Haarporosität Test: So ermittelst Du sie einfach selbst

Glänzend gepflegte Haare sind für viele Menschen ein Schönheitsideal. Doch oft bringt die vermeintliche Wunderpflege nicht die gewünschten Ergebnisse. Das Problem liegt oft nicht am Produkt selbst, sondern daran, dass die Pflegestoffe nicht bis ins Innere des Haares gelangen. Hier spielt die Porosität der Haare eine entscheidende Rolle. Jeder Mensch hat andere Haarprobleme: trockene Locken, Wunsch nach mehr Haarwachstum oder das Stoppen von Haarbruch. Doch es gibt ein Schlüsselwort: Porosität.

In diesem Artikel erfährst du, was Haarporosität bedeutet, wie du sie einfach testen kannst und welche Pflegeprodukte für deine Haarporosität optimal sind. So findest du den Schlüssel zur richtigen Haarpflege und kannst deine Lockenpracht optimal zur Geltung bringen.

Was ist Haarporosität?

Die Haarporosität beschreibt den Zustand der Schuppenschicht der Haare (Haarkutikula) bzw. wie geöffnet oder geschlossen sie ist. Die Porosität bestimmt, wie weit geöffnet die Schuppenschicht ist, also wie groß die Entfernung zu der Faserschicht ist. Wenn die Schuppenschicht geschlossen ist, werden die inneren Schichten viel besser geschützt.

Die Porosität der Haare bestimmt, in welcher Position die Schuppenschicht gegenüber dem Haarmark angeordnet ist: entweder offen oder geschlossen. Eine geöffnete Schuppenschicht weist darauf hin, dass das Haarmark nicht mehr geschützt ist.

Die Anatomie eines Haares: Grob betrachtet besteht das Kopfhaar aus der Wurzel und dem Schaft. Während die Wurzel für Wachstum und Verankerung in der Kopfhaut verantwortlich ist, ist der Schaft ausschlaggebend für die Pflegewirkung deiner Produkte. Der Cortex besteht zum größten Teil aus dem Strukturprotein Keratin und besitzt 90 % Anteil an einem einzelnen Haar. Darüber liegt die Schuppenschicht, die aus 5-10 Lagen verhornter Zellen besteht und das Innere vor schädlichen Einflüssen bewahren soll.

Es gibt drei Arten von Haarporosität:

  • Geringe Porosität: Die Schuppen sind fest geschlossen, wodurch Feuchtigkeit nur schwer eindringen kann. Pflegestoffe lagern sich äußerlich an, was zum "Build up" führt. Haare mit niedriger Porosität sind resistent gegen äußere Schäden, aber dafür wenig elastisch.
  • Normale Porosität: Die Schuppenschicht ist weder zu offen noch zu geschlossen. Die Haare sind widerstandsfähig und elastisch, neigen aber trotzdem zur Brüchigkeit. Haare mit normaler Porosität sind relativ widerstandsfähig und elastisch. Die Schuppenschicht ist nicht weit geöffnet, aber auch nicht geschlossen. Sie haben trotzdem Tendenz zur Brüchigkeit und sind häufig aufgeladen und aufgebläht.
  • Hohe Porosität: Die Schuppen sind weit geöffnet, wodurch Feuchtigkeit schnell aufgenommen, aber auch schnell wieder verloren wird. Haare mit hoher Porosität sind oftmals geschädigte, trockene und glanzlose Haare. Die Schuppenschicht ist geöffnet. Feuchtigkeit wird dadurch schnell aufgenommen und genauso schnell wieder verloren. Haare mit hoher Porosität sind meistens aufgeladen und aufgebläht.

Es ist wichtig zu beachten, dass deine Haare auch eine gemischte Porosität haben können. Das ist der Fall, wenn die Haare in ihren verschiedenen Teilen unterschiedliche Porosität haben. Wenn den Ansatz des Haares niedrige Porosität und die Haarspitzen eine hohe Porosität haben, spricht man von eine gemischte Haarporosität.

