Haarausfall durch die Pille: Ursachen, Behandlung und was wirklich hilft

Dichtes und gesundes Haar ist für viele Frauen ein Symbol von Attraktivität und Selbstbewusstsein. Doch äußere Faktoren, wie die Einnahme oder das Absetzen der Antibabypille, können zu diffusem Haarausfall führen. In diesem Beitrag betrachten wir genauer, wie die Pille mit dem Haarausfall in Verbindung steht und welche Maßnahmen ergriffen werden können.

Ursachen von Haarausfall durch die Pille

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Einnahme der Pille, also orale Kontrazeptiva, diffusen Haarausfall verursachen kann. Die Pille ist ein weit verbreitetes Verhütungsmittel, das den natürlichen Hormonspiegel im weiblichen Körper beeinflusst, insbesondere durch die Zufuhr synthetischer Östrogene und Progesterone. Seit ihrer Einführung in den 1960er-Jahren wird die Antibabypille primär zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Schnell zeigte sich jedoch, dass orale Kontrazeptiva auch auf Haut und Haare wirken - ein Umstand, der insbesondere für Frauen mit hormonell bedingtem Haarausfall (z. B. bei polyzystischem Ovarialsyndrom, PCOS) von Bedeutung ist.

Ein Grund dafür sind bestimmte Gestagene, die in der Pille enthalten sind. Diese künstlich hergestellten Hormone ähneln dem Schwangerschaftshormon Progesteron, kommen jedoch im natürlichen Hormonhaushalt des Körpers nicht vor. Einige Gestagene, die eine androgene Wirkung haben, können diffusen Haarausfall begünstigen. Zu diesen gehören beispielsweise Norethisteron, Levonorgestrel und Tibolon.

Haarausfall durch die Pille gehört zu den bekanntesten Arten von Haarausfall bei Frauen. In vielen Fällen kommt es bei der Einnahme der Pille zunächst zu einer Steigerung der weiblichen Hormone. In dieser Situation verursacht die Pille sogar besonders kräftiges, glänzendes Haar, wie es oftmals auch bei Frauen in der Schwangerschaft auftritt. Doch nicht in allen Fällen reagiert der Körper in dieser Form auf die Pille. Stattdessen kann je nach Präparat und je nach körperlicher Reaktion auch das Gegenteil eintreten.

Bei einigen Frauen kann die hormonelle Umstellung durch die Pille das Gleichgewicht der Androgene, der männlichen Hormone, stören. Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form des Haarausfalls, der durch die Pille ausgelöst werden kann. Sie ist gekennzeichnet durch eine allmähliche Ausdünnung des Haares, insbesondere am Oberkopf, und kann durch Pillen mit einem hohen Androgenindex verstärkt werden.

Haarausfall nach Absetzen der Pille

Zudem klagen viele Frauen über diffusen Haarausfall nach dem Absetzen der Pille. Der Grund hierfür liegt im starken Absinken der Östrogenspiegel im Körper. Dadurch wechseln die Haare im Wachstumsstadium (Anagenphase) plötzlich in das Ruhe- und Ausfallsstadium (Telogenphase). Durch den veränderten Haarzyklus bemerkt man den vermehrt einsetzenden Haarausfall oft erst einige Wochen nach Absetzen des Medikaments. Wenn der Östrogenspiegel auf einmal stark absinkt, muss sich der Körper zunächst einmal daran gewöhnen, die Sexualhormone wieder selbstständig zu produzieren.

Auch das Absetzen der Pille kann Haarausfall verursachen, sodass sich viele Frauen große Sorgen machen, was mit ihren Haaren passiert, wenn sie die Pille nach längerer Zeit der Einnahme wieder absetzen. In der Regel normalisiert sich der Haarausfall im Laufe der Zeit von selbst, und die verlorenen Haare beginnen nachzuwachsen.

Sollte der Haarausfall jedoch über mehrere Monate anhalten oder sehr stark ausgeprägt sein, ist es ratsam, einen Facharzt/eine Fachärztin zur Abklärung aufzusuchen. Eine professionelle medizinische Einschätzung kann dabei helfen, mögliche Therapieansätze zu identifizieren.

Auch der Wechsel oder das Absetzen der Pille kann zu vorübergehendem Haarausfall führen, der als telogenes Effluvium bezeichnet wird. Diese Form des Haarausfalls tritt auf, wenn ein größerer Teil der Haare gleichzeitig in die Ruhephase übergeht und nach einigen Monaten ausfällt.

