Die Vielfalt der Primaten ist faszinierend, und einige Arten zeichnen sich durch besondere Merkmale wie ein weißes Fell oder weiße Haare aus. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser bemerkenswerten Affenarten.
Lisztaffe
Der Lisztaffe verdankt seinen Namen seiner auffälligen reinweißen, langen Haarmähne, die auf der Stirn spitz zuläuft. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 20 bis 29 cm, eine Schwanzlänge von 30 bis 42 cm und ein Gewicht von 350 bis 450 g. Die Körperoberseite ist dunkelbraun, die Unterseite sowie die Arme und Unterschenkel sind weiß. Die obere Schwanzhälfte ist rostrotbraun, die untere Hälfte ist schwarz.
Als Lebensraum dienen die Sekundärwälder und Waldränder im Nordwesten Kolumbiens. Lisztaffen sind tagaktiv und leben in Gruppen von 3 bis 13 Tieren in Revieren mit Größen von über 10 ha. Sie halten sich zwar in den Bäumen auf, gehen dabei aber äußerst selten in Höhen von über 25 Meter.
Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen, Früchten und Baumsäften. Innerhalb einer Gruppe pflanzt sich nur ein Paar fort, aber alle anderen Mitglieder dieser Gruppe helfen bei der Jungenaufzucht. Nach einer Tragzeit von 140 bis 145 Tagen bringt das Weibchen 1 bis 2, selten auch mal 3 Junge mit einem Gewicht von etwa 40 g zur Welt.
Lisztaffen gelten als kritisch gefährdet, da ihr Lebensraum immer weiter zerstört wird und sie illegal als Haustiere gehalten werden.
Das seit 1985 bestehende kolumbianische Proyecto Tití ist ein multidisziplinäres Naturschutzprogramm vor Ort, das Feldforschung, Bildungsinitiativen und Gemeinschaftsprogramme kombiniert, um die Erhaltung natürlicher Ressourcen für lokale Gemeinschaften in Kolumbien wirtschaftlich machbar zu gestalten. Das Programm will nützliche Informationen zur Verfügung stellen, um die langfristige Erhaltung des Lisztäffchens zu unterstützen und lokale Botschafter auszubilden, um die Erhaltungsbemühungen in den Gemeinden zu fördern. Das Projekt wird von zahlreichen Zoos unterstützt.
Die Weißgesichtsseidenäffchen, auch als Weißkopfbüschelaffen bekannt, verdanken ihren Namen ihrem Aussehen. Lediglich wenige Partien des Gesichts der Krallenaffen sind schwach behaart. Rundherum sind Stirn, Wangen, Kinn und Kehle mit langen weißen Haaren versehen. Die Ohrpinsel, der Rest des Kopfes und der Mantel sind schwarz. Markant sind auch die Querstreifen im Rückenfell der kleinen Affen.
Weißgesichtsseidenäffchen
Im Südosten Brasiliens leben sie im Flachland in Wäldern in Höhen bis zu 500 Metern. Die Krallenaffen ernähren sich von Früchten, Blüten und Nektar - mit Wirbellosen, Baumfröschen und Echsen aber auch von tierischer Kost. Zudem stehen Harz und Baumsäfte auf ihrem Speiseplan. Mithilfe ihrer Zähne nagen sie Löcher in die Rinde um an die Baumexudate zu gelangen.
Die tagaktiven Weißgesichtsseidenäffchen leben in Gruppen zusammen. Hier pflanzt sich in der Regel nur das Alphaweibchen fort und bringt zumeist Zwillinge zur Welt. An der Aufzucht der Jungtiere beteiligt sich dann die gesamte Gruppe.
Studien haben gezeigt, dass Weißbüschelaffen altruistisches Verhalten zeigen, indem sie Futter mit anderen Mitgliedern ihrer Gruppe teilen, auch ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Dieses Verhalten wird auf die kollektive Aufzucht zurückgeführt, bei der sich nicht nur die Mutter, sondern auch andere Familienmitglieder um die Jungen kümmern.
Der Mohrenmaki ist ein Bewohner Madagaskars, wo sich sein Verbreitungsgebiet auf eine kleine Region im Nordwesten der Insel beschränkt. Er gehört zur Familie der Lemuren, welche sich aus frühen Primaten auf Madagaskar entwickelten, nachdem die große Insel sich vor vielen Millionen Jahren vom Festland Afrikas abgespaltet hatte.
Der Mohrenmaki ist gleichsam tag- und nachtaktiv und folgt keinem festen Aktivitätsrhythmus. In kleinen, gemischten Gruppen streifen die Mohrenmakis auf der Suche nach reifen Früchten umher, welche den Hauptteil ihrer Nahrung ausmachen. Angeführt werden diese Gruppen stets von einem dominanten Weibchen.
Die Weibchen unterscheiden sich bei den Mohrenmakis durch ihre Fellfarbe deutlich von den Männchen. Nur ihr Schwanz und die Haarbüschel an den Ohren sind weiß gefärbt. Beide Geschlechter besitzen bernsteinfarbene Augen und auffällig buschige Schwänze.
Wilde Mohrenmakis zeigen ein außergewöhnliches Verhalten: Sie besitzen eine Vorliebe für giftige Hundertfüßer. Diese sondern, sobald sie sich in Gefahr wähnen, ein giftiges Sekret ab, welches eine abwehrende Wirkung auf andere Insekten hat. Mohrenmakis bedienen sich dieses Sekretes und verreiben es gründlich in ihrem Fell, was vermutlich der Abwehr von Stechmücken dient. Um die Hundertfüßer zur Sekretabsonderung zu motivieren, beißen sie wiederholt sacht auf ihr Opfer, wobei sie beachtliche Mengen der giftigen Substanz über die Schleimhäute aufnehmen.
Viele der genannten Affenarten sind durch Lebensraumverlust, Wilderei und den illegalen Tierhandel bedroht. Schutzmaßnahmen wie die Ausweisung von Naturschutzgebieten und die Förderung nachhaltiger Landnutzung sind entscheidend für den Erhalt dieser faszinierenden Tiere.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Informationen zu den vorgestellten Affenarten zusammen:
| Affenart | Verbreitung | Merkmale | Bedrohungsstatus |
|---|---|---|---|
| Lisztaffe | Nordwesten Kolumbiens | Lange, weiße Haarmähne | Kritisch gefährdet |
| Weißgesichtsseidenäffchen | Südosten Brasiliens | Lange, weiße Haare an Stirn, Wangen, Kinn und Kehle | Nicht gefährdet |
| Mohrenmaki | Madagaskar | Weißer Schwanz und weiße Haarbüschel an den Ohren (nur Weibchen) | - |
| Bärenstummelaffe | Westafrika | Graue Haare auf den Schultern und um das Gesicht | Bedroht |
| Schopfgibbons | Südostasien | Weißer Wangenbart (nur Männchen) | Rückläufig |
| Schwarz-weiße Varis | Madagaskar | Schwarzer Kopf, Hände, Füße und Schwanz, weißer Körper und Beine | - |
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