Für Frauen kann der Hormonschub vor und während der Periode sehr anstrengend sein. Neben lästigen Symptomen wie Rückenschmerzen, schmerzhaften Krämpfen und Schlaflosigkeit gibt es auch offensichtlichere, wie z.B. Akneausbrüche.
Nicht nur unsere Haut kann den Hormonschwankungen während der Regel und der damit verbundenen überschüssigen Ölproduktion zum Opfer fallen, sondern auch unser Haar.
Wenn dein Haar immer fettiger und fettiger wird oder sich nach dem Duschen nicht mehr so richtig sauber anfühlt, bist du damit nicht allein.
„Sowohl unsere Kopfhaut als auch unser Gesicht haben an der Basis der Haarfollikel Talgdrüsen, die eine ölige, wachsartige Flüssigkeit produzieren. Diese schützt und versorgt unsere Haut und unser Haar mit Feuchtigkeit“, erklärt die führende Dermatologin Dr. Ophelia Veraitch.
„Aus Studien wissen wir, dass die Zellen, aus denen die Öldrüsen bestehen, extrem empfindlich auf zirkulierende Hormone reagieren. Deshalb kann um die Periode herum nicht nur die Haut fettiger werden, sondern auch die Haare.“
Dr. Ophelia erklärt außerdem, dass die Öldrüsen mit unseren Follikeln verbunden sind und Hormonrezeptoren besitzen. Zu schwankenden Hormonspiegeln kann es bei jeder Person um die Periode herum oder währenddessen kommen. Dr. Ophelia gibt an, dass manche Menschen aber eher zu fettigem Haar neigen.
„Manchmal können Hormontherapien (wie die Antibabypille oder Hormonersatztherapien) oder Erkrankungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom zu einer erhöhten Ölproduktion im Gesicht (und damit zu hormonell bedingten Akneausbrüchen) und auf der Kopfhaut führen“, erklärt sie.
Das überschüssige Öl von der Kopfhaut wandert dann den Haarschaft hinunter, was erklärt, warum deine Haare zu dieser Zeit fettig aussehen und sich auch so anfühlen können.
Der Menstruationszyklus dauert etwa 28 Tage und wird durch das Zusammenspiel weiblicher Hormone gesteuert. In vier Phasen wirken Östrogen, Progesteron, LH und FSH - und beeinflussen dabei nicht nur Leistungsfähigkeit, Stimmung und Wohlbefinden, sondern auch unsere Haut.
Der Menstruationszyklus wiederholt sich jeden Monat nach einem ähnlichen Muster und lässt sich in vier Phasen unterteilen, die jeweils durch bestimmte hormonelle und körperliche Veränderungen geprägt sind. Sowohl der gesamte Zyklus als auch die einzelnen Phasen können individuell schwanken. Für einen gesunden Zyklus - und die Möglichkeit einer Schwangerschaft - ist es jedoch wichtig, dass alle Phasen nacheinander durchlaufen werden.
Der 28-tägige Menstruationszyklus gliedert sich in vier Phasen:
Jede Phase des Menstruationszyklus hinterlässt sichtbare Spuren auf unserer Haut. So verändern sich Hautbild, Feuchtigkeit und Talgproduktion von Tag zu Tag:
| Phase | Hormonelle Situation | Auswirkungen auf die Haut |
|---|---|---|
| Menstruation (Tag 1-7) | Niedrige Hormonspiegel | Trockene und fahle Haut |
| Follikelphase (Tag 8-14) | Steigender Östrogenspiegel | Ebenmäßige, pralle und reine Haut |
| Ovulation (Tag 12-15) | Maximaler Östrogenspiegel | Strahlende und gesunde Haut |
| Lutealphase (Tag 14-18) | Fallender Östrogenspiegel, steigender Progesteronspiegel | Fettige Haut und Haare, vermehrte Unreinheiten |
Östrogen - das „Glow-Hormon“ Das Östrogen ist ein weibliches Geschlechtshormon, das verschiedene vorteilhafte Wirkungen auf die Haut hat. Es fördert die Feuchtigkeitsaufnahme, Wasserbindung und Kollagenproduktion. Dadurch wirkt die Haut aufgepolstert, praller und strahlender. Es wirkt außerdem als Gegenspieler zu Testosteron, das vor allem die Talgproduktion und so die Entstehung von Unreinheiten fördert.
