Brustkrebszentrum Lüneburg: Umfassende Betreuung und Behandlung

Das Brustkrebszentrum Lüneburg ist seit 2008 durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert und bietet ein ganzheitliches Konzept der Therapie, das die psychologische Betreuung sowie stetige Qualitätskontrollen einschließt.

Früherkennung und Diagnose

Die frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da Brustkrebs heilbar ist, wenn er frühzeitig erkannt und optimal behandelt wird. Verbesserte Früherkennungsuntersuchungen und vermehrte Aufklärung haben dazu geführt, dass Krebs heute in früheren Stadien entdeckt wird als noch vor zehn Jahren.

In die Brustsprechstunde können Sie kommen, wenn bei Ihnen eine Veränderung in der Brust festgestellt wurde, der Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung oder eine Vorstufe von Brustkrebs besteht bzw. die Diagnose bereits gestellt worden ist. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologie erfolgen hier eine ausführliche Untersuchung, die Beurteilung Ihrer Befunde, die Beratung und gegebenenfalls die Operationsplanung.

Diagnostische Verfahren

  • Nicht-invasive Diagnostik:
    • (Digitale) Mammographie
    • Hochfrequenz-Sonographie
    • Kernspinmammographie (MRT)
  • Minimal-invasive Diagnostik:
    • Stereotaktische Brustbiopsie (Vakuum-Biopsie)
    • Sonographisch gesteuerte Hochgeschwindigkeitsstanze (Entnahme einer 1 mm Gewebeprobe)
    • Punchbiopsie
  • Feingewebliche Diagnostik:
    • Konventionelle Histologie
    • Immunhistologie (Östrogen- und Progesteronrezeptorstatus, HER2/neu-Bestimmung)
    • Molekulargenetik

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich enorm entwickelt. Die Operationsverfahren sind schonender geworden, auch wurden die Möglichkeiten zum Wiederaufbau der Brust erweitert. Dank neuer Therapien sind Heilungschancen und Lebensqualität von Patientinnen mit Brustkrebs stetig gestiegen.

Brustkrebsoperation

Heutzutage wird standardmäßig versucht, so zu operieren, dass die Brust erhalten werden kann. Dabei wird der Tumor zusammen mit einem bestimmten Sicherheitsanteil des umliegenden gesunden Gewebes operativ entfernt. Es gibt jedoch auch Brustkrebserkrankungen, die eine komplette Entfernung der Brust - die sogenannte Mastektomie - erfordern.

Zusätzlich wird untersucht, ob die Lymphknoten in der Achselhöhle mit Krebszellen befallen sind. Während der Operation wird der sogenannte Wächterlymphknoten - der Lymphknoten, zu dem die Lymphflüssigkeit aus dem Tumorgebiet als erstes abfließt - entfernt und auf Krebszellen untersucht. Ist er befallen, werden die Lymphknoten aus der Achselhöhle der betroffenen Seite während Operation entfernt, um eine Ausbreitung der Krebszellen über die Lymphbahnen möglichst zu verhindern.

Brustrekonstruktion

Ist eine Brustentfernung notwendig, stellt sich gegebenenfalls die Frage nach einem operativen Brustaufbau. Man kann die Brust mithilfe von Implantaten oder Eigengewebe operativ wiederherstellen. Dies kann während der Brustkrebsoperation oder zu einem späteren Zeitpunkt mit einem weiteren Eingriff erfolgen:

  • Über Eigengewebe vom Rücken oder vom Bauch (Latissimus dorsi bzw. Transverser Rectus (TRAM)-Lappen)
  • Über Implantat-Einsatz mit oder ohne zusätzlicher Nutzung von Eigengewebe
  • Brustwarzenrekonstruktion und Warzenhofpigmentierung
  • Angleichung der gesunden Brust

Chemotherapie

Neben der Operation und Strahlentherapie ist die Chemotherapie eine der zentralen Säulen der Krebstherapie. Sie umfasst die Behandlung bösartiger Tumoren mit chemischen Substanzen, den sogenannten Chemotherapeutika oder Zytostatika, die in den Vermehrungszyklus der Krebszellen eingreifen. Die Wirkstoffe der Chemotherapie werden in Form von Infusionen, Spritzen oder Tabletten verabreicht.

