Haarverlust bei Katzen fällt oft beim Streicheln oder Bürsten auf. Plötzlich fehlen Haare an bestimmten Stellen. Manchmal sind es nur ein paar, manchmal entstehen kahle Flecken. Viele Menschen fragen sich dann: Ist das normal? Oder ist meine Katze krank? Dieser Artikel erklärt, woran es liegen kann und wie Sie Ihrem Fellfreund helfen können.
Ein bisschen Haarverlust ist ganz normal. Doch manchmal gibt es andere Gründe, wenn eine Katze plötzlich kahle Stellen bekommt. Die Haut kann jucken oder entzündet sein. Auch Stress kann eine Rolle spielen. Manche Stubentiger putzen sich dann zu oft, wobei sie das Fell weg lecken, ohne es zu merken. Das hat nichts mehr mit normaler Fellpflege zu tun. Es kann auch sein, dass Parasiten auf der Haut sitzen oder dass die Mietzi etwas nicht verträgt, zum Beispiel ihr Futter.
Auch Krankheiten können hinter dem Haarverlust stecken. Manche Katzen haben Probleme mit Hormonen, oder ihre Haut wird von Pilzen oder Bakterien angegriffen. Manchmal fehlt dem Körper ein wichtiger Nährstoff, dann kann das Fell dünner werden.
Wenn Sie bei Ihrer Katze kahle Stellen sehen, beobachten Sie sie gut. Kratzt sie sich oft? Leckt sie sich an einer Stelle? Dann sollten Sie zum Tierarzt gehen. Je früher die Ursache gefunden wird, desto besser kann man helfen.
Man kann die Gründe für dünnes Fell (Hypotrichose) oder kahle Stellen (Alopezie) bei Katzen in drei Kategorien einteilen:
Es fallen nicht mehr Haare aus als normal, sondern es wachsen zu langsam Haare nach. Der Wachstumszyklus der Katzenhaare kann zum Beispiel durch Stoffwechselstörungen durcheinander kommen, oder das spärliche Haarwachstum ist angeboren. Insgesamt sind Störungen des Haarwachstums aber seltener als früher angenommen.
Bis vor einigen Jahren dachte man, dass die Katze ähnlich wie der Hund bei hormonellen (endokrinen) Erkrankungen mit symmetrischem Haarausfall reagiert und nannte das “feline endokrine Alopezie”. Inzwischen ist aber klar, dass dies nur sehr selten der Fall ist (z.B. beim seltenen felinen Cushing). Bei der häufigsten hormonellen Erkrankung von Katzen, der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), entstehen kahle Stellen vor allem durch ein gesteigertes Putzverhalten (siehe 3.).
Auch Ernährungsmängel oder das seltene “telogene Effluvium” können das Haarwachstum stören. Beim telogenen Effluvium gehen viele Haare als Reaktion auf ein schweres Stressereignis plötzlich von der Wachstums- in die Ruhephase (telogene Phase) über. Etwa 1-3 Monate später fallen sie dann alle innerhalb kurzer Zeit aus und die Katze bekommt kahle Stellen. Das telogene Effluvium erfordert keine Behandlung, da die Haare von allein wieder nachwachsen. Manche Katzen entwickeln ein telogenes Effluvium, nachdem sie Kitten zur Welt gebracht haben.
Verursacher solcher Haarschäden sind in der Regel Infektionen:
Bei diesen Ursachen für Haarlosigkeit sieht man meist (aber nicht immer) auch andere Symptome, wie entzündete, offene, nässende Hautstellen oder Schuppenbildung. Besonders Demodex-Milben sind oft nur schwer zu finden, da sie tief in der Haut im Haarbalg leben.
Dies ist der häufigste Grund für Haarlosigkeit und dünnes Fell bei Katzen. Der Fachbegriff dafür heißt feline selbstinduzierte Alopezie (FSA). Experten schätzen, dass die Besitzer in 90% aller Fälle nicht mitbekommen, dass ihre Katze sich kahl leckt, weil sie sich dafür gern zurückzieht. Außerdem hat schließlich kaum ein Mensch die Zeit, rund um die Uhr zu beobachten, wie oft und wie lange seine Katze sich das Fell leckt.
Es gibt aber einige Hinweise, die Ihnen verraten können, ob Ihre Katze eine FSA hat:
Besonders bei Freigängern ist Zuhause oft nicht herauszufinden, ob die Katze sich die Haare selbst entfernt. In der Tierarztpraxis geht das meist sehr einfach, mit einem so genannten Trichogramm:
Ausgezupfte Haare aus der betroffenen Region zeigen unter dem Mikroskop Schäden durch die Katzenzunge und die Zähne. Sie sind abgebrochen oder ausgefranst und befinden sich eigentlich noch in der Wachstumsphase (anagene Phase), was an der Haarwurzel erkennbar ist.
