Warum haben Babys rote Haare? Eine umfassende Erklärung

Während der Schwangerschaft spekulieren werdende Eltern, Freunde und Verwandte gerne, wem der Nachwuchs wohl ähnlich sehen wird. Gerade bei der Haarfarbe ist dies aber gar nicht so leicht zu beantworten. Die richtige Haarfarbe des Babys steht meist bei der Geburt noch nicht endgültig fest: Babyhaar ändert die Farbe sehr häufig. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Babyhaar die Farbe ändert.

Viele Eltern zeigen sich besorgt, wenn sie bei Ihrem Baby im hinteren Kopfbereich eine kahl werdende Stelle entdecken. Die kahle Stelle am hinteren Kopf kann durch das häufige Liegen auf dieser Stelle verursacht werden. Dies kommt daher, dass durch das Liegen Druck und Reibung entstehen. Dafür sind Haare empfindlich. Dazu kommt es aber nur dann, wenn die Haare sich gerade in der dritten Phase des Ausfallens befinden. Wahrscheinlich hat das Babyhaar am Hinterkopf einen zeitlichen Vorsprung im Unterschied zum vorderen Bereich des Kopfes.

Die Haare eines Babys sorgen für regelrechte Begeisterung bei Eltern. Vom ersten Flaum bis hin zur endgültigen Haarfarbe - es gibt so viele spannende Fragen rund um Babys Haar, die wir dir gerne beantworten:

  • Welche Haarfarbe bekommt mein Kind?
  • Wie schnell wachsen Babyhaare und warum fallen sie wieder aus?

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Die Genetik der Haarfarbe

Erstmal ganz grundsätzlich: Die Haarfarbe deines Babys steht bereits mit der Befruchtung fest! In diesem Moment treffen nämlich die Eizelle der Frau und das Spermium des Mannes mit ihren jeweils 23 Chromosomen, die die Erbinformationen enthalten, aufeinander und bilden eine sogenannte Zygote. Die Zygote ist eine durch die Befruchtung entstandene neue Zelle, die nun insgesamt 46 Chromosomen enthält - also die gesammelten Erbinformationen der werdenden Eltern.

Jedes Chromosom hat dabei seine ganz eigene Rolle: Eins legt das Geschlecht fest, ein anderes die Persönlichkeitszüge und wieder ein anderes die Haarfarbe des Ungeborenen. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Elternteile mit braunen Haaren ein braunhaariges Baby bekommen, ist relativ groß. Dennoch kann es auch in diesem Szenario Überraschungen geben.

Jetzt wird es etwas kompliziert. Denn bis heute ist die Vererbung in Bezug auf Haarfarben nicht gänzlich geklärt. Was wir jedoch wissen, ist, dass Gene für dunklere Haare dominant und solche für helle Haarfarben rezessiv sind. Das heißt, wenn ein Elternteil dunkle und ein Elternteil blonde Haare hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr Nachwuchs dunkelhaarig sein wird.

Nicht alle Babys haben etwa die Haarfarbe eines der beiden Elternteile oder eine Haarfarbe, die offensichtlich eine Mischung der beiden Elterntypen ist. Man weiß, dass ca. zehn Gene die Haarfarbe des Menschen determinieren. Und der Mensch hat jeweils ein Exemplar jedes Gens von der Mutter, eines vom Vater. Dunkle Haare werden dominant vererbt, d. h. Blonde Haare werden nicht über ein einziges Gen vererbt. Auch dunkelhaarige Menschen können diese Haarfarbe in sich tragen und weiter vererben. Wenn beide Elternteile dieses Merkmal auf das Baby übertragen, ist das Babyhaar blond - dabei können die Eltern dunkelhaarig sein.

Manchmal werden Haarfarben über einen langen Zeitraum in einer Familie vererbt, ohne dass sie massiv zur Ausprägung gekommen wären.

Das Melanin-Protein und seine Rolle

Ähnlich wie bei der Augenfarbe von Babys spielt auch bei der Haarfarbe das Protein Melanin, das von den Melanozyten produziert wird, eine wichtige Rolle. Wie viel und welche Art von Melanin in den Haaren vorkommt, hängt von den Genen ab. Das wichtigste bekannte Gen, das mit der Haarfarbe zusammenhängt, heißt MC1R (die meisten Menschen habe zwei funktionierende MC1R, eins von jedem Elternteil). Dieses Gen enthält die Informationen, um das Protein Melanocortin-1-Rezeptor zu produzieren, das dazu beiträgt, Melanin herzustellen.

Der Melanocortin-1-Rezeptor bestimmt, welche Art von Melanin produziert wird: Ist der Rezeptor aktiviert, sorgt eine Reihe chemischer Reaktionen dafür, dass Eumelanin produziert wird, je mehr, je dunkler die Haarfarbe. Bei manchen Menschen wird weniger Eumelanin produziert, aber dafür mehr Phäomelanin - diese Menschen haben dann rote Haare. In wenigen Fällen wird nur das Pigment Phäomelanin produziert.

Beim Thema Gene und Haarfarben wird immer noch fleißig geforscht. In einer in Nature Genetics veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2018 beschreiben die Wissenschaftler:innen ihre Erkenntnisse aus den Analysen von rund 300.000 Teilnehmer:innen europäischer Abstammung. Das Ergebnis: Sie identifizierten 111 bisher unbekannte Genorte, die mit der Bestimmung der Haarfarbe zu tun haben! Bis zu dieser Studie waren nur 13 erfasst und es wird davon ausgegangen, dass es noch viele weitere unentdeckte Genorte gibt.

