Candida-Pilzinfektion der Augenbrauen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Candida-Pilzinfektion der Augenbrauen, auch bekannt als Tinea capitis, ist eine ansteckende Pilzerkrankung, die den behaarten Bereich des Kopfes befällt. Sie wird durch Hautpilze wie Fadenpilze (Dermatophyten), selten auch Schimmelpilze (Aspergillus) und Hefepilze (Candida) verursacht.

Oft sind Tiere wie Hunde und Katzen mit einem Pilzerreger infiziert, der bei Kontakt auf den Menschen übertragen wird. Kopfpilz ist sehr ansteckend und wird auch von Mensch zu Mensch übertragen.

Ursachen und Übertragung von Kopfpilz

  • Hautpilze: Fadenpilze (Dermatophyten), Schimmelpilze (Aspergillus) und Hefen (Candida) befallen die Kopfhaut und dringen in die Haarfollikel ein.
  • Tiere: Hunde, Katzen, Hamster, Hasen und Meerschweinchen sind häufige Überträger.
  • Direkter Kontakt: Übertragung von Mensch zu Mensch, besonders in Schulen und Kindergärten.
  • Kontaminierte Gegenstände: Nicht ausreichend desinfiziertes Werkzeug wie Rasierer und Kämme in Friseursalons oder Barbershops.

In den meisten Fällen geschieht die Ansteckung durch Tiere wie Hunde, Katzen, Hamster, Hasen und Meerschweinchen. Auch Kälber auf Bauernhöfen sind potenzielle Überträger. Die Tiere sind mit den Erregern infiziert, die bei direktem Kontakt auf den Menschen übertragen werden. Vor allem Kinder, die mit Tieren spielen, sind häufig von Kopfpilz betroffen und werden für andere Personen zum Überträger. Da Kopfpilz sehr ansteckend ist, kommt es daher vermehrt in Schulen und Kindergärten zu Ausbrüchen.

Steckt man sich bei einem Besuch im Friseursalon oder Barbershop an, geschieht dies meist über nicht ausreichend desinfiziertes Werkzeug wie Rasierer und Kämme.

Bereits 2020 hat ein Forscherteam aus Duisburg durch eine Untersuchung bestätigt, dass eine Übertragung von Trichophyton tonsurans auch durch kontaminierte Haarschneidegeräte möglich ist. Dieser Infektionsweg wurde erstmals in Afrika entdeckt und wird nun auch in Deutschland beobachtet.

Symptome von Kopfpilz

Die Symptome bei Kopfpilz sind sehr unterschiedlich. Zu Beginn bilden sich meist gerötete Knötchen (Papeln) um den Haarschaft. Nach wenigen Tagen werden die Papeln blasser und schuppig. Das Haar wird spröde und bricht ab. Auf der Kopfhaut bilden sich dadurch anschließend eine oder mehrere scharf abgegrenzte, kreisförmige, kahle Stellen (Alopezie). Die betroffenen Hautstellen sind meist mit gräulichen Schuppen bedeckt. Häufig ist die Kopfhaut gerötet, juckt und schmerzt.

Ist die Infektion weiter fortgeschritten, treten die Symptome manchmal zusätzlich im Gesicht oder an anderen Körperstellen auf. Diese Stellen sind meist stark entzündet und bis zu acht Zentimeter groß. In manchen Fällen sind die betroffenen Hautstellen zusätzlich von Bakterien besiedelt, wodurch nässende, eitrige und bienenwabenartige Wunden entstehen (Tinea capitis profunda).

In schweren Fällen sind die Lymphknoten im Nacken und am Hals geschwollen und druckempfindlich. Vereinzelt tritt zusätzlich Fieber auf.

Durch die starke Entzündung nehmen die Haarwurzeln unter Umständen dauerhaften Schaden. In schweren Fällen bleibt die Kopfhaut an diesen Stellen nach der Abheilung für immer kahl. Auch Narben auf der Kopfhaut bleiben häufig zurück.

Vor allem ein starker Befall mit Kopfpilz beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Betroffener. Sie schämen sich wegen der kahlen Stellen am Kopf und sind daher nicht selten auch psychisch belastet.