Der mit Abstand häufigste Grund für die FSA ist Juckreiz. Etwa drei Viertel aller Katzen lecken sich kahl, weil es sie juckt! Der Juckreiz entsteht meist durch:
Manchmal lecken sich Katzen auch Stellen kahl, an denen sie Schmerzen haben, zum Beispiel am Bauch wegen einer schmerzhaften Blasenentzündung und/oder Harnsteinen.
Oder die Katzen nutzen exzessives Putzen, um Stress abzubauen. Das kann sich zu einer so genannten psychogenen Leckalopezie entwickeln, die von Verhaltensmedizinern als Zwangserkrankung eingestuft wird.
Ohne Ihre Katze zu kennen kann man sagen: Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Die feline psychogene Alopezie wird häufig zu Unrecht diagnostiziert wie Studien (z.B. Waisglass 2006) zeigen konnten. Nur jede zehnte Katze, die sich selbst kahl leckt, tut dies aufgrund einer psychischen Erkrankung.
Es kann manchmal schwierig und langwierig sein, die körperlichen Ursachen für das übersteigerte Putzen zu finden, doch es lohnt sich, weil sie in der Regel gut zu therapieren sind. Die endgültige Diagnose einer psychogenen Alopezie sollte dann auch durch einen auf Verhaltenprobleme spezialisierten Tierarzt gestellt werden (zu finden z.B. unter www.gtvmt.de), nachdem alle anderen medizinischen Ursachen ausgeschlossen wurden.
Wenn es im Umfeld Ihrer Katze jedoch einschneidende Veränderungen gab, auf die sie mit Stress reagieren könnte, sollten Sie dies unbedingt Ihrem Tierarzt sagen. Infrage kommen z.B.:
Je genauer die Ursache für Stress erkannt wird, desto besser kann eine Verhaltenstherapie greifen. Unterstützen kann man die Therapie (je nach Schwere der Probleme) mit Medikamenten, Pheromonen (z.B. Feliway) und/oder Ergänzungsfutter für gestresste Katzen.
Parasiten: Am bekanntesten sind Flöhe, Milben und Zecken. Sie können der Fellnase großen Juckreiz machen. Wenn deine Katze sich ständig kratzt, ist das oft ein Zeichen für Parasiten.
Allergien: Wenn der Körper falsch reagiert, können Allergien die Haut reizen und jucken lassen. Wenn deine Mietzi allergisch ist, verliert sie oft Fell an den juckenden Stellen. Sie kratzt und leckt sich viel. Die Haut kann rot und entzündet aussehen. Manchmal entstehen kahle Flecken.
Pilzkrankheiten: Eine häufige Pilzkrankheit heißt Ringelflechte. Sie macht die Haut rot und schuppig. Oft fallen Haare an den betroffenen Stellen aus. Ringelflechte ist ansteckend. Sie kann sich auf andere Katzen und sogar auf Menschen übertragen. Deshalb ist es wichtig, schnell zu handeln.
Hormonstörungen: Manche Katzen bekommen Haarverlust durch Probleme mit ihren Hormonen. Hormone steuern viele Abläufe im Körper. Wenn sie nicht richtig arbeiten, kann das Fell dünner werden oder ausfallen. Das passiert oft nach einer Kastration oder wenn die Katze krank ist.
Hautentzündungen: Hautentzündungen können auch Haarverlust bei Katzen verursachen. Sie entstehen oft durch Bakterien oder andere Reize. Die Haut wird rot, warm und manchmal auch nässt sie.
Fehlende Nährstoffe: Eine schlechte Ernährung kann bei Katzen zu Haarverlust führen. Fehlen wichtige Vitamine oder Eiweiße, wird das Fell dünn und fällt aus.
Wenn Sie Haarverlust bei Katzen bemerken, sollten Sie nicht warten. Beobachten Sie Ihre Fellnase genau. Schauen Sie, wo die Haare fehlen und ob die Haut rot oder verletzt ist.
Der wichtigste Schritt ist der Besuch beim Tierarzt. Er kann die Ursache erkennen und die richtige Behandlung empfehlen. Manchmal braucht Ihre Mietzi Medikamente oder spezielles Futter.
Auch gute Pflege hilft. Bürsten Sie Ihren Stubentiger regelmäßig und sorgen Sie für Ruhe und wenig Stress. Saubere Schlafplätze und Hygiene sind wichtig.
So können Sie Ihrem Fellfreund helfen, gesund zu bleiben und neues Fell zu bekommen.
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