Goethe, Jürgen Klopp, Jude Law: Geheimratsecken zeigten und zeigen sich auf vielen männlichen Köpfen. Bei Frauen sind sie dagegen selten. Doch auch Frauen können von Geheimratsecken betroffen sein, was oft eine große emotionale oder psychische Belastung darstellt. In diesem Artikel erfahren Sie, was Geheimratsecken sind, wodurch sie entstehen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Von Geheimratsecken (Calvities frontalis) spricht man, wenn bei Betroffenen (hauptsächlich Männern) der Haaransatz im Bereich der Schläfenhöcker und der Stirn zurückweicht - es entwickeln sich die sogenannten Geheimratsecken und eine Stirnglatze. Später lichtet sich das Haar auch am oberen Hinterkopf rund um den Wirbel (Tonsur). Stirnglatze und Tonsur treffen häufig irgendwann aufeinander, sodass die gesamte obere Kopfpartie kahl ist und nur noch ein hufeisenförmiger Haarkranz stehen bleibt.
Bei Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall zeigt sich meist ein anderes Erscheinungsbild. Hier kommt es meist zu einem allmählichen Ausdünnen der Haare oben am Kopf (Scheitelbereich), ohne dass sich irgendwann eine völlige Kahlheit einstellt. Nur selten tritt das männliche Muster (mit Stirnglatze und Geheimratsecken) bei Frauen auf.
Der Begriff "Geheimratsecken" stammt aus dem 19. Jahrhundert und bezieht sich auf die markanten kahlen Stellen an den Schläfen, die bei vielen älteren Männern, bei sogenannten Geheimräten häufig auftraten. In Österreich werden “die Ecken” auch “Hofratsecken” genannt. Im Sprachgebrauch in der Schweiz sind sie als “Ratsherrenecken” bekannt. Namensgebend waren ältere Männer mit hohen politischen Ämtern (sog. Geheimräte), die oft diese Haarform aufwiesen.
Im medizinischen Fachjargon werden Geheimratsecken "Calvities frontalis" genannt. Sie beginnen schleichend und fallen zunächst nur Betroffenen selbst auf. Die Haare wechseln an und über den Schläfen häufiger als an anderen Stellen des Kopfes. Daher wird dort Haarausfall häufig am schnellsten sichtbar.
Um wirksam gegen Haarausfall vorzugehen, ist es entscheidend, die zugrunde liegenden Haarverlust Ursachen zu verstehen. Geheimratsecken sind ein typisches Zeichen für erblich bedingten (androgenetischen) Haarausfall bei Männern (androgenetische Alopezie): Die Haarfollikel reagieren überempfindlich auf Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT), weil sie auf ihrer Oberfläche übermäßig viele Andockstellen (Rezeptoren) für diese männlichen Sexualhormone tragen.
Eine der entscheidenden “Geheimratsecken-Ursachen” ist die genetische Veranlagung. Doch auch hormonelle Schwankungen, äußere Einflüsse und psychische Faktoren spielen eine wesentliche Rolle. Vererbung ist zentral - wenn in der Familie bereits Frauen mit dünner werdendem Haar oder Geheimratsecken bekannt sind, steigt das Risiko.
Im Gegensatz zum erblichen Haarausfall bei Männern ist die androgenetische Alopezie bei der Frau eine krankhafte Form. Betroffen sind dabei meist Frauen nach den Wechseljahren. Die Hormonumstellung hat dabei Einfluss auf den ebenso wie beim Mann genetisch bedingten Haarausfall.
Hierbei besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), einer Abwandlung von Testosteron, das auch im weiblichen Körper vorkommt. Dieses Hormon wird in der Regel durch das weibliche Östrogen ausgeglichen. Doch wenn der Östrogenspiegel schwankt (beispielsweise in Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren) oder dauerhaft sinkt, hat dies Auswirkungen auf die Haarfollikel. Diese schrumpfen, was bedeutet, dass die Haare immer weniger dick nachwachsen und früher ausfallen. Der Wachstumszyklus der Haare verkürzt sich und es können sich bei einer Frau Geheimratsecken oder ein lichter Scheitel entwickeln.
