Nassrasierer im Test: Wilkinson Sword Hydro 5 und Alternativen

Rasieren ist eine alltägliche Aufgabe für viele Männer. Um die beste Methode zu finden, lohnt es sich, verschiedene Optionen zu vergleichen. Viele entscheiden sich für die Nassrasur mit Systemrasierern, oft ohne genau zu prüfen, welches Modell am besten geeignet ist. In diesem Artikel werden verschiedene Nassrasierer getestet und verglichen, um eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.

Wilkinson Sword Hydro 5 Rasierer

Testkriterien

Bei der Bewertung der Rasierer wurden verschiedene Faktoren berücksichtigt:

  • Handhabung: Wie gut liegt der Rasierer in der Hand?
  • Gründlichkeit: Wie glatt wird die Haut?
  • Hautreizungen: Treten Rötungen oder Irritationen auf?
  • Kostenfaktor: Wie lange halten die Klingen, und wie teuer sind sie?

Am Ende kristallisierte sich ein klarer Sieger heraus, aber es gibt auch Alternativen mit eigenen Stärken.

Der Testsieger: Gillette Mach3

Der Gillette Mach3 ist ein bewährter Klassiker. Den Gillette Mach3 gibt es schon lange, mittlerweile hat er ein Vierteljahrhundert überstanden und macht keine Anstalten, seinen Platz in den Verkaufsregalen zu räumen. Auch noch über 25 Jahre nach seinem Marktstart schneidet er meisterhaft - großen Verbesserungsbedarf sehen wir nicht. Viel zu verbessern gibt es daran auch nicht, finden wir.

Die Rasur ist sanft und gründlich, der Griff erlaubt eine tadellose Handhabung und die Klingen halten sehr lange durch, weshalb der Mach3 nicht nur die Haut, sondern auch langfristig den Geldbeutel schont. Gillettes Dauerläufer hat nicht nur im Handel einen langen Atem, sondern auch im Badezimmer - die Klingen hielten von allen in unserem Test am längsten.

Im Vergleich zu den anderen Testkandidaten wirkt der Gillette Mach3 regelrecht grazil. Der Griff ist kürzer als die der anderen Rasierer im Testfeld, sehr schmal, gerade und erst nahe der Klingenaufnahme abgewinkelt. Die Oberfläche besteht aus Metall und wird von gummierten Stellen durchbrochen, unten ist der Griff fast vollständig mit Gummi bezogen. Dadurch lässt er sich auch mit nassen Händen und Rasierschaum an den Fingern rutschfest und sicher halten. Er wirkt zudem recht hochwertig.

Wer den Griff nicht mag, bekommt optional auch andere mit den Klingen kompatible Griffe, die mitunter aus sehr hochwertigen Materialien wie etwa Nussbaumholz hergestellt sind, von Drittherstellern - ein Vorteil der hohen Verbreitung des Mach3, denn für andere Klingensysteme gibt es derartige Enthusiasten-Ausstattung im Normalfall nur sehr selten.

Die Klingenaufnahme ist ein Dorn in der Mitte, der in eine Öffnung gesteckt wird - ein bewährtes Prinzip. Eine Taste löst die Arretierung. Der Klingenwechsel geht damit leicht von der Hand und benötigt nicht mehrere Anläufe, wie wir es leider bei einigen Konkurrenten erlebt haben. Eine Systemklinge hat drei Schneiden, wie der Name Mach3 bereits andeutet. Die Klinge ist angenehm schmal, was das Rasieren an feinen und unebenen Stellen wie dem Philtrum, dem Adamsapfel und nahe der Mundwinkel erleichtert.

Die Klinge ist flexibel neigbar und hat einen angenehmen Widerstand - sie klappert nicht und wackelt nicht bei jeder Bewegung herum, man muss aber auch nicht stark aufdrücken, was Hautreizungen begünstigen und das Verletzungsrisiko durch Schnitte erhöhen würde. Der Mach3 liegt in der goldenen Mitte. Rundum brillieren konnte der Mach3 bei der Nutzungsdauer der Klingen. Sie halten eine gefühlte Ewigkeit - bei allen Testpersonen deutlich länger als der Durchschnitt unter allen getesteten Systemrasierern, und sie haben selbigen ordentlich angehoben.

Das ist für sich toll, noch schöner ist es aber in dem Wissen, dass Ersatzklingen für den Mach3 zwar nicht zu den allergünstigsten gehören, gegenüber vergleichbar ausdauernden Klingen (namentlich die des Gillette Fusion5 und des Wilkinson Hydro 5) aber für einen deutlich geringeren Betrag den Besitzer wechseln. Pro Rasur ist der Mach3 der drittgünstigste Nassrasierer im Test.

