Wie sehen Haarfollikel aus: Anatomie und Funktion

Der Haarfollikel ist das kleinste Organ im menschlichen Körper. Er ist nicht nur für das Haarwachstum verantwortlich, sondern auch an verschiedenen physiologischen Prozessen wie der Talgproduktion und der Regulierung der Hauttemperatur beteiligt. Funktion und Aufbau sind komplex und damit auch "fehleranfällig": Funktioniert das Organ nicht reibungslos, ist Haarausfall die Folge. Im Folgenden werden die wichtigsten Bestandteile erläutert.

Der Begriff Follikel stammt vom lateinischen „folliculus“ ab und bedeutet im Deutschen „Bläschen“. Die anatomischen Strukturen, welche die Haarwurzeln bläschenförmig ummanteln und somit das Haar in der Haut verankern werden als Haarfollikel/ Haarbalg/ Folliculus pili bezeichnet.

Der in der Haut liegende und somit für das menschliche Auge verborgene Teil des Haares wird als Haarwurzel/ Radix pili bezeichnet. Diese ist komplett von Epithel umgeben und verdickt sich an ihrem proximalen Ende zur sogenannten Haarzwiebel/ Haarbulbus, in dem sich ein gut durchblutetes Bindegewebe, die dermale Papille/ Haarpapille befindet.

Die dermale Papille ist das physiologische Steuerzentrum des Haarwachstums. Sie versorgt das Haar mit Nährstoffen und Sauerstoff und verursacht das eigentliche Haarwachstum des Haares durch ständige Zellteilung. Pigmentbildende Melanozyten geben Melanin an die ebenfalls umliegenden Matrix-Keratinozyten ab, was dem jeweiligen Haar seine charakteristische Farbe.

Durch komplexe molekulare Interaktionen bilden Neuro-ektodermale Melanozyten, epitheliale Keratinozyten und mesenchymale Fibroblasten eine haarproduzierende Einheit, wobei sich die drei genannten Zelltypen durch jeweilige Stammzellreservoire speisen.

Der Haarschaft ist der sichtbare Teil des Haares, der aus der Haut herausragt. Die Epidermis ist die äußerste Schicht der Haut, in die der Haarfollikel eingebettet ist. Die Dermis ist die mittlere Hautschicht, in der der Haarfollikel verankert ist.

Jedes Haar besteht aus einem Haarschaft und einer Haarwurzel. Der Schaft ist der sichtbare Teil des Haares, der aus der Haut herausragt. Die Haarwurzel steckt in der Haut und reicht bis in das Unterhautgewebe. Sie ist von Haut- und Bindegewebe eingehüllt - dem Haarfollikel, in den auch eine Talgdrüse mündet.

Am Haarfollikel enden auch viele Nervenfasern. Dadurch können wir Haarbewegungen wahrnehmen und selbst einen leichten Luftzug gut spüren. Am unteren Ende ist die Haarwurzel kugelig verdickt und wird deshalb an dieser Stelle Haarzwiebel genannt. In die Haarzwiebel reicht von unten die sogenannte Haarpapille hinein, ein gut durchblutetes Knötchen.

In der Haarzwiebel werden ständig neue Zellen gebildet, die miteinander verkleben und dabei verhornen. Aus diesem Hornstrang setzt sich das gesamte Haar zusammen. Weil sich von unten immer neue verhornte Zellen an das Haar ankleben, schiebt es sich allmählich aus der Haut heraus. Ein Haar am Kopf wird auf diese Weise pro Monat etwa einen Zentimeter länger.

Ob das Haar glatt oder lockig ist, hängt mit dem Querschnitt des Haares zusammen. Ist er rund, wächst das Haar glatt aus der Haut. Je ovaler sein Querschnitt, desto lockiger sind die Haare. Die Haarfarbe entsteht durch den unterschiedlichen Gehalt des Farbstoffs Melanin in den verhornten Zellen. Sie kann von Person zu Person stark variieren und sich im Laufe des Lebens verändern.

Mit zunehmendem Alter nimmt der Melaningehalt bei den meisten Menschen ab, gleichzeitig wird vermehrt Luft in das Haar eingeschlossen - es verliert seine Farbe und wird weiß.

Anatomie des Haarfollikels

Solange in der Haarzwiebel immer neue Hornzellen entstehen, wächst das Haar in die Länge. Diese Wachstumsphase nennen Fachleute auch anagene Phase.