Testosteron - der „Pickel-Booster“ Testosteron ist für weniger wünschenswerte Effekte auf die Haut verantwortlich. Es regt die Talgdrüsenaktivität an und begünstigt auf diese Weise die Entstehung von Unreinheiten, Pickeln und Akne. Fettige(re) Haut und Haare sind ebenfalls Folge der vermehrten Talgproduktion. Der Testosteronschub in der männlichen Pubertät ist auch der Grund, weshalb Jungs als Teenager häufig an Akne leiden.
Die natürlichen hormonellen Schwankungen nehmen Einfluss auf den Zustand der Haut. Der in der zweiten Hälfte des Zyklus abfallende Östrogenspiegel begünstigt die Entstehung von Unreinheiten.
Die proportionale Veränderung und „Erhöhung“ des Testosterongehaltes, bedingt durch die Senkung des Östrogengehaltes, löst eine schubhaft vermehrte Talgproduktion aus.
Mit der Lutealphase steigt auch der Progesteronspiegel. Progesteron ist vor allem für seine Beteiligung am weiblichen Zyklus, der Schwangerschaft und der Entwicklung des Embryos im Mutterleib bekannt. Wenn die Konzentration in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus steigt, sammelt sich vermehrt Flüssigkeit im Gewebe. Für die Haut bedeutet dies, das die Poren verstopfen. Der Überschuss an Talg kann nicht abfließen - Unreinheiten und Komedonen entstehen.
Kurz vor der Menstruationsphase sinkt der Progesteronspiegel wieder und die Poren öffnen sich. Bakterien dringen ein und können Entzündungen auslösen - Pickel entstehen.
Tipp: Die regelmäßige Verwendung von Fruchtsäuren unterstützt das Ablösen von Hautschüppchen und trägt dazu bei, dass Talg abfließen kann.
„Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, eine fettige Kopfhaut und fettiges Haar zu behandeln“, sagt Dr. Ophelia.
„Was die Haarpflege betrifft, würde ich empfehlen, das Haar nicht öfter als zwei- bis dreimal pro Woche zu waschen. Das frische, saubere Gefühl danach ist zwar verlockend, aber häufiges Waschen kann das Gegenteil bewirken.
„Es ist ein bisschen so, als würdest du dein Gesicht zu oft waschen“, sagt Dr. Ophelia. „Die Haut spannt und wird trocken und produziert daraufhin als Ausgleich übermäßig viel Öl. Bei den Haaren gilt dasselbe Prinzip: Wenn du dein Haar zu oft mit weniger milden Shampoos wäschst, produziert deine Kopfhaut einfach mehr Öl“.
Dadurch, dass die Ölproduktion während der Periode in die Höhe schießen kann, ist es deshalb vielleicht eine gute Idee, die Haare in der Zeit vor dem Einsetzen der Periode nicht zu oft zu waschen.
Wenn du dein Haar sehr regelmäßig wäschst, solltest du dich für ein sanftes Shampoo entscheiden, das deine Kopfhaut nicht völlig auslaugt.
Wenn dein Haar am fettigsten ist, könnte es von Vorteil sein, in dieser Woche zu einem klärenden Shampoo zu wechseln, das überschüssiges Fett und Produktablagerungen entfernt.
Die Spülung, die du verwendest, ist ebenfalls wichtig. Wähle ein miles Produkt.
Wenn es dir schwerfällt, dein Haar nicht täglich zu waschen, empfiehlt Dr. Ophelia Trockenshampoo. „Diese Art von Shampoo wirkt, indem es das überschüssige Öl aus dem Haar und der Kopfhaut aufnimmt.“ Obwohl Dr. Ophelia sagt, dass sich das Haar dadurch weniger fettig anfühlt und aussieht, behebt es nicht die eigentliche Ursache.
Außerdem solltest du beim Waschen der Haare besonders auf die Kopfhaut zu achten, um alle Spuren des Trockenshampoos (pudrige Substanz), effektiv zu entfernen. Massier dazu ein Shampoo mit den Fingerspitzen ein oder verwende eine Massagebürste für die Kopfhaut.
