Das Färben von Perücken eröffnet eine Welt voller kreativer Möglichkeiten. Es geht nicht nur darum, eine neue Farbe aufzutragen, sondern auch darum, die Persönlichkeit zu unterstreichen und einen individuellen Stil zu schaffen. Dabei ist es besonders spannend, dass Perücken - ob aus Echthaar oder Kunsthaar - ganz unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen.
Was das Ganze anspruchsvoll macht, ist die Kombination aus Technik, Präzision und der richtigen Materialwahl. Jede Perücke reagiert anders auf Farbstoffe, und ein unüberlegter Schritt kann die Struktur oder den Look dauerhaft beeinträchtigen. Doch genau diese Herausforderung macht den Prozess so reizvoll: Mit dem richtigen Wissen und etwas Geduld lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen, die den Look komplett verändern können.
Die Wahl zwischen einer Echthaar- und einer Kunsthaarperücke beeinflusst nicht nur das Tragegefühl, sondern auch die Möglichkeiten beim Färben. Echthaarperücken bestehen, wie der Name schon sagt, aus echtem Menschenhaar. Dadurch ähneln sie in Struktur und Verhalten natürlichem Haar und können chemisch behandelt werden. Sie nehmen Farbe gut auf, was eine präzise und langanhaltende Farbveränderung ermöglicht. Allerdings erfordert dies eine sorgfältige Handhabung, da die Haarstruktur durch aggressive Färbemittel geschädigt werden kann.
Kunsthaarperücken hingegen bestehen aus synthetischen Fasern wie Nylon oder Acryl. Diese Materialien sind nicht porös, wodurch herkömmliche Haarfarben nicht eindringen können. Stattdessen müssen spezielle Färbemethoden angewendet werden, beispielsweise Farbstoffe auf Alkoholbasis oder Acrylfarben. Die Ergebnisse sind oft weniger intensiv und verblassen schneller. Dennoch bieten Kunsthaarperücken eine kostengünstige Alternative und eignen sich hervorragend für temporäre Farbexperimente.
Zusammengefasst: Während Echthaarperücken Flexibilität und ein natürliches Ergebnis bieten, punkten Kunsthaarperücken durch ihre Vielseitigkeit und den geringeren Pflegeaufwand.
Um eine Perücke erfolgreich zu färben, ist die Wahl der richtigen Materialien und Werkzeuge entscheidend. Eine sorgfältige Vorbereitung sorgt nicht nur für ein gleichmäßiges Farbergebnis, sondern schützt auch die empfindliche Struktur der Perücke.
Für Echthaarperücken eignen sich ammoniakfreie Haarfarben oder Tönungen, die schonend wirken. Die Qualität der verwendeten Materialien hat einen direkten Einfluss auf das Endergebnis.
Achtung: Perückenfarbe hat nichts mit normalem Haarfärbemittel zu tun (dieses funktioniert auf Kunsthaarperücken auch gar nicht). Perücken sind aus Plastik, deshalb lassen sie sich nur mit wasserfesten Farben färben, die auf Kunststoff haften - z.B. Permanentmarker oder in einem Lösemittel (Isopropylalkohol, Aceton, Spiritus) gelöste Tinte von Permanentmarkern.
Fertig angemischt gibt es Perückenfarbe von Katie Bair (USA). Man kann sie auch selber mischen, das ist i.d.R. genauso wirksam. Amerikaner benutzen dafür gerne Sharpie-Stifte (vergleichbar mit Edding) oder FW Ink (eine Tinte auf Acrylbasis). Man kann die Perücke direkt mit den Markern anmalen, das ist aber nur für einzelne Strähnen zu empfehlen (und am besten für sehr intensive Farben).