Warum ist es wichtig, die Haarporosität zu kennen?

Wenn du dich auch manchmal fragst, warum deine Locken so trocken sind oder warum der reichhaltige Conditioner oder die intensive Haarmaske nicht die gewünschten Ergebnisse bringt, dann könnte die Antwort auf deine Frage in der Porosität deiner Haare liegen. Denn sie ist maßgeblich dafür, wie gut die Pflegestoffe eindringen und ihre Wirkung entfalten können.

Die Porosität verrät Dir, welche Wirkstoffe und Haarprodukte für Deine feuchtigkeitsarme Locken optimal sind. Auch die Frage nach dem richtigen Haaröl kannst Du leichter bestimmen, wenn Du Deine Haar Porosität kennst.

Die Porosität deiner Haare zu kennen, ist wie der Schlüssel zu einem Geheimnis, sie verrät dir genau, was deine Locken oder Afrohaare wirklich brauchen. Je nach Porosität benötigen deine Haare völlig unterschiedliche Pflege und Produkte.

Wie testet man die Haarporosität?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Feststellung der Porosität der Haare. Du kannst natürlich zu einem Trichologen (Haarspezialisten) gehen und Dein Haar unter einem Mikroskop untersuchen und bestimmen lassen. Falls dieser Weg für Dich zu aufwendig ist, dann kannst Du den Test auch selbst durchführen. Es gibt den Wassertest, den Berührungstest, den Mehltest und den Kokosöltest.

Wassertest: Du benötigst ein Glas mit Wasser. Tauche ein paar Haarsträhnen in das Glas. Deine Haare müssen sauber und frei von Styling-Produkten sein. Jetzt ist es interessant, zu beobachten, wie sich Dein Haar nach zwei Minuten verhält. Sinkt es auf den Boden? Dann hast Du Haare mit hoher Porosität, denn Deine Haare haben sich schnell mit Wasser aufgesaugt. Halten sich Deine Haare hingegen über Wasser? Dann hast Du Haare mit geringer Porosität. Die Schuppenschicht ist geschlossen und dies bewirkt, dass das Wasser kaum in die Haarstruktur eindringen kann.

Berührungstest: Nimm ein Haar zwischen Zeigefinger und Daumen. Wie fühlt sich Dein Haar an? Ist es rau? Dann ist die Porosität Deiner Haare wahrscheinlich hoch. Glatte sowie weiche Haare haben eine niedrige Porosität. Diese Methode ist leider nicht sehr zuverlässig und aussagekräftig.

Mehltest: Dieser Test ist relativ einfach und ohne viel Aufwand durchzuführen. Du brauchst die frisch gewaschenen Haare nur mit ein wenig Mehl zu bestreuen. Bleibt das Mehl an Deinen Haaren haften, dann hast Du Haare mit hoher Porosität. Haare mit geringer Porosität werden kaum mit Mehl bedeckt sein.

Kokostest: Für diesen Test benötigst Du reines Kokosöl. Bedecke Deine Haare mit Kokosöl. Haare mit hoher Porosität wirken nach ca. einer Stunde aufgebläht und glanzlos.

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Tests und ihre Ergebnisse zusammenfasst:

Wie du deine Haarporosität heraus findest | flaconi

Test Durchführung Ergebnis bei geringer Porosität Ergebnis bei normaler Porosität Ergebnis bei hoher Porosität
Wassertest Haarsträhne in ein Glas Wasser legen Haar schwimmt auf der Oberfläche Haar sinkt langsam Haar sinkt schnell
Berührungstest Haarsträhne zwischen den Fingern fühlen Haar fühlt sich glatt an Haar fühlt sich leicht rau an Haar fühlt sich rau und spröde an
Mehltest Frisch gewaschene Haare mit Mehl bestreuen Kaum Mehl bleibt haften Etwas Mehl bleibt haften Viel Mehl bleibt haften
Kokosöltest Haare mit Kokosöl bedecken Haare glänzen und sind geschmeidig Haare sind gepflegt Haare wirken aufgebläht und glanzlos

Die richtige Pflege für jede Haarporosität

Nachdem du deine Haarporosität bestimmt hast, kannst du die idealen Pflegeprodukte auswählen, um deine Haare optimal zu pflegen:

Geringe Porosität

Haare mit geringer Porosität haben eine fest verschlossene Schuppenschicht, wodurch Feuchtigkeit nur schwer eindringen kann. Daher ist es wichtig, leichte Produkte zu verwenden, die das Haar nicht beschweren.
Empfohlene Produkte:

  • Leichte Shampoos und Conditioner
  • Feuchthaltemittel wie Glycerin und Aloe Vera
  • Öle mit kleiner Molekülgröße wie Kokos- oder Rizinusöl

Pflegetipps: Nutze warmes Wasser beim Waschen und Stylen. Trage vor der Haarwäsche ein hochwertiges Haaröl auf dein trockenes Haar auf. Da Haare mit niedriger Porosität zu Build-up neigen, ist eine regelmäßige, gründliche Reinigung wichtig. Trage Produkte in dünnen Schichten auf sehr nassem Haar auf.

Normale Porosität

Haare mit normaler Porosität sind relativ pflegeleicht, da die Schuppenschicht weder zu offen noch zu geschlossen ist. Hier kannst du einfach ausprobieren, welche Produkte deine Routine ergänzen und dir die besten Ergebnisse bringen.
Empfohlene Produkte:

  • Ausgewogene Shampoos und Conditioner
  • Produkte mit Feuchtigkeit und Proteinen
  • Öle mit mittlerer Molekülgröße wie Jojobaöl

Hohe Porosität

Haare mit hoher Porosität haben eine weit geöffnete Schuppenschicht, wodurch Feuchtigkeit schnell aufgenommen, aber auch schnell wieder verloren wird. Daher benötigen sie intensive Pflege und Feuchtigkeit.
Empfohlene Produkte:

  • Feuchtigkeitsspendende Shampoos und Conditioner (sulfatfrei)
  • Leave-in Conditioner und Haarmasken
  • Öle mit großer Molekülgröße wie Avocado- oder Olivenöl

Pflegetipps: Haare mit hoher Porosität brauchen mehr Produkt als andere Porositätstypen. Verwende niemals trockenes Haar zum Entwirren. T-Shirt oder Mikrofasertuch statt Frottee Handtuch verwenden. Beim Föhnen immer einen Diffusor einsetzen.

Zusätzliche Tipps und Informationen

  • Haaröl: Kennst du nun die Porosität deiner Haare, kannst das passende Haaröl wählen. Öle haben ganz verschiedene Eigenschaften, die sich gezielt auf Probleme konzentrieren. Das Gehalt der Fettsäuren im Öl ist dafür ausschlaggebend.
  • Lockenpflege: Locken sind von Natur aus anfälliger für Porosität, da die gekrümmte Struktur natürliche Schwachstellen schafft. Sanftes Entwirren nur im feuchten Zustand mit breit gezinkten Kämmen oder den Fingern entwirren.Scrunching-Technik: Produkte durch sanftes "Kneten" der Locken von unten nach oben einarbeiten. Leave-In ist ein Muss: Locken brauchen permanenten Feuchtigkeitsschutz. Ein hochwertiger Leave-In Conditioner ist unverzichtbar.
  • Faktoren, die die Porosität beeinflussen: Die Porosität kann sich durch äußere Einflüsse, Behandlungen oder auch altersbedingt verändern. Regelmäßige Tests helfen dabei, dies zu erkennen.
  • Luftfeuchtigkeit: Hohe Luftfeuchtigkeit kann bei hoher Porosität zu Frizz führen, während niedrige Luftfeuchtigkeit Trockenheit verstärkt. Passe deine Routine entsprechend an.

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