Haare waschen mit Waschlappen: Eine detaillierte Anleitung

Die Körperpflege mit einem Waschlappen ist eine sanfte und ressourcenschonende Alternative zur täglichen Dusche. Sie spart Energie, Wasser und ist schonender zur Haut. Dieser Artikel erklärt, wie Sie oder eine pflegebedürftige Person die Haare mit einem Waschlappen effektiv und hygienisch waschen können.

Vorteile des Waschens mit Waschlappen

  • Energiesparen: Duschen verbraucht viel Energie, da rund 13 Prozent der Energiekosten pro Haushalt für Warmwasser anfallen.
  • Hautfreundlich: Das Waschen mit einem Waschlappen ist schonender für die Hautbarriere als tägliches, heißes Duschen.
  • Gründliche Reinigung: Auch mit einem Waschlappen wird man ausreichend sauber.

Benötigte Materialien

Um sich oder jemand anderen mit einem Waschlappen zu waschen, benötigen Sie:

  • Drei bis vier Waschlappen aus Baumwolle
  • Wasser
  • (Bio-)Duschgel oder feste Körperseife

Warum mehrere Waschlappen?

Für eine hygienische Wäsche ist es wichtig, mehrere Waschlappen zu verwenden:

  • Zwei separate Waschlappen für den Intimbereich und den Po
  • Einen Waschlappen für den restlichen Körper

Anleitung zum Waschen mit Waschlappen

Hier sind die Schritte, um sich oder eine pflegebedürftige Person mit einem Waschlappen zu waschen:

  1. Vorbereitung: Legen Sie alle benötigten Utensilien bereit.
  2. Waschlappen anfeuchten: Mache den Waschlappen nass.
  3. Körper reinigen: Reibe den Waschlappen mit leichtem Druck über deinen Körper. Neben Bauch, Armen und Brust solltest du vor allem auch die Achseln waschen.
  4. Intimbereich reinigen: Für Intimbereich und Po benutzt du, wie oben bereits erwähnt, zwei gesonderte Waschlappen. Im Intimbereich genügt eine Reinigung mit klarem Wasser, also ohne Zugabe von Seife.
  5. Trocknen: Nach der Körperpflege solltest du ihn aber gut zum Trocknen aufhängen, denn das vermeidet, dass sich Bakterien und Viren auf ihm ansammeln können.
  6. Waschlappen waschen: Nach zwei bis drei Tagen solltest du den gebrauchten Waschlappen dann allerdings in der Waschmaschine bei 60 Grad waschen. Für die Wäsche mit dem Waschlappen brauchst du nicht jeden Tag einen neuen Lappen.

Haarewaschen bei bettlägerigen Personen

Vor allem vor dem Haarewaschen im Bett graust es sowohl Patienten als auch pflegende Angehörige, obwohl es für diese Prozedur hilfreiche Tipps & Tricks gibt, die allen Beteiligten die Pflegemaßnahme erleichtern.

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist Basis für reibungslose Abläufe beim Haarewaschen. Hier sind die wichtigsten Schritte:

  • Raum vorbereiten: Da viele bettlägerige Menschen empfindlich auf Kälte und Zugluft reagieren, sollten bei Pflegemaßnahmen mit Wasser zunächst Fenster und Türen geschlossen werden. In kühlen Räumen kann zusätzlich die Temperatur für die Dauer von Haar- und Körperwäsche etwas erhöht werden.
  • Platz schaffen: Es sollte durch Umlagerung oder Verstellen des Bettes und ggf. der Stirnseite Platz für die Haarwäsche geschaffen werden. Lässt sich die Stirnseite des Bettes entfernen, lässt sich bei erhöhtem Kopfteil ein Tisch mit Haarwaschwanne platzieren. Ansonsten sollten bettlägerige Pflegebedürftige durch Kopfkissen so gelagert werden, dass ihr Kopf weit genug über die Bettkante hinaus ragt. Hierbei kann auch ein aufgerolltes Handtuch helfen, den Nacken bequem abzustützen.
  • Aufblasbare Waschbecken: Etwas anderes gilt bei aufblasbaren Waschbecken: Diese sind speziell für den Pflegebereich ausgelegt und weisen eine Aussparung für den Nacken auf, wie viele sie vom typischen Friseur-Haarwaschbecken kennen. Das mit Luft gefüllte Material ist häufig so beschaffen, dass es sich zwischen Körper und Bett flexibel anpasst und trotzdem gut abdichtet. In diesen Fällen kann unter Umständen auf zusätzliche Kissen und Lagerungshilfen verzichtet werden.
  • Unterlage vorbereiten: Die saugfähige und wasserundurchlässige Unterlage muss unter dem Oberkörper und Kopf ausgelegt werden, damit das Bett vor Feuchtigkeit geschützt wird.
  • Sicherheit: Bei allen Vorbereitungshandlungen ist es sehr wichtig, dass der Kopf des Pflegebedürftigen stets mit einer Hand abgestützt wird, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Bettposition anpassen: Pflegepersonen haben es etwas leichter, wenn das Bett höhenverstellt werden kann. Auf Hüfthöhe lässt es sich einfacher arbeiten.

