Wie oft Haare waschen ist gesund? Regeln und Tipps für jeden Haartyp

Für 14 Prozent der Deutschen gehört die tägliche Haarpflege mit Shampoo zur Beauty-Routine dazu. Doch wie oft Haare waschen ist wirklich gut? Anleitungen und Regeln gibt es viele, auch wenn pauschale Antworten eigentlich schwer zu erteilen sind. Zu unterschiedlich sind nicht nur die Haarlängen und Styles, sondern auch die Haartypen, die eine jeweils andere Behandlung verlangen. Es tut uns also leid, wenn wir Sie an dieser Stelle enttäuschen müssen, aber mit einer einfachen Zahl ist es hier nun mal nicht getan.

Eine Empfehlung gilt aber für alle: Ein möglichst sanftes Shampoo richtet wenig Schaden an und darf umso häufiger verwendet werden.

Die Entscheidung, wie oft man seine Haare waschen möchte, ist eine total persönliche Entscheidung. Trotzdem kann man seine Haar-Wasch-Routine an den jeweiligen Haartyp anpassen. Nicht nur, um die Haare bestmöglich zu pflegen, sondern auch, um Zeit, Wasser und Nerven zu sparen.

Abhängig von dem Haartyp und der Haarstruktur ist Haare waschen in unterschiedlichen Zeitabständen notwendig:

Kann tägliches Waschen ungesund sein?

Nein. Entscheidend ist, womit man sich am wohlsten fühlt. Denn um Kopfhaut und Haaren ernsthaft Schaden zuzufügen, müsste man schon einen Waschzwang entwickeln oder die Haarwäsche komplett verweigern. "Wie oft Haare waschen?" ist eine Frage, die stark am individuellen Gefühl hängt, das in der Regel vom Fett in den Haaren bestimmt wird.

Menschen mit langen Haaren machen die Erfahrung, dass ihre Haare schwerer sind und daher näher an der Kopfhaut anliegen. Dadurch fetten sie leichter. Ebenso wie feines Haar im Vergleich zu krausem oder lockigem Haar. Die persönliche Talgproduktion in der Haut hängt aber weniger bis gar nicht mit der Haarlänge und vielmehr mit Genetik und dem Hormonhaushalt zusammen.

Ist es gut, Haare selten zu waschen? Nicht zwingend. Zwar trocknet zu häufiges Waschen trockenes Haar zusätzlich aus, weil Shampoo Fett entzieht. Zu selten die Haare zu waschen, ist aber auch keine gute Idee. Denn: Zu viel Fett auf der Kopfhaut bringt das Gleichgewicht des Hautmikrobioms durcheinander. Juckreiz und Ekzeme oder gar Pilze können die Folge sein, wenn man bereits von Natur aus eine stark nachfettende Kopfhaut hat.

Haare richtig pflegen: Die besten Produkte & Tipps für schöne Haare!

Wie oft sollte man Haare pro Woche waschen? Tipps für jeden Haartyp

Je nach Haartyp empfehlen Dermatologen eine andere Waschroutine, an der Sie sich orientieren können.

Normales Haar

Normales Haar kann jeden Tag gewaschen werden, allerdings sollte dabei die Notwendigkeit hinterfragt werden. Wenn die Haare nicht unschön aussehen oder unangenehm riechen, lieber auf eine unnötige Haarwäsche verzichten. Aus diesem Grund die Haare alle drei bis vier Tage waschen. Das schützt nicht nur die Haare, sondern spart auch ordentlich Zeit und kostbares Wasser.

Auf dem Markt finden sich mittlerweile deutlich mehr "sanfte" Shampoos, die weniger "agressive" Tenside (das sind die Schaumbildner im Shampoo) enthalten, also eine herabgesetzte Reinigungswirkung haben und dadurch weniger austrocknen. Wer eine gesunde Kopfhaut sein Eigen nennt, kann mit einem sanften Shampoo bedenkenlos jeden Tag Haare waschen. Juhu - hätten wir das schon mal geklärt!

Feines Haar

Feines Haar sollte ungefähr alle zwei Tage gewaschen werden, da dies eng an der Kopfhaut anliegt und dadurch schnell mit Hautfett in Berührung kommt. Das Haar sollte nicht jeden Tag gewaschen werden, da ansonsten die Kopfhaut massiert und die Talgproduktion dadurch angeregt wird. Das führt zu noch fettigeren Haaren als normal.

Vor allem, wenn die Haare nicht nur fein, sondern auch glatt sind, fetten sie besonders schnell. Das liegt daran, dass sie flach an der Kopfhaut anliegen und das Öl regelrecht vom Ansatz bis in die Spitzen "flutscht". Helfen kann hier ein Volumen-Shampoo, weil es die Haaransätze aufrichtet und so den Abstand zur Kopfhaut erhöht. Tägliches Waschen ist bei sehr feinem, dünnen Haar meist ein Muss. Mit Trockenshampoo können Sie die nächste Haarwäsche aber einen Tag hinauszögern.