Je nachdem, wo am Körper ein Haar wächst, ist die Wachstumsphase unterschiedlich lang: Bei den Haaren der Kopfhaut kann sie zum Beispiel mehrere Jahre dauern. Besonders kurz ist die Wachstumsphase bei Wimpern, Augenbrauen oder den Haaren am Eingang von Ohr und Nase. Sie wachsen nur etwa 100 bis 150 Tage lang. Darum können diese Haare auch nicht so lang werden.

Am Ende der Wachstumsphase löst sich die Haarwurzel von der Papille ab. Dieser Abschnitt wird als Übergangsphase bezeichnet und dauert etwa 2 bis 4 Wochen. Ist das Haar gänzlich von der Papille und damit von der Blutversorgung abgetrennt, beginnt die Ruhephase des Haares - auch telogene Phase genannt.

Das Haar wird dabei langsam aus der Haut gedrückt und fällt schließlich aus. Weil immer wieder Haare in die Ruhephase übergehen und dann ausfallen, verliert ein Mensch ständig Haare. Bei einem gesunden Erwachsenen können es am Kopf etwa 70 bis 100 Haare am Tag sein. Weil aber gleichzeitig immer neue Haare nachwachsen, bleibt dieser natürliche Haarausfall unbemerkt.

Wenn die Haarwurzeln aber während der Wachstumsphase geschädigt werden oder viele Haare auf einmal in die Ruhephase übergehen, kommt es zu einem verstärkten Haarausfall (Effluvium). Wachsen keine neuen Haare mehr nach, entsteht eine kahle Stelle. Unabhängig davon, ob die Stelle klein ist, die gesamte Kopfhaut oder die Körperbehaarung betrifft, bezeichnet man diese Haarlosigkeit als Alopezie. Manche Alopezie-Formen können wieder verschwinden, und die Haare wachsen wieder nach.

Haarfollikel sind kleine, taschenähnliche Löcher in unserer Haut und sie wachsen Haare. Der durchschnittliche Mensch hat allein auf der Kopfhaut etwa 100.000 Haarfollikel. Das Verständnis der Haaranatomie ist für das Verständnis des Haarwachstums von wesentlicher Bedeutung.

Während Haarfarbe und Textur variieren können, ist die tatsächliche Anatomie unseres Haares von Person zu Person im Wesentlichen gleich. Der Haarschaft ist der Teil der Haaranatomie, die Sie auf der Oberfläche Ihrer Haut sehen können. Der Haarschaft besteht hauptsächlich aus einem Protein namens Keratin.

Der Haarfollikel, der als Haarwurzel bekannt ist, ist der lebende Teil des Haares unter der Hautoberfläche. Menschen haben fast fünf Millionen Haarfollikel, von denen 80.000 bis 100.000 auf unserer Kopfhaut liegen. Der Haarfollikel ist die Wachstumsstruktur, die das Haar produziert, und verankert auch den Haarschaft in der Haut.

Der Haarfollikel besteht aus vier Teilen: Haarbirne, Talgdrüse, innere und äußere Wurzelscheide und Musculus Arrector pili.

  • Die Haarbirne befindet sich am Basis des Haarfollikels. Hier teilen sich die Zellen, um den Haarschaft in einem kontinuierlichen Wachstumskreis und Ruhezyklus zu bilden, das auch als Haarwachstumszyklus bezeichnet wird.
  • Die Talgdrüse erzeugt eine ölige Substanz namens Sebum, die sowohl die Haarschaft als auch die Haut befeuert.
  • Die innere und äußere Wurzelscheide sind Proteinstrukturen, die den Haarfollikel enthalten und schützen.
  • Der Arrektor pili Muskel ist ein kleiner Muskel, der am Haarfollikel befestigt ist. Wenn sich der Arrektor -Pili -Muskelvertrag zusammenzieht, stellt sich das Haar buchstäblich an. Das verursacht Gänsehaut.

Verwurzelte Anatomie in Miniatur/ DHI

Aufbau eines Haarfollikels

Wie kann die Haaranatomie das Haarwachstum beeinflussen? Eine Beschädigung der Haarschaft kann zu Bruch führen und die Haarlänge begrenzt, wodurch sich das Haarwachstum verlangsamt hat. Nach Angaben gesunder Haarpflegegewohnheiten wie dem Reduzieren des Wärmestylings, der chemischen Glättenbehandlungen und dem Bleichen kann dazu beitragen, den Bruch und die Beschädigung zu minimieren.

