Haarausfall kann für Frauen eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität darstellen. Betroffene Frauen sind nach den Angaben der Umfrage durchschnittlich über 40 Jahre (36,9%) bzw. 50 bis 70 Jahre (38,7%). Viele Patientinnen (85,9%) würden eine Empfehlung im Rahmen der Selbstmedikation wünschen.
Apotheken sind häufig die erste Anlaufstelle für Patientinnen mit übermäßigem Haarausfall. Betroffenen geht es darum, eine weitere Ausdünnung des Kopfhaars zu verhindern und das Nachwachsen der Haare optimal zu stimulieren.
Die Empfehlung eines wirksamen Präparats sowie eine Beratung im Hinblick auf Einnahmehinweise, zu erwartende Nebenwirkungen und die Therapiedauer sind wichtig für eine langfristige Adhärenz, die für eine wirkungsvolle Behandlung notwendig ist. Das gilt insbesondere für Formen des Haarausfalls, die nicht situativ vorübergehend, sondern dauerhaft auftreten wie die androgenetische Alopezie (AGA).
AGA ist die häufigste Diagnose bei Haarausfall, wenn auch absolut gesehen, Frauen weniger stark und nur halb so häufig betroffen sind wie Männer. Charakteristisch ist eine zunehmende Ausdünnung der Haare im Scheitelbereich, die eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität zur Folge haben kann (Abb. 1). Die Haardichte am Hinterkopf bleibt typischerweise unverändert.
Bei Frauen beschränken sich die positiven Empfehlungen der Leitlinie auf die Anwendung von topischem Minoxidil sowie mit deutlich geringerem Grad auf eine hormonelle anti-androgene Therapie - jedoch nur dann, wenn auch ein entsprechend erhöhter Androgen-Hormonstatus vorliegt. Hinsichtlich Haartransplantation sowie anderer, unter „miscellanous“ zusammengefasster Therapien ist man eher zurückhaltend, obgleich einzelne Studien auf gute Erfolge mit spezifischer Nährstoff-Supplementierung hindeuten, die auch z.T. mit guten Evidenzgraden bewertet wurden.
Der Haarzyklus wird von Wachstumsfaktoren, Hormonen und Nährstoffen beeinflusst. Mikronährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente gehören zu den Behandlungsoptionen, obwohl der genaue Wirkmechanismus noch unklar ist. Die relative Häufigkeit der Nährstoffe/Metabolite zeigte Unterschiede zwischen den terminalen und intermediären Haarfollikeln von Patientinnen mit AGA, die auf einen Nährstoffmangel hindeuten.
Beispielsweise waren Pantothensäure (Vitamin B5), L-Tryptophan, L-Carnitin und L-Valin in intermediären Haarfollikeln der Patientinnen im Vergleich zu den terminalen Haarfollikeln an beiden Entnahmestellen reduziert. Im Gegensatz dazu waren L-Cystin und L-Alanin nur in den Haarfollikeln der Parietalregion vermindert. Die intrafollikuläre Nährstoffversorgung ex vivo konnte durch Supplementation mit z.B. L-Cystin, Pantothensäure und Biotin in den entnommenen intermediären Haarfollikeln erhöht werden, was darauf hindeutet, dass diese Haarfollikel die Fähigkeit behalten, Nährstoffe aufzunehmen und deshalb Defizite korrigierbar sind.
Aminosäuren spielen eine wesentliche Rolle für die Gesundheit und das Wachstum der Haare. Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin, einem Protein, das aus verschiedenen Aminosäuren aufgebaut ist. Diese Aminosäuren sind für die Struktur, Stärke und das Wachstum der Haare unentbehrlich. Eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Aminosäuren durch die Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel kann die Haarqualität verbessern und Haarausfall vorbeugen.
Hier sind einige der wichtigsten Aminosäuren, die für gesunde Haare relevant sind:
In der klinischen Praxis wird das Haarwachstum individuell beurteilt, in klinischen Studien jedoch durch objektive Methoden wie Haarzählung, -dichte und standardisierte Fotos gestützt. Das Studienprodukt, Priorin® Kapseln, besteht aus Hirseextrakt, L-Cystin und Calciumpantothenat. Hirse enthält Miliacin, Fettsäuren, Kieselsäure, Mineralstoffe, Aminosäuren und Vitamine B1, B6 sowie Niacinamid.
Eine andere Studie an der Hautklinik Karlsruhe erreichte bei Patientinnen mit androgenetischer Alopezie mit einer Kombination aus Hirseextrakt, L-Cystein und Pantothensäure ebenfalls einen klaren Anstieg der Anzahl von Haaren in der Wachstumsphase. Außerdem wuchs das Haar unter der Therapie dicker und dichter nach.
Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Proteinen und speziell an diesen Aminosäuren ist, kann die Haargesundheit unterstützen. Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Soja und andere Proteinquellen sind reich an Aminosäuren. Für Personen, die nicht ausreichend Aminosäuren durch ihre Ernährung aufnehmen, können Nahrungsergänzungsmittel eine wertvolle Unterstützung bieten.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Haarausfall und Haarprobleme auch durch andere Faktoren wie genetische Veranlagung, hormonelle Ungleichgewichte, Stress und Krankheiten beeinflusst werden können.
| Aminosäure | Funktion für die Haare | Lebensmittelquellen |
|---|---|---|
| Cystein | Fördert Haarstärke und Elastizität | Fleisch, Eier, Milchprodukte |
| Methionin | Antioxidans, wichtig für Kollagenbildung | Fisch, Fleisch, Eier |
| Arginin | Verbessert die Blutzirkulation in der Kopfhaut | Nüsse, Samen, Vollkornprodukte |
| Lysin | Wichtig für die Aufnahme von Eisen und Zink | Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte |
| Tyrosin | Vorstufe für Melanin (Haarfarbe) | Milchprodukte, Fleisch, Nüsse |
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