Jeder Mensch verliert täglich Haare, egal ob Mann oder Frau. Das ist ganz normal - meistens jedenfalls. In manchen Fällen kann sich dahinter auch krankhafter Haarausfall verbergen.
Die Faustregel lautet: 70 bis 100 pro Tag bei einem gesunden Erwachsen sind normal. Und selbst wenn es mehr sein sollten, spricht man nicht zwangsläufig von krankhaftem Haarausfall.
Auch lichter werdendes Haar mit zunehmendem Alter ist etwas Normales und liegt häufig schon in den Genen. Nach der Wachstumsphase kommen die Haarfollikel an den typischen Stellen, wie zum Beispiel den Geheimratsecken bei Männern, nicht mehr aus der Ruhephase heraus und es bildet sich nach dem natürlichen Ausfallen des Haares kein neues.
Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Haarausfall bei Männern, von den ersten Anzeichen bis hin zu den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
Am häufigsten ist der altersbedingte Haarausfall, der vor allem Männer oft schon in jungen Jahren betrifft. Bei diesem Haarausfall ist es nicht notwendig, zum Arzt zu gehen, da es keine wirksame Behandlungsmöglichkeit gibt.
Einen Arzt aufsuchen sollte man, wenn die Haare plötzlich in großer Zahl („büschelweise“) ausfallen, vor allem wenn dies durch Jucken der Kopfhaut begleitet wird, bei deutlich abgegrenzten kahlen Stellen am Kopf, im Bart oder den Augenbrauen.
Ärzte raten aber von solchen Selbstbehandlungen ab. Erstens gibt es für die allermeisten dieser Haarwuchsmittel keinerlei Beleg, dass sie tatsächlich den Haarausfall mindern können, daneben können sie schwerwiegende Nebenwirkungen haben.
Der Wirkstoff Finasterid beispielsweise, den viele Ärzte gegen Haarausfall verschrieben haben, kann bei Patienten schwere Depressionen, und Potenzstörungen bis hin zu Impotenz auslösen. Oft braucht es auch gar keine medizinische Behandlung, weil Haarausfall auch nur vorübergehend auftreten kann oder dem natürlichen Alterungsprozess unterliegt.
Ob eine Therapie notwendig ist, entscheidet die Art und die Ursache des Haarausfalls. Es gibt drei Hauptformen, zwischen denen die Medizin unterscheidet.
Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können. Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal. Erst wenn es mehr werden, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall (Effluvium).
Die androgenetische Alopezie, auch anlagebedingter oder männlicher Haarausfall genannt, ist die häufigste Form des Haarausfalls. In etwa 95 Prozent der Fälle ist er auf diese Form zurückzuführen.
Die Dermatologie geht davon aus, dass die Ursache eine genetisch bedingte Übersensitivität auf ein bestimmtes männliches Hormon (5alpha-Dihydrotestosteron) ist. Da das Hormon in geringen Mengen auch bei Frauen vorkommt, können sie ebenfalls von dieser Form betroffen sein.
Allerdings in einer unterschiedlichen Ausprägung: Während die androgenetische Alopezie bei Frauen zu lichterem Haar führt, wird sie bei Männern zunächst durch „Geheimratsecken“ sichtbar und kann zu einer vollständigen Glatze führen. Eine wirksame Therapie gibt es nicht.
Klassischerweise kommt es dabei zur Bildung von „Geheimratsecken“ oder dem Verlust von Haaren im Oberkopfbereich bis hin zu einer Halbglatze. Der anlagebedingte Haarausfall heißt deshalb so, weil bereits bei der Geburt genetisch festgelegt ist, wann die Haare ausfallen - das kann mit 20 Jahren oder erst mit 70 Jahren passieren.
Fest steht jedoch, dass das Haar dabei im Laufe des Lebens plötzlich sehr sensibel auf Testosteron und das zugehörige Stoffwechselprodukt 5alpha-Dihydrotestosteron (DHT) reagiert. Dihydrotestosteron verkürzt den Lebenszyklus des Haares, es fällt eher aus und wächst dünner nach. Im weiteren Verlauf verkümmert die Haarwurzel - sie ist dann nicht mehr in der Lage, ein neues Haar zu bilden.