Wenn die dermale Papille keine richtigen Nährstoffe aus der Blutversorgung erhält, kann die Haarbirne weniger in der Lage sein, neue Haarzellen effizient herzustellen. Deshalb ist das Essen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung so wichtig für das Haarwachstum.

Ja, durch eine Kombination aus gezielter Pflege und Ernährung können Haarfollikel gestärkt werden. Die Ernährung sollte reich an Proteinen, Biotin, Eisen und Vitamin C sein. In der Pflegeroutine empfehlen sich milde, sulfatfreie Shampoos und das Vermeiden von heißem Wasser. Auch moderne regenerative Ansätze wie PRP-Behandlungen, Mesotherapie oder Low-Level-Lasertherapie zeigen vielversprechende Ergebnisse bei geschädigten Haarfollikeln und können diese kräftiger und widerstandsfähiger machen.

Ja, Haarfollikel können “verstopfen”, wobei häufig die angeschlossenen Talgdrüsen betroffen sind. Symptome sind Pickel auf der Kopfhaut, Juckreiz, Schuppenbildung und ein fettiger Glanz. Regelmäßige, gründliche Reinigung mit geeigneten Produkten und gelegentliche Kopfhautpeelings mit AHA/BHA-Säuren helfen bei der Behandlung.

Die Haare sind für viele Menschen ein natürlicher Schmuck und Ausdruck der Persönlichkeit. Haare haben aber auch schützende Eigenschaften: Sie schirmen zum Beispiel die Kopfhaut gegen Sonnenstrahlen ab. Wimpern und Augenbrauen verhindern, dass Staub, Schmutz oder Schweiß in die Augen geraten. Auch in der Nase und den Ohren schützen Haare vor Eindringlingen.

Bis auf wenige Stellen, zum Beispiel den Handinnenflächen und Fußsohlen, ist die gesamte Körperoberfläche behaart. Dabei unterscheidet man die feinen, kurzen Wollhaare am Körper und die sogenannten Lang- oder Terminalhaare. Dazu gehören die Haare am Kopf, die Barthaare, Wimpern, Augenbrauen, Schamhaare und auch die männliche Körperbehaarung, etwa an Brust oder Bauch.

Die Verteilung von Woll- und Langhaaren ist individuell unterschiedlich und alters- wie geschlechtsabhängig. Zum Beispiel ist bei Kindern der Körper vorwiegend von Wollhaaren bedeckt.

Es ist normal, dass täglich etwa 50-100 Haare ausfallen, aber wenn der Haarausfall über das hinausgeht oder ungewöhnlich stark ist, kann dies auf verschiedene Ursachen hinweisen:

  • Natürliche Ursachen: Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie), hormonelle Veränderungen.
  • Krankheitsbedingte Ursachen: Alopecia areata, Tinea capitis.

Behandlungsmöglichkeiten reichen von topischen Mitteln wie Minoxidil über orale Medikamente wie Finasterid bis hin zu innovativen Methoden wie PRP (Plättchenreiches Plasma).

Die Kutikula ist die äußere Schicht des Haares. Sie besteht aus mehreren übereinander liegenden, schuppenartigen Zellen, die das Haar schützen und seine Festigkeit erhöhen. Eine gesunde Kutikula sorgt für Glanz und Glätte des Haares.

Der Kortex bildet den Hauptteil des Haares und enthält die meisten der faserigen Proteine, die für die Stärke und Elastizität des Haares verantwortlich sind. Er ist auch der Teil, der die Haarfarbe bestimmt, da er Pigmente wie Melanin enthält.

Die Medulla ist der innere Kern des Haares. Bei vielen Haartypen ist sie weniger ausgeprägt oder sogar nicht vorhanden. Die Medulla besteht aus einer weichen, schaumartigen Substanz, die weniger Einfluss auf die Haardicke und Struktur hat.

Die menschlichen Haare variieren in ihrer Struktur und Erscheinung. Es gibt mehrere Haupttypen von Haaren: glattes Haar, welliges Haar und lockiges Haar.

Die Haarstruktur wird hauptsächlich durch den Querschnitt der einzelnen Haarfasern bestimmt:

  • Glattes Haar: Menschen mit glattem Haar haben runde Haarfasern.
  • Welliges bis lockiges Haar: Je ovaler oder unregelmäßiger der Querschnitt der Haarfasern ist, desto welliger oder lockiger wird das Haar.

