Strohige Haare in den Wechseljahren: Ursachen und Behandlung

Viele Frauen klagen während der Wechseljahre über Haarausfall und zu dünnes Haar. Die Wechseljahre sind von einer Vielzahl an Veränderungen geprägt. Während der Wechseljahre kommt es zu einer Reihe von hormonellen Veränderungen im weiblichen Körper. Diese Veränderungen können sich unter anderem in der Struktur, dem Volumen sowie im allgemeinen Erscheinungsbild der Haare äußern.

In den Wechseljahren lässt die Produktion von Östrogen und Progesteron nach - den beiden wichtigsten weiblichen Sexualhormonen. Es kommt zu Hormonschwankungen und einem unregelmäßigen Eisprung, bis dieser schließlich ganz ausbleibt. Mit dem Ende der Wechseljahre endet auch die fruchtbare Phase im Leben der Frau. Unregelmäßigkeiten im Zyklus sowie das Ausbleiben der Menstruation werden häufig als die zentralen Anzeichen der Wechseljahre wahrgenommen. Auch die Haarwurzeln reagieren sensibel auf die hormonellen Veränderungen.

Wie äußern sich Veränderungen der Haare in den Wechseljahren?

Während der Wechseljahre kann sich die Körperbehaarung ebenfalls verändern. Besonders typisch ist eine verstärkte Gesichtsbehaarung. So ist zum Beispiel ein vermehrter Haarwuchs an der Oberlippe und am Kinn in den Wechseljahren keine Seltenheit. Auch in anderen Körperbereichen, wie dem Rücken oder Bauch, kann sich ein verstärktes Haarwachstum bemerkbar machen. In den Wechseljahren verändert sich nicht nur die Beschaffenheit deiner Haare, sondern auch die deiner Nägel. Besonders die Fingernägel neigen leichter dazu, brüchig zu werden.

  • Fettiges Haar: Da Androgene (männliches Sexualhormon) die Aktivität der Talgdrüsen anregen, werden die Wechseljahre oft von einer erhöhten Talgproduktion der Kopfhaut begleitet.
  • Brüchiges Haar: Durch einen Mangel an Keratin wird das Haar häufig brüchig. Die Haare können dann z. B. beim Färben oder Blondieren buchstäblich abbrechen.
  • Dünnes Haar: Dünner werdendes Haar wird auch als Miniaturisierung bezeichnet. Das Haar verliert insgesamt an Volumen und wirkt weniger dicht.
  • Locken: Einige Frauen beobachten, dass sie in den Wechseljahren plötzlich Locken bekommen.
  • Stumpfes Haar: Nicht selten verliert das Haar während der Wechseljahre an Spannkraft und Glanz.
  • Trockenes Haar: Trockene, spröde oder strohige Haare sind ebenfalls ein häufiger Begleiter der Wechseljahre.

Ursachen für strohige Haare und Haarausfall

Haarausfall ist eine typische Begleiterscheinung der Wechseljahre. Haarausfall in den Wechseljahren sorgt bei vielen Frauen schnell für Besorgnis. Dabei gilt es jedoch zunächst zu berücksichtigen, dass ein Verlust von rund 100 Haaren täglich völlig normal ist. Ernstzunehmender Haarausfall äußert sich durch eine sehr auffällige Anzahl an losen Haaren, die sich zum Beispiel in der Bürste, der Dusche oder auf dem Kopfkissen finden. Darüber hinaus wird nach und nach die Kopfhaut zwischen den Haaren sichtbar.

Bei Haarausfall in den Wechseljahren handelt es sich meist um hormonell bedingten Haarausfall. Der sinkende Östrogenspiegel sorgt für ein unausgeglichenes Verhältnis zu den Androgenen - den männlichen Sexualhormonen, die sich auch in geringer Menge im weiblichen Körper befinden. Der so entstandene Überschuss an Androgenen sorgt für einen schnelleren Ablauf des Haarzyklus, wobei sich die Wachstumsphase verkürzt. In der Folge fallen mehr Haare aus.

Weitere Ursachen für Haarausfall während der Wechseljahre können ein Mangel an bestimmten Nährstoffen und Vitaminen oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse sein. Im Gesicht kommt es ebenfalls nicht selten zu Haarverlust. Dieser äußert sich zum Beispiel durch Wimpernausfall oder ein Ausfallen der Augenbrauen. Die Härchen in diesen Bereichen fallen meist nicht komplett aus, wirken aber häufig deutlich ausgedünnt.

