Die Rutte (Lota lota), auch bekannt als Quappe, Aalraupe oder Trüsche, ist ein faszinierender Süßwasserfisch, der zur Familie der Dorsche (Gadidae) gehört. Sie ist der einzige Vertreter dieser Familie, der ausschließlich im Süßwasser lebt. In diesem Artikel werden wir uns die Rutte genauer ansehen und ihre Lebensweise, ihren Lebensraum und ihre besonderen Merkmale beleuchten.
Die Rutte bewohnt kühle, klare und sauerstoffreiche Still- und Fließgewässer. Sie ist ein Grundfisch, der sich bevorzugt in der Nähe des Gewässerbodens aufhält. Ihr Lebensraum erstreckt sich über die gesamte Nordhalbkugel zwischen dem 42. und 75. Breitengrad. Man findet sie in Flüssen, Seen und sogar tiefen Teichen. Große Bestände soll es in der Donau, der Oder und den angrenzenden Flüssen geben. Die ideale Wassertemperatur liegt zwischen 4 und 18°C.
Die Nahrungsaufnahme erfolgt vor allem in der Dämmerung und nachts sowie vor allem in der kalten Jahreszeit. Im Sommer hält sie bisweilen längere Ruhephasen. Als Jungfische ernähren sich die Quappen fast ausschließlich von Wirbellosen wie Insekten, Würmern und Fischlaich. Ab einer Größe von über 20 cm fängt sie an, sich überwiegend von Fisch zu ernähren. Die Hauptbeute der Fische sind Bodenbewohner, dabei belegt den Platz 1 der Speisekarte vermutlich der Gründling oder der Kaulbarsch.
Lebensraum der Rutte: Kühle, klare und sauerstoffreiche Gewässer
Die Laichzeit der Rutte liegt zwischen November und März, wenn die Wassertemperatur zwischen 0,5°C und 4°C liegt. Zur Laichzeit zieht sie häufig stromaufwärts und laicht über sandig-kiesigen Stellen ab. Dabei findet ein wahres Wettrennen statt. Denn die männlichen Quappen versuchen, vor den Weibchen am Ort der Paarung anzukommen. Bei der eigentlichen Paarung sucht und findet sich nicht, wie bei anderen Fischen, ein einzelnes Pärchen, sondern es entsteht ein richtiges Knäuel an Paarungswilligen. Die Fische drängen sich so dicht, dass eine Art Kugel entsteht. Damit die Quappe ihr Erbgut auch weitergeben kann, muss sie in der Mitte dieser Kugel ankommen. Hier gibt das Weibchen 100.000 bis 5.000.000 Eier ab. Diese 1 mm großen Eier sinken zu Grund.
Die Larven schwimmen frei im Mittelwasser. Sobald sie etwa 7 mm groß sind, fangen sie an am Grund zu leben. Bereits nach 10 Tagen schlüpfen die kleinen Quappenkinder (ca. 3 mm). Zunächst ernähren sich die Larven von Plankton. Dann steigert sich das rasante Wachstum nochmal, schon nach 4 Wochen haben die Larven eine Körpergröße von ungefähr zwei Zentimeter.
Die Rutte ist in einigen Regionen gefährdet. Zu den Hauptgefährdungsursachen zählen Gewässerverschmutzung, Fragmentierung des Lebensraums durch Querverbauungen und Mangel an geeigneten Gewässerstrukturen. Als Nahrungskonkurrent kann der Aal Einfluss auf die Ruttenpopulation haben. Inzwischen sind die Bestände örtlich teilweise stark dezimiert und in Gefahr. Hier darf man die Quappe nicht mehr angeln und es wird versucht, durch künstlichen Besatz das Gleichgewicht wieder herzustellen. Ganzjährig geschützt ist die Quappe in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen (Stand 3.12.2017).
Die Quappe schmeckt hervorragend. Man kann die Quappe entweder räuchern oder braten. Wie so oft schmecken die kleinen Fische deutlich besser als die alten großen Quappen. Egal wie man die Quappe zubereitet, sie sollte auf jeden Fall gut durchgebraten sein, da ansonsten theoretisch der Fischbandwurm am Leben bleiben könnte. Da die Quappe, wie auch die Barbe, ihre Nahrung am Boden aufnimmt, sammelt sie auch die Schwermetalle im Wasser mit ein. Diese reichern sich dann in der Leber an. Gerade die Leber ist eine Delikatesse, aber mit Vorsicht zu genießen.
Die Verwechslungsgefahr der Rutte ist gering. Am ehesten kann sie mit dem Aal verwechselt werden. Durch den einzelnen Bartfaden am Unterkiefer ist sie jedoch ausgezeichnet zu identifizieren.
In Oberfranken erreichen Rutten eine Länge von ca. Sie ist in allen oberfränkischen Gewässern, in denen sie vorkommt, nicht häufig vorhanden und stark verfolgt. In Oberfranken laichen Rutten bei einer Wassertemperatur von 0,5°C - 4°C. In Oberfranken gehören sie in die Forellenregion.
Die Rutte ist ein bemerkenswerter Fisch, der eine wichtige Rolle im Ökosystem unserer Gewässer spielt. Es ist wichtig, dass wir uns für den Schutz dieser Art einsetzen und Maßnahmen ergreifen, um ihren Lebensraum zu erhalten.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Name | Rutte (Lota lota) |
| Familie | Dorsche (Gadidae) |
| Lebensraum | Kühle, klare Süßgewässer |
| Nahrung | Wirbellose, Fische |
| Laichzeit | November - März |
| Größe | 30 - 60 cm (max. 90 cm) |
| Gefährdung | Gewässerverschmutzung, Habitatverlust |
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