Welche Pille bei Haarausfall?

Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, den Haarausfall zu mildern. Ein Wechsel zu einer Pille mit geringerem Gestagengehalt kann eine mögliche Lösung sein. Gestagene wie Desogestrel, Gestoden oder Norgestimal, die eine geringere androgene Wirkung haben, können dabei helfen, den Haarausfall zu reduzieren. Es ist jedoch wichtig, dass Sie sich hierbei von Ihrem Gynäkologen/Ihrer Gynäkologin beraten lassen, um die für Sie passende Option zu finden.

Nicht jede Pille wirkt gleich: Androgene vs. Die Wahl der Pille spielt eine zentrale Rolle: Nicht jedes Gestagen hat die gleiche Wirkung auf Haut und Haare. Einige Gestagene wirken eher androgen (also ähnlich wie Testosteron), andere antiandrogen (also hemmend auf die Wirkung männlicher Hormone). Diese Unterschiede sind besonders relevant bei Patientinnen mit androgenetischem Haarausfall.

Einige Anti-Baby-Pillen enthalten Antiandrogene und sind somit unter Umständen sogar therapeutisch gegen den erblich-hormonellen Haarausfall (androgenetische Alopezie) wirksam. Diese Pillen sind unter anderen Diane 35, Neo-Eunomin, Belara oder Valette.

Geeignete Wirkstoffe sind Chlormadinonacetat (Handelsnamen z. B. NeoEunomin, Belara, Gestamestrol), Cyproteronacetat (Handelsnamen z. B. Diane 35, Androcur) und Dienogeste (Handelsname z. B. Valette). Die Entscheidung, welche Pille für Sie geeignet wäre, muss von Ihrem Gynäkologen geklärt werden.

Die kombinierte Antibabypille kann bei Frauen mit hormonell bedingtem Haarausfall - insbesondere bei nachweisbarer Hyperandrogenämie oder PCOS - eine sinnvolle Therapieoption sein. Besonders geeignet sind Präparate mit antiandrogener Gestagenkomponente wie Dienogest, Drospirenon oder Cyproteronacetat.

Geeignete Pillen bei androgenetischer Alopezie:

  • Präparate mit Cyproteronacetat, Drospirenon, Dienogest oder Chlormadinonacetat eignen sich besser bei androgenetischer Alopezie.
  • Levonorgestrel, Norethisteron oder Gestoden können bei empfänglichen Frauen eher eine Verschlechterung des Haarausfalls bewirken.

Wenn Sie während der Einnahme der Pille einen erhöhten Haarverlust feststellen, sollten Sie mit Ihrem Gynäkologen sprechen. Beim Absetzen der Pille reguliert sich das Problem meist von selbst. Sollte der Haarausfall jedoch anhalten, wenden Sie sich an einen Hautarzt.

Wichtige Informationen zu Antiandrogenen:

  • Ein positiver Effekt von systemischen Antiandrogenen bei der Behandlung der androgenetischen Alopezie ist frühestens nach 3, eher nach 6 Monaten zu erwarten.
  • Welches der von Ihnen genannten Antiandrogene den größten Effekt bei der Behandlung der androgenetischen Alopezie hat ist nicht zu beantworten, da es hierzu keinerlei vergleichende klinische Studien gibt.
  • Die Ihnen verschriebene Pille (Valette) enthält einen Wirkstoff, der die Androgene daran hindert, sich an die Haarwurzeln anzulagern und diese zum Ausfallen zu bewegen.
  • Ein Therapieerfolg im Sinne eines Stoppens des fortschreitenden Haarverlustes ist unter einer Diane 35 Behandlung frühestens nach 3-6 Monate zu erwarten.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Behandlungsoptionen und Produkte

Während dieser Zeit können jedoch einige Maßnahmen ergriffen werden. Es gibt verschiedene Shampoos, Conditioner und Tonics auf dem Markt, die speziell für Frauen mit nicht krankheitsbedingtem Haarausfall entwickelt wurden, wie das Pantovigar® Shampoo und Pantovigar® Tonic für Frauen. Tinkturen mit hormonähnlichen Substanzen für die Kopfhaut enthalten in der Regel Alpha-Estradiol, Alfatradiol oder eine verwandte chemische Substanz. Zweimal täglich aufgetragen, sollen diese Wirkstoffe das Testosteron bremsen und so das Haarwachstum anregen. Laut einer klinischen Studie erhöhte z. B. 17-alpha-Estradiol nach acht Monaten die Zahl der Haare in der Wachstumsphase um zehn Prozent, 20 Prozent weniger Haare fielen aus.

