Haarausfall ist ein Thema, das viele Männer betrifft, und das oft schon in jungen Jahren. Normalerweise können Männer ihren Alterungsprozess gut wegwitzeln: Graue Schläfen? Endlich ähnelt man George Clooney. Falten? Machen einen interessant. Bierbauch? Ich brauche doch kein Sixpack, wenn ich ein ganzes Fass haben kann. Aber Haarausfall? Oh oh, ein ganz heißes Eisen.
Ein Thema, an dem man sich schnell verbrennen kann. Witze hört man darüber selten. Und es hat auch kein Mann in der Redaktion “Hier, ich!” geschrien, als es darum ging, wer diesen Text schreibt. Dabei ist Haarausfall auch bei jungen Kerlen vollkommen normal. Bei etwa einem Drittel der Männer beginnt er vor dem 30. Geburtstag.
Die Kehrseite der Gleichberechtigung ist, dass Männer bei ihrem Äußeren in Sachen Komplexe aufholen: Studien zeigen, dass mehr Männer mit ihrem Körpergewicht unzufriedener sind als früher. Noch nie in der Geschichte der Menschheit gab es mehr Kosmetikprodukte für Männer, um die Spuren zu glätten, die der Zahn der Zeit in den Körper nagt. Die Zahl der Haartransplantationen hat sich zwischen 2005 und 2011 verdoppelt. Frauen sind es eher gewohnt, über ihre Alterungskomplexe zu reden. Viele Männer ertragen sie wie ein Mann, sprich: schweigen darüber. Aber traut man sich nachzuhaken, hört man raus, wie viele Gedanken sie sich über den Abschied ihres Haupthaars machen.
Ein aktuelles Beispiel ist der deutsche Nationalspieler David Raum, dessen Frisur und eine kahle Stelle am Hinterkopf in den sozialen Medien für Aufsehen sorgten. Dies wirft ein Schlaglicht auf die Sensibilität des Themas, insbesondere für Personen des öffentlichen Lebens.
Im Folgenden werden die Ursachen von Haarausfall, mögliche Behandlungen und die psychologischen Auswirkungen beleuchtet.
Haarausfall kann vielfältige Ursachen haben. Jeden Tag verliert der Mensch zwischen 50 bis 100 Haare. Das ist völlig normal. Verstärkt wird Haarausfall durch eine ungünstige Lebensweise. Faktoren wie etwa ein Defizit spezieller Mikrostoffe und Nährstoffe, das durch unzureichende Ernährung, Rauchen oder eine Gewichtsabnahme entsteht, begünstigt den Haarverlust noch. Daneben verstärken auch Stress, Allergien, Pilze oder eine schlechte Durchblutung der Kopfhaut den Ausfall der Kopfhaare.
Ob und in welcher Menge über einen längeren Zeitraum bestimmte Schwermetalle aufgenommen wurden, lässt sich durch eine Haaranalyse oder eine Nagelanalyse feststellen. Haarausfall ist bei vielen Menschen auch eine ganz normale Alterserscheinung, die ihre Ursache in den Genen hat. Zu vorübergehendem Haarverlust kommt es bei einigen Frauen sonst auch nach der Geburt.
Es gibt verschiedene Ursachen und Symptome für die Alopezie und entsprechend ist auch der Verlauf und die Behandlung unterschiedlich. Experten unterscheiden insbesondere 4 Formen von Haarausfall. Dabei tritt der anlagebedingte Haarausfall, der durch eine Hormonstörung ausgelöst wird, am häufigsten auf. Doch auch kreisrunder Haarausfall, diffuser Haarausfall und narbiger Haarausfall sind Formen, von denen viele Menschen betroffenen sind.
Studien ergaben keinen Zusammenhang zwischen Haarausfall und einem niedrigem Testosteronspiegel. Nach neueren Erkenntnissen diskutiert man neben genetischen Faktoren nun stattdessen eine Beteiligung des Hormons Dehydrotestosteron (DHT), und dem Gewebshormon Prostaglandin D2. Eventuell könnten diese beiden Stoffe für die dünneren männlichen Haare verantwortlich sein.