Erhalten Sie die Chemotherapie als Infusion über eine Vene, ist das Anlegen eines Portsystems sinnvoll. Hierbei handelt es sich um eine kleine Kunststoffkammer, die unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut gelegt wird und die Verbindung zu dem großen Blutgefäß hat, das unter dem Schlüsselbein entlang zur oberen Hohlvene führt. Für die Chemotherapie wird sehr schmerzarm eine feine Nadel durch die Haut in diese Kammer gelegt, über die die Infusionen in den Körper gelangen. Diese Technik erspart, für jede Infusion eine Infusionsnadel am Arm legen zu müssen und ist zudem deutlich sicherer. Die Portsysteme werden von unseren Kollegen der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie in einem kurzen ambulanten Eingriff eingelegt.

Strahlentherapie

Bestrahlen oder nicht bestrahlen - das ist die Frage, vor der wir im Brustkrebszentrum regelmäßig stehen. Es gilt abzuwägen, ob vielleicht eine Chemotherapie ihren Zweck besser erfüllt, ein chirurgischer Eingriff sinnvoll erscheint oder ob man die Verfahren kombiniert. Strahlentherapien wirken lokal und gezielt und machen sich zunutze, dass Körperzellen den durch die Strahlen hervorgerufenen Schaden reparieren können, Krebszellen aber nicht. Oft wird eine Strahlentherapie notwendig, um ein Wiederkehren oder das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Die Strahlentherapie dauert üblicherweise bis zu sechs Wochen und wird ambulant durchgeführt.

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Weitere wichtige Aspekte

Verhalten nach der Operation

Nach ambulanten operativen Eingriffen an der Brust erhalten Sie einen Wickelkompressionsverband um den Oberkörper, der ebenso wie die Drainagen am Folgetag durch Ihren Frauenarzt oder Hausarzt entfernt wird. Bei stationären Eingriffen an der Brust verbleibt der Wickelkompressionsverband für zwei Tage. Die Drainagen werden entfernt, sobald nur noch minimale Mengen an Wundsekret gefördert werden. Das Nahtmaterial löst sich selbstständig auf, lediglich die Fadenenden und der Pflasterverband sollten nach 14 Tagen entfernt werden.

Zur Unterstützung der Wundheilung sollten Sie für 14 Tage bei Tag und Nacht einen möglichst stabilen BH (z. B. Sport-BH) tragen. Im Falle einer Brustentfernung werden Sie bereits bei uns mit einem Prothesen-BH versorgt. Die Kosten für einen weiteren solchen BH und einen entsprechenden Badeanzug können im Einzelfall von der Krankenkasse übernommen werden. Bei Wiederaufbauoperationen der Brust oder anderen kosmetischen Eingriffen erhalten Sie in der Klinik einen sogenannten „BH mit Stuttgarter Gürtel“. Tragen Sie diesen in den ersten sechs Wochen Tag und Nacht. Nach Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse werden Ihnen eventuell auch die Kosten für einen zweiten BH mit Stuttgarter Gürtel erstattet.

Familiäres Risiko

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Etwa jede zehnte Frau erkrankt im Laufe des Lebens. Dabei sind nur etwa fünf Prozent der Brustkrebserkrankungen auf einen Genfehler in einem der wichtigsten Brustkrebsgene BRCA1 oder BRCA2 zurückzuführen.

Das Vorliegen einer Veränderung in einem Brustkrebsgen führt nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit einen Krebs zu entwickeln ist jedoch deutlich erhöht.

Weiß eine Frau, dass sie aufgrund eines Genfehlers ein erhöhtes Risiko für Brust- und Eierstockkrebs hat, hat sie die Möglichkeit, intensivierte Vorsorgemaßnahmen in Anspruch zu nehmen und so im Erkrankungsfall durch eine frühzeitige Behandlung die Prognose zu verbessern. Durch operative Maßnahmen (Entfernung der Eierstöcke und/oder der Brustdrüsen) kann das Erkrankungsrisiko deutlich gesenkt werden. Diese operativen Eingriffe stellen eine sehr persönliche Entscheidung der Frau dar.

Fertilitätserhalt

Einige Therapien bei Krebserkrankungen können Eierstockgewebe schädigen und damit potenziell zu Unfruchtbarkeit und Hormonmangelerscheinungen führen.

Es gibt ein breites Spektrum verschiedener Therapiemöglichkeiten, mit deren Hilfe bei bestehendem Kinderwunsch - je nach Länge des verfügbaren Zeitfensters bis zum Beginn der Chemo- oder Strahlentherapie - ein Erhalt der Fruchtbarkeit erreicht werden kann. Allerdings müssen Nutzen und Risiken (durch eine eventuelle Beeinflussung der Krebstherapie) sorgfältig abgewogen werden.

Klinisch weitgehend etabliert ist die ovarielle Stimulation zur Entnahme, Befruchtung und Kältekonservierung von befruchteten Eizellen. Die Technik erfordert ein Zeitfenster von etwa zwei Wochen.

