Traktionsalopezie: Ursachen, Symptome und Behandlung von Haarausfall durch Zug

Die Traktionsalopezie ist eine Form von Haarausfall. Traktion bedeutet "Ziehen" oder "Zugkraft". Bei der Traktionsalopezie handelt es sich nicht um eine körperliche Erkrankung, sondern um einen Haarausfall durch übermäßige mechanische Belastung des Haars.

Eine Traktionsalopezie tritt durch eine übermäßige mechanische Belastung der Haare auf. Meistens sind Frauen betroffen, die häufig enge, straffe Zöpfe tragen. Aber auch Männer mit langen Haaren, die oft einen Pferdeschwanz tragen, können betroffen sein. Da Frauen und Mädchen meist längere Haare haben und häufiger engere Frisuren tragen oder die Haare aufwendig stylen, sind sie häufiger betroffen als das männliche Geschlecht.

In diesem Artikel werden wir die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Traktionsalopezie untersuchen. Außerdem geben wir Tipps zur Vorbeugung, damit Sie Ihr Haar gesund und kräftig erhalten können.

Ursachen der Traktionsalopezie

Eine Traktionsalopezie entsteht durch wiederholte mechanische Reizung bestimmter Haarbereiche. Der Haarausfall tritt dort auf, wo die Haare der Belastung ausgesetzt sind.

Hier sind einige häufige Ursachen:

  • Enge Frisuren: Straffe Zöpfe, Pferdeschwänze, Dutts und Cornrows können die Haarfollikel belasten.
  • Haarverlängerungen: Extensions können das Gewicht der Haare erhöhen und Zug auf die Kopfhaut ausüben.
  • Haaraccessoires: Enge Haarbänder, Stirnbänder und Helme können Druck auf die Haarfollikel ausüben.
  • Chemische Behandlungen: Häufiges Färben, Tönen und Blondieren können das Haar schwächen und anfälliger für Schäden machen.
  • Trichotillomanie: Bei einer Erkrankung namens Trichotillomanie reißen sich Betroffene die Haare selbst aus.

Durch Druck, Zug oder Reibung kommt es zu einer Verkrümmung der Haarwurzel. Dadurch werden die Haare immer dünner und die Wachstumsphase verkürzt sich. Schließlich fällt das Haar aus.

Symptome der Traktionsalopezie

Die meisten Arten des Haarausfalls bilden ein charakteristisches Muster. Wer erste Symptome nicht bemerkt und entsprechend handelt, riskiert ein weiteres Fortschreiten des Haarverlusts.

Typische Symptome sind:

  • Das Haar wird an den betroffenen Stellen dünner.
  • Es können vermehrt kurze abgebrochene Härchen auftauchen (zum Beispiel am Haaransatz).
  • Der Haaransatz kann zurückweichen.
  • Es können kahle Stellen entstehen.

Bei engen Haarbändern oder straffen Frisuren ist dies meist der Haaransatz an der Stirn und den Seiten - denn dort liegt die größte mechanische Belastung vor. Meist bemerkt man zuerst, dass die strapazierten Haare am Haarschaft abbrechen und Frizz entsteht - einzelne Härchen, die aus der Frisur abstehen.

Manchmal kommt es aber vor, dass nicht nur eine reine Traktionsalopezie vorliegt, sondern die Haare zusätzlich durch Mangelerscheinungen geschwächt sind und dadurch empfindlicher.

Wird die Ursache nicht behoben, können die Haarfollikel so stark geschädigt werden, dass sie vernarben und keine neuen Haare mehr bilden können. Auch die Kopfhaut kann glänzend und vernarbt sein.

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Diagnose der Traktionsalopezie

Um andere Ursachen für Haarausfall auszuschließen, kann eine Blutentnahme und anschließende Laboruntersuchung durchgeführt werden, um festzustellen, ob ein Mangel an Vitaminen, Nährstoffen oder Spurenelementen vorliegt, die den Haarausfall verstärken. Besonders häufig kommt ein Eisenmangel vor. Zusätzlich sollte ausgeschlossen werden, dass eine andere Ursache dem Haarausfall zugrunde liegt.

Neben der Traktionsalopezie gibt es weitere Formen des Haarausfalls, die sich durch ein charakteristisches Muster voneinander unterscheiden. Beim diffusen Haarausfall ist das Haar meist insgesamt ausgedünnt, manchmal auch an einzelnen Stellen verstärkt. Auch der erblich bedingte Haarausfall verläuft immer nach einem ähnlichen Muster, das bei Männern von Geheimratsecken über eine kahle Stirn und schlussendlich in einem Haarkranz am Hinterkopf von Ohr zu Ohr mündet.

Behandlung der Traktionsalopezie

Eine Traktionsalopezie wird behandelt, indem man ihren Auslöser vermeidet. Frisuren oder Kopfbedeckungen sollten so gestaltet sein, dass sie keine Zugkraft oder Druckbelastung auf das Haar und die Haarwurzel ausüben. Das Haar sollte öfter mal einfach locker oder offen getragen werden. Auch das tägliche Styling kann die Haare überstrapazieren.

Hier sind einige Behandlungsoptionen:

  • Vermeidung von Zug: Vermeiden Sie enge Frisuren und Haarverlängerungen.
  • Nährstoffzufuhr: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Nährstoffen kann das Haarwachstum fördern.
  • Medikamente: In einigen Fällen können Medikamente wie Minoxidil oder Finasterid helfen, das Haarwachstum anzuregen. Diese sollten aber nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
  • Mesotherapie: Es werden ausgewählte Medikamente, homöopathische Mittel, Vitamine, Spurenelemente oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert.
  • PRP-Therapie: Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und durch ein besonderes Verfahren aufbereitet, um ein thrombozytenreiches Konzentrat herzustellen. Dieses ist reich an Zytokinen, Mikronährstoffen und Wachstumsfaktoren. In die Kopfhaut gespritzt aktiviert es die Haarwurzeln und regt die Bildung und das Wachstum neuer Haare an. Zusätzlich wird die Durchblutung der Kopfhaut verbessert und die Bildung neuer Kapillaren angeregt.
  • Haartransplantation: Wenn keine andere Therapie hilft, kommt als letzte Option eine Haartransplantation infrage. Sie ist jedoch erst dann sinnvoll, wenn der Stress der Haare so weit reduziert wurde, dass der Haarausfall nicht weiter fortschreitet und wenn alle alternativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind. Sollten dann immer noch kahle Stellen auf dem Kopf verbleiben, ist eine Transplantation möglich. Wir arbeiten mit der modernen IFUE-Methode. IFUE bedeutet Intermittend Follicular Unit Extraction. Aus Bereichen dichten Haarwachstums werden einzelne follikuläre Einheiten als Spenderhaare entnommen. Die Methode ist minimal-invasiv und dadurch sehr schonend und mit wenigen Nebenwirkungen verbunden.

Wenn die Stressbelastung für die Haare frühzeitig behoben wird, solange die Haarwurzeln noch nicht zu sehr geschädigt sind, kann das Haar normal nachwachsen. Meistens setzt innerhalb von sechs Monaten wieder ein normaler Haarwuchs ein. Die Regeneration der Haare kann gefördert werden, wenn an der Haarwurzel ausreichend Vitamine, Nährstoffe und Wachstumsfaktoren vorhanden sind. Das kann vor allem durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung ermöglicht werden.

In manchen Fällen, wenn die Haare dauerhaft hohem mechanischem Stress ausgesetzt sind, kann die Haarwurzel irreparabel beschädigt sein. Teilweise können sogar Narben auf der Kopfhaut entstehen. Man spricht dann von einer vernarbenden Alopezie. Es bleiben kahle Stellen, an denen das Haar nicht mehr nachwächst.

Vorbeugung der Traktionsalopezie

Einer Traktionsalopezie lässt sich vorbeugen, indem man Stress für die Haare so weit wie möglich reduziert. Dazu gehört insbesondere das richtige Styling und der richtige Haarschmuck. Es spricht nichts dagegen, auch mal eine straffe Frisur zu tragen. Das sollte man aber nicht täglich tun. Wenn die Frisur durch Zug an den Haaren schmerzt, sollte man sie direkt lösen. Auch chemischen Stress für die Haare sollte man vermeiden - dazu gehören vor allem Färben, Tönen und Blondieren.

Hier sind einige Tipps zur Vorbeugung:

  • Tragen Sie Ihre Haare öfter offen oder locker hochgesteckt.
  • Vermeiden Sie zu enge Zöpfe, Pferdeschwänze und Dutts.
  • Verwenden Sie weiche Haargummis ohne Metallteile.
  • Wechseln Sie regelmäßig Ihre Frisur.
  • Vermeiden Sie es, beim Bürsten oder Kämmen zu ziehen.
  • Massieren Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig, um die Durchblutung zu fördern.
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Psychisch mit sich im Reinen zu sein ist auch gut für die Haare - manche Menschen neigen dazu, bei Stress an den Haaren zu ziehen oder sich die Haare auszureißen.