Für die allgemeine Pflege und Gesundheit der Haare empfiehlt Dr. Ophelia, auf deine Ernährung zu achten. „Ich denke, es lohnt sich, Haarvitamine einzunehmen, die alle Bestandteile enthalten, die für das Haar von Bedeutung sind (Eisen, Zink, Selen, B12, Folsäure, Vitamin C und Vitamin D). Jene meiner Patient:innen, die diese Kombinationen einnehmen, berichten davon, dass sich der allgemeine Zustand und die Gesundheit ihrer Haare so verbessert hätte“, sagt Dr. Ophelia.
Wenn dir dein fettiges Haar zu schaffen macht und dein Schönheitsbudget es zulässt, deine Kopfhaut von einem Dermatologen oder einer Dermatologin untersuchen zu lassen, könnte das eine große Hilfe sein. „Wenn du zu fettigem Haar und fettiger Haut neigst, könnte es von Vorteil sein, deinen Hormonhaushalt überprüfen zu lassen und auch alle Medikamente (insbesondere Hormone), die du regelmäßig einnimmst, genauer unter die Lupe zu nehmen.“ Hautexpert:innen können eine orale oder topische Behandlung verschreiben. Dr. Ophelia erwähnt Spironolacton, das auf Hormone (insbesondere Testosteron) wirkt, die für die starke Ölproduktion verantwortlich sind. Dieses Mittel kann nur von qualifizierten Dermatolog:innen verschrieben werden, die dich bereits untersucht haben.
Und zu guter Letzt: Wann hast du deine Haarbürste das letzte Mal gewaschen? Anschließend reinigt sie die Bürste mit einer sauberen Zahnbürste, um Produktablagerungen, Öl und Schmutz zu entfernen. Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Bürsten eine ganze Menge versteckten Schmutz beherbergen. Deine Bürste regelmäßig zu reinigen, kann zwar nicht die Ursache für fettiges Haar bekämpfen (vor allem, wenn es hormonell bedingt ist), aber es kann verhindern, dass das überschüssige Öl an den Borsten deine Strähnen erreicht und dein Haar beim Stylen platt aussehen lässt.
Im ersten Schritt versuchen wir, die übermäßige Talgproduktion in den Griff zu bekommen. Wenn ihr generell ein Problem mit schnell fettender Kopfhaut habt, können die beschriebenen chemischen Peelings mit BHA und AHA Abhilfe schaffen. Solltet ihr nur während eurer Menstruation betroffen sein, könnt ihr sie Tage davor oder währenddessen integrieren, um die Talgproduktion in Schach zu halten.
Keine Zeit, um Haare zu waschen? Unser All-Time-Favorite: der Sleek-Bun. Alles, was ihr dafür braucht, ist eine Bürste - vorzugsweise mit (synthetischen) Wildschweinborsten - und ein Zopfband oder eine Haarspange. Kämmt eure Haare mit etwas Gel einfach nach hinten, sodass auch die kleinsten Härchen angelegt sind und bindet sie zusammen. Diese Frisur sieht nicht nur stylisch aus, sie ist auch schnell gemacht. Alternativ könnt ihr z.B. auch nur die Haare am Oberkopf sleek zurückstylen und zusammenbinden.
Am Abend zuvor vor dem Schlafengehen aufgesprüht, sehen eure Haare am nächsten Morgen sogar noch frischer aus.
Das Polyzystische Ovarialsyndrom kann bei Frauen zu Symptomen wie Zyklusstörungen, Haarausfall und Unfruchtbarkeit führen. Die Haare auf dem Kopf fallen aus, dafür wachsen sie an unliebsamen Stellen, der Körper wird männlicher, Akne kommt hinzu, der Kinderwunsch bleibt unerfüllt: Das PCO-Syndrom, ist eine der häufigsten Ursachen von Unfruchtbarkeit. Man geht von einer Million betroffenen Frauen in Deutschland aus - zwischen fünf und zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden an dieser Hormonerkrankung.
