Sophie van der Stap erlangte Bekanntheit durch ihr Buch "Heute bin ich blond", in dem sie ihre Erfahrungen als Chemotherapie-Patientin schildert. Das Buch wurde zu einem großen Erfolg und führte zu zahlreichen Auftritten in Fernsehshows und auf Veranstaltungen, bei denen sie Krebspatientinnen informierte und Mut zusprach.
Als Sophie van der Stap Anfang 2005 erfuhr, dass in ihrem Körper Metastasen wuchern, brach für die damals 21-jährige Holländerin eine Welt zusammen. Bei ihr wurde „Rhabdomyosarkom“ festgestellt, eine besonders aggressive Krebsart, die die Weichteile des Körpers befällt und schnell in andere Organe streut.
Die Ärzte eröffneten Sophie, dass ihr - wenn überhaupt - nur noch eine mehrmonatige Chemotherapie helfen kann. Sie durchlebte die Hölle und verlor durch die Nebenwirkungen der Medikamente ihre Haare.
In dieser schwierigen Zeit begann Sophie, Perücken zu tragen. Sie kaufte neun verschiedene Perücken und gab jeder einen Namen: Oema, Pam, Blondie, Daisy, Platina, Stella, Bebé, Lydia oder Sue. Jede Perücke repräsentierte eine andere Facette ihrer Persönlichkeit und half ihr, mit der Krankheit umzugehen.
Ihre Freunde und die Ärzte wussten meist, wer sich unter dem künstlichen Haarschopf verbarg, und akzeptierten den Spleen der jungen Frau. Die Perücken ermöglichten es ihr, für kurze Zeit aus der Rolle der Krebspatientin auszubrechen und ihre Krankheit zu vergessen.
Nach über einem Jahr gelang das Unglaubliche: Die Therapie schlug an, und die Tumorzellen verschwanden allmählich. Ob Sophie aber wirklich geheilt ist, vermag bis heute niemand mit Sicherheit zu sagen. Die Gefahr, dass dieser Krebs eines Tages zurückkommt, ist gerade bei dieser Variante hoch, und Sophie musste lernen, mit ihrer Angst zu leben.
Nach Buch und Fernsehauftritten kam im Jahr 2013 ein Film in die Kinos, der auf Sophie van der Staps Erfahrungen basiert. Im Februar nach der Berlinale sollte ein Filmteam um den Produzent Andreas Bareiss und Sophie van der Stap zusammengestellt werden, der Drehbeginn war dann für das Jahr 2010 in Amsterdam geplant. Der Film beobachtet Sophie, wie sie den Neustart von Null auf weit über Hundert erlebt.
Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, wie sie damit umgeht: dem Spannungsfeld zwischen der Angst vor einem Wiederaufflammen der Krankheit und der rasanten Veränderung in ihrem Leben. Dabei begleitet sie noch immer eine der neun Perücken: die von Pam, in die sie sich manchmal so gerne verwandelt.
Die Darstellung der Perücken im Film war von besonderem Interesse. Sie spiegeln die verschiedenen Facetten von Sophies Persönlichkeit wider und helfen ihr, mit der Krankheit umzugehen. Jede Perücke steht für einen anderen Tag dieser Odyssee, die Sophie van der Stap bisher zumindest als geheilt durchlitten hat.
Lisa Tomaschewsky, die Sophie im Film verkörpert, bringt Sophies Gefühlsspanne authentisch rüber. Vor allem aber transportiert sie das, worum es van der Stap auch schon in ihrem Roman geht und was jede*r Betroffene*r braucht: Mut.
Sophie van der Stap will mit ihrer Geschichte Mut machen und zeigen, dass man nicht aufgeben darf, weil sonst die Krankheit schon lange vor dem Ende siegt. Sie sucht gezielt Kontakt zu anderen jungen Patienten, die ihr als Beispiel dienen, nicht aufzugeben.
Sie beweist damit, wie wichtig es ist, den eigenen Willen nicht komplett abzugeben, sondern wachsam die eigene Behandlung zu begleiten. Sophie van der Stap hat ein kluges Buch geschrieben, denn ohne jeden Eingriff explizit zu beschreiben, verharmlost sie nichts.
Alles, was sie erzählt, beschreibt sie ausschließlich aus ihrem eigenen, subjektiven Blickwinkel heraus. Und so werden vermeintliche Nebensächlichkeiten oft wichtiger, wie etwa die Suche nach einem Liebhaber oder nach einer passenden Jeans. Und genau das macht ihr Buch zu einem Glücksfall gerade für junge Krebskranke, die glauben, die Hoffnung verloren zu haben.
Denn Sophie van der Stap ermutigt sie, frech und fordernd der eigenen Krankheit und damit dem Leben zu begegnen.
Insgesamt hat sie neun unterschiedliche Perücken, die sie gegen das triste Standardmodell aus dem Krankenhaus austauscht: Sue, Daisy, Stella, Blondie, Bébé, Platina, Oema, Pam und Lydia. Denn wenn Sophie eine der Perücken trägt, ist sie nicht länger Sophie. Die unechten Haare erlauben es ihr, aus der Rolle des Mädchens mit Krebs auszubrechen und ihre Krankheit und Schwäche für kurze Zeit zu vergessen.
Eine besonders wichtige Rolle spielt jedoch die rothaarige Sue: Mit den kurzen, fransig geschnittenen Haaren fühlt sie sich mutig und stark - kein Wunder also, dass es Sue ist, die sich bei den Zwischenuntersuchungen ins MRT legt, und die zu den Bestrahlungen und Arztgesprächen geht.
Fest steht: Für Sophie sind die Haare, wenn auch unecht, eine enorme Hilfe, um jeden Tag auf’s Neue gegen ihren Tumor zu kämpfen.
Deutsche TV-Premiere Di. 15.04.2008 ZDF So. 27.06.201019:45-20:15 27.06.2010 19:45-20:15 Mi. 23.06.201004:40-05:10 23.06.2010 04:40-05:10 Do. 04.06.200918:00-18:30 04.06.2009 18:00-18:30 Do. 26.02.200918:00-18:30 26.02.2009 18:00-18:30 Do. 06.11.200818:00-18:30 06.11.2008 18:00-18:30 Do. 24.04.200818:00-18:30 24.04.2008 18:00-18:30 Mi. 16.04.200819:30-20:00 16.04.2008 19:30-20:00 Mi. 16.04.200801:50-02:20 16.04.2008 01:50-02:20 Di. 15.04.200822:15-22:45 15.04.2008 22:15-22:45
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