Haarausfall ist keine Diagnose, sondern ein Symptom mit vielfältigen Ursachen. Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die sich in ihren Ursachen und Erscheinungsformen unterscheiden. Experten unterscheiden verschiedene Arten des Haarausfalls. Dieser kann kreisrund, fleckförmig oder diffus sein. Beim diffusen Haarausfall werden die Haare überall am Kopf weniger. Kreisrunder Haarausfall weist hingegen auf Autoimmunerkrankung hin.
Grundsätzlich lässt sich der Haarausfall bzw. die Alopezie in zwei Kategorien einteilen:
Vernarbend bedeutet, dass es zu einer irreversiblen Zerstörung der Haarfollikel kommt, meistens durch länger bestehende Entzündungsreaktionen verursacht. Ein neues Haarwachstum ist bei fortgeschrittenem Befall der Haarfollikel dann nicht mehr möglich. Nicht vernarbend bedeutet, dass es zu keiner irreversiblen Zerstörung der Haarfollikel kommt und neues Haarwachstum prinzipiell wieder möglich ist.
Ursachen wären beispielweise Telogenes Effluvium (Diffuser Haarausfall) oder auch Alopecia Areata (Kreisrunder Haarausfall).
Die Ursachen von Haarausfall sind äußert vielfältig.
Ein häufiges Problem ist die androgenetische Alopezie. Hierbei verändern sich die Follikel, aus welchen die Haare wachsen. Die aktive Wachstumsphase der Haare verkürzt sich, bis schließlich kein Wachstum mehr stattfindet und das Haar ausfällt. Die Haare werden dünner und kürzer. Bei Frauen tritt meist nur eine Verdünnung der Haare auf. Kahle Stellen sind selten. Bei Männern weicht das Haar hingegen an den Schläfen zurück und es bilden sich die typischen Geheimratsecken.
Eine Ursache des diffusen Haarausfalls kann ein Eisen- oder Zinkmangel sein. Häufig ist dies bei Vegetariern der Fall, da bei ihnen das Eisen aus dem rotem Fleisch fehlt. Ebenso können Haare durch radikale Fastenkuren ausfallen. Die Haarwurzeln werden hier nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt und verkümmern. Weitere Ursachen sind Krankheiten, wie beispielsweise eine Schilddrüsenstörung sowie die Einnahme von Medikamenten (Beta-Blocker, Blutverdünner).
Telogenes Effluvium kann dabei durch zahlreiche Ursachen bedingt sein, z. B. durch:
Haarausfall kann auch als eines der Symptome von Long Covid sein. Die Virusinfektion bzw. die dadurch bedingten internistischen Erkrankungen wie eine Lungenentzündung stellen eine starke Belastung für den Körper da. Eine solche Belastung kann zur Entwicklung eines sog. Telogenen Effluviums führen. Dies bedeutet, dass das Haar aus seiner Wachstumsphase in die Ausfallphase (Telogene Phase) wechselt. Das Haar löst sich dabei von der Blutversorgung und seiner Verankerung ab. Das Haar fällt dabei aber nicht direkt aus, sondern erst nachdem es sich langsam aus eben dieser Verankerung gelöst hat. Die Symptomatik des Haarausfalls beginnt daher in der Regel erst Monate nach der eigentlichen Covid-Erkrankung.
Die Alopecia areata ist eine chronische, immunvermittelte Erkrankung, die durch akuten oder chronischen Haarausfall gekennzeichnet ist und alle Lebensalter betreffen kann. Die Ursachen sind noch nicht geklärt. Infekte oder starker psychischer Stress könnten als Auslöser infrage kommen. Von einem solchen Haarausfall sind in Deutschland schätzungsweise zwei Prozent aller Menschen - Männer und Frauen gleichermaßen - betroffen. Die Alopecia areata ist nach der androgenetischen Alopezie (anlagebedingter Haarausfall) die zweithäufigste Ursache für Haarausfall. Dabei sind die Erscheinungsformen sehr unterschiedlich: Sie reichen von kleinen haarlosen Stellen bis zum vollständigen Verlust der Kopf- und Körperbehaarung. Der kreisrunde Haarausfall kann mit einem hohen Leidensdruck einhergehen.
