Viele Menschen färben ihre Haare, um ihr Aussehen zu verändern oder graue Haare zu überdecken. Doch oft stellt sich die Frage, ob dieser Prozess schädlich für die Haarwurzeln ist. Dieser Artikel untersucht die Auswirkungen des Haarefärbens auf die Haarwurzeln und gibt Tipps zur Minimierung von Schäden.
Jede Färbeaktion hat einen Einfluss auf das Haar. Das Haar ist beim Färben nass und wird gleichzeitig mit einer Pampe aus Pflanzenteilchen oder chemischen Substanzen behandelt. Klar, dass es da beschädigt werden kann.
Um die Auswirkungen des Färbens besser zu verstehen, ist es wichtig, die grundlegende Funktion und den Aufbau der Haare zu kennen.
Haare sind lange Hornfäden, die im Wesentlichen aus Keratin bestehen. Sie enthalten keine Nerven und Blutgefäße. Die Haarwurzeln in der Kopfhaut produzieren Haarzellen. Diese Zellen schieben sich nach oben und werden zu sogenannten Spindeln. Die klassische Funktion von Haaren ist der Schutz vor äußeren Einflüssen wie Kälte; beim Menschen schützen Kopfhaare vor Kälte und UV-Strahlung. Die Haare in Nase und Gehörgang verhindern, dass Staubpartikel eindringen.
Der Haaraufbau besteht aus drei Schichten:
Bei einer auswaschbaren Haartönung lagert sich die Farbe außen am Haar an. Eine Blondierung oder dauerhafte Haarfärbung funktioniert dagegen nur, wenn die Schuppenschicht mit Alkalisierungsmitteln aufgeraut wird, um direkt den pigmentierten Bereich des Haares zu beeinflussen.
Viele Färbemittel enthalten Ammoniak, das das Haar aufquellen lässt. Die Schuppenschicht öffnet sich und lässt Wasserstoffperoxid eindringen, das im Inneren die natürlichen Farbpigmente zerstört und das Haar bleicht. Erst dann können künstliche Farbpigmente ins Haar eindringen. Das Haar bleibt nach der Prozedur aufgeraut und wirkt stumpf und glanzlos.
Es ist ein Irrglaube, dass Haarefärbemittel die Haarwurzeln direkt schädigen. Die Analogie mit dem Blumenbeet, bei dem eine Folie verhindert, dass Substanzen in den Boden gelangen, verdeutlicht, dass die Kopfhaut eine Barriere bildet. Wenn Haare nach dem Blondieren ausfallen, brechen sie meist nur ab und wachsen gesund nach.
Man soll prinzipiell vermeiden, dass das Haarfärbemittel auf die Kopfhaut kommt, weil das Haarfärbemittel sehr stark krebserregend ist.
Obwohl die Haarwurzeln nicht direkt geschädigt werden, können indirekte Schäden entstehen:
Allergische Kontaktdermatitis der Kopfhaut kann eine Ursache für akutes Telogen Effluvium sein. Eine Studie untersuchte Patientinnen mit akuter Kontaktdermatitis der Kopfhaut nach dem Haarefärben. Bei einigen Patientinnen wurde ein erhöhter Haarausfall festgestellt, der 2 bis 4 Monate nach der Episode der Kopfhautdermatitis auftrat. Die Pathogenese von Telogen Effluvium, verursacht durch Kontaktdermatitis, könnte mit der Freisetzung von Zytokinen während des Entzündungsprozesses zusammenhängen.
Auch wenn die DIY-Produkte alle eine „einfache Anwendung“ versprechen, kann einiges schief gehen. Hier sind einige typische "Färbe-Fallen":
Wer mit seinen Haaren behutsam umgeht, die Zeichen gut erkennt und frühzeitig seinen Haaren auch mal eine Pause gönnt und sie pflegt, der wird meiner Meinung nach auch keine Probleme haben.
Das Haarwachstum unterliegt einem dreiphasigen Zyklus: der anagenen Wachstumsphase, der katagenen Ruhephase und der telogenen Ausfallphase. Normal ist, dass wir stets Haare in verschiedenen Phasen und Längen auf dem Kopf tragen. Auch das Ausfallen von bis zu 100 Haaren pro Tag ist nicht ungewöhnlich.
Häufige Varianten des Haarausfalls sind:
Es ist wichtig, bei anhaltendem Haarausfall einen Dermatologen zu konsultieren, um die Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu beginnen.
Eine 50-jährige Frau entwickelte nach dem Auftragen einer Haarfarbe eine akute Kopfhautentzündung und anschließend starken Haarausfall. Patch-Tests zeigten eine positive Reaktion auf Paraphenylendiamin, einen Inhaltsstoff der Haarfarbe. Nach sechs Monaten normalisierte sich der Haarausfall, aber die Kopfhaut blieb weiterhin gereizt.
Eine 32-jährige Frau erlitt nach einer restriktiven Diät und später nach einer Haarfärbung eine Episode von Telogen Effluvium. Sie klagte über spürbaren Haarausfall und Kopfhautparästhesien. Die Symptome verschwanden nach sechs Monaten.
Haarefärben kann das Haar schädigen, aber die Haarwurzeln sind in der Regel nicht direkt betroffen. Indirekte Schäden wie Austrocknung, mechanische Belastung und allergische Reaktionen können jedoch zu Haarausfall führen. Eine sorgfältige Haarpflege, die Vermeidung von "Färbe-Fallen" und die Beachtung der individuellen Haarstruktur sind entscheidend, um die Gesundheit der Haare zu erhalten.
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