Trockenes Haar

Wer hingegen unter trockener Kopfhaut und trockenem Haar leidet und vielleicht sogar mit Haarbruch zu kämpfen hat, sollte unter Umständen darüber nachdenken, die Waschgänge zu reduzieren. Häufige Haarwäsche, zumindest mit Shampoo, entzieht Fett, die Haare werden noch trockener. Versuchen Sie, die Abstände zu vergrößern, zum Beispiel von alle zwei auf alle drei Tage.

Bei trockenem Haar empfiehlt es sich alle drei bis vier Tage die Haare zu waschen. Da ein häufiger Kontakt mit Wasser und Shampoo die Kopfhaut weiter reizen könnte, ist tägliches Haarewaschen besser zu vermeiden, um der Kopfhaut eine Erholungspause zu gönnen.

Trockenem, zu Spliss und Haarbruch neigendem Haar kann durch zu häufiges waschen Fett entzogen werden, wodurch es noch trockener wird. Aus diesem Grund am besten nur alle vier bis fünf Tage die Haare waschen, um sie zu schützen und sanft zu pflegen. Bei jeder Haarwäsche sollte außerdem ein Conditioner oder eine Haarmaske zur Pflege verwendet werden.

Dickes und lockiges Haar

Auch bei dickem und lockigem Haar ist ein Drei-Tages-Rhythmus völlig ausreichend und dem Glanz bisweilen sogar zuträglich.

Lockiges Haar ist eine sehr pflegeintensive Haarstruktur. Ein häufiges Problem bei lockigen Haaren sind ein fettiger Ansatz und trockene Spitzen. Aus diesem Grund muss es besonders gepflegt werden. Es empfiehlt sich deshalb, alle vier bis fünf Tage die Haare zu waschen und die Spitzen besonders zu pflegen.

Bei dickem oder lockigem Haar reicht es aus, die Haare ein- bis zweimal pro Woche zu waschen. Die Kopfhautfette brauchen länger, um durch dickes Haar zu dringen. Dadurch wird es nicht so schnell fettig.

Außerdem können die Öle helfen, Locken und Kräuselungen zu glätten und das Haar geschmeidiger zu machen.

Allerdings sollte man mit dem Haarewaschen nicht zu lange warten. Überschüssiges Öl kann die Haarfollikel verstopfen und die Kopfhaut anfälliger für Infektionen machen.

Fettiges Haar

Menschen, deren Haare schnell fetten, neigen dazu, diese täglich oder mindestens jeden zweiten Tag zu waschen. Dass das dazu führen würde, dass die Haare noch schneller nachfetten, ist ein weitverbreiteter Irrtum - zumindest solange dabei ein pH-neutrales Shampoo ohne Öl zum Einsatz kommt. Letzteres können Sie ruhigen Gewissens täglich nutzen.

Fettiges Haar sollte im Idealfall alle zwei bis drei Tage gewaschen werden. Ein tägliches Waschen sollte, auch wenn es sich besser anfühlen würde, unbedingt vermieden werden. Durch das Waschen wird die Kopfhaut massiert und es kommt so zu einer erhöhten Talgproduktion, die wiederum zu fettigen Haaren führt. Deshalb empfiehlt es sich, langfristig auf tägliches Haarewaschen zu verzichten, um die Haare zu schonen und die Talgproduktion zu mindern.

Sie haben eine fettige Kopfhaut, wollen aber nicht täglich Shampoo verwenden? Dann nehmen Sie am besten ein Anti-Schuppen-Shampoo. Diese Shampoos helfen nicht nur gegen Schuppen, sie reduzieren auch das Fett auf der Kopfhaut. Dies wiederum bedeutet insgesamt weniger Haarwäschen.

Kann man Haare ausfetten lassen?

Immer mehr Menschen möchten in diesen Tagen ganz und gar auf Shampoo verzichten. Die Bewegung hat sogar einen eigenen Namen: No Poo. Anhänger:innen versprechen sich vom Verzicht eine gesündere, schönere und glänzende Haarpracht. Haare ohne Shampoo waschen und Haare ausfetten lassen - so lautet das Rezept zum Haare-Glück.

Aber kann man Haare nur mit Wasser waschen? Theoretisch soll sich die Kopfhaut an das Weglassen gewöhnen und mit der Zeit weniger Talg produzieren, wodurch das Problem fettiger Haare nachhaltig beseitigt wäre. Das Ausfetten der Haare hat sich zu einem veritablen Social-Media-Trend entwickelt.

Dermatalog:innen sehen das jedoch kritisch: Eine wissenschaftliche Studie über den Zusammenhang zwischen Talgproduktion und Haarwäsche gibt es nicht, die Talgdrüsen wissen nicht, ob sie die Kopfhaut bereits ausreichend mit Fett versorgt haben, und produzieren weiter, wie sie es gewohnt sind. Erziehen lassen sie sich aus wissenschaftlicher Sicht leider nicht. Dass die Fettigkeit von Haut und Haaren dennoch schwankt, hat andere Gründe: In der Pubertät zum Beispiel laufen die Drüsen auf Hochtouren, die Ursache liegt im Hormonhaushalt.