Ein Mangel an essenziellen Nährstoffen wie Eisen, Zink, Vitamin D oder Biotin kann die Haarwurzeln schwächen. Einige Präparate - bzw. wenn Frauen von plötzlich starkem Haarausfall betroffen sind, der sich scheinbar ohne Vorwarnung einstellt, liegt meist eine der oben genannten Ursachen zugrunde.
Selten kann Haarschwund im Schläfenbereich und damit verbundene Geheimratsecken bei Frauen auch Symptom einer Krankheit sein. So können bestimmte Erkrankungen der Schilddrüse, atopischen Erkrankungen, Vitiligo, bestimmte Autoimmunerkrankungen oder Zöliakie mit Haarausfall einhergehen. Auch auf einen Nährstoffmangel könnte Haarausfall zurückzuführen sein. Besonders Zink, Biotin und bestimmte Fettsäuren sowie Vitamin D sind wichtig für gesundes Haar und tragen zu einem normalen Haarwachstum bei. Gibt es hier ein extremes Defizit, kann das Haar dünner werden.
Erhöhter Stress über einen längeren Zeitraum, die Einnahme bestimmter Medikamente sowie bestimmte Styling-Angewohnheiten wie beispielsweise das Tragen eines streng nach hinten gebundenen Zopfes können noch weitere Gründe für Haarausfall sein. Besonders letzteres, die Styling-Angewohnheiten, sollte man als Frau mit Geheimratsecken unter die Lupe nehmen. Streng zurückgebundene Haare können eine enorme Spannung auf das Haar im Schläfenbereich ausüben und empfindliche Haarwurzeln irritieren.
In der Regel sind Männer häufiger von Geheimratsecken betroffen als Frauen. Männer zeigen häufig einen progressiven Haarausfall im Bereich der Schläfen, der typischerweise als Geheimratsecken bezeichnet wird.
Die Geheimratsecken kennzeichnen sich durch zunächst sehr dünne, feine Haare an den Schläfen. Häufig fühlen sie sich weich an - wie Flaum. Im späteren Verlauf können diese Härchen immer dünner werden und dann ganz ausfallen.
Selbstverständlich sind stets andere Ursachen von Haarverlust auszuschließen. So kommt bei Frauen auch der diffuse Haarausfall in Frage, z.B. infolge von Eisenmangel, Mangelerscheinungen (z.B. bei radikalen Diäten), Schilddrüsenfunktionsstörungen (Über- oder Unterfunktion) oder durch Stress. In diesem Fall fällt das Haar jedoch meist gleichmäßig am ganzen Kopf aus. Wenn Sie vermehrten Haarausfall bemerken, wenden Sie sich an Ihren Hautarzt.
Wenn du wissen möchtest, warum dir die Haare ausfallen, solltest du einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Zudem kann ein Spezialist, meist ein Dermatologe oder eine Dermatologin, durch verschiedene Tests herausfinden, wie viele Haare wirklich ausfallen und in welchem Stadium des Wachstums die Haare ausfallen. Davon ablesen lässt sich dann sehr schnell, ob es sich um einen erblich bedingten Haarausfall handelt. Ist dies der Fall, kann es für die weitere Abklärung auch hilfreich sein, einen Endokrinologen oder eine Endokrinologin aufzusuchen. Diese sind Spezialisten auf dem Gebiet der hormonellen Abläufe im Körper.
In der Regel sind die Geheimratsecken bereits per Blickdiagnose erkennbar. Um die Ursache festzustellen, wird ein „Trichogramm” (Haarwurzeluntersuchung) durchgeführt, bei dem die Haarwurzeln unter dem Mikroskop analysiert und ausgewertet werden. Anhand der Untersuchungsergebnisse zieht Ihr Hautarzt Rückschlüsse auf den möglichen Grund des Haarverlustes. Neben dieser weit verbreiteten Methode führen einige Hautärzte auch einen so genannten TrichoScan durch. Hierbei werden auf wissenschaftlichem Wege Haarwachstum und -ausfall per Computer festgestellt.
Es gibt einiges, das man gegen Haarausfall und auch speziell gegen Geheimratsecken bei der Frau tun kann. Natürlich ist es wichtig, dass du erst einmal herausfindest, mit welcher Art Haarausfall du es zu tun hast. Danach kannst du dich an die Bekämpfung machen.
