Die dunkle Seite der "arischen Rasse": Haarfarbe, Lebensborn und Hitlers Ideologie

Die nationalsozialistische Rassenlehre, ein zentrales Element der NS-Ideologie, postulierte die Existenz einer "arischen Rasse", die angeblich dazu bestimmt war, über alle anderen Menschen zu herrschen. Diese Vorstellung diente als Rechtfertigung für die Verfolgung und Ermordung von Juden und anderen als "minderwertig" betrachteten Gruppen.

Nürnberger Prozess gegen Mitglieder des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes (Bundesarchiv, Bild 146-1971-092-20A, Nürnberg, Prozess gegen Mitglieder des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes / CC-BY-SA 3.0)

Die "arische Rasse" und ihre Merkmale

Die Nationalsozialisten idealisierten die "nordische Rasse" als die wertvollste. Ein Germane sollte edel, schön, gut gebaut, hellhäutig und mit hellen Haaren sein. Sie sollten als "Herrenmenschen" über alle anderen herrschen.

Allerdings entsprachen viele Nationalsozialisten, einschließlich Adolf Hitler, nicht diesem Idealbild. Am Ende der "rassischen" Hierarchie standen die Juden, denen negative Eigenschaften zugeschrieben wurden. Die Idee der Rasse war jedoch älter als die NS-Ideologie und wurde bereits im 19. Jahrhundert formuliert.

Die Rolle von Haarfarbe und anderen Merkmalen

Im Rahmen der "Rassenbiologie" wurden körperliche Merkmale wie Größe, Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe und Kopfform untersucht, um die Erbanlagen von Menschen und Völkern zu bestimmen. Diese Merkmale wurden dann mit dem Verhalten und der Geschichte der Menschen in Verbindung gebracht.

Deutsche Augenfarben-Tafel (gemeinfrei)

Augenfarbentafeln, wie sie von Eugen Fischer verwendet wurden, dienten zur Bestimmung der Augenfarbe in erbbiologischen Gutachten. In der NS-Zeit wurden solche Tafeln zur "rassischen" Untersuchung von Juden sowie Sinti und Roma eingesetzt.

Der Lebensborn-Verein: "Kinder für Hitler"

Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, gründete den Verein "Lebensborn", um die Geburtenrate "arischer" Frauen zu erhöhen. Zwischen 1936 und 1945 wurden mehr als 20 Heime errichtet, in denen unverheiratete, "rassisch und erbbiologisch wertvolle" Mütter während der Schwangerschaft betreut wurden.

Jedes Lebensbornheim hatte ein eigenes Standesamt und eine polizeiliche Meldestelle, um Anonymität zu gewährleisten. Die Kinder kamen in Obhut des Lebensborn, und viele Mütter konnten das Heim nach der Geburt verlassen, ohne dass jemand von der Schwangerschaft erfuhr.

Der KINDERRAUB der SS: Das grausame Verbrechen des Lebensborn e. V. | VIDEO ESSAY

Lebensborn Heim Hochhorst (gemeinfrei)

Entführung und "Eindeutschung" von Kindern

Da die Geburtenrate in den Lebensbornheimen nicht den Erwartungen entsprach, wurde ab 1942 eine neue Strategie verfolgt. In den besetzten Gebieten, insbesondere in Polen und Tschechien, suchten Himmlers Gefolgsleute nach Kindern, die "arisch" aussahen.

Diese Kinder wurden in Lebensbornheimen "rassenhygienisch untersucht" und bei "arischer" Beurteilung "eingedeutscht". Ihre Namen wurden geändert, und ihre wahre Identität verschwand hinter gefälschten Lebensläufen. Bekannt ist das Schicksal der Lidice-Kinder, die nach der Zerstörung des tschechischen Dorfes Lidice entführt und in deutsche Lebensbornheime gebracht wurden.

Die juristische Aufarbeitung nach dem Krieg

Nach dem Krieg mussten sich einige Mitglieder des Lebensbornvereins vor Gericht verantworten. Im Nürnberger Prozess um das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS wurde der Lebensborn jedoch als karitative Einrichtung eingestuft, und die Angeklagten wurden nicht wegen ihrer Tätigkeit im Lebensborn, sondern wegen ihrer SS-Zugehörigkeit verurteilt.

Im Zuge der Entnazifizierungsverfahren mussten sich einige Lebensbornaktivisten erneut vor Gericht verantworten, doch die Beweislage war oft dünn. Viele Lebensbornkinder hatten mit Vorurteilen zu kämpfen und litten unter den Folgen ihrer isolierten Kindheit und der Ungewissheit über ihre Herkunft.

Das Schicksal der Lebensborn-Kinder

Viele ehemalige Heimkinder litten und leiden ihr Leben lang unter den Folgen. Sie waren ohne ihre Eltern aufgewachsen, viele wurden von Menschen belogen, denen sie vertrauten. Viele konnten nie in Erfahrung bringen, wo sie geboren wurden oder wer ihre Eltern waren.

Hitlers Frauenbild

Hitlers Überzeugung, dass der voreheliche Verkehr nicht zu beanstanden sei, vielmehr gewährleiste, dass der Mann und sein »Mädel« wirklich zueinander passten, forderte 1941 nicht mehr zu scharfer Opposition heraus, zumal sich Hitler hierfür auf das bäuerliche Herkommen seiner Heimat berufen konnte und manches, was er über die doppelbödige Moral der »oberen Zehntausend« anzuführen wußte, nicht abzustreiten war.

Hitler erscheint hier als ein Mann, der das Leben nimmt, wie es nun einmal ist, und an die Stelle einer brüchigen Fassade eine von der Vernunft kontrollierte, »natürliche« Ethik setzen will.

Er fand gar nichts dabei, ja begrüßte es sogar, wenn »rassisch« Höherstehende illegitime Kinder in die Welt setzten. Hitler glaubte zum Beispiel nach dem Westfeldzug in den 1914-1918 heimgesuchten Gebieten unter der Jugend ein viel besseres »Menschenmaterial« als das ihm aus dem I. Weltkrieg bekannte vorgefunden zu haben; er meinte: »Deutsche und englische Soldaten hätten hier demnach ein Aufnordungswerk vollbracht, dessen Ergebnisse heute unbestreitbar seien« (20. Juli 1942).

Das war in Hitlers Augen nicht nur in »Feindesland« berechtigt, sondern das hielt er auch in Deutschland für erwünscht.

tags: #haarfarbe #adolf #hitler

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