Den Gillette Mach3 als Testsieger auszuzeichnen, war keine schwere Entscheidung. Das Gesamtpaket stimmt, gleichzeitig hat der Rasierer keine eklatanten Nachteile, sofern man nicht unbedingt eine Trimmerklinge benötigt. Die Stiftung Warentest (8/2020) hat unseren Favoriten mit der Gesamtnote 1,9 (»gut«) bewertet.

Der Herausforderer: Wilkinson Sword Hydro 5

Der Herausforderer rasiert ebenfalls einwandfrei und ist etwas größer sowie ergonomischer geformt als der Testsieger. Der Wilkinson Sword Hydro 5 schlug sich in unserem Test fast genauso gut wie unser Favorit - welchen man bevorzugt, ist zu einem großen Teil eine Geschmacksfrage. Preislich liegen beide nah beieinander. Wer Gillette aus irgendeinem Grund nicht mag, dem silbern glänzenden Metall-Look nichts abgewinnen kann oder sich an der kompakten Bauweise des Mach3 stört, bekommt mit dem Wilkinson Sword Hydro 5 die beste Alternative in unserem Test.

Wilkinson Sword Hydro 5 im Vergleich

Der Griff ist ein gutes Stück länger und breiter, außerdem ist er ergonomischer geformt. Es ist somit schlicht mehr zum Anfassen da - mit großen Pranken lässt er sich besser greifen. Er ist auch stärker gummiert - das spürt man und man sieht es auch. An den wenigen Stellen, die nicht von Gummi bedeckt sind, kommt auch beim Hydro 5 Metall zum Einsatz, allerdings farbig lackiert.

Die Klinge ist flexibel, sie kann auf einer Achse geneigt werden. Ihr Widerstand ist gering - etwas zu gering für unseren Geschmack. Es bleibt aber im Rahmen. Beim Rasieren ist alles in Ordnung, schüttelt man den Rasierer, hört man sie aber ganz leise klappern. Die Klinge ist sehr viel breiter als die des Mach3, was für präzises Rasieren kleiner Stellen ein Nachteil ist und daran liegt, dass der Hydro 5 zum einen fünf statt nur drei Klingen hat und zum anderen der Kunststoffrahmen über- und unterhalb der Klinge recht großzügig dimensioniert ist. Der obere Teil lässt sich immerhin zurückklappen, was die Übersicht etwas erleichtert. Auf eine separate Trimmerklinge muss man hingegen verzichten - zwar spricht der Hersteller bei dem Feature von einer Konturenklinge, gemeint ist aber der Klappmechanismus.

Die Klingenaufnahme folgt dem Spreizklemmenprinzip, was wir in der Regel nicht für ideal halten. Weil der Hydro 5 eine Führungsnase hat, ist das Einsetzen aber zum Glück kein Problem. Wir erwischten uns dennoch immer wieder beim Überprüfen, ob die Klinge tatsächlich sitzt oder gleich wieder abfällt. Beim Mach3 ist das hingegen immer eindeutig, die Frage stellt sich dort nicht.

Die Gründlichkeit bewerteten alle Tester mit gut bis sehr gut. Nur eine Testperson berichtete über ein gelegentliches Auftreten leichter Hautirritation, die anderen hatten keinerlei Probleme. Schlechter ist es um den Gleitstreifen bestellt: Er trägt viel zu stark auf und »schleimt« regelrecht - nach der Rasur muss man den Schlick richtig von der Haut waschen. Gut ist der Hydro 5 wieder bei den Kosten: Ähnlich wie beim Mach3 halten die Klingen sehr lange. Sie sind allerdings etwas teurer.

Weitere Alternativen

Gillette Fusion5

Der Fusion5 ist ergonomischer als der Testsieger, hat eine Trimmerklinge und rasiert genauso gut. Der Gillette Fusion5 schlug sich im Test ähnlich gut wie unser Favorit. Das Griffstück ist etwas ergonomischer gestaltet und er hat mehr Schneiden - fünf statt drei - sowie eine zusätzliche Trimmerklinge, um die Übergänge zu Koteletten und Co. sauber zu gestalten.