Geh in die Apotheke und frag nach 100%-igem Isopropyl-Alkohol - NICHT für medizinische Zwecke, NICHT zum Desinfizieren (gereinigter Alkohol ist um ein Vielfaches teurer). 70%-iger Reinigungsalkohol geht auch. Für eine schulterlange Perücke rechne mit ca. 250ml Alkohol. Dann kaufst du im Künstlerbedarf, Schreibwarenladen oder online Copic Various Ink (das sind Fläschchen mit 25ml Tinte zum Nachfüllen der Copic-Marker, Stück ca. 8-9 EUR). Für eine schulterlange Perücke reicht meist eine Flasche. Du kannst die Töne beliebig untereinander mischen.
Die meisten Perücken aus hochwertigem Kunsthaar (nicht aus Echthaar / Human Hair) lassen sich damit permanent färben, in jeder Farbe, die man sich vorstellen kann (außer Schwarz). Die gängigsten Fasern sind Kanekalon und Toyokalon, diese lassen sich meistens gut färben. Lass aber die Finger von billigen Karnevalsperücken.
Wichtig: Du kannst Perücken immer nur dunkler färben oder den Farbton leicht ändern, aber niemals heller färben oder bleichen. Färben ist auch keine Lösung für einen Fehlkauf - wenn es irgendwo die Perücke in der richtigen Farbe gibt, kauf sie dir lieber fertig!
z.B. zum Anrühren der Farbe. zum Aufsprühen der Farbe. Muss unbedingt fein sprühen, ohne zu großen Druck und ohne irgendwelche Tropfen oder Unregelmäßigkeiten! zum gleichmäßigen Verteilen der Farbe auf der Faser. Küchenwaage u./o. Ich arbeite meist in der Küche, an der Spüle; für längere Perücken auch in der Duschwanne. Metall lässt sich am besten reinigen, Keramik geht notfalls auch noch (vorher testen!), alles andere (PVC, Holz, Tapete, Teppich, Fliesen) muss großflächig abgedeckt werden. Wichtig: der Raum muss ständig gut belüftet sein! Wenn möglich, im Freien arbeiten.
Im Prinzip schüttest du einfach Copic-Tinte in den Alkohol und fertig! Das Mischverhältnis Copic : Alkohol sollte zwischen 1:5 und 1:30 liegen. Ich mache zuerst Färbe-Tests an extra Strähnen. Du kannst es auch an einer wenig sichtbaren Stelle der Perücke machen, viel praktischer ist es aber, extra Test-Strähnchen (fiber swatches) anzufertigen. Dazu nimmst du abgeschnittene Haare der Perücke, die du färben willst, oder lose Extensions in derselben Farbe und Faserqualität. Du schneidest kleine Bündel ab und versiegelst sie am Ende z.B. mit Montagekleber. Für den Test gebe ich nur 10ml Alkohol in eine Sprühflasche, dann gebe ich eine abgemessene Menge Copic dazu (z.B. 1ml für ein Mischverhältnis von 1:10). Kleinere Mengen kann man tropfenweise abmessen, 40 Tropfen sind ca. Natürlich kann man mehrere Copic-Farbtöne miteinander mischen, die Gesamtkonzentration sollte aber 1:5 nicht übersteigen (also max. Flasche gut schütteln, ein paar Mal aussprühen, bis gleichmäßig Farbe aus der Düse kommt. Wenn das Ergebnis nicht gefällt, neue Farbe anmischen (mit veränderter Konzentration bzw. Mischverhältnis) und eine weitere Test-Strähne färben. Immer genau die verwendeten Mengen bzw. Die Test-Strähnen müssen nach dem Trocknen erst unter fließendem Wasser ausgespült werden, bevor der endgültige Farbton erkennbar wird! Meist wird die Farbe dabei etwas heller; manche enthaltenen Farbtöne - z.B. Rot- und Gelbanteile - waschen sich stärker aus als andere.
Die Wunschfarbe in einer größeren Menge anmischen. Für eine schulterlange Perücke braucht man zwischen 100 und 300ml Farbe - je dunkler der Farbton und je dichter die Perücke, desto höher der Verbrauch. Außerdem macht Übung den Meister, am Anfang braucht man mehr Farbe, bis man den Dreh raus hat.