Viele Betroffene bemerken zuerst eine juckende Rötung am Kopf, dann schuppt sich die Haut, es bilden sich Bläschen und Verkrustungen. „Häufig fallen in der Folge auch die Haare aus. Einmal hatten wir ein Kind hier, bei dem schon drei Viertel der Haare fehlten“, erklärt Hautärztin Wörl. „Durch die zügig begonnene Therapie wuchsen die Haare aber vollständig nach.“ Ihr Kollege Maronna ergänzt: „Wenn die Patienten zu lange warten und der Pilz sehr starke Hautveränderungen hervorruft, kann das zum Untergang der Haarwurzeln führen. Dann bleiben die betroffenen Stellen dauerhaft kahl.“

Manchmal kommt es in der Folge auch zu eitrigen abszessartigen Veränderungen an den befallenen Stellen. Durch die Wunden steigt das Risiko, dass sich auf der Haut natürlicherweise vorhandene Bakterien zusätzlich auf die Pilzinfektion setzen und überhandnehmen. „Dann drohen bakterielle Wundinfektionen mit potenziell schweren Verläufen“, erklärt Oberarzt Maronna.

Solche Superinfektionen erschweren zudem die Diagnostik. Zu den Erlanger Medizinern kommen immer wieder Personen, deren Ärztinnen und Ärzte per Abstrich Bakterien gefunden und sie entsprechend antibiotisch behandelt haben.

Diagnose von Kopfpilz

Damit es durch den Kopfpilz zu keinem dauerhaften Haarverlust oder Narben kommt, ist es wichtig, bei ersten Anzeichen möglichst frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Bei Verdacht auf Kopfpilz ist erster Ansprechpartner der Hausarzt. Dieser überweist bei Bedarf oder für weitere Untersuchungen an einen Hautarzt (Dermatologen).

Viele andere Hauterkrankungen (z.B. Psoriasis, atopische Ekzeme, Seborrhöe, Kontaktekzeme) haben ähnliche Symptome, sind jedoch meist grundlegend anders zu behandeln. Deshalb nimmt der Arzt eine genaue Untersuchung vor.

  1. Gespräch mit dem Arzt (Anamnese): Fragen zu Hautproblemen, Hautveränderungen und Kontakt zu Tieren.
  2. Körperliche Untersuchung: Betrachtung der Haut auf optische Auffälligkeiten (z.B. Rötungen).
  3. Anlegen einer Pilzkultur: Entnahme von Haaren bzw. Haarstümpfen und Hautschuppen zur Bestimmung des Erregers.
  4. Beobachtung unter UV-Licht: Einige Pilze fluoreszieren unter UV-Licht, was bei der Diagnose hilft.

Zuerst wird mit Hilfe eines Mikroskops untersucht, ob bereits typische Pilzelemente erkennbar sind. Anschließend wird eine Kultur angelegt - und abgewartet, ob der Pilz wächst. „Nach ungefähr drei Wochen kann man den in der Kultur gewachsenen Pilz mit dem bloßen Auge erkennen, unter dem Mikroskop klassifizieren und die Diagnose stellen“, sagt die Hautärztin.

Schneller, aber auch teurer ist ein PCR-Test.

Behandlung von Kopfpilz

Ärzte empfehlen zur Behandlung von Kopfpilz meist eine Kombination aus einer lokalen Therapie (z.B. in Form von Shampoos, Salben oder Cremes) und einer innerlichen (systemischen) Behandlung (z.B. in Form von Tabletten). Die Ziele der Behandlung sind, den auslösenden Erreger zu beseitigen, die Symptome zu lindern und einen bleibenden Haarverlust sowie eine weitere Ansteckung zu verhindern.

Wichtig bei der Behandlung ist, dass Kopfpilz so schnell wie möglich und ausreichend lange behandelt wird. Denn häufig lassen die Symptome durch die Behandlung rasch nach, wodurch viele Patienten die Therapie frühzeitig abbrechen. Dadurch ist es allerdings möglich, dass sich der Pilz erneut ausbreitet. Sind Haustiere die Überträger des Pilzes, ist es außerdem notwendig, auch diese zu behandeln, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

Es ist wichtig, die Behandlung schnellstmöglich zu beginnen, um zu verhindern, dass sich die Pilzinfektion weiter ausbreitet, und um das Ansteckungsrisiko zu verringern.

  1. Shampoos, Lösungen und Cremes: Äußerliche Anwendung von Pilzmitteln (Antimykotika) wie Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol.
  2. Tabletten, Trinklösungen und Spritzen: Zusätzliche Behandlung mit Pilzmitteln in Form von Tabletten, Trinklösungen (Suspensionen) und Spritzen (Injektionen) notwendig (systemische Therapie).
  3. Antibiotika und Kortison: Bei bakteriellem Befall zusätzlich Antibiotika und bei starker Entzündung Kortison.