Verstärkt wird Haarausfall durch eine ungünstige Lebensweise. Faktoren wie etwa ein Defizit spezieller Mikrostoffe und Nährstoffe, das durch unzureichende Ernährung, Rauchen oder eine Gewichtsabnahme entsteht, begünstigt den Haarverlust noch.
In der Orthomolekularmedizin werden speziell bei Haarausfall täglich verschiedene Nährstoffe empfohlen, die gegenwirken können, wenn der Haarausfall nicht altersbedingt ist und auch keine krankheitsbedingten Ursachen hat. Zusätzlich sorgen diese Nährstoffe für normalen Haarwuchs und gesunde Haare.
Wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum:
Wie eine Tierstudie zeigte, kann auch eine ketogene Diät die Ursache für Haarausfall und Dermatitis sein. Grund dafür ist nach Angaben der Forscher ein Biotinmangel, der sich über den Zeitraum von 9 Wochen entwickelte. Im Tierversuch erhöhte die ketogene Diät nämlich den Verbrauch von Biotin.
Experten unterscheiden insbesondere 4 Formen von Haarausfall:
Während der narbige Haarausfall oft nur mit Antibiotika und kortisonhaltigen Salben zu behandeln ist, kommen bei den übrigen Formen teilweise Haarwuchsmittel und spezielle Medikamente zum Einsatz.
Empfohlen wird, den vermuteten Haarausfall erst einmal zu beobachten. Bei Verdacht auf vermehrten Haarausfall empfehlen Experten zunächst zur Überprüfung und Selbstkontrolle täglich die ausgefallenen Haare zu zählen, die man beim Bürsten verliert und die sich nach der Haarwäsche im Ausguss sammeln. Zum Nachweis werden verschiedene Untersuchungsverfahren angewendet.
Weil Haare als Hautanhangsgebilde gelten, sind Hautärzte auf Patienten mit Haarausfall spezialisiert. Zur ärztlichen Diagnose bei Haarausfall können unterschiedliche Untersuchungsverfahren dienen. Bewährte Methoden sind neben dem Trichogramm und Trichoscan auch der Bluttest sowie die Biopsie.
Behandlungsmöglichkeiten:
Eine immer beliebter werdende Alternative ist die sogenannte Haartransplantation, bei der Haarfollikel von dicht besiedelten Haarregionen an kahle Stellen am Kopf versetzt werden. Doch was passiert bei Haartransplantationen? Bei einer Haartransplantation werden die aktiven Follikel aus Bereichen mit dichtem Haar entnommen und an kahle Stellen am Ober- und Vorderkopf verpflanzt.
Dafür wird meist auf den Haarkranz am Hinterkopf zurückgegriffen, da die Haarwurzeln hier auf Weiterwachsen programmiert sind und optisch mit dem restlichen Kopfhaar übereinstimmen. Einzelne Haarwurzeln werden direkt mit einer Hohlnadel vom Hinterkopf entnommen. Letztere Methode ist mittlerweile am weitesten verbreitet, da sie weniger Risiken als die Entnahme eines ganzen Hautstreifens mit sich bringt.
Vor der Operation wird der gesamte Haarkranzbereich rasiert. Dann wird die Haut um die Haarwurzelgruppen herum mithilfe von Hohlnadeln durchtrennt, um die Haargruppen im Anschluss freilegen und herausziehen zu können. Zum Einsetzen der Haare werden die Haare in die gestanzten Stellen platziert. Sie wachsen von selbst ein und müssen nicht fixiert werden.