Es gibt einige Mittel, die das Haarwachstum fördern und auch bei Haarausfall durch die Pille oder bei Haarausfall nach der Pille eingesetzt werden können. Besonders beliebt sind in diesen Zeiten die Spectral.CSF Lotion und die Spectral.F7 Lotion, die das Wachstum der Haare anregen sowie die allgemeine Gesundheit des Haars verbessern und die Dicke erhöhen.

Als am besten lokal wirksames Mittel, belegt in kontrollierten Studien, bezeichnet Wolff Minoxidil. Er rät davon ab, Minoxidil-Rezepturen in Apotheken herstellen zu lassen, weil die Substanz schwer in Lösung zu bringen sei. Stattdessen sollte das seit 2005 rezeptfrei erhältliche Regaine® Frauen verwendet werden, eine zweiprozentige Minoxidil-Lösung. Damit wird bei den meisten Frauen die Progredienz der androgenetischen Alopezie gestoppt, bei etwa der Hälfte der Frauen beobachtet man eine allmählich wieder zunehmende Haardichte.

Unter der Behandlung mit Regaine 2 % Lösung (Regaien Frauen) ist ein Stopp des Haarverlustes nach etwa 3-4 Monaten, selten auch 6 Monaten, zu erwarten. Minoxidil (Regaine) ist das wirksamste äußerlich anzuwendende Präparat zur Behandlung der androgenetischen Alopezie von Frau und Mann. Bei bis zu 80 % der Frauen ist ein Stopp des fortschreitenden Haarverlustes möglich, etwa 40-50 % der Frauen bemerken eine Verdichtung des Haarkleides. Dies ist in zahlreichen klinischen Studien bestätigt worden.

Wenn Sie sich für eine Behandlung in unserer Fachklinik entscheiden, haben Sie Zugang zu spezialisierten Ärzten mit langjähriger Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Haarausfall. Unsere Fachklinik steht Ihnen mit modernsten Behandlungsmethoden zur Seite und begleitet Sie auf dem Weg zu vollerem und gesünderem Haar.

Ernährung und Nährstoffe

Eisen, Zink, Kupfer, Biotin und Folsäure - diese Spurenelemente und Vitamine sind am Haarwachstum beteiligt. Chronischer Mangel löst Haarausfall aus. Aber auch Radikaldiäten, die dem Körper zu wenig Nährstoffe zuführen, lassen die Lockenpracht schwinden. Ob eine Mangelerscheinung schuld am schwindenden Haupthaar ist, kann ein einfacher Bluttest beim Arzt klären. In diesen Fällen helfen bestimmte Präparate, die jeweiligen Mängel auszugleichen.

Keines dieser Spurenelemente oder Vitamine hilft jedoch gegen anlagebedingten Haarausfall. Fazit also: „Solche Pillen sind für die meisten Menschen überflüssig. Gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, brauchen derartige Nahrungsergänzungsmittel nicht“, betont der Haar-Experte Rolf Hoffmann aus Freiburg. Im Übrigen nehmen die Haare auch ein Zuviel an Vitaminen übel: Eine Überdosierung von Vitamin A kann Haarausfall auslösen.

Das Selbstvertrauen bewahren

Haarausfall kann für viele Frauen ein sensibles Thema sein, da das Aussehen der Haare oft eng mit dem Selbstwertgefühl und dem persönlichen Erscheinungsbild verbunden ist. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Haarausfall nach dem Absetzen der Pille meist nur eine vorübergehende Phase ist und es Möglichkeiten gibt, damit umzugehen.

Während dieser Zeit ist es von großer Bedeutung, das Selbstvertrauen zu bewahren und sich selbst mit Freundlichkeit und Akzeptanz zu behandeln. Es kann hilfreich sein, sich daran zu erinnern, dass Haare ein natürlicher Teil des Körpers sind und dass ihre Gesundheit von vielen Faktoren abhängt, die manchmal außerhalb der eigenen Kontrolle liegen.

Es kann auch von Vorteil sein, mit anderen Frauen zu sprechen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Der Austausch von Erfahrungen, Sorgen und Tipps kann dazu beitragen, sich verstanden zu fühlen und neue Perspektiven zu gewinnen. Online-Foren, Support-Gruppen oder der Besuch von Veranstaltungen zum Thema Haargesundheit können Möglichkeiten bieten, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

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