Durchführung der Haarwäsche

Das Bett ist im Oberkörper-Bereich durch die wasserundurchlässige Unterlage gesichert und der Pflegebedürftige über dem Haarwaschbecken oder der Schüssel möglichst bequem platziert.

  1. Wassertemperatur prüfen: Durch eine „Wasserprobe“ mittels angefeuchtetem Lappen oder mit dem Becher sollten Pflegebedürftige vorab entscheiden dürfen, ob ihnen die Temperatur angenehm ist. Zu kaltes Wasser kann erschrecken, während zu warmes Wasser als schmerzhaft empfunden werden kann. Jeder Mensch hat eine individuelle Vorstellung von angenehmen Temperaturen.
  2. Schutz der Augen: Damit kein Wasser in die Augen gelangen kann, wird der trockene oder ausgewrungene Waschlappen über dem Augenbereich platziert.
  3. Haare befeuchten: Jetzt wird mit dem Becher etwas Wasser vom Haaransatz im Stirnbereich nach hinten in die Haarspitzen gegossen.
  4. Shampoo auftragen und ausspülen: Sofern das Wasser nach dem Einshampoonieren noch immer ausreichend warm ist, wird das Haar mit Hilfe des Bechers gründlich ausgespült. Ist das Wasser zu kalt geworden, sollte warmes Wasser zum Spülen nachgefüllt werden. Es ist wichtig, das Shampoo richtig auszuwaschen.
  5. Haare trocknen: Nach der Haarwäsche wird die Feuchtigkeit vorsichtig mit den Händen ausgedrückt. Anschließend wird der Kopf angehoben, das Haarwaschbecken oder die Schüssel entfernt, um ausreichend Platz für das Frottieren mit einem Handtuch zu haben. Mit dem Handtuchturban ist es möglich, die Haare sanft massierend vorzutrocknen.
  6. Position anpassen: Um das handtuchtrockene Haar dann richtig zu trocknen, sollten Pflegebedürftige (wieder) in eine erhöhte Position gebracht werden. Es ist wichtig, das Haar von bettlägerigen Pflegebedürftigen komplett zu trocknen, um Erkältungskrankheiten vorzubeugen.
  7. Haarpflege: Nach dem Föhnen sollten die Haare mit einer Bürste gekämmt werden. Für verworrenes Haar gibt es spezielle Entwirr-Bürsten oder grobzinkige Kämme, die Knoten schmerzfrei entwirren. Das Kämmen kann gleichzeitig als Kopfmassage dienen, die die Durchblutung fördert.

Bei bettlägerigen Pflegebedürftigen sollte bei der Pflegeroutine darauf geachtet werden, ob eine Haarwäsche aus medizinischen Gründen unterlassen werden muss. Erkrankungen im Ohr (ggf. vorliegen oder aber gerade erst eine Operation erfolgt ist.

