Wimpern schmerzen bei Berührung: Ursachen und Behandlung

Das Augenlid, bestehend aus Ober- und Unterlid, schützt von vorne den Augapfel und sorgt so für die Erhaltung der Sehfunktion. Es besteht aus Haut, Bindegewebe, Drüsen, Muskeln und Wimpern. Erkrankungen der Augenlider können daher verschiedene Ursachen und Symptome haben. Die Beschwerden können von der Haut oder den Drüsen ausgehen. Gemeinsam ist den Augenliderkrankungen, dass sie in den meisten Fällen harmlos sind und es zu einer selbstständigen Heilung kommt.

Wenn es um das Wohlbefinden Ihrer Augen geht, sollten Sie auch den Zustand Ihrer Augenlider nicht vernachlässigen. Verschiedene Erkrankungen sind mit spezifischen Symptomen verbunden, die nicht nur Unbehagen verursachen, sondern bei Nichtbehandlung auch dauerhaften Schaden anrichten können.

Häufige Ursachen für Schmerzen an den Wimpern bei Berührung

Schmerzen an den Wimpern bei Berührung können verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten:

Gerstenkorn (Hordeolum)

Das Gerstenkorn ist eine häufige Erkrankung, die auf eine bakterielle Infektion des Haarfollikels der Wimpern am Rand des Augenlids zurückzuführen ist. Durch die kleine Eiteransammlung wird der Ausfluss der nahen Talg- und Schweißdrüsen behindert.

Typisch für das Gerstenkorn sind Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit und Schwellungen auf der Innen- oder Außenseite des unteren oder oberen Augenlids. Zu sehen ist eine rote, kugelige Schwellung, die nach ein paar Tagen aufbrechen kann, sodass Eiter ausläuft.

Therapeutisch eignen sich zur Schmerzlinderung warme Kompressen oder eine Behandlung mit einer Infrarotlichtlampe. Das Augenlid sollte bei Krustenauflagerungen mit einem sauberen, feuchten Tuch vorsichtig gereinigt werden. Bei Größenzunahme kann eine antibiotische Salbe notwendig werden. Selten muss das Gerstenkorn in einem kleinen operativen Eingriff aufgestochen werden.

Wenn sich die Infektion auf das Auge ausbreitet, muss unbedingt ärztliche Hilfe aufgesucht werden.

Lidrandentzündung (Blepharitis)

Die Blepharitis ist eine entzündliche Erkrankung des Augenlids. Die Ursache können Bakterien, Ekzeme im Rahmen genereller Hauterkrankungen, Funktionsstörungen der Talgdrüsen und manchmal Milben sein.

Die Lidränder sind rot und verdickt, und es kann ein juckendes oder brennendes Gefühl auftreten. Am Wimperngrund kann es zur Bildung trockener Schuppen und möglicherweise zu kleinen Wunden kommen. Die Wimpern können nach dem Aufwachen durch eine gelbliche Flüssigkeit verklebt sein.

Zur Therapie können Salben mit einer Kombination aus Antibiotika und Hydrokortison verwendet werden. Der gereizte Bereich wird gründlich gereinigt, bevor die Salbe aufgetragen wird. Wenn die Ursache Milben sind, richtet sich die Therapie gegen die Milben. Falls die Blepharitis Teil einer Hautkrankheit ist, wird auch diese behandelt.

Hagelkorn (Chalazion)

Ein Hagelkorn ist ein nicht schmerzendes rotes Knötchen im Augenlid oder am Lidrand. Die Ursache ist eine verstopfte Drüse, und im Gegensatz zum schmerzenden Gerstenkorn ist es keine bakterielle Infektion. Durch die Stauung des produzierten Talgs entsteht eine Entzündung. Daher kann das Knötchen überwärmt sein und bei entsprechender Größe unangenehm aufs Auge drücken.

Warme Umschläge helfen den Sekretstau schneller zu beseitigen. Antibiotische Salben sind nicht notwendig, da es sich um keine bakterielle Infektion handelt. Manchmal muss das Knötchen mit einem kleinen operativen Eingriff in der Augenarztpraxis entfernt werden.

Lidekzem

Hinter dem Begriff Lidekzem steckt eine entzündliche Reaktion der Augenlider, die in verschiedenen Formen auftreten kann: akut, wiederkehrend oder chronisch. Häufig sind beide Augenlider betroffen, doch manchmal tritt die Entzündung auch nur an einem Lid auf. Wenn du beispielsweise an Pollenallergie oder Neurodermitis leidest, kann sich daraus ein Ekzem am Auge entwickeln.

Ursachen von Augenlidekzem

Die Hauptursachen für ein Augenlidekzem sind allergische Reaktionen auf Substanzen, die in direkten Kontakt mit der dünnen und empfindlichen Haut der Augenlider kommen. So können Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe in Kosmetika wie Wimperntusche, Wimpernseren oder Lidschatten eine allergische Reaktion auslösen. Auch Pollen oder Tierhaare sowie bestimmte Inhaltsstoffe in Kontaktlinsenlösungen und Augentropfen sind bekannte Auslöser für ein Ekzeme am Auge und können zu unangenehmem Juckreiz und Rötungen der Augen führen. Stress wird als weiterer Faktor genannt, der die Symptome verschlimmert und die Empfindlichkeit der Haut erhöht. Einem weiteren Risiko für ein Ekzem am Auge sind Menschen mit Neurodermitis ausgesetzt, da ihre Haut zu chronischen Entzündungen neigt.

Weitere mögliche Ursachen

  • Basalzellkarzinom: Dieser bösartige Hauttumor kommt nicht begrenzt auf das Augenlid vor, sondern entsteht auf der Haut, die über viele Jahre besonders viel der Sonne ausgesetzt war.
  • Sonstige Erkrankungen: Ein atopisches Ekzem oder Kontaktekzem kann auch Beschwerden am Augenlid verursachen. Im Rahmen einer allergischen Reaktion, z. B. bei Heuschnupfen, mit Rötung und Juckreiz der Augen können auch die Augenlider mitbetroffen sein.
  • Gesichtsrose (Zoster ophthalmicus): Bei der Gesichtsrose kann es zu einem Ausbruch von kleinen schmerzhaften Bläschen im obersten Ast der Gesichtsnerven kommen.

Diagnose und Symptome

Ein Lidekzem äußert sich durch charakteristische Symptome wie gerötete und entzündete Augenlider und kann oft mit einem Ausschlag am Augenlid einhergehen. Dieser macht sich durch trockene Augenlider, schuppige Haut oder Krustenbildung bemerkbar. Ein Dermatologe oder Augenarzt kann die Diagnose oft schon anhand des Erscheinungsbildes und der Beschreibung deiner Symptome stellen. Zu den häufigsten Symptomen eines Lidekzems zählen:

  • Gerötete Augen: Die Haut rund um die Augen ist deutlich gerötet, ein typisches Zeichen für die zugrunde liegende Entzündung. Dieses Symptom wird oft als erstes bemerkt.
  • Schwellungen: Die betroffenen Lider können deutlich anschwellen, was nicht nur das Aussehen beeinträchtigt, sondern auch die Beweglichkeit des Lids einschränken kann
  • Juckende Augenlider: Der Juckreiz im Bereich des Lids kann sehr stark sein und zu häufigem Reiben der Augen führen, was wiederum die Reizung der Haut verstärkt.
  • Schuppung oder Krustenbildung: Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann die Haut im Bereich der Augen trocken und schuppig werden oder Krusten bilden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn ein Lidekzem oder entzündete Augenlider trotz Anwendung von reizlindernden Produkten und sorgfältiger Hautpflege zu Hause nicht abklingen, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Dabei können unter anderem Untersuchungen auf andere Hauterkrankungen wie Neurodermitis durchgeführt werden. Anhaltende oder sich verschlimmernde Beschwerden, die länger als eine Woche andauern, erfordern eine fachärztliche Diagnose. Beeinträchtigungen des Sehvermögens, Anzeichen einer Infektion wie Eiterbildung, zunehmende Rötung oder Wärmegefühl sind ernste Warnsignale. Auch spürbare Störungen bei alltäglichen Aktivitäten wie beim Sehen und beim Schlafen oder vermehrte Konzentrationsprobleme erfordern sofortige ärztliche Behandlung.

Therapiebegleitende Unterstützung bei Lidekzemen

Bei der Behandlung von Ekzemen spielen neben der medizinischen Therapie auch begleitende Maßnahmen eine wichtige Rolle. Hier findest du einige wichtige Methoden zur Unterstützung der Hautpflege sowie Tipps zur Prävention von Lidekzemen:

  • Verwende milde Hautpflegeprodukte: Wähle feuchtigkeitsspendende Cremes ohne reizende Inhaltsstoffe, die speziell für empfindliche Haut entwickelt wurden. Mithilfe von passenden Behandlungen und Pflegeprodukten minimierst du Irritationen und stärkst deine Hautbarriere. Verwende eine möglichst reizarme Reinigung für die Augenpartie.
  • Wasser- und Temperaturkontrolle: Dusche nur einmal am Tag und vermeide zu heißes Wasser, um den natürlichen Talghaushalt der Haut zu erhalten und Austrocknung zu verhindern
  • Effektives Stressmanagement: Entwickle Routinen zum Stressabbau wie regelmäßige Meditation, Yoga oder Gespräche mit einem Therapeuten, um stressbedingte Ekzemschübe zu reduzieren.
  • Minimale Berührung der Augen: Verzichte auf unnötige Berührung der Augenlider, um die Übertragung von Bakterien und Allergenen zu verringern. Achte außerdem auf eine gründliche Handhygiene.
  • Kühlung und Kontrolle der Luftfeuchtigkeit: Achte auf eine kühle Raumtemperatur und eine moderate Luftfeuchtigkeit, um Überhitzung und zusätzliche Hautirritationen zu vermeiden
  • Reduzierte Anwendung von Augen-Make-up: Verwende hypoallergenes Make-up, das für empfindliche Haut geeignet ist, und versuche, das Auftragen von Kosmetika insbesondere während akuter Ekzemschübe zu minimieren.
  • Verwende feuchte Umschläge: Mit beruhigenden Lösungen wie im kalten Schwarztee getränkte Umschläge kannst du die Entzündung an Augen lindern und sanft die Krusten lösen.
  • Hautpflege anpassen: Berücksichtige die spezifischen Bedürfnisse deiner Haut in den verschiedenen Jahreszeiten. Im Winter brauchst du intensive Pflege gegen kalte, trockene Luft.

Effektive Pflege für empfindliche Augenlider: ALLERGIKA®-Augenlidcreme MED

Die ALLERGIKA®-Augenlidcreme MED ist die perfekte Lösung für alle, die unter Lidekzemen leiden. Dieses kortisonfreie Medizinprodukt wurde speziell entwickelt, um empfindliche Haut zu beruhigen und zu regenerieren - mit klinisch nachgewiesener Wirksamkeit.

3 Tipps für die richtige Augenpflege:

  1. Sanfte Reinigung: Nutze milde Produkte, die die empfindliche Haut nicht reizen.
  2. Spezielle Augencremes: Verwende Pflegeprodukte, die speziell für die dünne Haut um die Augen entwickelt wurden, wie z.B. unsere ALLERGIKA® Augenlidcreme MED.
  3. Lidekzeme sind oft langwierig, können aber mit der richtigen Behandlung gut kontrolliert werden, um die Symptome zu lindern.

Hausmittel und zusätzliche Maßnahmen

Bei juckenden Augenlidern gibt es einige Hausmittel, die schnell und unkompliziert Abhilfe gegen die Beschwerden schaffen können. Ein Beispiel dafür sind Gurken. Sie enthalten den sekundären Pflanzenstoff Fisetin, weshalb ihnen eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Für eine Anwendung waschen Sie die ungeschälte Gurke gründlich, legen sie in den Kühlschrank und im Anschluss als Scheibe auf das betroffene Auge.

Grüner Tee kann die Symptome von juckenden Augenlidern ebenfalls bekämpfen: Er ist reich an Antioxidantien und wirkt antibakteriell. Brühen Sie einen Teebeutel mit destilliertem Wasser auf, lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen und dann abkühlen. Mit dem Aufguss spülen Sie Ihre Augen bestenfalls mehrmals am Tag. Für die Anwendung empfiehlt sich beispielsweise ein Augenbad. Geben Sie den Tee hierzu in eine sogenannte Augenwanne (kleines Gefäß mit ovaler Form aus Kunststoff, Porzellan oder Glas) und legen Sie es bei gesenktem Kopf auf das Auge, sodass es bündig anliegt und keine Flüssigkeit austreten kann.

Wichtige Hinweise

  • Stress kann Lidekzeme verschlimmern.
  • Kosmetikprodukte können Lidekzeme reizen. Überprüfe die Inhaltsstoffe deiner Hautpflegeprodukte auf bekannte Reizstoffe und Allergene.
  • Ja, Lidekzeme können saisonabhängig sein.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Gerstenkorn oder Hagelkorn? Wie sie entstehen und warum die Unterschiede so wichtig sind

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