Der Winkel, in dem die Haarfollikel aus der Kopfhaut wachsen, spielt ebenfalls eine Rolle. Bei glattem Haar wachsen die Follikel nahezu senkrecht aus der Kopfhaut. Lockiges Haar hingegen wächst oft in einem schrägen Winkel, was zur Bildung von Locken führt.

Unsere Gene spielen eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung unserer Haarstruktur. Verschiedene Genvarianten beeinflussen den Querschnitt der Haarfasern und den Wachstumswinkel der Follikel. Diese genetischen Faktoren wurden über Generationen hinweg vererbt und führen zu den vielfältigen Haartypen, die wir heute sehen.

Welche natürliche Haarfarbe eine Person hat, hängt von ihrem jeweiligen Melanin Gehalt in den verhornten Zellen ab. Melanine sind die Farbpigmente, die unserer Haut und unseren Haaren ihre charakteristische Farbe geben. Sie werden von sogenannten Melanozyten in den Haarfollikeln, Strukturen, die die Haarwurzel umgeben produziert.

Unterschieden wird dabei zwischen zwei verschiedenen Melanin Typen: dem Eumelanin, dem Schwarz, Braun, Pigment, und dem Phäomelanin, dem Rot, Gold Pigment. Je nachdem, in welchem Mischungsverhältnis die beiden Melanin Typen stehen, entstehen die natürlichen Haarfarben.

Im Laufe des Lebens färben sich die Haare der meisten Menschen grau. Schuld daran sind in den häufigsten Fällen Alterungsprozesse. Laut einer Studie aus dem Jahr 2023 liegt die Ursache für das Ergrauen in den Melanozyten Stammzellen. Mit jedem neuen Haar, das nachwächst, altern die Stammzellen im Follikel jedoch und werden schlechter in ihrem Job.

Aber auch (psychischer) Stress kann zu einem kurzfristigen Ergrauen von Haaren führen, auch bei jungen Menschen. Hierbei vermuten Forschende allerdings, dass die grauen Haare reversibel sind. Sobald Entspannung eintritt, würden die nachwachsenden Haare wieder die ursprüngliche Haarfarbe annehmen.

Unser Haupthaar spiegelt nicht nur unseren Style oder unsere Identität nach außen wider, sondern ist auch ein wichtiger Marker für körperinterne Prozesse. So lassen sich an einem einzigen Haar der Gesundheitszustand, die Schadstoffbelastung, Mangelzustände, Substanzmissbräuche oder auch das Stresslevel einer Person ablesen.

Haare haben seit der Antike eine bedeutende kulturelle und soziale Rolle gespielt:

  • Antike Ägypten: Haare waren ein Symbol für Status und Macht.
  • Antikes Griechenland: Haarpflege wurde hoch geschätzt.
  • Mittelalter: Haare wurden oft als Zeichen von Tugend oder Sünde betrachtet.
  • Moderne Zeiten: Frisuren und Haarfarben werden häufig als Ausdruck der persönlichen Identität und des individuellen Stils genutzt.

In der Vergangenheit hatten unsere Vorfahren ein deutlich dichteres Haarkleid, doch mit der Evolution hat sich das verändert. Eine Theorie besagt, dass unsere hohe Schweißproduktion ein Grund sein könnte. Auf einer glatten, weitgehend haarlosen Haut kann Schweiß effizienter verdunsten, was in der heißen Umgebung der Savanne eine bessere Kühlung ermöglicht.

An der Basis liegt die Papille - ein kleines, gut durchblutetes Areal, das Nährstoffe, Hormone und Sauerstoff liefert. Sie ist der „Motor“ des Haarwachstums. Die folgende Tabelle zeigt die einzelnen Phasen des Haarwachstums:

Phase Dauer (durchschnittlich) Funktion
Anagen 2 bis 7 Jahre Wachstumsphase - das Haar wächst aktiv
Katagen 2 bis 3 Wochen Übergangsphase - Zellteilung stoppt
Telogen ca. 2 bis 4 Monate Ruhephase - das Haar fällt aus

Ein weiteres wichtiges Element: die äußere Schuppenschicht (Cuticula), die das Haar wie Dachziegel schützt. Darunter liegt die Faserschicht (Cortex), in der die Farbpigmente und die eigentliche Haarstruktur sitzen. Ob glatt oder lockig, fein oder kräftig - all das wird im Cortex entschieden.