Es kann zudem sein, dass durch die hormonelle Umstellung auch mehr Haare im Gesicht wachsen, z.B. Haarausfall während der Wechseljahre kann auch an verschiedenen Bereichen des Körpers beobachtet werden. Häufig wachsen die Achselhaare und die Haare an den Beinen nicht mehr, werden allmählich feiner oder fallen zum Teil aus.

Um die tatsächliche Ursache des Haarverlusts festzustellen, kann ein Bluttest hilfreich sein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sowohl die Haarwurzeln als auch die Haardichte mittels einer speziellen Untersuchung überprüfen zu lassen.

Was tun bei strohigen Haaren in den Wechseljahren?

Wird das Haar dünner, verliert an Kraft und Glanz oder fällt aus, ist die Versuchung groß, jedes scheinbar geeignete Mittel auszuprobieren. Genau das kann jedoch sowohl Haar als auch Kopfhaut schwächen und weiter aus dem Gleichgewicht bringen.

Tipp: Bürste und kämme deine Haare am besten im trockenen Zustand. Ist das Haar nass, neigt es schneller dazu, zu brechen.

Die richtige Haarpflege

Das richtige Shampoo bildet eine wichtige Grundlage für das Erscheinungsbild der Haare. Ein Shampoo sollte das Haar intensiv, aber schonend reinigen und auf dein Haarbedürfnis abgestimmt sein. Bei trockener Kopfhaut sollte das Shampoo zudem Juckreiz mildern und gleichzeitig die sensiblen Haarfasern stärken. Ein Shampoo für empfindliche Kopfhaut und trockene Haare pflegt brüchiges Haar und wirkt Schäden an der Haaroberfläche entgegen und fördert gleichzeitig ein angenehmes Gefühl. Auch bei Haarausfall gibt es spezielles Shampoo.

Tipp: Wasche deine Haare nicht zu häufig. Eine Haarwäsche zwei- bis dreimal pro Woche ist in der Regel ausreichend.

Neben einem geeigneten Shampoo kannst du Haarausfall in den Wechseljahren gezielt mit Kuren für die Kopfhaut entgegenwirken. VICHY hat mit DERCOS Aminexil Clinical 5 Frauen eine Innovation gegen Haarausfall entwickelt. Aminexil ist gegen Haarausfall und das Ergebnis aus 10-jähriger Forschung.

Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel

Neben der passenden Pflege spielt auch die richtige Ernährung eine große Rolle für schönes Haar in den Wechseljahren. Thermalwasser gilt aufgrund seiner Mineralstoffe seit jeher als wertvolles und vielseitiges Pflegeprodukt. Das Thermalwasser von VICHY stammt aus der Auvergne in Frankreich und ist sehr mineralreich.

Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung schützt du deinen Körper vor einem Nährstoffmangel. Integriere daher überwiegend frisches Obst und Gemüse in deine Ernährung. Auch Nüsse, mageres Fleisch und Fisch tragen zu einer ausgewogenen Nährstoffversorgung bei, ebenso wie ungesättigte Pflanzenöle. Eine sehr zuckerhaltige Ernährung und ein erhöhter Insulinspiegel dagegen können das Wachstum der Haare auf Dauer beeinträchtigen.

Während der Wechseljahre kommt es häufig zu einem Mangel an Mikronährstoffen, da sich der Stoffwechsel mit zunehmendem Alter verlangsamt. Nährstoffe werden so zum Teil weniger effektiv aufgenommen.

  • Eisen: Eisenmangel ist sehr weit verbreitet und Studien sehen einen Zusammenhang zwischen zu wenig Eisen und Haarausfall.
  • Biotin: Biotin ist auch als Vitamin H oder Vitamin B7 bekannt. Es wird vom Körper unter anderem zur Herstellung des Proteins Keratin benötigt.
  • Zink: Zink ist ein unverzichtbares Spurenelement, das an zahlreichen Prozessen des Körpers beteiligt ist. Eine Aufnahme über die Nahrung ist hierbei notwendig, da der Körper nur geringe Mengen Zink speichert. Die Versorgung kann in der Regel über die Nahrung sichergestellt werden. Kommt es allerdings zu einem Mangel, kann dieser langfristig zu Haarverlust beitragen. Zum Glück kommt Zink in vielen Nahrungsmitteln vor. Hohe Zinkwerte befinden sich beispielsweise in Fleisch und Käse.
  • Vitamine: Vitamine sind grundsätzlich unverzichtbar für den Erhalt der normalen Körperfunktionen.
    • Vitamin A: Vitamin A ist an der Fettsynthese der Haarfollikel beteiligt.
    • B-Vitamine: Die Gruppe der B-Vitamine ist groß.
    • Vitamin C: Vitamin C regt die Durchblutung der Kopfhaut an und stimuliert unter anderem die körpereigene Kollagenproduktion.
    • Vitamin D: Vitamin D kann laut Studien den Zyklus des Haarwachstums beeinflussen.