Ist der Pilz erkannt, lässt er sich gut behandeln. „Wir verschreiben Lösungen oder Cremes und Shampoos, die pilztötend wirken“, erklärt die Kölner Hautärztin. „Zusätzlich verordnen wir auch Antipilz-Tabletten, da man mit den Cremes und Lotionen die tiefen Haarfollikel nicht zuverlässig erreicht.“

Leider gibt es keine Medikamente, die auch für Kinder zugelassen sind. „Da müssen wir die Dosis dem Körpergewicht anpassen, arbeiten also sozusagen im Off-Label-Bereich.“ Arzt oder Ärztin werden die Eltern dann besonders genau über mögliche Risiken aufklären. Aber laut Bopp vertragen auch Kinder die Therapie in der Regel sehr gut.

Dennoch sind regelmäßige Untersuchungen notwendig. „Um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, schauen wir uns vor und während der Therapie die Nieren- und Leberwerte an“, erklärt Dr. Laura Susok, Direktorin der Hautklinik am Klinikum Dortmund.

Nach etwa einer Woche Behandlung gelten die Betroffenen als nicht mehr ansteckend. Dennoch dauert die Therapie meist einige Wochen. „Wenn die Beschwerden abgeklungen sind, führen wir noch einmal einen Erregernachweis durch.

Vorbeugung von Kopfpilz

Um eine Ansteckung mit Kopfpilz zu vermeiden, gilt es, einige Dinge zu beachten. Pilzerreger können in Kämmen, Bürsten, Rasierern, Handtüchern, Plüschtieren oder auf Bettlaken lange lebensfähig bleiben. Ist ein Familienmitglied an Kopfpilz erkrankt, sollten Sie diese Dinge daher nicht gemeinsam nutzen und regelmäßig desinfizieren. Dies gilt auch für die Ablageflächen und Schubladen, wo die Gegenstände liegen.

Waschen Sie Wäsche (z.B. Kopfpolster, Handtücher, Mützen) am besten bei 95 Grad Celsius oder verwenden Sie spezielle Hygiene-Waschmittel, um die Pilze sicher abzutöten.

  • Hygiene: Regelmäßiges Desinfizieren von Kämmen, Bürsten, Rasierern und Handtüchern.
  • Wäsche: Waschen von Kopfpolstern, Handtüchern und Mützen bei 95 Grad Celsius.
  • Tierkontakt: Meiden Sie den Kontakt zu Tieren, die kahle, kreisrunde, schuppige Flecken am Körper haben.
  • Barbershop/Friseur: Vermeiden Sie den Besuch, solange Sie Kopfpilz haben.

Meiden Sie den Kontakt zu Tieren, die kahle, kreisrunde, schuppige Flecken am Körper haben.

Solange Sie Kopfpilz haben, sollten Sie den Besuch beim Friseur oder in einem Barbershop vermeiden. Infizierte Kinder sollten frühestens eine Woche, nachdem der Arzt bei ihnen mit einer Therapie begonnen hat, wieder in die Schule oder in den Kindergarten gehen. Informieren Sie unbedingt die Schule oder den Kindergarten, um Eltern und Lehrer auf eine mögliche Ansteckung hinzuweisen.

Hygienemaßnahmen im Barbershop

Um die Hygiene in Friseursalons zu gewährleisten, hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) einen Reinigungs- und Desinfektionsplan erstellt. Der empfiehlt für „Messer zum Rasieren auf der Haut“ folgende Maßnahmen: „Nur Einwegklingen verwenden und diese nach der einmaligen Verwendung entsorgen, wiederverwendbare Gerätschaften zerlegt in Desinfektionslösung einlegen, Einwirkzeit abwarten, mit klarem Wasser abspülen, trocknen.“

Laut Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes Friseure & Kosmetiker Bayern, lässt sich daran schon ein erstes Merkmal für einen sicheren Friseurbesuch ableiten: „Je nach verwendetem Mittel dauert eine Desinfektion zwischen fünf und fünfzehn Minuten. In Barbershops, in denen die Termine eng getaktet sind, bleibt für eine ausreichende Desinfektion also gar nicht genug Zeit.“