Trotz langjähriger Forschung gibt es bislang keine endgültige Lösung bei Haarausfall. Dennoch sind Wissenschaftler stetig auf der Suche nach wirksamen Mitteln. Die folgenden Methoden könnten daher neue Hoffnung für Betroffene bieten:
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen vielversprechende neue Therapieansätze:
Zusätzlich zu den genannten Therapieansätzen gibt es weitere vielversprechende Entwicklungen:
Es ist wichtig zu beachten, dass viele dieser Behandlungen noch in der Entwicklung sind und weitere Forschung erforderlich ist, um ihre Wirksamkeit und Sicherheit vollständig zu bestätigen. Dennoch bieten sie neue Hoffnung für Menschen, die unter Haarausfall leiden.
Wichtig und oft missverstanden ist aber folgender Punkt: Die 100 Haare, welche pro Tag ausfallen dürfen, fallen nicht zwingend aus, sondern verbleiben zunächst über Tage auch einfach nur sehr locker im Haarfollikel. Bei fortbestehenden Entzündungsreaktionen der Kopfhaut (Rötungen, Schmerzen, Schwellungen) sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Weiterhin gilt die Faustregel, dass bei Ausfall von mehr als 100 Haaren pro Tag eine Abklärung erfolgen kann.
Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass auch der covidbedingte Haarausfall, so wie jedes andere Telogene Effluvium, reversibel ist. Um dies zu beweisen, fehlen aber schlichtweg noch ausreichend Studiendaten. Das Telogene Efflvium verursacht einen reversiblen Haarausfall. Das heißt, dass die Haarfollikel erhalten bleiben und nach dem ausgefallenen Haar ein neues Haar nachwächst. Haare, die zum Zeitpunkt der Infektion in ihre Ausfallphase gewechselt sind, werden in bis zu sechs Monaten ausfallen. Parallel sollte aber untersucht werden, ob die neu nachwachsenden Haare auch optimale Bedingungen für ihr Wachstum haben. Es sollte so beispielweise nach Mikornährstoffstörungen gescreent werden (z. B. Zink, Eisen, Vit D3 usw.) und ggf. substituiert werden.
Da der Haarausfall in der Regel reversibel ist, positiv bleiben, Ruhe bewahren und nicht in ein Gedankenkreisen rund ums Haar geraten. Bitte keine wilde Anwendung von Antihaarausfall-Lotion oder -shampoos etc. Diese können wie bereits beschrieben keinen Wechsel zurück in die Wachstumsphase bewirken. Stattdessen optimale Bedingungen für die neuen Haare schaffen, d. h. z. B. durch eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Stress.
Bei fortbestehenden Entzündungsreaktionen der Kopfhaut (Rötungen, Schmerzen, Schwellungen) sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Weiterhin gilt die Faustregel, dass bei Ausfall von mehr als 100 Haaren pro Tag eine Abklärung erfolgen kann.
Haarausfall ist ein komplexes Problem mit vielfältigen Ursachen und Erscheinungsformen. Die Forschung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, und es gibt eine Reihe vielversprechender neuer Therapieansätze. Es ist wichtig, die Ursache des Haarausfalls zu ermitteln und eine individuelle Behandlungsstrategie zu entwickeln. Bei anhaltendem oder starkem Haarausfall sollte ein Arzt aufgesucht werden.
| Therapieansatz | Wirkung | Hinweise |
|---|---|---|
| Low-Level-Lichttherapie (LLLT) | Verbessert Haardichte, reduziert Haarausfall, moduliert Immunreaktionen | Nicht-invasiv, standardisierte Protokolle erforderlich |
| AGA-P (Nahrungsergänzungsmittel) | Verbessert Ergebnisse von Minoxidil und Finasterid | Ergänzende Option |
| JAK-Inhibitoren (z.B. Baricitinib) | Fördert Haarwachstum bei Alopecia Areata | Nebenwirkungen möglich, teuer |
| Stammzellen aus Fettgewebe (ADSCs) | Stimuliert Haarfollikel, reduziert Entzündungen, verbessert Durchblutung | Standardisierte Dosierungen und Abgabemethoden erforderlich |
| KI-entwickelte Mikronadeln mit PRP | Übertrifft Minoxidil in Haarwachstumstests | Schmerzfreie Alternative zu PRP-Injektionen |
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