Tätowierungen sind mehr als nur Körperschmuck; sie sind ein Ausdruck von Persönlichkeit, Geschichte und kultureller Identität. Besonders Maori-Tattoos, auch bekannt als Tā Moko, sind reich an Symbolik und Tradition. In diesem Artikel werden wir die Bedeutung von Fischschuppen-Tattoos und ihre Verbindung zur Maori-Kultur genauer betrachten. Zudem werfen wir einen Blick auf andere beliebte Maori-Motive und ihre tieferen Bedeutungen.
Ein traditionelles Maori-Gesichtstattoo.
Die hohe Kunst des Tätowierens stammt ursprünglich aus Polynesien. Das Wort Tattoo selbst leitet sich vom tahitianischen Wort "tatau" ab, was so viel wie "treffen" oder "schlagen" bedeutet. Es beschreibt die Art und Weise, wie Tattoos seit jeher auf die Haut aufgebracht werden.
Die Maori in Neuseeland sind besonders für ihre kunstvollen und symbolträchtigen Tätowierungen bekannt. Seit jeher schmücken sie ihre Körper und Gesichter mit komplizierten Mustern und Symbolen. Diese Bilder auf der Haut hatten keineswegs nur dekorative Zwecke, sondern stellten eine detaillierte und bildhafte "Beschreibung" der Persönlichkeit ihres Trägers dar.
Maori tätowierten sich, um ihre Zugehörigkeit zu bestimmten Stämmen, Familien oder Orten zu zeigen, aber auch, um Macht, Stärke oder bestimmte Fähigkeiten zu symbolisieren. Zentrale Lebensereignisse und soziale Riten wie Hochzeiten oder der Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenalter wurden ebenfalls in besonderen Tätowierungen festgehalten.
Tā Moko, die Maori Tattoos, waren seit jeher stark symbolisch aufgeladen und dienten vor allem rituellen Zwecken. Dabei war ihre Bedeutung streng hierarchisch geregelt: Bestimmte Tätowierungen waren zum Beispiel nur den Nachkommen von Göttern, Priestern oder Häuptlingen vorbehalten, andere Bilder durften wiederum nur Krieger, Tänzer oder Ruderer auf der Haut tragen. So wurden die einzelnen Motive von Generation zu Generation gewissermaßen vererbt und zeugten von Herkunft, Rang und der Bedeutung der eigenen Vorfahren.
Das tätowierte Körperteil spielte dabei eine wichtige Rolle: Die Platzierung der Motive hing stark von der Herkunft, dem Rang und der Tätigkeit der Person ab.
Wie so viele Aspekte der polynesischen Kulturen wurde neben der Maori Sprache Te Reo auch die Kunst der Maori Tattoos durch christliche Eroberer und Missionare weitgehend unterdrückt. Im Jahr 1819 wurde das Tätowieren in Neuseeland sogar gänzlich verboten. Erst in jüngerer Zeit erlebte die Maori-Kultur eine Renaissance.
Seit den 1980ern wird durch das Maori Rights Movement die alte indigene Kultur mehr und mehr wieder entdeckt und neu belebt: Die Sprache der Maori, ihre Religion, ihre Riten, ihre Namen und ihre Kulturtechniken werden wiederbelebt und erfahren auch von Seiten der Regierung Respekt und Anerkennung.
Seit jeher werden Tattoos überall in der Südsee auf dieselbe Weise aufgebracht: Mit feinsten Nadeln wird Farbe direkt unter die oberen Hautschichten injiziert, sodass bleibende Motive entstehen. Die Spitzen der bis zu 36 Nadeln (je nach Größe des Tattoos) wurden zuvor in eine speziell gefertigte Tinte getaucht, die aus zermahlener Holzkohle vermischt mit Wasser und Öl hergestellt wurde.
Zuvor wurde mit einem Stück Kohle das gewünschte Motiv auf den Körper gezeichnet, danach wurde die Tinte mit raschen Stößen unter die Haut gestochen. Aus Hygienegründen benutzen heute auch die traditionellen polynesischen Tätowierer jedoch professionelle Tattoo-Farbe und greifen oft auch auf handelsübliche Tätowiermaschinen zurück. Einige jedoch stechen bzw. klopfen die Tattoos auch heute noch mit den althergebrachten Werkzeugen und halten so die alte Tradition lebendig.
Die Technik fällt unter die sogenannten hand-poked tattoos, obwohl es sich hier nicht um einzelne Punkte handelt, die gesetzt werden.
Bei den Maori hat jedes Motiv eine ganz bestimmte, oft spirituelle Bedeutung. Die klassischsten und bekanntesten Motive sind geometrische Muster wie Spiralen, Kreuze oder Wirbel, aber auch Tier-, Pflanzen- oder Menschensymbole.
Verschiedene Maori-Symbole und ihre Bedeutungen.
Innerhalb der Maori-Tätowierungskunst gibt es spezifische Muster, die tiefere Bedeutungen tragen. Ein solches Muster ist Unaunahi, das Fischschuppen darstellt. Dieses Design verwendet ein Doppelparallelmuster, wobei die innere Form eng an eine blattähnliche Kontur angelehnt ist, die eine ovalere Form aufweist. Fischschuppen symbolisieren Gesundheit und Wohlstand in der Maori-Tradition.
Das Unaunahi-Motiv ist oft filigran und kann in größere Designs integriert werden, um die Bedeutung von Gesundheit und Wohlstand hervorzuheben. Es ist ein Zeichen für die enge Verbindung der Maori zur Natur und insbesondere zum Meer, das eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt.
Hier ist eine Tabelle, die einige der typischen Maori Tattoo-Muster und ihre Bedeutungen zusammenfasst:
| Muster | Beschreibung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Taratarekae | Zwei parallele Linien mit kleinen, nach innen gerichteten Dreiecken | Walzähne |
| Ahauaha Mataru | Doppelte parallele Linien mit vertikalen Verbindungslinien | Leistungen im Sport und Athletik |
| Unaunahi | Doppelparallelmuster mit blattähnlicher Kontur | Fischschuppen, Gesundheit und Wohlstand |
| Hikuaaua | Geometrische Form zwischen zwei doppelt parallel laufenden Linien | Schwanz des Makrelenfisches, Wohlstand |
| Pakati | Muster zwischen zwei parallelen Doppellinien | Kriegstattoo, Stärke und Mut |
Heute sind Maori Tattoos nicht nur bei den Maori selbst, sondern auch bei Menschen auf der ganzen Welt beliebt. Sie werden oft als Ausdruck von Stärke, Mut, kultureller Verbundenheit und persönlicher Geschichte getragen. Es ist jedoch wichtig, sich der kulturellen Bedeutung und des Respekts bewusst zu sein, den diese Tattoos verdienen.
Wenn Sie sich für ein Maori Tattoo interessieren, ist es ratsam, sich gründlich über die verschiedenen Symbole und ihre Bedeutungen zu informieren und einen erfahrenen Tätowierer zu wählen, der mit der Maori-Kultur vertraut ist.
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