Folgende weitere Punkte sprechen ihrer Erfahrung nach für ein erhöhtes Risiko:

  • Der Inhaber oder die Inhaberin des Betriebes hat keine Meisterausbildung.
  • Die Eintragung in die Handwerksrolle erfolgte auf Grundlage einer Ausnahmeregelung
  • Es werden überwiegend oder ausschließlich un- und angelernte Personen beschäftigt
  • Das Preisniveau ist sehr niedrig
  • Es können keine Termine vereinbart werden
  • Fehlende Informationen über Arbeitsschutz und Hygiene
  • Der Betrieb ist nicht in der Innung oder einer anderen qualifizierten Friseurvereinigung organisiert

„Vielen Barbershop-Betreibern und ihren un- oder angelernten Mitarbeitern fehlen die notwendigen Kenntnisse, wie man die Geräte desinfiziert“, sagt Doris Ortlieb.

Statistiken und Häufigkeit

Leider gibt es bislang keine offiziellen Zahlen, wie häufig Hautpilz-Infektionen nach Barbershop-Besuchen auftreten, da Trichophyton tonsurans nicht meldepflichtig ist. Derzeit nehmen aber viele Ärztinnen und Ärzte in Deutschland einen deutlichen Zuwachs wahr.

„Wir sehen das seit etwa einem Jahr massiv in unseren Sprechstunden“, sagt Laura Susok aus Dortmund. In der Kölner Uniklinik hat man gerade damit begonnen, die Zahlen auszuwerten - das Ergebnis steht noch aus. Die Hautärzte der Uniklinik Erlangen haben sich aufgrund der Häufung dazu entschlossen, die Fälle - auch wenn keine Meldepflicht besteht - beim Gesundheitsamt anzuzeigen. „Bei uns haben sich die Fälle mit Trichophyton tonsurans mehr als verzehnfacht. Daher hoffen wir, dass nun entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, die zu einer Rückläufigkeit führen“, sagt Oberärztin Wörl.

Die Gesundheitsämter reagieren bereits. Dr. Holger Scharlach, Pressesprecher des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts erklärt: „Barbershops können per Gesetz durch das Gesundheitsamt infektionshygienisch überwacht werden. Wenn es Hinweise auf ein hier ausgelöstes Infektionsgeschehen gibt, sollten anlassbezogene Begehungen durch die örtlichen Gesundheitsämter erfolgen.“ Auch in anderen Bundesländern wurden bereits Kontrollen durchgeführt.

Zusammenfassung

Kopfpilz ist eine ansteckende Pilzerkrankung, die vor allem Kinder betrifft, aber auch bei Erwachsenen vorkommen kann. Die Erkrankung wird meist durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen übertragen. Symptome sind kreisrunde, kahle Stellen auf der Kopfhaut mit Schuppenbildung, Rötungen und Juckreiz. Eine frühzeitige Behandlung mit Antimykotika ist wichtig, um dauerhaften Haarausfall und Narbenbildung zu vermeiden.

Es ist wichtig, die Behandlung schnellstmöglich zu beginnen, um zu verhindern, dass sich die Pilzinfektion weiter ausbreitet, und um das Ansteckungsrisiko zu verringern.

Durch konsequente Hygiene, Vermeidung von Tierkontakt und frühzeitige Behandlung kann man das Risiko einer Kopfpilzinfektion minimieren.

Hautpilz: Die RICHTIGE Behandlung von Dermatophyten

Tabelle: Übersicht über Kopfpilz (Tinea capitis)

Beschreibung Pilzerkrankung der behaarten Kopfhaut, verursacht durch Hautpilze
Symptome Kreisrunde, kahle Stellen mit Schuppen, entzündete Hautstellen, Juckreiz
Behandlung Antipilzmittel (Shampoos, Cremes, Tabletten)
Ursachen Infektion mit Hautpilzen, Übertragung durch Tiere oder Menschen, kontaminierte Werkzeuge
Diagnose Gespräch mit dem Arzt, körperliche Untersuchung, Pilzkultur im Labor
Verlauf Frühzeitig behandelt heilbar, bei fortgeschrittenem Verlauf dauerhafter Haarausfall möglich
Vorbeugen Kontakt zu Tieren mit Hautveränderungen vermeiden, Hygiene beachten, Gegenstände desinfizieren

tags: #candida #pilz #symptome #augenbrauen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen