Die Rutte: Ein Süßwasserdorsch im Porträt

Die Rutte (Lota lota), auch bekannt als Quappe, Aalraupe oder Trüsche, ist ein faszinierender Süßwasserfisch, der zur Familie der Dorsche (Gadidae) gehört. Sie ist der einzige Vertreter dieser Familie, der ausschließlich im Süßwasser lebt. In diesem Artikel werden wir uns die Rutte genauer ansehen und ihre Lebensweise, ihren Lebensraum und ihre besonderen Merkmale beleuchten.

Körpermerkmale der Rutte

* Körperform: Die Rutte besitzt einen spindelförmigen Körper mit breitem Kopf. Ihr Körper ist langgestreckt, vorn walzenförmig und hinten zusammengedrückt.* Maul: Die Maulspalte ist weit und leicht unterständig. Das Maul ist breit und ein wenig unterständig.* Barteln: Ein Bartfaden am Kinn ist ein deutliches Erkennungsmerkmal. Zusätzlich befinden sich zwei sehr kurze Bartfäden an den Nasenöffnungen.* Schuppen: Der Körper ist mit kleinen, zarten Schuppen bedeckt, die kaum erkennbar sind.* Färbung: Das Schuppenkleid ist auf dem Rücken graugrün, oliv oder braun gefärbt mit dunkler Marmorierung. Der Bauch ist sehr hell und teilweise fast weiß. Im Alter wird die Rutte zunehmend farbloser.* Flossen: Sie besitzt zwei getrennte Rückenflossen, wobei die zweite Rückenflosse ungefähr die sechsfache Länge der ersten hat und über die halbe Länge des Körpers reicht. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Die Bauchflossen sind kehlständig und die Afterflosse ist vergleichsweise lang.* Wirbel: Die Rutte hat 50 bis 67 Wirbel.* Größe: Durchschnittlich erreicht die Rutte eine Länge von 30 bis 60 cm, kann aber auch bis zu 90 cm lang werden.

Quappenangeln im Winter | Mein erstes Mal auf Quappe in Deutschland

Lebensweise und Lebensraum

Die Rutte bewohnt kühle, klare und sauerstoffreiche Still- und Fließgewässer. Sie ist ein Grundfisch, der sich bevorzugt in der Nähe des Gewässerbodens aufhält. Ihr Lebensraum erstreckt sich über die gesamte Nordhalbkugel zwischen dem 42. und 75. Breitengrad. Man findet sie in Flüssen, Seen und sogar tiefen Teichen. Große Bestände soll es in der Donau, der Oder und den angrenzenden Flüssen geben. Die ideale Wassertemperatur liegt zwischen 4 und 18°C.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt vor allem in der Dämmerung und nachts sowie vor allem in der kalten Jahreszeit. Im Sommer hält sie bisweilen längere Ruhephasen. Als Jungfische ernähren sich die Quappen fast ausschließlich von Wirbellosen wie Insekten, Würmern und Fischlaich. Ab einer Größe von über 20 cm fängt sie an, sich überwiegend von Fisch zu ernähren. Die Hauptbeute der Fische sind Bodenbewohner, dabei belegt den Platz 1 der Speisekarte vermutlich der Gründling oder der Kaulbarsch.

Lebensraum der Rutte: Kühle, klare und sauerstoffreiche Gewässer

Fortpflanzung der Rutten

Die Laichzeit der Rutte liegt zwischen November und März, wenn die Wassertemperatur zwischen 0,5°C und 4°C liegt. Zur Laichzeit zieht sie häufig stromaufwärts und laicht über sandig-kiesigen Stellen ab. Dabei findet ein wahres Wettrennen statt. Denn die männlichen Quappen versuchen, vor den Weibchen am Ort der Paarung anzukommen. Bei der eigentlichen Paarung sucht und findet sich nicht, wie bei anderen Fischen, ein einzelnes Pärchen, sondern es entsteht ein richtiges Knäuel an Paarungswilligen. Die Fische drängen sich so dicht, dass eine Art Kugel entsteht. Damit die Quappe ihr Erbgut auch weitergeben kann, muss sie in der Mitte dieser Kugel ankommen. Hier gibt das Weibchen 100.000 bis 5.000.000 Eier ab. Diese 1 mm großen Eier sinken zu Grund.

Die Larven schwimmen frei im Mittelwasser. Sobald sie etwa 7 mm groß sind, fangen sie an am Grund zu leben. Bereits nach 10 Tagen schlüpfen die kleinen Quappenkinder (ca. 3 mm). Zunächst ernähren sich die Larven von Plankton. Dann steigert sich das rasante Wachstum nochmal, schon nach 4 Wochen haben die Larven eine Körpergröße von ungefähr zwei Zentimeter.

Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Die Rutte ist in einigen Regionen gefährdet. Zu den Hauptgefährdungsursachen zählen Gewässerverschmutzung, Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen und Mangel an geeigneten Gewässerstrukturen. Als Nahrungskonkurrent kann der Aal Einfluss auf die Ruttenpopulation haben. Inzwischen sind die Bestände örtlich teilweise stark dezimiert und in Gefahr. Hier darf man die Quappe nicht mehr angeln und es wird versucht, durch künstlichen Besatz das Gleichgewicht wieder herzustellen. Ganzjährig geschützt ist die Quappe in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen (Stand 3.12.2017).

Die Rutte als Speisefisch

Die Quappe schmeckt hervorragend. Man kann die Quappe entweder räuchern oder braten. Wie so oft schmecken die kleinen Fische deutlich besser als die alten großen Quappen. Egal wie man die Quappe zubereitet, sie sollte auf jeden Fall gut durchgebraten sein, da ansonsten theoretisch der Fischbandwurm am Leben bleiben könnte. Da die Quappe, wie auch die Barbe, ihre Nahrung am Boden aufnimmt, sammelt sie auch die Schwermetalle im Wasser mit ein. Diese reichern sich dann in der Leber an. Gerade die Leber ist eine Delikatesse, aber mit Vorsicht zu genießen.

Verwechslungsgefahr

Die Verwechslungsgefahr der Rutte ist gering. Am ehesten kann sie mit dem Aal verwechselt werden. Durch den einzelnen Bartfaden am Unterkiefer ist sie jedoch ausgezeichnet zu identifizieren.

Die Rutte in Oberfranken

In Oberfranken erreichen Rutten eine Länge von ca. Sie ist in allen oberfränkischen Gewässern, in denen sie vorkommt, nicht häufig vorhanden und stark verfolgt. In Oberfranken laichen Rutten bei einer Wassertemperatur von 0,5°C - 4°C. In Oberfranken gehören sie in die Forellenregion.

Die Rutte ist ein bemerkenswerter Fisch, der eine wichtige Rolle im Ökosystem unserer Gewässer spielt. Es ist wichtig, dass wir uns für den Schutz dieser Art einsetzen und Maßnahmen ergreifen, um ihren Lebensraum zu erhalten.

Zusammenfassung der Rutte
MerkmalBeschreibung
NameRutte (Lota lota)
FamilieDorsche (Gadidae)
LebensraumKühle, klare Süßgewässer
NahrungWirbellose, Fische
LaichzeitNovember - März
Größe30 - 60 cm (max. 90 cm)
GefährdungGewässerverschmutzung, Habitatverlust

tags: #rutte #fisch #schuppen

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