Deine Haarwurzeln kannst du langfristig stärken, indem du sie mit wichtigen Mikronährstoffen versorgst, die sie für ein gesundes Wachstum benötigen:

  • Biotin vermindert die Talgproduktion und aktiviert fleißig das Haarwachstum.
  • Magnesium und Kalzium sind elementare Bestandteil gesunden Haars.
  • Zink reguliert den Wachstumszyklus und beugt Entzündungen der Haarwurzeln vor, die durch ständige Belastung entstehen können.
  • Coffein versorgt deine Haarwurzeln mit neuer Energie. Die Durchblutung der Kopfhaut wird angeregt und es trägt zur verbesserten Aufnahme wichtiger Nährstoffe bei.

Wende eine Haarpflege an, die den Haarausfall bekämpft und die notwendigen Nährstoffe enthält. Achte bei der Haarwäsche darauf, nicht zu stark über die Kopfhaut zu reiben oder an den Haaren zu ziehen. Damit du sie leichter durchkämmen kannst, solltest du einen Conditioner verwenden.

Im Alltag kannst du noch mehr tun, damit deine Haarwurzeln wieder aufatmen können:

  • Rubbele die Haare nicht nach der Wäsche mit einem Handtuch ab, sondern tupfe oder wringe sie sanft aus.
  • Vermeide es, beim Bürsten oder Kämmen zu ziehen.

Haarverdichtung und Extensions bei Traktionsalopezie

Gehören Sie auch zu denjenigen, die die Haare oft in einem engen Zopf tragen oder schon lange Extensions in den Haaren haben? Und wird Ihr Haar an der Stirn und den Schläfen weniger? Erst einmal ist das kein Grund zur Sorge. Diese Form des Haarausfalls ist meistens reversibel und gut behandelbar. Dennoch sollten Sie frühzeitig einen Experten für Haarausfall-Behandlungen aufsuchen. So kann die richtige Diagnose gestellt und weitere Faktoren von Haarausfall ausgeschlossen werden.

Eine Haarverdichtung scheint für viele Betroffene mit dünnem Haar und kahlen Stellen eine gute Lösung zu sein. Es entsteht schnell eine voluminöse Frisur, ohne einen invasiven Eingriff vornehmen zu müssen oder jeden Tag aufwendige Föhn- und Stylingprozeduren durchzuführen.

Grundsätzlich gilt, dass Extensions und Haarverdichtung selbstverständlich vor allem dann verlässlich sitzen, wenn die Basis - also das eigene Haar - stimmt. Doch was, wenn besagte Grundvoraussetzungen nicht stimmen? Haarausfall grundsätzlich mit Extensions „relativieren“? Hierbei handelt es sich um ein absolutes No Go! Wer unter Haarausfall leidet, sollte sich niemals spontan dazu entschließen, diesen durch das Fixieren von Extensions zu überdecken. Denn: das grundsätzliche Problem würde dadurch nicht gelöst. Im Gegenteil!

Haarausfall hat so gut wie immer eine Ursache. Diese kann unter anderem beispielsweise psychisch oder körperlich bedingt sein. In jedem Fall ist es wichtig, dem Problem auf den Grund zu gehen. Eine darauffolgende Beratung durch einen Experten kann aufzeigen, ob - trotz eines bestehenden Haarausfalls - Extensions genutzt werden können. Je nach Ursache sollte jedoch auch dem eigentlichen Grundproblem zu Leibe gerückt werden.

Mit Hinblick auf die Frage, ob eine professionelle Haarverlängerung im Zusammenhang mit geschädigtem Haar sinnvoll ist, sollte zunächst geklärt werden, in welchen Bereichen besagter Schaden genau vorliegt. Ist beispielsweise der Ansatz nicht gesund, können hier auch keine Extensions fixiert werden.

Es würde nicht zur Verbesserung der Situation beitragen, Extensions auf juckende Kopfhaut anzubringen. Im Gegenteil! Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Symptomatik noch weiter verschlimmert, ist hoch.

Menschen mit grauen Haaren müssen keineswegs auf die Vorzüge von Extensions verzichten. Im Gegenteil! Hierbei handelt es sich sogar um eine wunderbare Möglichkeit, die Haare zu verlängern! Dies gilt selbstverständlich nur dann, wenn die ergrauten Haare nicht zusätzlich krank sind.

Fazit

Wenn Sie Anzeichen einer Traktionsalopezie bemerken, ist es wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Durch die Vermeidung von Zug auf das Haar und die Anwendung geeigneter Behandlungen können Sie das Haarwachstum fördern und weiteren Haarausfall verhindern.

Denken Sie daran, dass eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend sind, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Konsultieren Sie einen Haarexperten, um die richtige Vorgehensweise für Ihren individuellen Fall zu bestimmen.

Prävention ist der Schlüssel! Reduzieren Sie Stress für Ihr Haar, wählen Sie lockere Frisuren und pflegen Sie Ihre Kopfhaut, um eine gesunde Haarpracht zu erhalten.

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