Haartransplantationstechnik kommt an die HST heran.

Wie funktioniert die HST-Methode?

Während der HST entfernen wir nicht das gesamte Haarfollikel. Wir lassen dabei nämlich auch einige Haarstammzellen im Spenderbereich zurück. Hierdurch findet auch dort wieder ein Neuwachstum von Haar statt. Während der Behandlung entnehmen wir dem Spenderbereich mit einer winzig kleinen Nadel das Haarfollikel nur teilweise. Dadurch extrahieren wir Haarstammzellen für die Transplantation in den Spenderbereich und lassen gleichzeitig einige Haarstammzellen im Spenderbereich zurück. Sowohl die zurückgelassenen als auch die transplantierten Haarstammzellen lassen innerhalb einiger Wochen neues Haar sprießen. Dieses Haar besitzen dieselbe Qualität wie die anderen Haare.

Tabelle: Vergleich von Stammzelltherapie und PRP-Therapie

Merkmal Stammzelltherapie PRP-Therapie
Wirkungsweise Reaktivierung von Haarfollikeln durch körpereigene Zellen Anregung des Haarwachstums durch Wachstumsfaktoren aus Blutplättchen
Geeignet für Beginnender, diffuser oder erblich bedingter Haarausfall Haarausfall allgemein, zur Unterstützung anderer Therapien
Dauer der Wirkung Mehrere Jahre (2-5 Jahre) Variabel, meist kürzer als Stammzelltherapie
Anzahl der Sitzungen Oft nur eine Sitzung notwendig Mehrere Sitzungen im Abstand von Wochen empfohlen (z.B. 5 Sitzungen)
Kosten Höher Niedriger

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