Seit kurzer Zeit ist es auch möglich, unbefruchtete Eizellen einzufrieren, was insbesondere bei jungen Frauen ohne feste Partnerschaft von großer Bedeutung sein kann.

Haarausfall durch Chemotherapie

Etwa drei Wochen nach der ersten Chemotherapie fallen den meisten Patientinnen die Haare aus. Ebenso schnell beginnen diese nach Beendigung der Chemotherapie wieder nachzuwachsen. Für diese Zeit benötigen Sie eventuell eine Perücke, die Ihnen von Ihrem Frauenarzt auf Rezept verschrieben wird.

Kooperationspartner

Das Brustkrebszentrum arbeitet in einem Netzwerk spezialisierter Kooperationspartner. Dazu gehören innerhalb des Klinikums unter anderem:

  • Radiologische Diagnostik: Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie Prof. Dr. med. 04131 77 2271
  • Feingewebliche Beurteilung und Labordiagnostik: Institut für Pathologie Dr. med. 04131 77 2440
  • Strahlentherapie: Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Prof. Dr. med. 04131 77 2281
  • Narkose, Intensiv- und Transfusionsmedizin: Klinik für Anästhesiologie Prof. Dr. med. med. med. med. Alexander Brand, Dr. med.

Wir arbeiten eng mit den folgenden Praxen zusammen:

  • Onkologie Zentrum Lüneburg Dres. med. Juliane Ebert und Svenja Dietemann sowie Dres. med. Jan Rutjes, Karin Siert, Nils Utz und Prof. Dr. med. 04131 4086860
  • Onkologisch-Hämatologisches Zentrum Wendland Dr. med. 0581 9739740

Psychosoziale Unterstützung und Selbsthilfe

Viele Patientinnen erleben die Diagnose Brustkrebs als einen tiefen Einschnitt ins bisherige Leben, der körperliche und seelische Belastungen zur Folge haben kann. Manche Patienten zögern, über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen oder wollen Angehörigen nicht zur Last fallen.

Sehr hilfreich kann der Austausch mit anderen Betroffenen sein, die Erfahrungen weitergeben und Unterstützung anbieten können.

  • Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V. 0228 33889400
  • Netzwerk „Männer mit Brustkrebs“ e. V.
  • VulvaKarzinom - Hilfe zur Selbsthilfe Enzia Selka
  • amsob - Ablatio mammae - Selbstbewusst ohne Brust e.

Entlassungsmanagement

Schon davor stellen sich viele Fragen zur Organisation des Berufslebens, zur Bewältigung des Alltags und zu finanziellen Sorgen.

Das Entlassungsmanagement des Klinikums Lüneburg bietet Unterstützung in folgenden Fällen:

  • Antragstellung zu medizinisch-onkologischen Reha-Maßnahmen (Kur)
  • Fragen und Antragstellung zu Schwerbehinderung nach SGB IX
  • Antragstellung bei Härtefonds der Deutschen Krebshilfe
  • Kontaktaufnahme mit anderen psychosozialen bzw. psychotherapeutischen Institutionen (z. B. 04131 77 2120

Sport und Bewegung

Die positive Wirkung von Sport für Körper und Seele, besonders auch nach einer Krebserkrankung, ist unumstritten. Das Rückfallrisiko wird gesenkt, und der Körper wird wieder leistungsfähiger. Die Krankenkassen unterstützen die Teilnahme an einer Reha-Sportgruppe für mehrere Monate.

Empfehlenswert nach einer Brustkrebsoperation sind beispielsweise Schwimmen und Aqua-Jogging. Beide Sportarten trainieren die gesamte Muskulatur und die Ausdauer und verbessern den Lymphabfluss. Auch Nordic Walking erfreut sich vor allem bei Frauen großer Beliebtheit, auch nach Unterleibsoperationen. Nach einer Brustoperation ist der Stockeinsatz jedoch eher nachteilig. 04131 77970

Wir wollen Sie bei der Bewältigung der Diagnose Krebs begleiten, individuell beraten und behandeln und optimale Unterstützung anbieten, wo immer dies erforderlich und möglich ist.Sicher werden sich Ihnen vielfältige Fragen stellen, die individuell sehr unterschiedlich sein können.

Ansprechpartner Kontakt
Chefarzt Prof. Dr. med. Peter Dall 04131 77 2237
Leitender Oberarzt Dr. med. 04131 77 2231
Privatsprechstunde Prof. Dr. med. 04131 77 3456
Leitender Oberarzt Dr. med. 04131 77 3456

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