Setz die Perücke auf den Perückenkopf und steck sie mit Stecknadeln fest (mindestens eine mittig oben auf dem Kopf und drei im Nacken). Achtung: Der Perückenkopf wird mitgefärbt! Willst du den Perückenkopf später noch fürs Styling oder zum Färben anderer Farbtöne verwenden, musst du ihn mit einer umgedrehten / unbedruckten Plastiktüte abdecken, bevor du die Perücke darauf setzt. Die Perücke sollte beim Aufziehen gedehnt werden (einen großen Kopf verwenden und Perücke ggf. etwas nach vorne in die Stirn ziehen), damit die Farbe auch überall hinkommt. Perücke mit den Fingern entwirren, ggf. glätten und kämmen. Je glatter die Perücke, desto einfacher ist sie zu färben. Stylingprodukte oder Conditioner müssen vorher rausgewaschen werden, und die Perücke muss vollkommen trocken sein! Ist die Perücke deutlich länger als die Wunschfrisur, ggf.
Das Färben einer Echthaarperücke erfordert Präzision und die richtige Technik, um ein gleichmäßiges und schonendes Ergebnis zu erzielen.
Mit dieser Anleitung können Sie Ihrer Echthaarperücke eine frische Farbe verleihen, ohne die Haarqualität zu beeinträchtigen.
Das Färben einer Kunsthaarperücke unterscheidet sich grundlegend vom Färben einer Echthaarperücke, da synthetische Fasern herkömmliche Haarfarben nicht aufnehmen können. Mit der richtigen Methode und speziellen Materialien lassen sich jedoch beeindruckende Ergebnisse erzielen.
Mit dieser Methode können Sie Ihrer Kunsthaarperücke einen neuen Look verleihen, ohne die empfindlichen Fasern zu beschädigen.
Das Färben einer Perücke kann mit den richtigen Kniffen und etwas Erfahrung zu einem echten Erfolg werden.
Mit diesen Tricks können Sie das Beste aus Ihrer Perücke herausholen und sicherstellen, dass die Farbe nicht nur perfekt aussieht, sondern auch länger hält.
Nach dem Färben einer Perücke ist die richtige Pflege entscheidend, um die Farbe zu bewahren und die Haarstruktur - sei es Echthaar oder Kunsthaar - in bestmöglichem Zustand zu halten.
Die richtige Pflege nach dem Färben ist ein entscheidender Schritt, um die Schönheit und Haltbarkeit Ihrer Perücke zu sichern.
Das Färben von Perücken kann zu unerwünschten Ergebnissen führen, wenn typische Fehler nicht vermieden werden. Um Frustration und Schäden zu verhindern, ist es wichtig, die häufigsten Fallstricke zu kennen und gezielt zu umgehen.
Indem Sie diese Fehler vermeiden und sorgfältig arbeiten, können Sie sicherstellen, dass Ihre Perücke nicht nur farblich überzeugt, sondern auch ihre Qualität und Langlebigkeit bewahrt.
Das Färben einer Perücke kann ein spannendes DIY-Projekt sein, doch es gibt Situationen, in denen es ratsam ist, die Expertise eines Profis in Anspruch zu nehmen.
Ein Profi bringt nicht nur technisches Know-how mit, sondern kann auch individuelle Beratung bieten. Er berücksichtigt Ihre Wünsche, die Beschaffenheit der Perücke und die besten Pflegeoptionen nach dem Färben.
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten oder ein besonders anspruchsvolles Farbergebnis wünschen, ist der Gang zu einem Profi eine lohnende Entscheidung.
Wie bereits erwähnt besteht das bei Perücken verwendete Haar normalerweise nicht aus einem einzigen Farbton. Das ist unabhängig davon, ob es sich dabei um Echthaar oder um Kunsthaarfasern handelt. Vielmehr zeichnen sich Perückenfarben durch eine Kombination aus harmonisch aufeinander abgestimmter Farben aus. Diese Haarfarben haben verschiedene Bezeichnungen.