Wenn das Haar über den Schopf verteilt immer dünner wird, liegt ein diffuser Haarausfall vor. Die Ursachen können ganz unterschiedliche sein:
Stressige Lebensereignisse (wie z.B. eine Krankheit, eine Geburt oder eine extreme Diät) können zu Telogen Effluvium führen. Dabei handelt es sich um einen Zustand, bei dem eine große Anzahl von Haaren in die Ruhephase (Telogen) eintritt und einen plötzlichen und übermäßigen Haarausfall verursacht.
Der kreisrunde Haarausfall (Alopezia arreata) beginnt meist mit einzelnen kahlen Stellen am Kopf, die sich schnell ausbreiten. Bei schweren Fällen ist die gesamte Körperbehaarung betroffen und die Haare fallen komplett aus.
Als Grund für einen kreisrunden Haarausfall wird ein fehlerhaftes Immunsystem vermutet: Körpereigene Abwehrzellen greifen in dem Fall die Zellen der Haarwurzeln an. Ob das wirklich so ist, ist aber nicht bewiesen.
Eine Therapie ist schwierig. In 80 Prozent der Fälle wachsen die Haare innerhalb eines Jahres von alleine wieder nach. Es gibt zwar verschiedene Ansätze der Behandlung, bislang fehlt für diese Therapien jedoch der Beleg, dass sie tatsächlich wirken, was auch an der hohen Zahl der Spontanheilungen liegt.
Bilden sich kreisrunde haarfreie Stellen auf dem Kopf, kann es sich um kreisrunden Haarausfall handeln. Die lichten Areale entstehen dadurch, dass sich das Immunsystem gegen die Haarfollikel richtet.
Kreisrunder Haarausfall kann bei einer besonders starken Ausprägung auch zu einem vollkommenen Haarverlust führen. Die Erkrankung tritt vornehmlich bei jüngeren Menschen auf. Liegt ein Haarausfall bei einem Mann mit 20 Jahren vor, ist es also durchaus sinnvoll, in diese Richtung zu denken.
Im Gegensatz zum anlagebedingten Haarausfall kann der kreisrunde Haarverlust auch die Körperbehaarung betreffen - bilden sich vereinzelt kahle Stellen, beispielsweise im Bart, suchen Männer am besten einen Dermatologen oder eine Dermatologin auf.
Es ist normal, bis zu 100 Haare pro Tag zu verlieren; eine Zunahme dieser Zahl könnte auf ein Haarausfallproblem hinweisen.
Einige Anzeichen für übermäßigen Haarausfall können sein:
Diese Anzeichen können sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten, und die Genesung kann durch gezielte Kopfhautbehandlungen, kosmetisch durch die Wahl einer Frisur für dünner werdendes Haar oder durch die Verwendung von verdickenden Haarstylingprodukten unterstützt werden.
Wenn du eines dieser Anzeichen bemerken und sich darüber Sorgen machen, spreche mit einem Arzt oder Trichologen, der dir helfen kann, die zugrunde liegende Ursache des Haarausfalls zu bestimmen und zu diagnostizieren.
Ein Anzeichen dafür, dass der Haarausfall die gewöhnliche Grenze überschreitet, ist der Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag - das gilt nur für Kopfhaare, der Haarausfall an den Beinen oder anderen Körperstellen beim Mann ist dafür zunächst unerheblich.
Ein verstärkter Haarausfall tritt vornehmlich im Scheitelbereich, am Hinterkopf oder nahe der Stirn auf. Männer entdecken dann häufig ungewöhnlich viele Haare auf dem Kopfkissen, in der Bürste oder im Abfluss der Dusche beziehungsweise der Badewanne.
Eine Glatze bei Männern entsteht nicht über Nacht und es kann Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, bis sie sich vollständig entwickelt hat. Es gibt jedoch frühe Anzeichen, die man erkennen kann.
Der Prozess, der während des männlichen Haarausfalls auftritt, kann dazu führen, dass das Haar an den Schläfen, am Haaransatz und am Oberkopf einen verkürzten Wachstumszyklus aufweist, was zu einem ungleichmäßigen Wachstumsmuster im betroffenen Bereich führen kann.
Der vordere Haaransatz kann beginnen, der Form des Buchstabens „M“ zu ähneln. Auch kreisrunde kahle Stellen können aufgrund einer Erkrankung namens Alopecia areata auftreten.
Der einfachste Weg, dünner werdendes Haar und eine zurückweichende Haarlinie zu erkennen, ist, Ihre Kopfhaut im Badezimmerspiegel genau zu betrachten oder Fotos zu vergleichen. Haarausfall auf der Kopfhaut ist in der Regel ein langsamer Prozess, und es ist unwahrscheinlich, dass er einfach über Nacht passiert.
