Ein Haarausfall durch Tamoxifen wird hin und wieder bei Brustkrebs-Patientinnen beobachtet, die mit diesem Medikament behandelt werden. Tamoxifen ist ein Selektiver-Estrogen-Rezeptor-Modulator (SERM), also ein Östrogenhemmer. Das Medikament wird zur Behandlung hormonabhängiger Brustkrebstumoren angewendet.
Vereinfachte Darstellung der Wirkung von Tamoxifen und Aromatasehemmer auf Brustkrebszellen. Quelle: Krebsinformationsdienst.de
Tamoxifen ist ein Östrogenhemmer und wird zur Behandlung von hormonbedingtem Brustkrebs angewendet. Es wirkt auf das körpereigene weibliche Hormon Östrogen. Das körpereigene weibliche Hormon Östrogen wird zell- und gewebespezifisch gehemmt. In Brusttumoren ist häufig eine erhöhte Konzentration von Östrogen zu verzeichnen. Hier greift das Medikament Tamoxifen ein. Es blockiert die Östrogen-Rezeptoren der Tumorzellen und wirkt deren Teilung entgegen.
Tamoxifen wird zur Behandlung von hormonbedingten Brusttumoren verwendet, um die Wirkung von Östrogen im Brustgewebe zu hemmen. Es wirkt der Osteoporose entgegen, da es den Abbau von Knochengewebe hemmt. Tamoxifen kann nach einer Primärbehandlung von Brustkrebs unterstützend angewendet werden. Es kann aber auch bei Brustkrebs verordnet werden, der bereits Metastasen gebildet hat. Zur Senkung des Rückfallrisikos wird Tamoxifen oft über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren angewendet.
Allerdings unterscheidet sich dieser Haarverlust von einem Haarausfall durch Chemotherapeutika, wie sie ebenfalls zur Behandlung von Brustkrebs verwendet werden. So wie bei den meisten Formen von medikamentös bedingtem Haarverlust handelt es sich auch beim Haarausfall durch Tamoxifen um einen diffusen Haarausfall. Gleichmäßig auf dem gesamten Kopf fallen die Haare aus.
Anders sieht es bei einem Haarverlust durch Chemotherapie aus, wie er ebenfalls bei Brustkrebs auftritt. Der Haarausfall ist diffus. Es kommt zu einem Totalverlust der Haare. Nach dem Ende der Chemotherapie erholen sich die Haarfollikel jedoch wieder.
Infografik: Chemotherapie und Haarausfall. Quelle: Haarklinik-wien.at
Kommt es zu einem Haarverlust, kann er irreversibel sein. Die Haare können also unwiederbringlich verloren sein. Auch nach dem Absetzen von Tamoxifen wachsen die Hare zumeist nicht mehr nach.
Auch wenn ein Haarausfall nicht explizit bei den Nebenwirkungen von Tamoxifen verzeichnet ist, kann er auftreten. Bereits 1997 wurde im British Medical Journal von zwei Frauen berichtet, die zur Behandlung von Brustkrebs Tamoxifen bzw. Eine 62-jährige Patientin wurde über einen Zeitraum von drei Monaten täglich mit 20 Milligramm Tamoxifen behandelt. Sie erlitt einen Haarausfall, der auch nach dem Absetzen des Medikaments nicht verschwand. Die Haare wuchsen nicht wieder nach.
Ein Haarverlust zählt zu den leichten Nebenwirkungen von Tamoxifen, denn er ist nicht lebensbedrohlich. Zu den Nebenwirkungen von Tamoxifen gehören auch Juckreiz und Hautveränderungen. Ein Haarausfall kann auch auftreten, wenn die Kopfhaut von Hautveränderungen und Juckreiz betroffen ist. Die Haare können durch das Kratzen ausgerissen werden oder dicht über der Kopfhaut abbrechen.
Du solltest dennoch die Behandlung mit Tamoxifen nicht ablehnen, wenn sie Dir vom Gynäkologen verordnet wird. Du solltest die Behandlung mit Tamoxifen nicht ablehnen, auch wenn es zu einem Haarverlust kommen kann. Sie ist wichtig, um ein erneutes Auftreten von Brustkrebs zu verhindern. Die Nebenwirkungen können mehr oder weniger häufig auftreten.
Möchtest Du etwas gegen den Haarausfall tun, kannst Du an eine Haartransplantation denken. Allerdings muss der Arzt entscheiden, ob sie sinnvoll ist. Dafür müssen genügend Spenderhaare vorhanden sein. Eine Haarimplantation kann erfolgen, wenn noch genug Spenderhaare vorhanden sind.
Kommt eine Haarverpflanzung für Dich nicht in Frage, da nicht mehr genug Spenderhaare vorhanden sind, kannst Du eine Perücke oder eine Mütze tragen. Ist keine Haartransplantation möglich, kannst Du eine Mütze oder Perücke tragen. Auch eine Haarpigmentierung ist möglich. Das Verfahren funktioniert ähnlich wie eine Tätowierung. Nach einiger Zeit verblassen die Pigmente wieder. Die Pigmentierung kann aufgefrischt werden. Die Haarpigmentierung simuliert nachwachsende Haarstoppeln.
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall durch Tamoxifen zusammenfasst:
| Behandlungsmöglichkeit | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Haartransplantation | Verpflanzung von Spenderhaaren auf die kahlen Stellen | Patienten mit ausreichend Spenderhaaren |
| Perücke oder Mütze | Kaschierung des Haarausfalls | Patienten, für die eine Haartransplantation nicht in Frage kommt |
| Haarpigmentierung | Simulation von nachwachsenden Haarstoppeln durch Tätowierung der Kopfhaut | Patienten, die eine optische Lösung bevorzugen |
Es ist wichtig, mit Ihrem Arzt über die beste Vorgehensweise für Ihre individuelle Situation zu sprechen.
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