Haarfollikel, auch Haarbalg oder Folliculus pili genannt, sind wie eine kleine Tasche, aus der das Haar wächst. Übrigens liegt an den einzelnen Haarwurzeln auch der Musculus arrector pili.

Der Haarfollikel durchläuft einen Zyklus aus drei Hauptphasen:

  • Wachstumsphase (Anagen)
  • Übergangsphase (Katagen)
  • Ruhephase (Telogen)

Wir verlieren am Tag durchschnittlich 100 Haare. Das ist ganz normal und fällt in der Regel gar nicht auf. Äußere Einflüsse können die Haarfollikel schwächen oder dauerhaft schädigen. Aber auch innere Faktoren wie Stress und eine unausgewogene Ernährung können die Gesundheit der Haarbälge einschränken.

Die richtige Haarpflege ist wichtig, damit deine Haarfollikel nicht unnötig belastet werden. Besonders wichtig: Vermeide übermäßiges Waschen mit sehr heißem Wasser. Eine leichte Kopfmassage kann die Durchblutung anregen und damit das Haarwachstum fördern.

Nicht nur äußere Pflege, sondern auch die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle:

  • Biotin (Vitamin B7): Trägt zur Stärkung der Haarstruktur bei und macht sie widerstandsfähiger.
  • Zink: Fördert die Zellteilung und trägt dazu bei, dass die Haarfollikel gut arbeiten können.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese gesunden Fette helfen, Entzündungen auf der Kopfhaut zu reduzieren und die Haarstruktur zu stärken.

Pflegeprodukte wie Shampoos oder Lösungen können eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn es darum geht, die Haare zu stärken und die Kopfhaut zu unterstützen.

Bei der Haarverpflanzung werden gesunde Grafts in die kahlen oder lichten Bereiche der Kopfhaut gesetzt. Wie bei jedem Eingriff ist es wichtig, dass Du dich von einem erfahrenen Spezialisten beraten lässt.

Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Haarwachstumszyklus, und die Dauer der Anagenphase kann verkürzt werden. Bei hormonell bedingtem Haarausfall können Therapien wie Anti-Androgene (bei Frauen) oder Finasterid (bei Männern) helfen.

Des weiteren haben Haare, die durch den Haarfollikel gebildet werden, einige wichtige Funktionen. Sie bilden eine schützende Schicht für die Haut vor ultravioletter Lichtstrahlung. Beispielsweise schirmen Wimpern die Augen ab und schützen das Auge vor direktem Sonnenlicht oder Fremdkörpern.

Kommt es zu einer Entzündung der Haarfollikel, spricht man von einer Follikulitis. Häufig kommt sie in Form der sogenannten Folliculitis barbae, einer Entzündung des Barthaares. Aufgrund eines verstopften Follikelausganges besteht die Gefahr, dass sich der gesamte Follikel entzündet.

Haarausfall entsteht durch verschiedene Faktoren, die den Follikel beeinträchtigen.

Als Haarfollikel, im Lateinischen auch bekannt als Folliculus pili (folliculus= “kleines Säckchen”), bezeichnet man eine längliche Einstülpung des Epithels der Epidermis in die Dermis (Lederhaut) hinein. Es enthält die Haarwurzel und die unteren Teile des Haarschafts und verankert das Haar in der Haut.

Das Haarfollikel besteht aus zwei Schichten, einer inneren epithelialen Wurzelscheide sowie einer äußeren bindegewebigen Wurzelscheide. Während die äußere Haarwurzelscheide als eine Einstülpung des Stratum basale der Haut angesehen werden kann, die eine hüllenartige Struktur für die Haarwurzel ist, ist die innere epitheliale Wurzelscheide dreischichtig aufgebaut.

An der Basis des Folliculus pili befindet sich die Haarzwiebel. Hier sind die dermalen Papillen, die das Haarwachstum reguliert, und Haarmatrixzellen aufzufinden. Die Haarzwiebel und die innere Epithelschicht bilden das Haar.

Schon bei Geburt ist die endgültige Follikelanzahl festgelegt. Außen wird der Haarfollikel von einer bindegewebigen Schicht umgeben. Sie wird aus dermalem Bindegewebe gebildet und dient der Blutversorgung der Epithelscheide.

Drüsen, die in den Folliculus pili münden, produzieren Talg und scheiden andere Substanzen, wie beispielsweise Duftstoffe, ab.

Die Musculi arrectores pilorum setzen unterhalb der Talgdrüsen an und sind für das Aufstellen der Haare verantwortlich. Es handelt sich um einen kleineren, glatten Muskel, der mit jedem Folliculus pili in der Haut in Verbindung steht.