Mixed-Farben: Wie der Begriff »mixed« bereits vermuten lässt, handelt es sich bei diesen Farben immer um eine Mischung verschiedener, harmonischer Farbtöne. Hier ein Beispiel: Bei der Haarfarbe »lighthoney mix« (übersetzt: heller Honig-Mix) handelt es sich um eine Kombination aus drei verschiedenen Blondtönen. Mixed-Farben sind immer eine Melange. Die Haarfasern sind dabei in voller Länge in einem einzigen Farbton eingefärbt. Durch die Kombination aus mehreren unterschiedlichen Haarfarben entsteht ein attraktiver Strähnen-Effekt. Genauso, als wenn Sie beim Friseur Ihre Frisur mit Highlights (Englisch für Strähnen) auffrischen. Mit Mixed-Farben setzen Sie sprichwörtlich Höhepunkte. Noch kontrastreicher ist der Effekt dieser Strähnen dann bei Lighted-Farben - hier sind die Strähnen noch deutlicher erkennbar und auffällig. Dezent konzipiert wirken Mixed-Farben wie ein natürliches Schimmern. Übrigens: Wann immer Sie auf der Shop-Seite Farbkacheln mit Beispielhaarfarben sehen, handelt es sich dabei um mixed-Farben.
Rooted-Farben: Der Begriff »roots« stammt ebenfalls aus dem Englischen und bedeutet Ansatz oder Wurzel, speziell auch Haaransatz oder Haarwurzel. Die Namensgebung der rooted-Farben verrät sehr viel über den Charakter. Ähnlich wie bei den Mixed-Farben, handelt es sich auch bei »rooted« um ein Zusammenspiel unterschiedlicher Farbtöne. Anders als bei »mixed«, wo einfarbige Haarfasern zu einem Strähnenmix kombiniert werden, ist bei den rooted-Farben jede einzelne Haarfarbe in sich schon unterschiedlich getönt. Das Rooted-Haar ist zum Ansatz hin dunkler gefärbt. Dieser Effekt ist nicht nur absolut natürlich, sondern aktuell auch bei vielen modischen Haarstyles absolut angesagt. Der dunklere Haaransatz und die Kombination harmonisch abgestimmter Farben in den Längen bzw. Spitzen sorgen für einen natürlich schimmernden Übergang und spiegeln die facettenreichen Reflektionen natürlichen Haares perfekt wieder.
Multicols: »Multicols« ist ein selbsterklärendes Kofferwort. Es setzt sich aus den Begriffen »multi« (viel) und »colours« (Farben), bedeutet also praktisch »viele Farben«. Statt gut harmonierende Farbabstufungen einzusetzen, geht es bei Multicols um deutliche Kontraste. Die Multicols charakterisieren trendige, leuchtende Haarfarben. Ziel ist hier nicht die Natürlichkeit des Farbtons, sondern das Haar soll absichtlich gefärbt aussehen. Die Spitzen können in modischen, leuchtenden Farben wie pink, grün oder blau gefärbt sein. Bei manchen Multicol-Modellen glänzt das Haupthaar in einem metallischen Silber. Es geht darum, aufzufallen und ausgefallene Trendfärbungen zu adaptieren. Multicols sind echte Hingucker.
»Sandmulti«, »stonegrey«, »lightcaramel«, »coffeebrown« oder »safranred«. All das sind Beispiele für Farbbezeichnungen, die führenden Markenhersteller von Perücken, wie ellen wille oder gfh, einsetzen. Da häufig für den internationalen Markt produziert wird, sind die Bezeichnungen in leicht verständlicher, englischer Sprache gehalten. Die Begriffe orientieren sich an stofflichen Materialien, von dessen Farben man sich schnell und einfach eine gute Vorstellung machen kann. Die Begriffe erleichtern Endverbrauchern die Orientierung und vereinfachen es, sich Lieblingsfarben zu merken und wiederzufinden.
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