Sie werden nicht eines Morgens aufwachen und feststellen, dass der größte Teil Ihrer Haare weg ist.
Es gibt wenige wirksame Mittel, die Männer bei Haarausfall anwenden können. Die evidenzbasierte (S3)-Leitlinie zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern empfiehlt die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid.
Minoxidil ist eigentlich ein Wirkstoff gegen Bluthochdruck. In fünfprozentiger Lösung oder als Schaum kann er, zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen, Haare leicht nachwachsen lassen und den Verlauf des Haarausfalls abmildern.
Eine andere Option für Männer ist Finasterid, einmal täglich als Tablette eingenommen. Dieser Wirkstoff kann den Haarausfall über längere Zeit stabilisieren. Doch bei beiden Substanzen gibt es keine Wirkgarantie.
Außerdem können Männer bei akuten Schüben vom anlagebedingten Haarausfall trotz der Anwendung Haare verlieren. Nebenwirkungen wie Kopfhautreizungen oder Verlust des sexuellen Antriebs sind je nach Wirkstoff ebenfalls möglich.
Wer keine Präparate einnehmen möchte, kann sich für Haarersatzteile oder Halbperücken entscheiden - diese können in einem Haarstudio individuell auf den Kopf angepasst werden.
Betroffene können dem Haarverlust mit Selbstbewusstsein entgegentreten. Viele Männer entscheiden sich dazu, die Haare rundum kürzer zu rasieren, damit sich Geheimratsecken oder kahle Stellen nicht so deutlich abzeichnen.
Doch nicht jeder kann sich gut mit dem Haarverlust und der anschließenden Leere auf dem Kopf abfinden. Eine Haartransplantation kann dann eine Lösung sein.
Da sie eine kosmetische Behandlung darstellt, müssen Männer die Transplantation genau wie die Haarwuchsmittel aus eigener Tasche bezahlen. Dabei haben sie die Wahl zwischen der günstigeren Streifentechnik oder der aufwendigeren Einzelhaartechnik.
Bei beiden Transplantationsarten entnehmen Mediziner oder Medizinerinnen Haare vom Hinterkopf - die hier wachsenden Haare reagieren nicht empfindlich auf Hormone. Eingepflanzt auf dem Oberkopf wächst die Haarwurzel an.
Dem anlagebedingten Haarausfall können Männer weder mithilfe von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln noch Shampoos oder Tinkturen auf Kräuterbasis vorbeugen - schließlich bestimmt die Genetik darüber, wann das Haar ausfällt.
Eine gesunde Ernährung ist aber in jedem Fall empfehlenswert, um der Haarwurzel genügend Nährstoffe für ein gutes Wachstum zu liefern. Erfahrungen zeigen, dass Crashdiäten oder sehr einseitige Ernährungsweisen tatsächlich einen diffusen Haarverlust provozieren können.
Es ist völlig normal, dass sich die Haarstruktur und die Haardichte im Alter verändern. Der anlagebedingte Haarverlust ist auch in jungen Jahren nicht selten und stellt keine Erkrankung dar.
Männer müssen also nicht automatisch zum Arzt oder zur Ärztin, wenn der Haaransatz weiter nach hinten wandert oder sich lichte Stellen bilden. Rötungen, Juckreiz, andere Veränderungen an der Kopfhaut oder fleckenartige Haaraussparungen lassen Betroffene aber am besten von einem Dermatologen oder einer Dermatologin abklären.
Da unsere Kopfhaut über 100.000 Haarfollikel hat, können wir diese Menge täglich verlieren, ohne dass der Haarverlust auffällt. Frauen neigen dazu, täglich mehr Haare zu verlieren als Männer, und es gibt Ausnahmen bei der Menge, die Menschen täglich verlieren können. Obwohl es völlig normal ist, jeden Tag Haare zu verlieren, gibt es einen Schwellenwert, auf den Sie achten sollten.
Wenn Sie auffällige kahle Stellen oder Teile Ihres Haars entwickelt haben, die sich mit der Haarbürste leicht ausreißen lassen, ist es an der Zeit, Ihren Arzt aufzusuchen. Er wird eine Reihe von Tests durchführen, um die Ursache zu diagnostizieren. Er kann auch Ihre Kopfhaut auf Symptome eines Traumas untersuchen und Ihre Haarpflegepraktiken überprüfen.
tags: #woran #merkt #man #haarausfall #manner #symptome
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.