Die Talgdrüsen scheiden den öligen Talg in den Haarfollikel aus. Das Haar wird dadurch weich gehalten und zudem antibakteriell.

Telogenphase: Die sogenannte Ruhephase, in der sich die Haarpapille neu bildet und der Haarfollikel erneuert. Nach der Telogenphase bildet sich die Matrix neu und die Produktion eines Haares beginnt wieder und die Anagenphase folgt.

Haare entstehen aus zapfenförmigen Anlagen in der Tiefe der Oberhaut, die in das embryonale Bindegewebe einwachsen. Daraus entwickelt sich die Haarpapille, ein durchbluteter Bindegewebszapfen. Um diese herum sitzt die Haarzwiebel, das verdickte Ende der Haarwurzel, die schräg in die Unterhaut reicht.

Äußerlich sichtbar ist nur der aus der Haut ragende Haarschaft. Das Haar wird nach außen von einem einfachen, verhornten Plattenepithel umgeben (Kutikula), das nach oben gerichtete, gezackte Kanten hat. Diese Kanten greifen dachziegelartig übereinander. Wenn sie dicht ineinander greifen, wirkt das Haar glatt und glänzend. Wenn sie aber auseinander stehen, wirkt es spröde und glanzlos.

Zwischen dem Haarbalg und der Hautoberfläche verläuft ein Haarbalgmuskel, der sich bei Erregung zusammenziehen kann, wodurch sich die Haare aufstellen und die Hautoberfläche wie eine „Gänsehaut“ aussehen lassen.

Ob Haare glatt oder lockig sind, liegt am Querschnitt des Haarschafts. Ist der Querschnitt rund, sind sie meist sehr glatt. Bei einem runden bis ovalen Querschnitt sind sie glatt oder können Locken bilden. Bei einem stark elliptischen Querschnitt bilden sie meist sehr starke, kleine Locken.

Die Entwicklung eines Haares erfolgt zyklisch, und jeder Haarfollikel oder Haarbalg hat einen eigenen Zyklus, der unabhängig von anderen Haarfollikeln ist.

Die Zahl der Kopfhaare beträgt ungefähr 90.000 bis 100 000. Im Durchschnitt die meisten Haare haben blonde Menschen mit rund 140.000. Dann folgen brünette Menschen mit rund 100.000 Haaren auf dem Kopf. Das Schlusslicht bilden Rothaarige mit nur etwa 85.000 Haaren.

Die Farbe der Haare entsteht durch Pigmente, die von bestimmten Zellen, den Melanozyten, gebildet wird. Diese Zellen finden sich reichlich im Bereich der Haarzwiebel. Wenn Luft in das Haarmark eindringt, führt dies zum Ergrauen.

Eine eitrige Entzündung der Haarbalgdrüse nennt man Furunkel. Ihre schwerste Verlaufsform wird als Karbunkel bezeichnet. Dabei sind mehrere benachbarte Haarfollikel entzündet (mit Gewebeeinschmelzung).

Giftstoffe schädigen Haare besonders in der Anagenphase. Die Stärke und Dauer der Einwirkung eines Schadstoffs und die Empfindlichkeit des einzelnen Follkels spielen eine Rolle bei der Intensität der Schädigung.

Bei leichteren Schadstoffen wandeln sich Anagenhaare vorzeitig in Telogenhaare um, was nach zwei bis vier Monaten (entsprechend der Dauer der Telogenphase) zu Haarausfall führt.

Die Bildung einer Glatze beruht bei Männern auf einer erblichen Veranlagung. Androgene (männliche Geschlechtshormone) wie Testosteron haben auf das Wachstum der Haare unterschiedliche Wirkungen. Die Entwicklung der Kopfhaare wird gehemmt, es kommt zu Haarausfall und Glatzenbildung (wobei hier auch Vererbung und Alter eine Rolle spielen).

Bei manchen Menschen kommt es plötzlich zu einem kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata). Ein Haarmangel (Hypotrichose) kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Stoffwechselstörungen (wie Eisenmangel oder Mangelernährung), hormonelle Veränderungen oder Infektionskrankheiten.

Bei Frauen führt ein Überschuss an Androgenen zu einem männlichen Behaarungstyp (Hirsutismus). Menschen mit der sogenannten Hypertrichosis congenita tragen am Körper lange, dichte, seidigenartige Haare.

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