Wer auf eine sehr gründliche und reizarme Rasur Wert legt, aber auf keinen Fall auf die Trimmerklinge verzichten möchte, bekommt beides vom Gillette Fusion5. Ein Klingentausch ist auch bei diesem Rasierer nur sehr selten nötig, denn die Schneiden sind wie bei unserem Favoriten extrem ausdauernd. Die teuren Klingen sind der Hauptgrund, warum der Gillette Fusion5 für uns nicht als Testsieger in Frage kam, denn für sich genommen ist der Rasierer super. Auszusetzen haben wir daran überhaupt nichts.

Zum einen ist der Griff größer und ergonomischer geformt, sodass er noch etwas besser in der Hand liegt. Er besteht aus stabilem Metall, das oben und unten mit feinen Gummilamellen bestückt ist, die einen hervorragenden Halt gewährleisten. Auch die Gewichtsverteilung ist exzellent, der Schwerpunkt des Nassrasierers mit Klinge liegt ziemlich genau in der Mitte.

Die Klinge ist auf einer Achse flexibel und hat genau den richtigen Widerstand - nicht zu viel und nicht zu wenig, hier hat Gillette den Sweetspot getroffen. Der Gegendruck ändert sich auch nicht, wenn die Klinge in einen stärkeren Winkel geneigt wird - perfekt!

Der Gleitstreifen gehört zu den besten im Test. Man bemerkt ihn - aber positiv. Er macht die Rasur spürbar angenehmer, trägt nicht zu viel auf und bleibt ziemlich lange bestehen, bevor er aufgebraucht ist, was besonders in Hinsicht auf die lange Nutzungsdauer der Klingen eine äußerst respektable Leistung ist. Alles super also - wäre da nicht der bereits erwähnte Preis.

Die Klingen gehen zum Testzeitpunkt für mindestens 4,24 Euro pro Stück (4er-Packung) über die Ladentheke und sind damit die drittteuersten im Testfeld, lediglich die für die Schwester Fusion5 Power Proglide und für den Gillette Labs sind noch teurer. Wer den Kostenpunkt nicht scheut, bekommt mit dem Fusion5 auf jeden Fall einen tollen Nassrasierer.

Gillette Labs

Gute Haptik, hohe Flexibilität und langlebige Klingen: Der Gillette Labs erfüllt etwas höhere Ansprüche. Gillettes Innovationsabteilung ist immer wieder für Überraschungen gut. Unter anderem hat der Hersteller unter der »Labs«-Marke bereits Rasierer mit beheizter Klinge oder, im Gegenzug dazu, mit Kühltechnologie auf den Markt gebracht. Der Rasierer sieht dementsprechend zumindest ein bisschen ungewohnt aus. Dafür zeichnet der markante Ring verantwortlich, der dank seitlicher Freiheitsgrade für zusätzliche Flexibilität sorgen soll.

Die Klingenaufnahme könnte kaum komfortabler sein: Schiebt man den oberen Teil des Rings nach vorne, wird die Klinge freigegeben. Um eine neue einzusetzen, muss man lediglich die Fassung in die passende Aussparung drücken. Probleme mit der Zielsicherheit hatten wir dabei nie, die Handhabung gestaltet sich sehr intuitiv. Die Klinge selbst ist neigbar und weist auf dem gesamten Weg einen angenehmen und gleichbleibenden Widerstand auf.

Allgemein konnte der Gillette Labs seinen hochtrabenden Anspruch in der Praxis mit Bravour untermauern: Die Rasur wurde von allen Testern mit Bestnoten bewertet, die Klingen hielten rund 50 Prozent länger als der Durchschnitt und Hautirritationen...

Isana Men Pace 6+ 3D Flex von Rossmann

Der Isana Men Pace 6+ 3D Flex von Rossmann zeichnet sich nicht durch besondere Fähigkeiten oder ungewöhnliche Ausstattung aus, punktet aber mit seinem niedrigen Preis - auch wenn die Klingen nur durchschnittlich lange halten.

Nassrasur vs. Elektrorasur

Um sich seines Bartes zu entledigen, gibt es viele Möglichkeiten. Wenn der Bart im Jugendalter zu sprießen beginnt, wählen die meisten männlichen Zeitgenossen die Nassrasur. Das hat vor allem finanzielle Gründe, denn ein guter Elektrorasierer ist eine kostspielige Anschaffung, während man Systemrasierer schon für ein paar Euro bekommen kann - die Ausgaben wachsen erst im Lauf der Zeit aufgrund der Ersatzklingen.

Beide Varianten haben ihre Vorteile. Für die Nassrasur spricht ihre Gründlichkeit. Weil die Klinge sehr nah über die Haut gleitet, werden Barthaare ebenda abgeschnitten. Elektrorasierer haben zum Schutz fein gelochte Metallplatten, die zwar die Haut vor Verletzungen schützen, aber aufgrund des größeren Abstands zur Haut minimale Stoppeln hinterlassen. Dadurch wird die Haut nicht ganz so glatt und der Bartschatten wird früher wieder sichtbar.

Auch die Kosten sind ein wichtiger Faktor. Nassrasierer kosten zwar bei der Anschaffung nicht viel, die Klingen gehen jedoch stark ins Geld - und man muss sie oft wechseln. Auch für Männer mit unebener Gesichtshaut geht nichts über die Elektrorasur. Sich mit einem Rasierapparat zu schneiden, ist nahezu unmöglich. An den offenen Schneiden von Nassrasierern kann man sich hingegen relativ leicht verletzen, und das Risiko wird durch den Rasierschaum noch gesteigert. Darüber hinaus ist Nassrasieren zeitaufwendiger als die Trockenrasur.

Nassrasur vs. Elektrorasur: Welche Methode ist für wen besser und günstiger?

Rasierhobel als Alternative

Viele Nassrasur-Afficionados schwören auf Rasierhobel. Diese sind teurer in der Anschaffung, aber meist auch hochwertiger und oft auch schöner gestaltet. Im Gegenzug sind die Klingen deutlich günstiger und man ist flexibel bei der Wahl des Herstellers, denn Rasierhobel nutzen standardisierte Klingen. Der Umgang mit Rasierhobeln erfordert aber Übung und Konzentration, denn hier zieht man die Klinge direkt über die Haut - eine Schutzzone gibt es nicht.

Aus diesem Grund kann man sich mit Rasierhobeln leichter verletzen, gleichzeitig ist ihre Gründlichkeit unschlagbar.

Anzahl der Klingen

Die meisten handelsüblichen Systemrasierer nutzen entweder drei oder fünf Einzelklingen. Es gibt auch Ausnahmen, die mit zwei, vier oder gar sechs Klingen aufwarten, diese sind aber eher selten - in unserem Test ist der Wilkinson Quattro das einzige Modell mit einer geraden Anzahl Schneiden. Wir können das jedoch nicht bestätigen. Unter den von uns getesteten Systemrasierern gab es keine merklichen Unterschiede zwischen Modellen mit drei und mit fünf Klingen - weder bei der Gründlichkeit noch bei der Hautirritation oder der Lebensdauer schnitten die 5-Klingen-Rasierer besser ab.

Unser Testsieger ist ein 3-Klingen-Rasierer und erledigte seine Aufgabe dennoch besser als seine Konkurrenten mit mehr Schneiden. Neben der grundsätzlichen Qualität der kleinen Säbel ist auch deren Abstand zueinander von Bedeutung, denn die Lücken bergen das Risiko, mit Bartstoppeln und Rasierschaum zu verstopfen.

Die Stiftung Warentest kam in ihrem Test auf ein ähnliches Ergebnis. Dort führt die Bestenliste ein 5-Klingen-Rasierer an (Gillette Fusion5), doch schon in den Top 5 folgt ein Vier-Klingen-Modell (Lacura Men Herren Rasierer 4 Klingen) und kurz darauf ein Rasierer mit drei Schneiden (Gillette Mach3), der wiederum besser als diverse weitere 5-Klingen-Rasierer bewertet wurde.

Zusammenfassung

Die Wahl des richtigen Rasierers hängt von individuellen Vorlieben und Bedürfnissen ab. Der Gillette Mach3 überzeugt als Testsieger mit seiner Gründlichkeit, Langlebigkeit und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Wilkinson Sword Hydro 5 bietet eine gute Alternative mit einem ergonomischeren Griff, während der Gillette Fusion5 durch seine Trimmerklinge und den komfortablen Griff punktet. Letztendlich sollte jeder selbst ausprobieren, welcher Rasierer am besten zu ihm passt.

Rasierer Vorteile Nachteile
Gillette Mach3 Gründliche Rasur, lange Lebensdauer der Klingen, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Keine Trimmerklinge
Wilkinson Sword Hydro 5 Ergonomischer Griff, gute Gründlichkeit Breiter Klingenkopf, Gleitstreifen "schleimt"
Gillette Fusion5 Ergonomischer Griff, Trimmerklinge, sehr gründliche Rasur Teure Klingen
Gillette Labs Hohe Flexibilität, langlebige Klingen Hoher Preis
Isana Men Pace 6+ 3D Flex Niedriger Preis Durchschnittliche Lebensdauer der Klingen

tags: #Wilkinson #6 #Rasierer #Rossmann #test

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