Kann sich die Haarfarbe nach der Geburt ändern?

Ja, das kann sie tatsächlich. Dein Baby ist vielleicht mit feinen blonden Härchen auf die Welt gekommen und hat mit einem Jahr dann eine dunkelbraune Mähne. Gerade blonde Kinder entwickeln mit zunehmendem Alter oftmals dunklere Haartöne. Forscher:innen gehen davon aus, dass dies an Proteinen liegt, die aber erst im Laufe der Zeit aktiviert werden.

Übrigens: Auch wenn dieselben Elternteile mehrere Kinder miteinander haben, so sind die Erbanlagen jedes Kindes doch einzigartig! Wenn euer Erstgeborenes vielleicht mit blonden Locken auf die Welt kommt, kann Kind Nummer zwei durchaus glatte, braune Haare haben. Mehr über Babyhaare und ihre Besonderheiten erfährst du hier.

Die richtige Haarfarbe des Babys steht meist bei der Geburt noch nicht endgültig fest: Babyhaar ändert die Farbe sehr häufig. Man mag behaupten, dass sich viele Babys ähnlich sehen, aber ihr Babyhaar ist oft sehr verschieden. Einige kommen mit Babylocken auf die Welt und manche mit langen, glatten Haaren. Andere haben kurze Haare oder (fast) gar keine. Auch die Haarfarbe - egal ob sie am Anfang rot, schwarz, hellblond oder bräunlich ist - kann sich in vielen Fällen noch einen verändern.

Es gibt Babys, die bei der Geburt sehr helle Haare haben, vor allem, wenn sie hellhäutig sind. Später kann das Babyhaar eine Veränderung der Farbe durchlaufen und dunkler werden. Häufig bei dunkleren Typen anzutreffen sind hellbraune Haare bei der Geburt, die dann später dunkelbraun werden. Der Grund ist ganz einfach: Haare enthalten Farbpigmente, die dem Haar die Farbe verleihen. Der erste Satz Babyhaar hat nur eine geringe Pigmentierung, sodass das Haar insgesamt heller wirkt, als es im späteren Leben sein wird.

Die erste Haarfarbe beim Baby kann also eine andere sein, als es die Erbanlagen des Babys festlegen. Überhaupt können sich die Farbpigmente im Haar im Laufe des Lebens verändern. Dies fällt bei hellen Haaren optisch stärker ins Gewicht als bei dunklen. Der Wechsel von hellblond zu dunkelblond oder brünett kommt häufig vor, seltener werden Haare im Laufe des Lebens heller.

Tipp: Grundsätzlich kann man etwa ab dem vierten Monat nach der Geburt ermitteln, welche Haarfarbe das Baby später wahrscheinlich haben wird: blond, brünett, rötlich oder schwarz. Wenn Eltern dies feststellen, sind sie manchmal überrascht.

Viele Kinder bekommen erst im Grundschulalter, manche sogar erst mit Einsetzen der Pubertät, ihre bleibende Haarfarbe. Dieser Prozess hängt von der individuellen genetischen Veranlagung und der Entwicklung des Pigmentstoffes Eumelanin ab.

Auch Kinder, die als Babys und in der frühen Kindheit sehr helle Haare haben, können im Laufe der Jahre immer dunkler werden. Das liegt am dunklen Pigmentstoff Eumelanin, dessen Produktion erst ab dem zweiten Lebensjahr einsetzt.

Welche Farbe es letztendlich wird, hängt von vielen Faktoren ab. Daher ist die Haarfarbe nicht so eindeutig vorherzusagen wie zum Beispiel die Augenfarbe.

Weitere interessante Fakten über Babyhaare

  • Haarausfall bei Babys: In den letzten zwei Monaten der Schwangerschaft bekommt ein Kind eine große Ladung Hormone mitgeschickt, die sich in den ersten Monaten langsam abbaut. Haarausfall nach der Geburt ist das Resultat, in diesem Fall aber völlig normal. Die Haare wachsen schnell nach, und ihr natürlicher Wachstumszyklus pendelt sich innerhalb der ersten Lebensjahre ein.
  • Wie schnell wachsen Babyhaare? Babyhaare wachsen in einem langsamen und oft ungleichmäßigen Tempo. In den ersten Monaten ist der Haarwuchs sehr fein und spärlich. Erst nach etwa einem Jahr beginnt sich das Haarwachstum zu stabilisieren, und das Haar wird dichter und kräftiger. Der genaue Wachstumszyklus variiert stark von Baby zu Baby.
  • Der erste Haarschnitt: Dem Baby die Haare zu schneiden oder zu rasieren, um das Wachstum anzukurbeln, ist wirkungslos. Das Wachstum hat mit dem natürlichen Zyklus der Haare zu tun, egal wie lang diese Haare sind. Die Haardichte und Struktur sind genetisch bestimmt und werden durch einen Haarschnitt nicht beeinflusst. Haare schneiden macht erst dann Sinn, wenn dem Kind die Haare ins Gesicht hängen oder sie sich ständig verknoten.

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