Pflegepartner-Praxistipp: Ganzkörperwaschung

Häufigkeit der Haarwäsche

Auch die Haare von bettlägerigen Senioren müssen regelmäßig gewaschen werden, damit sie gesund und sauber bleiben. Gepflegtes Haar ist ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden. Wie oft Haare gewaschen werden, sollten Betroffene selbst entscheiden. Empfohlen wird mindestens ein Mal pro Woche. Ist eine Haarwäsche unter der Dusche oder vor dem normalen Waschbecken nicht durchführbar, muss sie im Bett oder Pflegebett durchgeführt werden. Dennoch erfordert die Haarwäsche unter diesen Gegebenheiten ein hohes Maß an Kraft, Praxiserfahrung und Routine.

Besondere Hinweise für Menschen mit Demenz

Bei Menschen mit Demenz sollte beim Waschen besonders behutsam umgegangen werden, um sie nicht einzuschüchtern oder zu beängstigen.

Tipps für Kinder

Auch bei Schulkindern ist Haarewaschen oft keine leichte Aufgabe. Hier sind einige Tipps, um das Haarewaschen angenehmer zu gestalten:

  • Der richtige Ort: Schulkinder müssen nicht immer gleich ein Vollbad nehmen, wenn die Haare gewaschen werden.
  • Zeitpunkt wählen: Entscheide dich für einen Zeitpunkt zum Haarewaschen, der für dein Kind angenehm ist. Manche Kinder mögen es vielleicht lieber am Morgen, andere vor dem Zubettgehen.
  • Lustige Shampoos: Probiere verschiedene Shampoos aus, die lustige Farben oder kinderfreundliche Motive haben.
  • Augenschutz: Um zu verhindern, dass Wasser und Shampoo in die Augen gelangen, kann ein Waschlappen oder Waschhandschuh vor das Gesicht gehalten werden. Eine weitere Option ist eine spezielle Rundum-Schirmmütze mit einer Aussparung für den Haarschopf.
  • Selbstständigkeit fördern: Ermögliche deinem Kind, sich aktiv am Haarewaschen zu beteiligen. Lasse es beispielsweise das Shampoo in die Hand nehmen oder die Haare mit der Gießkanne ausspülen. Das gibt deinem Kind ein Gefühl von Kontrolle und Selbstständigkeit.
  • Sanfte Produkte verwenden: Wähle ein mildes Kindershampoo, um die empfindliche Kopfhaut deines Kleinkindes nicht zu reizen. Achte darauf, dass die Produkte keine aggressiven Chemikalien enthalten und hypoallergen sind.
  • Rituale und Belohnungen: Führe Rituale ein, die das Haarewaschen angenehmer gestalten. Belohne dein Kind nach dem Haarewaschen mit lobenden Worten, einem Kompliment oder einer kleinen Belohnung.
  • Haarewaschen mit Geschwistern: Wenn dein Kind Geschwister hat, kann das Haarewaschen zu einem gemeinsamen Ereignis werden. Die Geschwister können sich gegenseitig helfen und unterstützen.
  • Geduld haben: Jedes Kind ist einzigartig und manche benötigen mehr Zeit, um sich an das Haarewaschen zu gewöhnen.
  • Vorbild sein: Zeige deinem Kind, dass Haarewaschen keine lästige Pflicht ist, sondern etwas Normales und Wichtiges. Wenn dein Kind sieht, dass du selbst das Haarewaschen genießt, wird es wahrscheinlich auch positiver darauf reagieren.

Waschen ohne Wasser

Die tägliche Körperhygiene ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Doch pflegebedürftige und bettlägerige Menschen, wie z.B. Bewohner eines Pflegeheims oder Patienten im Krankenhaus, können oft nicht ohne Unterstützung ins Badezimmer gelangen.

Vorteile des Waschens ohne Wasser

  • Hautschonend: Schonung der Haut, da starkes Rubbeln mit Seife und Wasser entfällt.
  • Zeitersparnis: Entfall des aufwändigen Hantierens mit schweren Waschschüsseln und Wasser.
  • Hygienisch: Reduziert das Risiko von Kreuzinfektionen, da für jeden Körperteil ein frischer Waschhandschuh bzw. ein frisches Tuch verwendet wird.
  • Komfortabel: Nach der Waschung muss der Patient nicht abgetrocknet und eingecremt werden, denn viele Waschen-ohne-Wasser Produkte enthalten bereits Rückfetter und Pflegestoffe.

Vorbereitung für das Waschen ohne Wasser

Bevor Sie mit der Körperpflege beginnen, schaffen Sie eine angenehme Umgebung und legen Sie alles Benötigte bereit. Dazu gehören z.B. Einmal-Waschhandschuhe oder -Waschtücher, eine Shampoo-Haube, ggf. Schutzunterlagen für das Bett, Einmalhandschuhe, frische Kleidung (z.B. ein Nachthemd) und Handtücher. Achten Sie auf die Privatsphäre und eine warme Zimmertemperatur. Erklären Sie dem Pflegebedürftigen jeden Schritt und holen Sie sein Einverständnis ein. Lagern Sie ihn bequem (Bett auf Arbeitshöhe, Kopfteil angepasst) und nutzen Sie bei Bedarf Lagerungshilfsmittel wie Kissen für die Seitenlage.

Durchführung des Waschens ohne Wasser

Führen Sie die Ganzkörperwaschung in einer sinnvollen Reihenfolge von oben nach unten durch, indem Sie sich Stück für Stück vom Oberkörper abwärts vorarbeiten. Saubere Körperpartien (z.B. das Gesicht) werden zuerst gewaschen, stark verschmutzte Bereiche immer zuletzt - so bleibt die Hygiene gewahrt.

  1. Gesicht und Hals: Waschen Sie zuerst behutsam das Gesicht und den Hals mit einem weichen, leicht angefeuchteten Einmalwaschlappen (ohne Seife).
  2. Oberkörper und Arme: Reinigen Sie als Nächstes mit einem frischen Waschhandschuh Brust, Bauch und beide Arme nacheinander.
  3. Beine und Füße: Waschen Sie nun mit frischen Tüchern ein Bein nach dem anderen von oben nach unten.
  4. Rücken und Gesäß: Drehen Sie den Patienten vorsichtig auf die Seite (ggf. mit einem Kissen abstützen). Säubern Sie Rücken und Gesäß mit einem frischen Handschuh. Bei starker Verschmutzung (z.B. Stuhl) kann ein Reinigungsschaum ohne Wasser helfen.
  5. Intimbereich: Verwenden Sie zum Schluss für den Intimbereich immer einen neuen Waschlappen und reinigen Sie den Genitalbereich vorsichtig. Waschen Sie bei Frauen von vorne nach hinten (Richtung After), um Keime nicht zu verschleppen.
  6. Haare waschen (optional): Falls nötig, können Sie jetzt die Haare mit einer Einmal-Shampoohaube reinigen. Haube aufsetzen, einige Minuten einmassieren und dann wieder abnehmen. Es ist kein Ausspülen erforderlich.

Nachbereitung

Ziehen Sie dem Patienten frische Kleidung (z.B. ein Nachthemd) an und decken Sie ihn warm zu. Entsorgen Sie alle benutzten Einmalprodukte hygienisch und waschen Sie sich die Hände. Bei Bedarf noch Lotion auftragen - meist fühlt sich die Haut dank der Produkte aber schon gepflegt an. Fragen Sie zum Abschluss nach dem Befinden des Patienten.

Verfügbare Produkte

  • Feuchte Einmal-Waschhandschuhe: Diese weichen Vlieshandschuhe sind bereits mit Reinigungs- und Pflegelösung getränkt und sofort einsatzbereit.
  • Einmal-Waschtücher: Alternativ zu Handschuhen gibt es auch große, feuchte Waschtücher für die Körperreinigung. Sie werden wie Einmalwaschlappen benutzt und müssen nicht abgespült werden.
  • Shampoo-Haube: Die Einmal-Waschhaube für die Haare enthält ein mildes Shampoo mit Pflegespülung. Damit können Sie bettlägerigen Patienten die Haare waschen, ohne dass Wasser zum Ausspülen benötigt wird.
  • Körperwaschsystem (8-Tücher-Methode): Hierbei handelt es sich um Sets, die meist 8 Einwegtücher enthalten, um alle Körperbereiche jeweils mit einem separaten, vorgetränkten Tuch zu reinigen.

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