Wenn es sich dann wirklich um die androgenetische Alopezie handelt, sollte schnell mit der Behandlung begonnen werden, denn bei hormonell-erblichem Haarausfall kann man die Uhr nicht zurückdrehen, das heißt bereits abgestorbene Haarwurzeln können nicht wiederbelebt werden! Nur wer bereits bei ersten Anzeichen von hormonell-erblichem Haarausfall eine zielgerichtete medikamentöse Behandlung beginnt, hat gute Chancen, diesen zu stoppen und seine Haarwurzeln zu erhalten.
Die gute Nachricht: Erblich bedingter Haarausfall kann gestoppt werden. Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten. Das wirksamste Mittel dagegen ist ein Wirkstoff mit dem Namen Minoxidil. Dieser wurde ursprünglich gegen Bluthochdruck entwickelt, wird aber heute hauptsächlich im Kampf gegen Haarverlust eingesetzt. Dann ist er meist als Schaum oder Spray in Apotheken zu bekommen. Diese werden täglich auf die Kopfhaut gegeben. Bei regelmäßiger Anwendung stimuliert Minoxidil das Haarwachstum, indem es unter anderem die Anagenphase, also die Wachstumsphase, des Haares verlängert, bevor es irgendwann wieder herausfällt. Das Ergebnis: Die Haare werden nicht dünner und haben sogar die Chance nachzuwachsen.
Frauen leiden besonders unter Haarausfall, sind schöne Haare doch in der Regel der Inbegriff von Weiblichkeit. Eine äußerliche Behandlung reicht in vielen Fällen aus.
Neben medikamentösen werden auch verschiedene alternative Heilverfahren angeboten. Zu den Verfahren gehört beispielsweise die sogenannte "PRP-Therapie". Hierbei wird Eigenblut entnommen und wieder injiziert, um das Wachstum der Haare anzuregen. Die Triple Plus-Therapie kombiniert beide Methoden mit einer Lasertherapie.
Du solltest dich gesund und ausgewogen ernähren, damit es gar nicht erst zu Mangelerscheinungen kommt, die Haarausfall verursachen könnten.
Es gibt auch verschiedene Öle, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden und dort das Haarwachstum anregen können - wie beispielsweise Amla-Öl oder Rosmarinöl. Hier erfährst du, wie du Rosmarinöl selber machen kannst.
Da kosmetische und medikamentöse Ansätze oft nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann eine dauerhafte Lösung in Betracht gezogen werden: die Haartransplantation. Gerade bei Frauen mit Haarausfall an den Schläfen oder im Stirnbereich eignet sich diese Herangehensweise besonders gut. Die FUT-Technik erlaubt es, größere Flächen in einer einzigen Sitzung dauerhaft und mit hoher Dichte aufzufüllen - ganz ohne eine vollständige Rasur des Kopfes.
Bei der Geheimratsecken Behandlung mit FUT wird ein schmaler Hautstreifen am Hinterkopf entnommen, aus dem Haarfollikel für die Transplantation gewonnen werden. Nach der Haartransplantation dauert in der Regel zwei bis vier Monate, bis sich die transplantierten Haarfollikel erholt haben und mit dem Wachstum beginnen.
Ist krankhafter Haarausfall so deutlich sichtbar wie bei Geheimratsecken, schlägt sich die Erkrankung nicht selten auch auf das Selbstbewusstsein nieder. Frauen mit Geheimratsecken fühlen sich weniger schön und ziehen sich womöglich zurück. Sie meiden andere Menschen, weshalb sich der Haarverlust auch auf die Psyche auswirken kann. Für mehr Selbstvertrauen lohnt sich eventuell ein Umstyling, um die zunehmend kahlen Stellen an den Schläfen auf clevere Weise mit einer neuen Frisur zu kaschieren:
Um die Geheimratsecken geschickt zu kaschieren, musst du eventuell etwas erfinderisch werden und bereit sein, deine Haare anders als gewohnt zu stylen. Er ist für Frauen mit langem Deckhaar, aber auch bei kürzeren Haaren gut geeignet.
