Nach einem operativen Eingriff klagen viele Patientinnen und Patienten über Haarausfall. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Haare ausfallen - oft in Form von diffusem Haarausfall -, und dies kann sowohl auf eine körperliche als auch psychische Belastung hindeuten. Doch warum kommt es überhaupt zu Haarausfall nach einer Operation und wie lange dauert dieser Zustand an?
Mehrere Faktoren können Haarausfall nach einer Operation verursachen.
Dieser Zustand wird als telogenes Effluvium bezeichnet. Bei diffusem Haarausfall treten mehr feine Haare gleichzeitig in die Ruhephase (Telogenphase) ein, an deren Ende sie ausfallen.
Normalerweise ist es so, dass der Haarausfall zeitversetzt zum eigentlichen Ereignis - der Operation - auftritt. In der Regel fallen die Haare acht bis zwölf Wochen nach dem Eingriff aus. Das ist dem Haarzyklus geschuldet. Typischerweise beginnt der Haarausfall nach einer Narkose etwa drei bis sechs Monate nach dem operativen Eingriff. In dieser Zeit wechseln die Haarfollikel in die Ruhephase, und es kommt zu einem vorübergehenden, diffusen Haarausfall.
Haarausfall nach einer bariatrischen Operation kann bei bis zu 41% der Patienten auftreten. Es wird häufig mit einem Mangel an Proteinen und Mikronährstoffen wie Zink und Eisen in Verbindung gebracht. Die Operation selbst ist ein stressiger Zustand, der von verschiedenen hormonellen Reaktionen begleitet wird, die zusätzlich zum physischen und psychischen Stress der bariatrischen Chirurgie das Haarwachstum beeinflussen können.
Der Grad des Haarausfalls ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Bei Patienten mit einer Schlauchmagen-Operation ist die Häufigkeit von Haarausfall gering, da es sich um eine rein restriktive Operation ohne malabsorptive Komponenten handelt. Mikronährstoffdefizite können jedoch eher auf eine unzureichende Aufnahme als auf eine schlechte Absorption zurückzuführen sein.
Proteinmangel ist eine der Ursachen für Haarausfall. Keratin ist ein Protein, das reich an Disulfidbindungen ist. Ein Mangel an schwefelhaltigen Aminosäuren wie Cystein und Methionin führt zur Bildung von spröden und brüchigen Haaren und anschließendem Haarausfall.
Forscher haben festgestellt, dass Nährstoffmängel die Anagenphase verkürzen und dazu führen, dass eine große Anzahl von Haaren gleichzeitig in das Telogen übergeht. Studien haben auch gezeigt, dass eine Supplementierung mit Zink aufgrund seiner Rolle bei der Protein- und Nukleinsäuresynthese in den Haarfollikeln und anderen Körperzellen das Nachwachsen der Haare unterstützen kann.
Biotin ist ein weiterer Mikronährstoff, dessen Mangel mit Haarausfall in Verbindung gebracht wurde. Es ist eines der wasserlöslichen Vitamine des B-Komplexes (auch bekannt als Vitamin H oder Vitamin B7). Es wird jedoch von den Bakterien im Darm produziert, und ein Mangel tritt nur selten auf, außer bei Menschen mit einer angeborenen Stoffwechselstörung.
Die Vorbeugung von Haarausfall nach einer Schlauchmagen-Operation erfolgt durch eine adäquate Ernährung vor und nach der Operation. Da Haare aus Keratin, einem Faserprotein, bestehen, verhindert eine ausreichende Proteinzufuhr einen Mangel an den notwendigen Aminosäuren (Cystein und Methionin) und verringert das Risiko bzw. Nahrungsergänzungsmittel mit Mikronährstoffen wie Zink, Vitamin B12, Folsäure usw. Sie sollten sich jedoch darauf einstellen, dass diese Komplikation trotz aller notwendigen Vorbeugungsmaßnahmen auftreten kann.
Es gibt verschiedene Strategien, die helfen können, den Haarausfall nach einer Operation zu reduzieren und das Haarwachstum langfristig zu fördern:
Betroffene Patientinnen berichten, dass sie nach einem operativen Eingriff zunächst keinen und etwas später plötzlich einen vermehrten Haarausfall feststellen. Diese Phase kann beängstigend sein, ist aber meist nur vorübergehend. So gut wie alle Betroffenen erleben, dass das Haar nach einer Operation wieder nachwächst - auch wenn es zunächst dünner erscheinen mag. In vielen Fällen beginnt der Haarausfall etwa drei bis sechs Monate nach dem Eingriff, und das Haarwachstum setzt sich dann allmählich fort.
Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu haben. Der Haarausfall nach einer OP ist ein komplexes Phänomen, das durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird - von der körperlichen Belastung durch den operativen Eingriff über den Effekt der Narkose bis hin zu stressbedingten hormonellen Veränderungen.
Abschließend gilt: Haarausfall nach OP ist oft nur ein vorübergehendes Phänomen.
Eine 43-jährige Frau klagt nach einer Brustrekonstruktion über Schmerzen und Rötungen am Hinterkopf. Einen Monat nach der Operation hat sie ihr Haar an der Stelle verloren. Dies wäre durch eine bessere Druckentlastung während der 13-stündigen Operation vermeidbar gewesen.
Dr. Uwe Schwichtenberg, erfahrener Hautarzt und Experte für Haarausfall aus Bremen, teilt interessante Fragen und Antworten rund um das Thema Haarausfall aus seiner langjährigen Praxiserfahrung.
Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen.
Einige Beispiele für Medikamente, die Haarausfall verursachen können:
Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen.
Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen.
Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.
Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten.
Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können:
Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.
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