Beim PCO-Syndrom handelt es sich um eine Störung im hormonellen Regelkreis von Frauen. Die körperlichen Beschwerden haben häufig deutliche Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen. Auch wenn sich die Krankheit nicht heilen lässt, können die Symptome doch deutlich gemildert werden. Bei Übergewicht bewirkt die Gewichtsabnahme allein oft eine deutliche Besserung. Eine Veränderung des Lebensstils und der Ernährungsgewohnheiten hilft, den gestörten Hormonhaushalt wieder zu regulieren. Denn wenn die Muskeln aktiv sind und insbesondere das hormonproduzierende Bauchfett schmilzt, reagieren die Zellen besser auf Insulin, der Blutzuckerspiegel sinkt - und damit auch die Produktion männlicher Hormone. Daher sollten vor allem Weißmehlprodukte und Süßigkeiten möglichst gemieden werden.
Wie die Krankheit entsteht, ist nicht geklärt. Sicher ist, dass die Gene mitentscheiden: Frauen, die betroffen sind, haben oft Mütter mit PCO-Syndrom oder Väter, die hormonell bedingt früh eine Glatze bekommen haben. Außerdem ist der Zusammenhang des Syndroms mit dem Körpergewicht auffällig: Drei von vier Betroffenen sind übergewichtig. Die meisten Frauen, auch die normalgewichtigen, leiden zudem an einer Insulinresistenz: Ihre Zellen reagieren nicht mehr auf das hormonelle Signal des Insulins, den Zucker aus dem Blut aufzunehmen - der Blutzuckerspiegel steigt. Der Körper produziert daraufhin immer mehr Insulin. Deswegen haben Frauen mit PCO-Syndrom ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Die Insulinresistenz begünstigt wiederum Übergewicht, weil das Hormon den Körper veranlasst, immer mehr Energie zu speichern, zudem fördert es die Produktion männlicher Hormone - ein Teufelskreis.
Um den Hormonstatus festzustellen und Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse und der Nebenniere auszuschließen, sind umfangreiche Blutuntersuchungen notwendig: auf männliche Hormone, weibliche (Zyklus-)Hormone und das Anti-Müller-Hormon, das bei Betroffenen häufig erhöht ist.
Falls eine Insulinresistenz nachgewiesen ist, kann begleitend zur Ernährungstherapie zumindest vorübergehend auch eine Therapie mit oralen Diabetes-Medikamenten wie Metformin angezeigt sein.
Besteht kein Kinderwunsch, kann dagegen der Zyklus mithilfe der Antibabypille stabilisiert werden.
Viel schwerer noch als die körperlichen Probleme wiegen für viele Betroffenen ihre seelischen Nöte.
Wenn Du die Anti Baby Pille einnimmst, hast Du keinen natürlichen Menstruationszyklus. Durch die Pille werden Hormonschwankungen nämlich weitestgehend unterdrückt. Die dargestellten Phasen des Menstruationszyklus finden daher nicht statt. Stattdessen werden nahezu gleichbleibende Hormonspiegel erzeugt.
Deshalb wird die Pille beispielsweise auch zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms (PMS) verschrieben, das u.a. durch die Hormonschwankungen im Zyklus verursacht wird. Trotzdem kann es auch unter Pilleneinnahme zu hormonellen Hautproblemen kommen - nicht jede Pille wirkt gleich. Moderne Präparate enthalten unterschiedliche Hormone oder Wirkstoffvarianten, was die Haut unterschiedlich beeinflusst: Einige können Akne verschlimmern, andere verbessern sie sogar. Jeder Körper reagiert individuell.
Da eine Akne durch die empfindliche Reaktion der Talgdrüsen auf männliche Hormone ausgelöst wird und die Anti-Baby-Pille die hormonellen Schwankungen mindert, kann sich durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille eine hormonelle Akne verbessern.
Mit dem Absetzen der hormonellen Verhütung verschwindet leider auch der positive Einfluss auf die Haut. Es löst einen für den Körper komplexen Prozess aus, da dieser sich an die neue Situation anpasst. Teilweise brechen mit der Absetzung zum ersten Mal Unreinheiten beziehungsweise eine Akne aus. Mit der passenden Pflege kannst du maßgeblich dazu beitragen, deine Haut bei der hormonellen Umstellung zu unterstützen. Wichtig ist hierbei Geduld, denn der Prozess kann bis zu über 12 Monate andauern.
Nicht jede Haut reagiert gleich auf hormonelle Schwankungen - finde heraus, welche Pflege und Therapie zu Dir passt.
tags: #fettige #Haare #Ursachen #Periode
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