Du siehst also: Es gibt viele Möglichkeiten, wie du als Frau deinen Geheimratsecken zu Leibe rücken kannst. Wichtig ist, dass du herausfindest, warum deine Haare ausfallen. Dann kannst du ganz gezielt mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten dagegen vorgehen.
Auch bei weiblichen Betroffenen kann eine kaschierende Frisur nützlich sein. Kurzhaarfrisuren verdecken lichte Haare generell besser als langes Haar.
Auch spezielles Schütthaar , das sich auf die kahlen Stellen streuen lässt, kann für mehr Fülle und Volumen sorgen.
Neben einer gekonnt angepassten Frisur kann auch die Verwendung von speziellen Haarprodukten helfen. Volumen-Shampoos, Haarsprays oder Schaumfestiger können das Haar optisch dichter wirken lassen und die Geheimratsecken kaschieren .
Zusätzlich ist oft die Vorstellung, unter einer Krankheit zu leiden, beängstigend. Deshalb ist es wichtig, sich an einen Mediziner zu wenden, wenn Sie das Problem bei sich entdecken.
Stellen Sie psychische Probleme oder sozialen Rückzug bei sich fest, ist es sinnvoll, einen Therapeuten aufzusuchen.
Moden ändern sich zwar, aber Frisuren unterstreichen und konturieren immer die eigene Persönlichkeit - und kaschieren idealerweise auch aufkommende Geheimratsecken. Wir möchten Ihnen drei besonders wirksame Varianten vorstellen:
Denken Sie daran, dass Sie nicht allein sind. Auch wenn Haarausfall immer noch oft als ein reines Männerproblem dargestellt wird, hat doch auch jede dritte Frau Geheimratsecken oder andere Formen von Haarausfall.
Erblich bedingten Geheimratsecken vorzubeugen, ist leider kaum möglich. Wenn Ihr Vater bereits eine Glatze hat und Sie Haarausfall bemerken, müssen Sie ebenfalls mit kahlen Stellen rechnen. Trotzdem ist es immer sinnvoll, die Haare nicht zusätzlich zu belasten. Das bedeutet, auf Stressreduktion und gesunde Ernährung zu achten sowie keine zu straffen Frisuren zu binden.
Tritt Haarausfall auf und verschwindet nicht nach einigen Wochen von selbst wieder, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen, hilft mehr Haarwurzeln zu erhalten. Es gibt aber grundsätzliche Tipps, wie Sie Haarausfall vorbeugen können - mehr dazu im Beitrag.
Es wird diskutiert, ob eine gesunde vitaminreiche und ausgewogene Ernährung Einfluss auf das Wachstum der Haare hat. Es sei mitunter auch ratsam, auf einen richtig eingestellten Eisenwert zu achten. Dass dies den erblich bedingten Geheimratsecken vorbeugt, ist allerdings nicht abschließend erwiesen - gesunde ausgewogene Ernährung ist aber generell eine gute Gesundheitsvorsorge.
Ansonsten lässt sich ein Voranschreiten der Geheimratsecken in vielen Fällen mit einer frühzeitigen und fortdauernden Behandlung etwa mit Minoxidil aufhalten oder verlangsamen. Sprechen Sie dazu am besten Ihren Arzt an.
Für viele Betroffene sind Hausarzt oder Hautarzt (Dermatologe) der erste Ansprechpartner bei Haarausfall. Das ist für eine erste Einschätzung und Diagnose durchaus sinnvoll. Für die Therapie eines erblich bedingten Haarverlusts sollte jedoch ein Spezialist mit viel Erfahrung hinzugezogen werden.
Ein seriöser Spezialist versucht nicht, Ihnen unter allen Umständen etwas zu verkaufen - ohne Rücksicht auf das Ergebnis. Er berät Sie ausführlich, hält sich an wissenschaftliche Erkenntnisse und zeigt ehrlich die Grenzen einer Behandlung auf. Wer Wunder verspricht, ist normalerweise nicht seriös. Eine nervöse oder abwehrende Reaktion auf Rückfragen und Zweifel spricht ebenfalls gegen den Arzt.
Empfehlenswert ist die Spezialisierung auf eines oder wenige kosmetische Probleme, wie beispielsweise in unseren Zentrum für moderne Haartransplantation in Berlin.
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