Die Entnahmestelle muss bei der FUE meist nicht genäht werden, die hinterlassenen Wunden verheilen von selbst. Unter örtlicher Betäubung können pro Eingriff etwa 500 bis 2000 Transplantate verpflanzt werden. Oft sind mehrere Operationen erforderlich, bis eine ausreichende Haardichte erreicht und beispielsweise Geheimratsecken aufgefüllt oder ein zurückgewichener Haaransatz nach vorne gelagert wurden.
Etwa drei bis vier Monate nach dem Eingriff beginnt das Haarwachstum - zunächst als Flaum. Im Laufe der Monate wird der Haarwuchs dann immer dichter.
Eine Haartransplantation wird in der Regel bei unumkehrbarem Haarausfall eingesetzt, wenn alternative Maßnahmen wie eine hormonelle oder medikamentöse Behandlung mit Minoxidil nicht anschlagen.
Bei hormonell bedingtem Haarausfall des Mannes wird ein Mindestalter von 30 bis 35 Jahren empfohlen, sodass der Haarausfall bereits weitgehend zum Stillstand gekommen ist.
Wichtige Verhaltensweisen nach einer Haartransplantation:
Manche Patienten berichten von einem Taubheits- oder Kribbelgefühl im Operationsgebiet nach dem Eingriff, das in den meisten Fällen jedoch nach zwei bis vier Wochen wieder von selbst verschwindet.
Eine Operation bringt grundsätzlich immer Risiken mit sich. Werden die Einstichstellen zu tief gesetzt, kann es nach der Behandlung zu Blutungen kommen. Es entstehen starke Schwellungen, die bis ins Gesicht reichen können. Besteht die Gefahr einer Infektion? Keime und Bakterien neigen dazu, sich in schlecht durchbluteten Bereichen anzusiedeln.
FUE-Methode der Haartransplantation
Haartransplantationen werden als Mittel gegen Haarausfall immer beliebter. Auch zahlreiche Prominente lassen sich Haare transplantieren.
Athleten und Fußballspieler stehen ständig im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die meisten von ihnen haben Sponsorenverträge und Markenverträge, die ihr Aussehen noch wichtiger machen.
Beispiele für prominente Sportler mit Haartransplantationen:
Einer der bemerkenswertesten Aspekte der Haartransplantation bei Sportlern ist der Vorher-Nachher-Effekt auf ihr Selbstbewusstsein und ihre Leistung. Viele berichten von einem erheblichen Zuwachs an Selbstvertrauen, was sich direkt auf ihre Performance auswirkt. Der psychologische Vorteil, sich selbst attraktiv zu finden, sollte nicht unterschätzt werden.
Neben dem unmittelbaren psychologischen Vorteil bietet eine Haartransplantation auch langfristige Vorteile. Die transplantierten Haare sind in der Regel resistenter gegen den erblich bedingten Haarausfall, was bedeutet, dass Sportler sich langfristig keine Sorgen um weitere Haarverluste machen müssen. Dies sorgt für Sicherheit und Kontinuität, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.
Christoph Metzelder vor und nach der Haartransplantation
Haarausfall beeinträchtigt das Wohlbefinden. Für die meisten Betroffenen bedeutet der über die Norm gesteigerte Haarverlust eine starke Beeinträchtigung, die sich auf verschiedene Weise äußern kann und die nicht selten auch die persönliche, soziale und berufliche Entwicklung mitbestimmt. Betroffene empfinden sich oft selbst als unattraktiv.
Es gibt Untersuchungen, wonach das Umfeld Männer mit Haarverlust unter anderem als weniger männlich, älter, weniger dominant und weniger dynamisch wahrnimmt. Eine EMNID-Studie untersuchte, wie sich die Fremdwahrnehmung der Personalleiter auf Bewerber mit Haarausfall auswirkte.
Einige Männer berichteten, dass sie sich anders wahrgenommen fühlen, wenn sie eine Mütze tragen. Andere versuchen, den Haarausfall mit bestimmten Frisuren zu kaschieren oder tragen Hüte und Basecaps, um sich sicherer zu fühlen.
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