Generell gilt: Eine gesunde Lebensweise hat positiven Einfluss auf unseren Körper. Besonders während der Wechseljahre kann sich das auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Regelmäßige Bewegung etwa kurbelt die Durchblutung an und hebt zugleich die Laune. Versuche, Stress und Hektik so gut es geht von deinem Alltag fernzuhalten. Gönne dir wohlverdiente Auszeiten zum Entspannen. Darüber hinaus ist ein möglichst geringer Konsum von Alkohol und Nikotin empfehlenswert.

Hausmittel gegen strohige Haare

Strohige Haare in den Wechseljahren gehören leider zu den häufigsten Symptomen zu der Zeit. Aber keine Sorge: Es gibt Hausmittel, die dem Strohhaar den Kampf ansagen.

Olivenöl

Olivenöl ist in vielen Pflegeprodukten enthalten - und das nicht ohne Grund: Das Öl versorgt Dein Haar mit Feuchtigkeit und lässt es weniger strohig aussehen. Das Olivenöl wendest Du am besten ein- bis zweimal die Woche wie eine Haarmaske an.

Eigelb und Avocado

Eigelb tut Deinem Haar ebenfalls gut. Es versorgt Dein Haar mit Proteinen, den Grundbausteinen vom Haar. Zudem sind wichtige Nährstoffe wie die Vitamine A, B, E, D und K sowie die Spurenelemente Eisen, Kalium und Selen im Ei enthalten. Gib ein- bis zweimal die Woche zwei Eigelb (verrührt mit etwas Olivenöl und Honig) als Haarmaske auf das trockene oder leicht feuchte Haar und lasse alles 20 Minuten einwirken.

Auch Avocado tut Deinem Haar gut. Für eine Haarmaske zerdrückst Du die Avocado und vermengst sie mit Naturjoghurt. Trage die Maske auf das feuchte Haar auf und lasse alles 20 Minuten einwirken.

Weitere Hausmittel

  • Olivenöl: Einfach eine kleine Portion Olivenöl sorgfältig ins feuchte, aber noch handtuchtrockene Haar einmassieren. Oder Sie mischen sich eine Olivenöl-Haarkur gegen trockenes Haar. Die Zutaten gut vermischen und ins gewaschene, handtuchtrockene Haar einmassieren. 30 Minuten einwirken lassen, dann sorgfältig auswaschen.
  • Quark: Massieren Sie dazu zwei bis drei Esslöffel Quark in das noch feuchte Haar und auf die Kopfhaut ein. Nach einer Einwirkzeit von etwa fünf Minuten spülen Sie die das Ganze gründlich aus. Wenn die Kopfhaut zudem juckt, können Sie 3 EL Quark mit 3 EL Honig mischen.
  • Avocados: Zerdrücken Sie das Fruchtfleisch einer reifen Avocado mit einer Gabel und geben Sie einen Schuss Olivenöl hinzu. Verteilen Sie die Haarkur im gesamten Haar, auch in den Spitzen und lassen sie rund 30 Minuten einwirken.
  • Apfelessig: Verrühre zwei Esslöffel Apfelessig in einem Liter Wasser.
  • Honig: Verteile etwa eine halbe Tasse Honig im frisch gewaschenen Haar und massiere ihn in die Kopfhaut ein.

Es ist also wichtig, den Hormonhaushalt über längere Zeit konstant zu halten.

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Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Grund für eine Hormon(ersatz)therapie ist der Haarausfall bzw. das Haarwachstum nicht. Allerdings kann bei Haarausfall und gleichzeitigem Vorliegen einer Indikation für eine Hormonersatztherapie diese z. B. so ausgewählt werden, dass den Effekten der männlichen Hormone entgegengewirkt und damit der Haarausfall gebessert wird. Gleichfalls könnten bestimmte Nahrungsergänzungsmittel sowie eine Behandlung der Kopfhaut (Lokaltherapie) mit dem Wirkstoff Minoxidil hilfreich sein.

Wie lange Haarausfall in den Wechseljahren dauert, lässt sich pauschal nicht beantworten. In einigen Fällen kann der Haarausfall über mehrere Monate oder Jahre andauern. Bei den meisten Frauen ist der Haarausfall jedoch mild und nicht dauerhaft. Bei starkem Haarausfall während der Wechseljahre kannst du dich an verschiedene Fachärzte wenden.

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