Richtig Haare waschen: 3 Tipps

#1 Beim Waschen auf die Ansätze konzentrieren

Die Haare fetten von der Kopfhaut her. Und da Shampoos Reinigungsprodukte sind, sollten Sie auch vorrangig hier aufgetragen werden. Schäumen Sie einen Klecks in den Händen auf und verteilen Sie das Shampoo mit gespreizten Fingern auf ihrer ganzen Kopfhaut. Massieren Sie es dabei mit den Fingerkuppen sanft ein, um Fett und Stylingrückstände durch den mechanischen Reiz zu lösen. Und ja, die Shampoo-Wasser-Schorle, die beim Ausspülen durch die Längen läuft, reicht, um diese vollständig zu reinigen. Wer sie mitshampooniert entzieht ihnen unnötig viel Fett und fördert damit trockenes Haar, Haarbruch und Spliss.

#2 Zweimal shampoonieren

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Shampoo nicht richtig schäumt, sollten Sie nicht zu mehr Produkt greifen (zu viel Shampoo = zu viel Schaumbildner auf dem Kopf = zu austrocknend fürs Haar), sondern stattdessen zweimal nacheinander waschen. Wenn Ihr Shampoo nicht richtig schäumt, ist das nämlich bloß ein Zeichen dafür, dass noch zu viele Rückstände (z.B. aus Stylingprodukten) im Haar sind, welche den Schaum beeinträchtigen. Erst, wenn ihr Shampoo richtig schäumt, wissen Sie, dass Ihr Haar auch wirklich sauber wird. Manche Expert:innen empfehlen Menschen, die Ihr Haar nur selten waschen, deshalb sogar dreimal zu shampoonieren.

#3 Immer eine Spülung verwenden

Ein Shampoo ist vom pH-Wert so eingestellt, dass es die Haare aufquillt, um die Schuppenschicht sanft zu öffnen und so Verunreinigungen gründlich zu entfernen. Damit die Haare nach der Wäsche kämmbar und glänzend sind, ist es wichtig, die Schuppenschicht wieder anzulegen. Diesen Job übernimmt der Conditioner, in Deutschland auch als Spülung bekannt. Damit die Pflege das Haar nicht beschwert oder schneller nachfetten lässt, ist es wichtig, sie nicht auf die Ansätze aufzutragen und wirklich gründlich auszuspülen.

Die richtige Pflege für jeden Haartyp: Was du über Shampoo und Conditioner wissen musst

Shampoo und Conditioner kennen wir alle, aber auch da gibt es viele verschiedene Alternativen. Als erstes sollte man sich fragen, ob man ein festes oder ein flüssiges Produkt nutzen möchte?

Jedes Shampoo und jeder Conditioner sind auf eine andere Haarstrukturen angepasst und haben einen anderen Nutzen. Aus diesem Grund solltest du erst mal entscheiden, welche Haarstruktur du hast und welchen Nutzen das Produkt haben soll.

HaarstrukturRichtige Haarpflege
Feines HaarVolumen Shampoo & Conditioner: Volleres und voluminöses Haargefühl, wodurch sich die nächste Haarwäsche meist verzögern lässt
Dickes HaarFeuchtigkeits Shampoo & Conditioner: Intensive und feuchtigkeitsspendendes Shampoo pflegt die Haare
Lockiges HaarLocken/Feuchtigkeits Shampoo & Conditioner: Eine intensive Haarpflege ist bei Locken besonders wichtig
Fettiges HaarFeuchtigkeitsshampoo & Conditioner: Spenden Haaren und Kopfhaut Feuchtigkeit, damit wird die Kopfhaut gepflegt und sie muss weniger Talg produzieren
Trockenes, zu Schuppen neigendes HaarAnti-Schuppen Shampoo & Conditioner: Senkt die Talgproduktion der Kopfhaut reinigt und pflegt die Haare sanft und spendet Feuchtigkeit
Trockenes, zu Spliss und Haarbruch neigendes HaarPflegeshampoo & Conditioner: Spendet Feuchtigkeit und pflegt die Haare sanft, wirkt dadurch wie ein Schutz vor Umwelteinflüssen
Normales HaarJegliches Shampoo & jeglicher Conditioner kann bei einer normalen Haarstruktur verwendet werden

Ein festes Shampoo oder ein fester Conditioner sind die nachhaltigeren Lösungen im Vergleich zu den flüssigen Produkten. Feste Produkte sind praktisch in der Handhabung und sparen nicht nur in der heimischen Dusche Platz, sondern sind auch super praktisch für unterwegs. In der Produktzusammensetzung sind feste Produkte sehr ähnlich zu flüssigen Shampoos und Conditionern, jedoch fehlt der Bestandteil Wasser. Feste Produkte sind nicht nur nachhaltiger, sondern auch preisgünstiger und sie halten wesentlich länger als die flüssige Alternative. Also warum nicht zu einem festen Shampoo und einem festen Conditioner wechseln?

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